Die Schlossgalerie (Hintergrund) wird bald fertig, aber über die Gestaltung der Schlossstraße wird noch immer heftig gestritten

Seit Monaten kämpfen Händler und Eigentümer der Schlossstraße gegen die massive Reduzierung der Parkplätze. Der Kompromiss der Stadt ist für sie eine Mogelpackung, zudem befürchten sie nun auch noch den Verlust ihres zentralen Stadtplatzes. 

Die Vorstände der Interessensgemeinschaft Bensberger Handel (IBH) und der Interessens- und Standortgemeinschaft (ISG) sind bedächtig handelnde Kaufleute. Olaf Schmiedt (Bensberger Bank), Georg Daubenbüchel (Haushaltswaren), Markus Kerckhoff (Schloss Apotheke), Karsten Nitzschke (Sport Haeger) oder Bernhard Wolf (Optik) sind keine Systemkritiker.

Eigentlich nicht, denn ausgerechnet die jahrelange Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Schlossstraße lässt sie zweifeln, ob die Kontrolle der Verwaltung durch die Politik noch funktioniert. Am Dienstag, bei der gemeinsamen Sitzung der beiden zuständigen Ausschüsse, steht für sie die Nagelprobe an.

Mit Erstaunen haben die Händler beobachtet, wie rasch Stadtplaner und Architekt auf den Widerstand gegen die Mauer an der Schlossgalerie mit einer Sitzstufen-Variante (der sie zustimmen) reagiert haben. Ihre eigenen Erfahrungen sind anders.

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„Seit vier Jahren gehen wir zu jeder Veranstaltung und haben uns immer wieder eingebracht – aber alles, was wir sagen, wird ignoriert und ausgesessen,” sagt Bankvorstand Schmiedt.

„Wir sind nur Statisten und nicht am Entscheidungsprozess beteiligt. Wir fühlen uns wie in einem Feldversuch: Mal sehen, ob die das überleben”, sagt Apotheker Kerckhoff seinen Eindruck zusammen.

Dabei verstehen sich die Händler und Immobilienbesitzer als Vertreter der Schlossstraße und vor allem ihrer Kunden. „Nicht der Einzelhandel will Parkplätze, sondern die Kunden. Und ohne Kunden kann der Einzelhandel nicht existieren”, bringt es Daubenbüchel auf den Punkt.

„Ein Ende der Basta-Politik”

Im Kern geht es nach wie vor um die Zahl der Stellplätze in der neuen Schlossstraße. Aber nicht nur um sie, sondern auch um die Bäume, das historische Erbe und den zentralen Stadtplatz.

In allen Punkten haben die Händler das Gefühl, bei der Verwaltung gegen eine Mauer zu laufen. Immer wieder bringen sie Vorschläge und Forderungen vor, weisen Defizite und Planungsfehler nach – und nichts passiert, berichten sie am Montag in einem Pressegespräch.

Vor diesem Hintergrund blicken die Händler mit großer Sorge (und etwas Hoffnung) auf die Sitzung am Dienstag: dann soll allgemein über die Gestaltung der Schlossstraße und konkret über den ersten Bauabschnitt entschieden werden.

CDU und SPD haben deutlich gemacht, dass sie der Vorlage der Verwaltung (mit der Variante Sitzstufen) zustimmen wollen. Es bestehe ein hoher Zeitdruck, im November muss zur Eröffnung der Schlossgalerie die Freitreppe und der Bereich vor dem Einkaufszentrum fertig sein.

Mit dieser Beschlussvorlage wollen sich die Händler aber nicht abfinden. Sie verlangen „ein Ende der Basta-Politik” und grundlegende Änderungen in Sachen Stellplätze, Stadtplatz und Stadtgrün.

So sieht der Entwurf die Anordnung der Stellplätze vor, alle in Längsrichtung

Sind 97 Stellplätze eigentlich nur 74?

Der Stellplatzstreit hat eine lange Vorgeschichte; nach Ansicht der Stadtverwaltung bleiben nach einer Anpassung der Pläne 97 (plus/minus fünf) der aktuell rund 140 Stellplätze erhalten. Ein Kompromiss, nachdem der Entwurf zunächst nur 60 vorgesehen hatte, argumentierte Planungschef Wolfgang Honecker im Gespräch mit dem Bürgerportal.

