Noch endet die Linie 1 im U-Bahnhof Bensberg an einer Betonmauer.

Dem Ausspruch „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ trotzt die Unternehmer-Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ (ILA-GL) bereits seit ihrer Gründung im Jahr 2014. Denn die Zukunftsfähigkeit der Stadt ist für alle wichtig.

Insbesondere die Projektgruppe „Visionen“ von ILA-GL hat sich dies auf die Fahne geschrieben. In der letzten Sitzung im Mai hat das Team sich die „Baustellen“ der Stadt einmal ganz genau angeschaut und ist zu folgenden Schlüssen und Vorschlägen gekommen:

1. Den Fachkräftemangel kann man nur beheben, wenn man dem Wohnungsmangel entgegenwirkt. Eine mögliche Lösung dafür sind Werkswohnungen, die in Kooperation mit Wohnungsbaugenossenschaften entstehen könnten. Das größte Hindernis: nutzbare Flächen. Hier ist die Politik gefragt, der klar werden muss: ohne Flächen keine Fachkräfte!

2. Um das immer steigende Verkehrsaufkommen zu reduzieren, braucht es zeitnah die Straßenbahnanbindung bis zum TechnologiePark. Das verkleinert die Hürde für Kölner, die in den dort ansässigen innovativen Unternehmen arbeiten könnten.

Im Idealfall würde die Verlängerung schon bald bis nach Kürten reichen, denn dort könnten im neuen Gewerbegebiet Spitze ebenfalls Arbeitsplätze geschaffen werden. Ansonsten heißt es für die Erreichbarkeit der Firmen, wenn künftig noch mehr Menschen die Straßen verstopfen: Fehlanzeige!

Diese Aufgaben müssen in den nächsten Jahren vor allem von der Politik erledigt werden. Die Entscheidungen sind kurzfristig nötig mit einem Blick für die langfristigen positiven Effekte.

Klaus Rüsing aus der Projektgruppe „Visionen“ betont, dass zeitnah gehandelt werden muss:

„Kreative Ideen, wie zum Beispiel das neue Kino in der Stadtmitte, steigern ohne Frage die Lebensqualität. Die Voraussetzung dafür ist aber eine Stadt, in der Menschen leben UND arbeiten. Wenn wir uns nicht der Aufgabe stellen, auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt zu haben, werden wir schneller als wir denken zu einer Schlafstadt im Schatten Kölns.“

Und diesen Stempel mit all seinen Nachteilen wird Bergisch Gladbach dann sicherlich nicht mehr so einfach los.

Über ILA-GL: Die Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ ist ein Zusammenschluss von 70 Unternehmern, Selbstständigen, Freiberuflern und wirtschaftlich Tätigen, die die Stimme der Wirtschaft in der Standortpolitik stärken und sich in den Dialog mit einbringen möchten.

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Die Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ ist ein Zusammenschluss von Unternehmern, Selbstständigen, Freiberuflern und wirtschaftlich Tätigen, die die Stimme der Wirtschaft in der Standortpolitik stärken und sich in den Dialog mit einbringen möchten.

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3 Kommentare

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  1. Nun hat auch die ILA-GL mit ihrer Projektgruppe „Visionen“ bestätigt, was ich als Soft-Skills für ein Bergisch Gladbach in der Zukunft zur Position der ILA-GL, d.h.<> vom 14. Juni 2018, in meinem Gastkommentar am 19.06.2018 u. a. erläutert habe: „Expansion im Dienstleistungsbereich setzt aber wesentliche Soft-Skills in der Stadtinfrastruktur, wie z.B. kurzer Zugang zum öffentlichen Personenverkehr, dessen Verfügbarkeit rund-um-die Uhr mit kleinen Taktzeiten, Kitas, Schulen, Grünflächen und Freizeiteinrichtungen in der Nähe, Arbeitsplätze, Verbindung von Arbeiten und Wohnen, kurze Wege im täglichen Leben, Ausschluss von Beeinträchtigungen durch Verkehrsemissionen (Klima, Lärm, Luft), einfach mehr Lebensqualität zwingend voraus. Diese Soft-Skills tragen somit auch zur Reduzierung des heute doch sehr regen Pendleraufkommens aus Bergisch Gladbach heraus, bei.“

