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Schaut sich der interessierte Automobilist die Online-Ausgaben der gängigen Automobilzeitungen an, findet er viel über schnelle Autos mit viel PS, die Jagd auf sogenannte Erlkönige und aktuelle Formel-1-Ergebnisse. Viele spannende Themen um neue Fahrzeuge und hier und da ein Blick auf historische automobile Ereignisse sind zu finden. Man kann sich leicht begeistern und darin verlieren …

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Markus Lüttgen, Geschäftsführer Autohaus Lüttgen, Bergisch Gladbach

Markus Lüttgen

Aber mir fehlte bei der Lektüre etwas. Nämlich Berichte über den täglichen Umgang mit dem Automobil! Ein Blick auf die wesentlichen Dinge, die jeder an seinem Fahrzeug selbst erledigen und so Kosten, Ärgernisse und eventuell sogar ein „Knöllchen“ verhindern kann.

Grundsätzlich werden Autos immer zuverlässiger. Das sieht man unter anderem daran, dass die Wartungsintervalle, die die Hersteller vorgeben, länger werden. Und auch der Umfang der Inspektionen ist längst nicht mehr so umfangreich wie früher.

Aber dennoch scheinen mehr und mehr Autofahrer davon auszugehen, dass ein Auto keine Beachtung benötigt. Bei den Inspektionen in unserer Werkstatt können wir eine höhere Mängelhäufigkeit bei den Dingen feststellen, die zwischen den Wartungen von Fahrerin und Fahrer selbst beobachtet werden könnten und manchmal sogar mit ein paar Handgriffen gleich hätten erledigt werden können.

Daher seien hier ein paar Hinweise gestattet:

1. Der richtige Luftdruck

In regelmäßigen Abständen den Luftdruck aller fünf Räder (auch das Reserverad, falls vorhanden, gehört dazu) zu prüfen und eventuell zu korrigieren ist dringend zu empfehlen. Das kann man in der Regel bei jedem Stopp an der Tankstelle mit erledigen.

Der richtige Luftdruck ist verantwortlich für mehrere Dinge. Die Reifen sollen möglichst mit der ganzen Lauffläche auf der Straße aufliegen, nur so haben sie genügend Grip und erzielen beim Bremsen, Beschleunigen und Kurvenfahren die beste Wirkung. Zu hoher oder zu niedriger Luftdruck sorgt also für unsicheres Fahrverhalten einerseits, andererseits für erhöhten Reifenverschleiß und obendrein noch für höheren Spritverbrauch.

Der korrekte Reifendruck steht übrigens nicht nur in der Bedienungsanleitung sondern oft auch auf einem Aufkleber an der sogenannten B-Säule links, also dem Türrahmen der Fahrertür im unteren Bereich.

2. Der richtige Ölstand

Laut gängiger Rechtsprechung darf ein Auto Öl verbrauchen. Das tut es zwar in der Regel nicht mehr in dem Umfang wie noch vor 30 Jahren, da die Fertigungstoleranzen beim Motorenbau nicht mehr so hoch sind, aber es kann in seltenen Fällen passieren, dass der Ölstand im Motor mit der Zeit sinkt.

Ist dieser zu niedrig, bedeutet das eine ernsthafte Gefahr, die nicht selten zu einem kapitalen Motorschaden führt. Und dann wird’s teuer!

Auch hier ist die Empfehlung, alle paar Tausend Kilometer an der Tankstelle einmal den Ölmessstab zu ziehen und nach dem Stand des Schmierstoffes zu schauen. Wenn etwas fehlt, kann man diesen wieder auffüllen. Achten Sie bitte auf die richtige Öl-Spezifikation!

3. Das Sicherheits-Set

In ein verkehrstaugliches Fahrzeug gehören Warndreieck, Verbandkasten und Warnweste(n). Diese Dinge bündeln wir bei uns im FordStore in einem sogenannten Sicherheits-Set, das in jedem von uns gelieferten Fahrzeug enthalten ist und auch einzeln erworben werden kann. Die Anzahl der Warnwesten ist übrigens länderspezifisch, daher lohnt bei Urlaubsfahrten ein Blick auf die nationalen Regeln.

Was viele nicht wissen: Der Verbandkasten hat ein Ablaufdatum. Und wenn man mit einem „alten“ Verbandkasten in eine Verkehrskontrolle gerät, kann man dafür auch schon einmal ein Protokoll kassieren. Gleiches gilt auch, so berichtete mir ein Kunde, wenn der Verbandkasten noch in einer festen Schutzhülle eingeschweißt ist. Begründung: Im Falle eines Falles könne man nicht schnell genug helfen …

4. Frostschutz

Nach den Gesetzen der Natur gefriert Wasser bei 0 °C. Deshalb sollten alle Wasservorräte mit Frostschutz versehen sein. Beim Kühlwasser, das sich in einem geschlossenen Kreislauf befindet, kümmert sich in der Regel Ihre Werkstatt bei der Wartung darum. Ärgerlich ist es aber, wenn das Scheibenwaschwasser im Winter einfriert.

Bitte achten Sie also darauf, sobald sich die kalte Jahreszeit wieder ankündigt, einen Zusatz ins Waschwasser zu geben, der dieses bis -20 °C vor dem Einfrieren bewahrt. Eine verschmierte Scheibe bedeutet schlechte Sicht und damit Einbußen bei der Fahrsicherheit!

5. Licht

Auf das Thema Beleuchtung und die damit verbunden Besonderheiten und auch die Schwierigkeiten beim „Birnchenwechsel“ habe ich schon in einer eigenen Kolumne hingewiesen. Aber auch hier gilt der Tipp, die Funktionsfähigkeit der Beleuchtung ab und zu selbst zu überprüfen (am besten mit einer zweiten Person).

Denn wenn ein Licht nicht brennt sieht man entweder selbst nicht gut oder man wird nicht gesehen. Oder die Ordnungshüter sehen es, und schon wieder kann eine kostenpflichtige Verwarnung fällig werden.

Das waren nur einige Tipps für den Umgang mit dem Automobil. Nicht ganz alltäglich, aber dennoch würde ich mir in den Fachzeitschriften auch praktische Hinweise wünschen, wie zum Beispiel im Pannenfall zu verfahren ist. Oder wie ein Reifenwechsel funktioniert, Starthilfe gegen wird … Aber das sind Themen für eine andere Kolumne.

Bis zum nächsten Mal, Ihr Markus Lüttgen

Das Autohaus Lüttgen in Bergisch Gladbach

Das Autohaus Lüttgen wurde 1928 vom Bergisch Gladbacher Huf- und Wagenschmied Jean Lüttgen als einer der ersten zehn Fordhändler in Deutschland gegründet. Heute führen seine Enkel Markus und Michael Lüttgen das Unternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern. Vor 87 Jahren ging das Unternehmen die mutige Verpflichtung ein, mindestens vier „Motorwagen“ im Jahr abzunehmen. Derzeit verkauft Lüttgen mehr als 800 Neu- und Gebrauchtwagen jedes Jahr.

Odenthaler Str. 153, 51465 Bergisch Gladbach
Website, Facebook, Mail: service@luettgen.de

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geboren 1968, hat in Köln Betriebswirtschaftslehre studiert und ist verheiratet. Seit 1994 arbeitet er im Familienunternehmen Autohaus Lüttgen, seit 1998 in verantwortlicher Position. Sein Auto ist ein Ford Mustang, rot.

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