Diese Zahlen bestreiten die Händler. Aktuell zähle man auf der Schlossstraße (und der inzwischen einbezogenen Nikolausstraße) insgesamt 151 Stellplätze.

Die von der Stadt für die Zukunft versprochenen 97 Plätze gebe es hingegen gar nicht. Denn die Planer hätten Zufahrten und Feuerwehrflächen überplant; daher müsse man elf Stellplätze abziehen und kommt auf nur noch 86.

Außerdem hätten die Planer nicht berücksichtigt, dass zwölf Stellplätze im Sommer von der Außengastronomie an der Schlossstraße beansprucht werden. Damit schrumpfe das Angebot im Sommer auf 74 Stellplätze (wovon neun für Behinderte reserviert sind).

Faktisch werde jeder zweiter Stellplatz abgebaut – obwohl viele Kunden aus dem Umland kämen, die Lage am Hang ebenerdig erreichbare Parkplätze erfordere und dank der Schlossgalerie und der Erhöhung der Attraktivität mehr Besuchern zu erwarten seien.

Damit, so Kerckhoff, sei der Plan „ein totaler Anachronismus, eine Operation am offenen Herzen” – und gefährde den Einzelhandel in Bensberg.

Abbau der Stellplätze – Zug um Zug

Die Einzelhändler haben einen Vorschlag, wie man das Problem auf der Basis des vorliegenden Entwurfs lösen könne. Grundsätzlich seien sie nicht gegen die Reduzierung der Parkplätze. Aber nur als langfristigen Prozess, der Zug um Zug mit einem sich ändernden Verhalten der Kunden einhergehe.

Das Zauberwort laute „Transformation”: Je mehr Kunden auf das Auto verzichten, desto mehr Stellplätze könnten in Aufenthaltsplätze verwandelt werden. Bautechnisch machbar, denn der Entwurf sieht einen durchgehenden Belag ohne Bordsteinkanten vor.

Dem hält die Stadtverwaltung entgegen, dass die Förderrichtlinien (der Umbau wird zu 70 Prozent vom Land finanziert) eine solche Umwandlung verhindern.

Auch dem widersprechen die Händler. Sie haben sich bei der Bezirksregierung erkundigt; demnach könne man über eine solche Transformation reden, wenn die Stadt das beantragen würde. Dazu sei sie offenbar nicht bereit.

Die Idee einer Parkpalette im Rücken der Schlossstraße ist vor vielen Jahren entstanden

Keine Chance für die Parkpalette Steinstraße

Konkret wollen die Händler, dass es zunächst bei den 150 Stellplätzen bleibt und erst einmal an Konzepten für eine Reduzierung des Verkehrs und die Schaffung neuen Parkraums gearbeitet wird. Da sei bislang nichts passiert.

Ein Beispiel: Stadtbaurat Harald Flügge habe sich für den seit vielen Jahren blockierten Bau einer Parkpalette an der Steinstraße einsetzen wollen; inzwischen sei klar, dass dieses Projekt weiterhin von einem Eigentümer blockiert ist. Die Idee eines Parkleitsystems sei fallen gelassen worden.

Hier müssten, so Kerckhoff, „Politik und Verwaltung besser werden und Konzepte auf den Tisch legen”, sonst gleiche der Rückbau der Stellplätze einem „Freilandversuch – und wir sind die Betroffenen”.

Übersahen die Planer 2 m Straßenbreite?

Auch auf die Frage, wo die zusätzlichen Parkplätze im vorliegenden Entwurf des Architektenbüros Club L94 untergebracht werden können, ohne die Aufenthaltsqualität in der Schlossstraße zu beeinträchtigen, haben die Händler eine – durchaus überraschende – Antwort.

Die Planer hätten die Straße, so berichtet Karsten Nitzschke, nur aus der Vogelperspektive betrachtet. Dabei sei ihnen entgangen, das es auf der Nordseite der Schlossstraße, in den Gebäuderiegeln links und rechts der Schlossgalerie, über lange Strecken zwei Meter breite Überhänge der ersten Stockwerke gebe.