    Heute, quasi eine Woche nach meinem Gastkommentar hat sich die Visionsprojektgruppe der ILA-GL mit Ihrem heutigen Beitrag, Zitat: „Kreative Ideen, wie zum Beispiel das neue Kino in der Stadtmitte, steigern ohne Frage die Lebensqualität. Die Voraussetzung dafür ist aber eine Stadt, in der Menschen leben UND arbeiten. Wenn wir uns nicht der Aufgabe stellen, auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt zu haben, werden wir schneller als wir denken zu einer Schlafstadt im Schatten Kölns.“ steigern ohne Frage die Lebensqualität. Die Voraussetzung dafür ist aber eine Stadt, in der Menschen leben UND arbeiten. Wenn wir uns nicht der Aufgabe stellen, auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt zu haben, werden wir schneller als wir denken zu einer Schlafstadt im Schatten Kölns.“ meiner Position im Grundsatz angeschlossen.

    Wann folgen nun auch die übrigen Lobbyorganisationen und insbesondere die Verwaltung unserer Heimatstadt dieser Erkenntnis im laufenden FNP-Planungsprozess? Bei der Kommunalpolitik glaube in Teilen ein Umdenken im Sinne „mehr Beachtung den Soft-Skills bei der Neugestaltung der Stadtinfrastruktur“ zu erkennen.

  2. 1) Fachkräftemangel muss man begegnen, indem man selbst ausbildet und nicht dafür notwendige Mittel nur dem Gewinn zukommen lässt. Wie viele der 70 ILA-Mitglieder mögen auf Eigentum sitzen, das sie aus mannigfaltigen Gründen nicht bebauen lassen wollen? Die Politik soll helfen, um auf bisherigen Grünflächen bauen zu können, gegen den Willen der Bevölkerung!

    2) Richtig, die Straßenbahnen sollten verlängert werden, aber nicht als Argument für neue Gewerbegebiete. Die jetzt im FNP-E. ausgewiesenen 36 ha sind mehr als genug. Man darf gespannt sein, wie die an die Firm gebracht werden.

    Sollte das Gewerbegebiet Spitze tatsächlich zustande kommen, müssen ganz andere Maßnahmen getroffen werden, als die 1 bis dorthin zu verlängern. Auf der Straße über Moitzfeld zur A4 würde dann Dauerstau herrschen. Hier wäre es dann sinnvoll, über eine Hoch- oder Seilbahn-Variante nachzudenken.

    Ach, Bergisch Gladbach soll plötzlich „lebenswert“ sein, ein Begriff, den BBI-GL in Zusammenhang mit dem FNP-E. ins Leben rief und bei der ILA mit ihrem Gewerbegebiet-Drang wohl kaum Berechtigung findet. Und dass die Drohung „Schlafstadt“ irgendwem außer vielleicht der ILA Kopfschmerzen bereitet, konnte man trotz entsprechender Behauptungen nicht feststellen.

  3. Die Wirtschaftslobby schreit natürlich nach mehr Bauflächen – ihre Mitglieder leben ja unter anderem vom Bauen und Verkaufen.
    Wie so oft stellt die ILA Behauptungen auf, ohne irgendwelche Zahlen oder Belege liefern zu können. Die Studie der Kreissparkasse hat doch gezeigt, dass allein durch Generationenwechsel und Nachverdichtung genug Wohnraum zur Verfügung stehen wird – und dies eindrucksvoll mit Zahlen belegt! Unnötiger Verlust von wertvollen Freiflächen, Werkswohnungen auf der grünen Wiese, ohne vernünftige Verkehrsanbindung – das macht wohl kaum Sinn. Sich rücksichtslos über alle Einwände der übergeordneten Behörden hinwegsetzten, wie es die Verwaltung bei der Planung des FNP bisher gemacht hat, um möglichst viel Bauland zur Verfügung zu stellen, darf und kann nicht der Weg sein.