Am Friedhof in der Schulstraße in Sand soll eine der vier Kitas im Eilverfahren gebaut werden.

Der Jugendhilfeausschuss hatte der Stadtverwaltung aufgetragen, noch einmal nach Standorten für weitere neue Kitas oder Erweiterungen zu suchen – und hatte dafür auf Antrag der SPD und Grünen konkrete Vorschläge gemacht. Drei der Standorte seien nicht geeignet, bei zwei Grundstücken rät die Stadt von einer Bebauung ab. Die Frage nach der künftigen Entwicklung des Bedarfs an Betreuungsflächen bleibt offen.

Im Zuge des Kita-Aufbauprogramms hatte die Stadtverwaltung bereits gründlich gefahndet und drei neue Standorte für den Bau von „Sofortkitas“ identifiziert, auf Druck der CDU war eine vierte Kita auf der Lena-Wiese in Lückerath dazu gekommen. Zudem befindet sich die Kita Mondsröttchen / Am Reiser im Bau und auch an der Odenthaler Straße ist eine Einrichtung in Plan. Damit, so die Stadt, werden 399 neue Plätze geschaffen.

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Dennoch hatte der Jugendhilfeausschuss auf Antrag von SPD und Grünen die Verwaltung mit einer weiteren Prüfung von zusätzlichen Standorten beauftragt. Die Ergebnisse liegen jetzt in Form einer Mitteilungsvorlage für den Ausschuss vor.

Die Kita-Ausbaupläne im Detail

Sofortkita Innenstadt

An der Jakobstraße hinter dem Bahnhof in der Innenstadt ist die alten Flüchtlingsunterkünfte abgerissen worden Auf dem 3800 qm großen Grundstück wird eine vierzügige Kita mit rund 70 Plätzen gebaut, später ist dort auch ein Spielplatz vorgesehen. Fertigstellung ist für Juni 2025 geplant.

Sofortkita Schildgen „Nittumer Weg“

Am Nittumer Weg in Schildgen liegt ein städtisches Grundstück mit 940 qm, das zur Zeit als Parkplatz genutzt wird. Hier entsteht eine dreizügige Kita mit rund 50 Plätzen; die Parkplätze fallen weg, ein Teil der Fläche wird entsiegelt. Fertigstellung: 1. Quartal 2026

Sofortkita Sand

An der Schulstraße in Sand, neben dem Friedhof und hinter dem Schotterparkplatz, wird eine Wiese bebaut, die als Reservefläche für den Friedhof vorgesehen war. Das Grundstück mit 1700 qm reicht ebenfalls für eine vierzügige Kita mit weiteren 70 Plätzen. Geplante Fertigstellung: März 2025

Sofortkita Lena-Wiese / Am Fürstenbrünnchen

Für den Bau einer Kita am Rand der Bienen- und Blumenwiese am Lückerather Anger an der Straße „Am Fürstenbrünnchen“ hatte es schon 2020 einen Beschluss gegeben, der nach der Kommunalwahl zurückgestellt worden war. Im September 2023 setzte die CDU durch, diesen Standort ebenfalls im Sofort-Kita-Programm voran zu treiben. Derzeit geplante Fertigstellung: Herbst 2025

Weitere Sofortkita (noch offen)

Der Standort einer möglichen weiteren Sofortkita ist noch offen, ein Grundstück im Bereich Moitzfeld / Bensberg / Lückerath werde geprüft, hatte die Stadt im Juni 2023 erklärt.

AWO-Kita Mondsröttchen / Am Reiser (Bensberg/ Kaule)

Die vierzügigen Kita Mondsröttchen mit 90 Plätzen befindet sich bereits in Bau und soll laut Planung ab dem 1.8.2024 schrittweise in Betrieb gehen. 

Kita auf dem Carpark-Gelände (Lückerath)

Auf dem ehemaligen Areal der belgischen Armee an der Bensberger Straße in Lückerath soll nun doch eine große Kita gebaut werden, auf der Grünfläche zwischen Flüchtlingsunterkunft und dem Seniorenwohnheim. Dazu müssen zunächst der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan geändert werden.

Kita mit Kompetenzzentrum Autismusspektrum-Störungen (Hebborn)

Diese Kita, ebenfalls von der AWO betrieben, soll auf dem brachliegenden Grundstück gegenüber der Grundschule Hebborn an der Odenthaler Straße entstehen, die Ausschreibung steht bevor.

Kita Weig-Gelände (Zanders-Areal)

Pläne für eine Grundschule und Kita auf dem Gelände der ehemaligen Weig-Kartonagenfabrik am Rande des Zanders Areals an der Cederwaldstraße parallel zu einer Grundschule 21 haben sich inzwischen zerschlagen, weil das Gebiet hochwassergefährdet ist.

Das Grundstück Hopperheider Busch in Schildgen sei laut Baurecht nur im vorderen Teil bebaubar. Dort befindet sich allerdings eine Flüchtlingsunterkunft, die nach einem Brand gerade wieder hergestellt werde. Aus Sicht der Verwaltung, so heißt es in der Vorlage, sollte das Grundstück nicht noch weiter bebaut werden, um „den sozialen Frieden vor Ort nicht zu gefährden“. Im Falle von (nicht weiter konkretisierten) neuen Krisen könne diese Situation jedoch neu beurteilt werden.

Die Fläche am Holunderweg 5 sei zwar im hinteren Teil bebaubar. Allerdings werde sie zur Zeit als Einrichtungsfläche für den Neubau des Schwimmbads Mohnweg genutzt, zudem befinde sich auf dem Grundstück eine Hausmeisterwohnung. Eine Empfehlung zu diesem Standort gibt die Verwaltung nicht ab.