Rund zwei Meter sind die Läden im Erdgeschoss zurückgesetzt

Im Klartext: Die Straße sei zwei Meter breiter als in den Plänen von Club L94 angenommen. Damit gebe es hier genug Platz, um die Parkplätze nicht längs, sondern schräg anzuordnen – und damit deutlich mehr Stellplätze unterzubringen.

Alleine die Tatsache, dass die Planer einen zwei Meter breiten Streifen in ihren Plänen ausgelassen hätte zeige, wie schwach die Entscheidungsbasis für einen so weitreichenden Beschluss sei. Diese Informationen seien schon vor Wochen an die Verwaltung und die Politik weiter gegeben worden und habe in der vergangenen Sitzung des Verkehrsausschusses zu einem Prüfauftrag geführt, das Ergebnis sei nicht bekannt.

Der Stadtplatz ist zu klein – und gefährlich

Heftige Kritik üben die Händler außerdem an der Planung des sogenannten Stadtplatzes unterhalb der neuen Treppenanlage – und das in zweifacher Hinsicht.

Zum Ausgleich für die Fläche an der Naturbühne war den Bensbergern ein neuer „Stadtplatz” versprochen worden, als zentraler Ort für die Stadtfeste, den Hüttenzauber, für den Maibaum und für den Karneval.

„Am Anfang war uns der Stadtplatz als identifikationsstiftender Ort versprochen worden”, erinnert Schmiedt, jetzt habe die Treppe diese Rolle übernommen.

Ein Entwurf für die Marktgalerie von 2013. Davor links der Stadtplatz. Parkplätze sind hier nicht zu sehen

Im ursprünglichen Plan des Centerscape-Architekten Groeffke (oben) war dieser Platz, auf einem großzügigen Podest unterhalb der Freitreppe, mit rund 900 Quadratmetern eingeplant. Im Entwurf von Club L 94 ist dieser Platz auf 600 Quadratmeter geschrumpft und wird nach unten hin durch eine zweite, sehr große Treppenanlage begrenzt. Damit sei der Platz zu klein; und auch der Platz für den Markt unten vor der Schlossgalerie reiche nicht aus.

Der aktuelle Entwurf (noch ohne Sitzstufen-Mauer) mit dem verkleinerten Stadtplatz zwischen den Treppenanlagen

Der Stadtplatz (vor dem Baum in der Mitte) aus der Perspektive Schlossstraße

Daher fordern die Händler, dass die untere Treppe, zwischen Schlossstraße und Stadtplatz, deutlich kleiner als geplant gebaut wird. Das sei, nach Rücksprache mit dem Architekten Groeffke, auch machbar.

Konflikt zwischen Passanten und Anlieferer

Die Händler üben aber auch noch auf einer zweiten Ebne grundsätzlich Kritik an der Planung des Stadtplatzes, der zu einem gefährlichen Ort für Fußgänger werden könne. Denn genau hier, wo Passanten aus vier verschiedenen Richtungen aufeinander treffen, verläuft eine Zulieferspur.

In den Plänen (oben) eingezeichnet ist die Route, die Lieferfahrzeuge für die obere Ebene der Schlossgalerie nehmen sollen: Rückwärts an der Engstelle zwischen der Treppe links zur Kadettenstraße und der unteren Treppenanlage hindurch, haarscharf an der geplanten Bank vorbei über den Stadtplatz.

„Ein Feuerwehrauto würde hier erstmal mit der Bank kollidieren”, ist sich Kerckhoff sicher.

Das Baumkonzept im aktuellen Entwurf. Straßenbäume (grün) auf der Südseite, einige Solitäre (rot) auf der Nordseite

Zu wenig Bäume – auf der falschen Seite

Der dritte grundsätzliche Kritikpunkt der Händler bezieht sich auf die Bäume. Geplant ist eine Baumreihe auf der Südseite der Straße, sowie vier größere Einzelbäume auf der Nordseite, zwei etwas weiter zurückgesetzt.

