+ Bezahlter Beitrag +

Die Automobilbranche ist derzeit nicht nur in Bewegung, sie ist durch viele Entwicklungen nahezu in Aufruhr. Egal ob avisierte Diesel-Fahrverbote, die Diskussion über alternative Antriebe oder die Entwicklung Richtung autonomes Fahren (alle diese Punkte wurden an dieser Stelle schon behandelt) sind für den Automobilinteressierten mehr als spannende Themen.

Aktuell im Markt setzt sich derzeit ein weiteres Phänomen durch, der Trend zum sogenannten „Downsizing“. Laut Wikipedia leitet sich der Begriff aus dem Englischen (Verkleinerung, Verringerung, Abbau, Gesundschrumpfung) ab und bedeutet eine Verkleinerung technischer Größen (zum Beispiel Gewicht, Hubraum etc.) bei gleicher oder ähnlicher Leistungsfähigkeit.

Dies sei im Folgenden am Beispiel des neuen Ford Fiesta erläutert (gilt natürlich auch für viele andere Fahrzeugmarken).

Zuallererst bezieht sich der Begriff auf die Fahrzeugwahl selbst. Noch vor einigen Jahren waren die Wunschfahrzeuge bei den Volumenmarken eher in der Mittelklasse zu finden. Derzeit neigen viele Konsumenten dazu, sich für ein Auto einer niedrigeren Fahrzeugklasse interessieren.

Markus Lüttgen

Einer der meistgenannten Gründe ist, dass – vor allem in den Städten – es immer schwieriger wird, einen Parkplatz zu finden.

Hier kann man natürlich unmittelbar einwenden, dass an dieser Stelle der Trend zum Downsizing eine halbe Mogelpackung ist, sind doch die Fahrzeuge der einzelnen Klassen in den vergangenen Jahren immer größer geworden und um mindestens eine halbe Klasse gewachsen und die Parkplätze und Parkhäuser sind nicht mitgewachsen. Dennoch – oder grade deshalb – ist das Interesse an Kleinwagen (die schon beinahe keine mehr sind) sehr stark gestiegen.

Damit wachsen gleichzeitig die Ansprüche an diese Kleinwagen. Die Ausstattungen, Verarbeitungsqualitäten und technischen Optionen, die in diesen Fahrzeugen verfügbar sind, waren vor einigen Jahren mindestens Mittel- wenn nicht Oberklasseniveau.

Wenn man zum Beispiel sieht, dass im neuen Ford Fiesta ein B&O-Soundsystem bestellt werden kann, dessen Klangqualitäten im automobilen Bereich seinesgleichen sucht, dann weiß man, wie sich die Qualitätsansprüche der Autofahrer in diesem Segment mittlerweile entwickeln.

Viel spannender ist der Trend allerdings bei den Motoren, insbesondere bei den Benzinern. Die Anforderung der vergangenen Jahre an neu zu entwickelnde Motoren war in der Hauptsache ein niedriger Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß. Die meisten Hersteller entwickeln daher Motoren mit kleinen Hubräumen, um diese Entwicklung in den Griff zu bekommen.

Der alte Spruch „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, es sei denn durch mehr Hubraum“ gilt schon lange nicht mehr. Turbolader der neuesten Generation schaffen Leistung und Spritzigkeit bei den kleinen Aggregaten, die bis vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Bei Ford zum Beispiel hat man mit der EcoBoost-Technologie einen Dreizylinder-Motor mit einem Liter Hubraum entwickelt. Diese Maschine ist bereits sechs Mal mit dem „Engine off the Year“-Award ausgezeichnet worden, gilt also als bester Motor seiner Klasse.

Mit diesen Maschinen lassen sich mittlerweile bis zu 140 PS (103kW) praxistauglich und langlebig realisieren. Der Durchschnittsverbrauch nach DIN liegt trotz hoher Leistung nur bei 4,5 Liter (kombiniert) und die CO2-Emissionen beschränken sich auf 102 g/km.

Und um die Haltbarkeit muss man sich ebenfalls keine Gedanken machen, denn dieser Motor ist schon seit einigen Jahren, in denen er natürlich auch immer weiterentwickelt wurde, ohne Auffälligkeiten im Einsatz.

Aggregate wie diese erhärten meine hier schon geäußerte These, dass auch der Verbrennungsmotor noch nicht zu Ende entwickelt ist und diese Technologie auch in Zukunft noch ein gewichtiges Wort im Wettbewerb mit alternativen Antrieben mitreden wird.

Bei dieser Entwicklung handelt es sich aus meiner Sicht um eine vernünftige, bewährte, praxistaugliche und preiswerte automobile Lösung. Was sich in Zukunft wirklich durchsetzen wird, kann ich natürlich nicht sagen. Aktuell ist das Downsizing sicher ein sehr, sehr guter Ansatz.

Bis zum nächsten Mal, Ihr Markus Lüttgen

Das Autohaus Lüttgen wurde 1928 vom Bergisch Gladbacher Huf- und Wagenschmied Jean Lüttgen als einer der ersten zehn Fordhändler in Deutschland gegründet. Heute führen seine Enkel Markus und Michael Lüttgen das Unternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern. Vor 87 Jahren ging das Unternehmen die mutige Verpflichtung ein, mindestens vier „Motorwagen“ im Jahr abzunehmen. Derzeit verkauft Lüttgen mehr als 800 Neu- und Gebrauchtwagen jedes Jahr.

Odenthaler Str. 153, 51465 Bergisch Gladbach
Website, Facebook, Mail: service@luettgen.de

Lesen Sie auch:

Der Urlaubs-Check für Ihr Auto

Automobiltechnik für jedermann

Einige (un-)sachliche Argumente zur Dieseldiskussion

Was bedeutet für Sie autonomes Fahren?

Augen auf beim (Gebraucht-)Wagenkauf

Und es werde Licht …

Moderne Fahrerassistenz-Systeme – Fluch oder Segen?

Diese Fehler sollten Sie bei Haftpflichtschäden vermeiden

Autoinspektionen – lästig oder lebenswichtig?

Bei Finanzierung und Leasing lauern einige Fallstricke

Mit den richtigen Reifen in die Kurve

Elektroautos: Die Begeisterung weicht der Realität

Markus Lüttgen

geboren 1968, hat in Köln Betriebswirtschaftslehre studiert und ist verheiratet. Seit 1994 arbeitet er im Familienunternehmen Autohaus Lüttgen, seit 1998 in verantwortlicher Position. Sein Auto ist ein Ford Mustang, rot.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Der Trend geht nicht zu Kleinwagen, sondern zu Fahrrad und Carsharing. In Großstädten gibt es immer weniger junge Menschen, die ein eigenes Auto haben wollen – und dieser Trend wird mit der üblichen zehnjährigen Verzögerung auch in Gladbach ankommen.