Von SPD und Grünen benannte Grundstücke an der Franz-Heider-Straße (Paffrath), Bergmannsweg (Moitzfeld) und Flehbachmühlenweg (Refrath) kämen aus baurechtlichen Gründen zunächst nicht in Frage. Um das zu ändern müsse ein Bauleitverfahren durchgeführt werden.

Über die Neubaupläne hinaus werde zur Zeit mit den Trägern von drei bestehenden Kitas diskutiert, ob ein Ausbau der Kapazitäten möglich sei. Für eine Veröffentlichung der Namen dieser Einrichtung sei es aber noch zu früh. Dabei spiele auch die Frage eine Rolle, wie das für weitere Plätze erforderliche Personal gefunden werden soll.

Keine Daten für Prognose

Der Ausschuss hatte zudem die Verwaltung aufgefordert, „nach Stadtteilen aufgeschlüsselte aktuelle Zahlen und derzeitig absehbare Entwicklungen zu den Bedarfen vorzulegen“. Ein Auftrag, der laut Stadtverwaltung nicht zu erfüllen ist. Da der Stadt über keine Bevölkerungsprognosen verfüge könne der Bedarf in der Zukunft nicht prognostiziert werden.

Neue ausführliche Berechnungen zur Jugendhilfeplanung für die Kindertagesstätten werden turnusmäßig mit der jährlichen Planungsvorlage im März 2024 vorgestellt. Zudem hatte die Verwaltung in den vergangenen Wochen die Eltern direkt nach ihren Bedarfen in Sachen Kita und OGS befragt, Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Die soweit wie es sinnvoll ist nach Stadtteilen aufgeschlüsselten aktuellen Zahlen hatte die Stadt bereits vor dem Beschluss des Ausbauprogramms vorgelegt. Einige Stadtteile seien jedoch so klein, dass sie zu Zonen zusammengefasst worden seien.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. In einer Kita in BGL soll das Personalproblem angeblich dadurch gelöst werden, dass im nächsten Kita-Jahr keine neuen Kinder (auch keine Geschwisterkinder) aufgenommen werden und eine Gruppe geschlossen wird. Die Platzvergabe läuft eigentlich ja gerade jetzt bzw. eben jetzt nicht. Außerdem sind immer mehr Kitas im Stadtgebiet von Kürzungen der Betreuungszeiten betroffen. Ein Neubau von Kitas ist vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll, sondern Verschwendung von Geld und Platz. Die Ressourcen müssten in die Personalfindung fließen.

  2. Wie hat sich die Stadt schon blamiert, als eine Juristin einen Kita-Platz einklagte aber nicht bekam, die Sadt zu 5.000,00 €/Monat + Steigerungsanweisung verklagt wurde und die Anwältin sich den Platz für ihr Kind selbst besorgte. Muss es wieder so weit kommen, dass jemand klagt, bis Verwaltung samt Rat aufhören, mit Argumenten, die, wenn sie nicht ohnehin nur vorgeschoben snd, die Bevölkerung nicht nachvollziehen kann und nicht versteht.

    Zeit und Geld sind für unsere Zukunft, die Kinder, besser eingesetzt als für Fahrradstraßen!!!

    1. Jetzt sprechen Sie schon für „die Bevölkerung“? Aha. Und was haben Fahrradstraßen damit zu tun? Allmählich habe ich den Eindruck, dass bei Ihnen das Wort „Fahrradstraße“ die gleiche Wirkung hat wie im Film „Dead Men Don’t Wear Plaid“ aus dem Jahr 1982 der Begriff „cleaning woman“ auf den Helden.

    2. Auch wenn es schön gewesen wäre, wenn weitere mögliche Flächen vorhanden gewesen wären, sollte sich die Stadt Bergisch Gladbach nun darauf konzentrieren, die bereits gefundenen Standorte zu bebauen.
      Selbst die bereits gefundenen Standorte werden sicherlich anspruchsvoll, da angeblich alle Pro Kinder sind, dann aber jedes halbe Argument herangezogen wird, um doch nicht bauen zu wollen.

  3. Hallo – soooo viele Kitas aber keine Fachkräfte , es wird gebaut aber keiner kann’s bezahlen und viele Gebäude stehen leer ,,? Wohnraum und soweiter ,, die Politik macht Zuviel Murks – anstatt zu überlegen was wirklich gut und bezahlbar ist !

    1. In der Stadtverwaltung wäre man sicher dankbar für Ihre konkreten Handlungsvorschläge – am besten gleich komplett mit Zeit-, Personal- und Finanzierungsplan.

    2. Hallo Michael, Sie können sich ja politisch selbst einbringen damit es dann endlich gut wird.

      1. Das Gejammere um die fehlenden Kita- Plätze zeigt eigentlich ganz deutlich das die Stadt vom Gesetzgeber vorgeschriebenes Handeln nicht wahr nimmt. Zumal sie über eigenen Grundbesitz verfügt, ist dieses nicht verständlich. Sind es die ideologischen Hemmschuhe oder gar zu erwartende Einsprüche und das Stimmverhalten bei der nächsten Wahl. Klopfen wir mal an die eigene Brust. Nur wenige Bürger sehen im direkten Umfeld ihres Hauses eine Kita gern. Und weil das so ist, muss die Stadt durchgreifen und ohne Rücksicht auf Unzulänglichkeiten die Zukunft der Schwächsten in unseres Gesellschaft sichern.