Gleichzeitig, aber kritisiert Bernhard Wolf, sollen alleine im östlichen Teil der Schlossstraße zwölf rund 40 Jahre alte Bäume gefällt werden – die für das Klima und als Schattenspender wichtig seien. Ab dem Frühjahr liege die Südseite der Straße ab 11 Uhr im Schatten, dafür die Nordseite mitten in der Sonne, ergänzt Georg Daubenbüchel. Und dort sollen die Bäume verschwinden.

Der Emilienbrunnen mit dem Turm der Nikolauskirche, beide eng mit Emilie Schmitz verbunden

Der Emilienbrunnen muss bleiben

Völlig klar ist für die Händler auch, dass der Emilienbrunnen nicht verschwinden darf. Er weise, gerade in seiner Lage vor der Nikolauskirche, auf das historische Erbe Bensbergs hin und müsse geschützt werden, fordern die Händler. Eine Verlagerung wollen sie nicht ausschließen – aber auch dafür müsse es ein konkretes Konzept geben, bevor der Abbau beschlossen werde. „Eine Einlagerung kommt nicht in Frage, dann ist er weg”, sagt Kerckhoff.

Damit wird der Emilienbrunnen zum Symbol für die Defizite der Stadtplaner, resümieren die Händler: Offenbar hätten sie gar nicht gewusst, welche Rolle der Brunnen für Bensberg spielt. Und sie hätten versäumt, rechtzeitig einen Plan für eine Verlagerung zu entwickeln.

Vier von fünf Zielen des InHK verfehlt?

Vor allem aber habe die Verwaltung die Ziele, die dem Integrierten Handlungskonzept (InHK) und damit auch der Umgestaltung der Schlossstraße zugrunde liegen, aus dem Auge verloren. Als Ziele waren festgeschrieben worden: Aufwertung des öffentlichen Raums, Bewahrung des historischen Erbes, Stärkung des Einzelhandels, Stärkung der Versorgungsfunktion, langfristige Sicherung der Wirtschaftskraft.

Von diesen fünf Zielen, so die Händler, werde allenfalls die Aufwertung des öffentlichen Raums erreicht. Dagegen werde das historische Erbe gefährdet, der Einzelhandel und die Versorgungsfunktion nachhaltig geschwächt, die Wirtschaftskraft gefährdet. Eine katastrophale Bilanz, konstatieren die Händler.

Jetzt setzen die  Händler ihre Hoffnung auf die Ratsmitglieder. Sie wissen, dass die beiden großen Fraktionen sich schon auf eine Zustimmung festgelegt haben – aber bei so weitreichenden Entscheidungen müsse jeder als Bürger jenseits der Parteiräson für sich alleine entscheiden, appelliert Kerckhoff.

Bis zur endgültigen Bestätigung durch den Stadtrat wollen die Händler weiter für ihre Position kämpfen. Sollte das mit einer Niederlage enden, gebe es auch einen Plan B. Aber darüber könne man erst reden, wenn es soweit sei.

Hinweis der Redaktion: Der Stadtplanungsausschuss und der Ausschuss für Verkehr tagen am Dienstag, 26.2., 17 Uhr im Rathaus Bensberg in öffentlicher Sitzung. Wir sind vor Ort, wenn Sie sofort über das Ergebnis informiert werden wollen sollten Sie unseren kostenlosen WhatsApp-Dienst buchen.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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28 Kommentare

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  1. Hallo Herr Hachenberg. Offenbar haben Sie die Planungen ebenfalls sehr aufmerksam verfolgt. Vielen Dank, dass Sie auf den Kern der Debatte zurück führen. Menschen wie Sie und auch Herr Havermann, der in seinem Beitrag einen ausgezeichnet objektiven Blickwinkel erkennen lässt, lassen darauf hoffen, dass die zukünftige neue Schloßstrasse nach der Fertigstellung für Bensberger Bürger/innen als zukünftige Kunden/innen praktikabel zu nutzen sein wird und der Einzelhandel seine Chancen behält. Ich persönlich hoffe, dass die Argumente sämtlicher Perspektiven gehört und berücksichtigt werden und würde mir eine Beteiligung unseres Bürgermeisters wünschen, so lange die Planungsphase noch nicht abgeschlossen ist.

  2. Herr Kleinert,
    ehe Ihre Schelte an Sandra L. total aus dem Ruder läuft, erinnere ich mich, dass die Berichte und Kommentare hier auf der künftigen Gestaltung der Schloßstrasse und der kontrovers diskutierten Anzahl der Parkplätze basiert. Hier scheint es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen zu sein, dass tatsächlich in der neuen Schloss-Galerie ein großer Rewe- und ein DM-Markt Ankermieter sein werden.
    Ob die Qualität der übrigen künftigen Mieter der Schloß-Galerie an den Wochenenden zum “Verweilen und Flanieren” anregt, wage ich persönlich zu bezweifeln.

  3. Hallo Sandra L.,
    wenn Sie mir zeigen können, wo sich in der Schloßstraße ein Rewe befindet (egal ob ein tatsächlicher oder ein übertragener), nehme ich alles sofort zurück!
    Ich urteile weder über Ihr Einkaufsverhalten noch Ihre Wahl eines Verkehrsmittels, warum auch. Es ging mir einzig um die Feststellung, dass es in der Bensberger Innenstadt keine Geschäfte gibt, in denen Menschen ihre schweren Großeinkäufe erledigen, die sie dann mühsam schleppen müssten. Oder habe ich da einen Baumarkt übersehen?
    Abgesehen davon fände ich es nett, wenn Sie auch ein wenig an andere Menschen denken würden, und nicht nur an Ihre eigene Bequemlichkeit.
    Grüße…

  4. Hallo Herr Wolf,
    leider habe ich mich wohl nicht klar genug ausgedrückt oder Sie haben meinen Beitrag nicht richtig wahrgenommen:

    1.
    Sie schreiben:
    „Wir haben zur Zeit in Bensberg fast eine Vollvermietung. Es sind nur ganz wenig Ladenlokale nicht vermietet. Sie behaupten aber beharrlich immer das Gegenteil.“

    Mal abgesehen davon, dass Ihre Formulierung „fast eine Vollvermietung“ und „ganz wenig Ladenlokale nicht vermietet“ ziemlich nebulös ist: Ich habe überhaupt nichts zur derzeitigen Leerstandssituation festgestellt!

    Und dass es in der Vergangenheit – bei mehr verfügbarem Parkraum – Zeiten mit höheren Leerstandsquoten (auch ex Löwencenter) gegeben hat, ist eine Tatsache. Auch ich habe natürlich wahrgenommen, dass die Situation derzeit besser ist.

    2.
    Zu den Öffnungszeiten:
    Gewiss, es ist schon eine Weile her, als ich mit Blick auf die Öffnungszeiten durch Bensberg gegangen bin und hier durchaus Unterschiede festgestellt habe (zB 10 Uhr bzw. Keine Öffnung über Mittag). Es wäre schön, wenn sich dies verändert hätte, ich denke aber nicht. Leider hilft der von Ihnen genannte Link nicht weiter, ich finde jedenfalls dort nichts zu den Öffnungszeiten.

    3.
    Ich habe in meinem Beitrag überhaupt keinen Zusammenhang zwischen „nicht Angehen eigener To Do´s“ und dem Wegfall von Parkplätzen gesehen. Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen. Mithin kann hier auch nichts unlogisch sein.
    Stattdessen habe ich zum Ausdruck gebracht bzw. bringen wollen, dass der geschäftliche Erfolg weit überwiegend vom Geschäftskonzept mit vielen kreativen Ideen und dem Auftreten gegenüber dem Kunden und nicht so sehr von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze. Und ich hatte ein Beispiel gegeben.

    4.
    Natürlich habe ich die weiteren Kritikpunkte gelesen. Ich halte deren Vortrag auch für legitim und gut, diese haben aber nicht so einen hohen Stellenwert wie die Kritik an der zu geringen Ausweis von Parkplätzen.

    5.
    Sie schreiben zum Schluss:
    „Es ist immer leicht über Dinge zu urteilen, wenn die eigene Existenz nicht dran hängt!“
    Da haben Sie sicher recht. Aber vielleicht ist es besser, jemand äußert auch einmal eine negative Wahrnehmung!
    Oder sind Ihnen die Menschen lieber, die sich nicht äußern, den aber nicht in Bensberg einkaufen, weil sie sich über dies oder das ärgern? Ich denke nicht.

    Ich wünsche Ihnen schöne Karnevalstage!

  5. Hallo Herr Kleinert, über Ihre Art und Weise, Argumenten aus der Praxis einer Bensberger Bürgerin und Kundin der Schloßstrasse mit Belehrungen über ihr Einkaufsverhalten zu begegnen, bin ich ehrlich bestürzt. Dass Ihnen hingegen der Realitätsbezug zu meinen Ausführungen fehlt, wundert mich nicht, da Sie offenbar einer der von mir angesprochenen Theoretiker zu sein scheinen. Es stellt sich mir die Frage, welche Art von Besuchern Ihnen bei Ihren Vorstellungen eigentlich für die Bensberger City vorschweben. Ich würde mich als kaufkräftige Kundin bezeichnen, die sich freuen würde, wenn ihr im übertragenen Sinn auf dem Weg zum Rewe auch noch eine nette Gucci-Tasche begegnet. Aber sicher haben Sie auch an dieser Stelle wieder gute Ratschläge für mein Kaufverhalten und den Lastenanhänger, in dem ich Ihres Erachtens nach meine Waren transportieren sollte.
    An dieser Stelle gehen meine Worte an Herrn Nuhn: Ich denke nicht, dass ich dem Bild der Mütter entspreche, die Sie bei Ihren Worten vor Augen hatten. Die, “denen es gut täte, sich um ihre Einkäufe bemühen zu müssen”. Auch bei Ihnen bin ich entsetzt über die mangelnde Wertschätzung anderen Menschen gegenüber, die aus Ihren Worten spricht.
    Die vehemente Verfolgung persönlicher Interessen verstellt leider oft den Blick auf das Allgemeinwohl. Sicherlich ist es wichtig, sich kontrovers auszutauschen, aber ist es dabei wirklich nötig, mit derartiger Geringschätzigkeit über andere Menschen zu urteilen? Sofern sich die Kommunikation bereits seit längerer Zeit auf diesem Niveau bewegt, scheint die “reflexartige Unzufriedenheit des Einzelhandels” aus meiner Sicht nicht verwunderlich. Ich finde es sehr schade, wie Ihrerseits mit konstruktiven Anliegen Bensberger Bürger umgegangen wird und verzichte gerne auf ein städtebaulich erzwungenes Fitness-Programm.

  6. Frau Apicella: Ich bin froh, dass da mal jemand drauf reagiert. Ich habe das Gefühl
    , dass vielen nicht klar ist, was da geplant ist. Genau was Sie schreiben ist unsere Befürchtung. Es sollten nicht weniger Bäume werden, sondern mehr. 40 Jahre gewachsene Bäume können nicht durch neu gepflanzte ersetzt werden.

  7. Als Mitglied des Arbeitskreises Baum in Bergisch Gladbach freue ich mich sehr über die Wertschätzung der Händler und Eigentümer in Bensberg gegenüber den Bäumen im Zentrum Bensbergs. Gerade der letzte Sommer hat uns allen deutlich gezeigt, wie wichtig große Laubbäume für unser Wohlbefinden sind. Sie sind nicht nur Schattenspender, sondern auch Sauerstofflieferanten und wichtig für das innerstädtische Mikroklima sowie Lebensraum für Vögel und Insekten.

    Nicht das Abholzen und anschließende Nachpflanzen junger und kleinerer Bäume sollte dabei im Vordergrund stehen, sondern der Erhalt der älteren Bäume. Durch Bäume in der Innenstadt gewinnt jede Fußgängerzone an Attraktivität, Aufenthaltsqualität und -dauer werden nachweislich gesteigert. Viele Gladbacher Bürger haben das bereits erkannt und wünschen sich mehr Grün jeglicher Art in ihrer Stadt.

  8. Herr Nuhn: Erstens können Sie Bensberg nicht mit anderen City-Lagen vergeichen. Wir haben hier aufgrund der schwierigen Topographie ganz andere Bedingungen. Zweitens gibt es genug Beispiele von Innenstädten, die den Bach runtergegangen sind, weil die Parkplätze fehlen. Drittens gibt es in der Galerie (übrigens heißt die Schloßgalerie) 140 Parkplätze, aber auch über 4000 neue Einzelhandelsflächen. (Faustregel 1 Stellplatz für 25m2 Verkaufsfläche).

  9. Der Antwort auf die Ausführungen von Sandra L. schließe ich mich an, es gibt wie in allen anderen „Fußgängerzonen“ in fußläufiger Nähe und in der Marktgallerie künftig sogar brandneue Parkplätze in Parkhäusern und in „Ihrem Bensberg“ sogar noch 97 (?) „vor den Geschäftstüren“….., besser kann man doch den Begriff „Fußgängerzone“ nicht ad absurdum führen. In anderen City-Lagen kann man auch nicht „vor den Geschäften parken“…., auch nicht in der City Bergisch Gladbach, da muß man sich auch schon mal „per pedes“ bemühen um Einkäufe zu erledigen…. Manchen Mütter die ich so vor Augen habe täte das auch „gut“…..

  10. Herr Kleinert: Das ist nicht richtig! Wenn die Schloßgalerie eröffnet, wird mit dem dortigen REWE das zweite Lebensmittelgeschäft auf der Schloßstr. entstehen. Wir blenden auch nicht die Argumente der Verbesserung der Aufenthaltsqualität aus. Diese Verbesserung können wir aber nicht erkennen. Wo hält sich denn im Sommer jemand auf, wenn es keinen Schatten gibt? Schöne Parkbänke in einer Betonumgebung ohne Bäume und grün, weil die Bäume aufgrund des Planungskonzept nur auf der Seite stehen, wo keine Sonne ist. Das kann doch nicht richtig sein!

  11. Hallo Sandra L.,

    mal abgesehen davon, dass es Lastenräder und -anhänger gibt:
    Die schweren Wocheneinkäufe erledigen die meisten Menschen nicht im Schreibwaren- oder Delikatessengeschäft, sondern im Supermarkt/ Discounter. Diese befinden sich nicht in der Schloßstraße und haben eigene Parkplätze vor der Tür. Der dm-Markt liegt direkt an der Ecke, wo es zum Schloß geht – diese Straße bleibt auch dann für Autos geöffnet, wenn die Schloßstraße wieder zur Fußgängerzone wird.
    Insofern fehlt mir in ihrer Argumentation etwas der Realitätsbezug. Außerdem scheinen Sie das Grundproblem auszublenden: Die Händler sehen nur die, die *heute* mit dem Auto kommen – die potentiellen Kund*innen, die vom Autoverkehr bisher abgeschreckt werden, sehen sie nicht. Das ist das ganze Dilemma der Schloßstraße.

    (Es ist zwar nicht am Namen zu erkennen, aber ja, auch ich bin männlich.)

  12. Herr Wiegelmann: Durch häufiges Wiederholen werden Behauptungen nicht richtiger. Wir haben zur Zeit in Bensberg fast eine Vollvermietung. Es sind nur ganz wenig Ladenlokale nicht vermietet. Sie behaupten aber beharrlich immer das Gegenteil. Wo findet sich das in Orten vergleichbarer Größe? Dass Geschäfte aufgegeben werden ist das Normalste der Welt. Entscheidend ist doch wie die Vermietung sich dann anschließend entwickelt.
    Was verstehen Sie unter unterschiedlichen Öffnungszeiten? Es ist doch völlig normal, dass der Bäcker oder Metzger schon um 8 oder 7 Uhr öffnet, andere Geschäfte erst später. Entscheidend ist doch eine einheitliche Kernzeit von 9:30 – 18:30. Sie können sich mal die Mühe machen auf http://www.bensbergentdecken.de unter Branchen die Öffnungszeiten abzufragen. Die wenigsten Geschäfte machen mittags zu (Ausnahmen sind der eine oder andere Einzelkämpfer, dem wir ja auch eine Pause gönnen wollen).
    Den Zusammenhang zwischen „nicht Angehen eigener To Do´s“ und dem Wegfall von Parkplätzen ist für mich nicht logisch. Soll das heißen „Der Einzelhandel in Bensberg macht seine Sache nicht gut, dafür nehmen wir denen mal mehr als die Hälfte Ihrer Parkplätze weg?“
    Wenn Sie den Artikel über die Pressekonferenz bis zu Ende gelesen haben, werden Sie sicherlich bemerkt haben, dass es über die Parkplätze hinaus noch weitere Kritikpunkte gibt. Dazu gehört der Kahlschlag an Bäumen auf der Ostseite, der Stadtplatz, der Emilienbrunnen
    Es ist immer leicht über Dinge zu urteilen, wenn die eigene Existenz nicht dran hängt!

  13. Ich habe mal wieder den Eindruck, dass sich die Bensberger Händlerschaft mit der Äußerung von Kritik an zu wenigen Parkplätzen vom Angehen eigener To Do‘s ablenkt. Als das Löwencenter jahrelang leer stand, war es halt dieser Umstand.
    Fest steht, dass bereits zu früheren Zeiten mit vielen Parkplätzen Geschäfte aufgegeben und monatelang leer standen.
    Gewiss, der Einzelhändler vor Ort hat einen Kampf mit dem Onlinehandel zu führen, der viel Kreativität verlangt, um dem etwas entgegen zu setzen.
    Erfreulicherweise gibt es nach meinen Beobachtungen auch in Bensberg Geschäfte, die durch gute Ideen erfolgreich auf sich aufmerksam machen und damit Kunden anziehen, Intersport Haeger sei mit der über Jahre deutlich gewachsenen Ladenfläche genannt, ein Zeichen des Erfolgs.
    Aber es gibt halt auch andere Fälle, wo der Kunde sich eben nicht wohl fühlt.
    Als weiteren Punkt möchte ich die unterschiedlichen Öffnungszeiten benennen, die nicht gerade „geschäftsanregend“ sind, egal wieviele Parkplätze zur Verfügung stehen oder stünden.

    Fazit: Vielleicht sollte jeder Händler einmal in sich gehen und die eigene Situation kritisch hinterfragen, also AUCH die eigenen Hausaufgaben machen.

    Dann bin ich mir sicher, dass die Schlossstraße deutlich aufgewertet und von den Bürgern mehr angenommen wird.

    Denn eines sollte klar sein: Mit der Eröffnung der Schlossgalerie allein wird der geschäftliche Erfolg des Bensberger Zentrums nicht sichergestellt werden können.

  14. Interessant, dass die vorangegangene Diskussion ausschliesslich von Männern geführt wird (abgesehen von einer einzigen Frau, die jedoch offensichtlich keine Familieneinkäufe zu erledigen hat). Irgendjemand mal auf die Idee gekommen, dass eine Hausfrau, die den Einzelhandel in ihrem Wohnumfeld unterstützen möchte, ihre gekauften Dinge auch transportieren muss? Selbst schon einmal in Bensberg im DM für eine 6-köpfige Familie eingekauft und die Artikel samt 20 Litern Katzenstreu zum Auto geschleppt? Dann noch Haushaltswaren, zum Metzger, zum Bäcker und vielleicht noch neue Hosen für die Kinder kaufen? Einfach mal ausprobieren, dann bekommt man vielleicht eine Idee davon, dass die Einzelhändler nicht ohne Grund um ihre Kunden und vor allem Kundinnen (!!!) fürchten müssen. Eine Flaniermeile ist unnütz wie ein Kropf, wenn die praktische Sichtweise ausser Acht gelassen wird. Dann ist das Ganze eine schöne Kulisse, hinter der viele Einzelhändler ums Überleben kämpfen müssen. Sollte die fertige Schloßstrasse für Kundinnen wie mich durch mangelndes Parkangebot keine Kaufattraktion darstellen, kein Problem. Ich greife auf das Internet zurück und lasse den DHL-Boten Kaffeemaschinen, stapelweise Kinderkleidung, Reisekoffer, Tiernahrung und Dinge des bürgerlichen Bedarfs schleppen.
    Vielleicht einfach mal auf die hören, die über Erfahrungen (auch mit ihren Kunden) verfügen. Deutschland krankt an seinen Theoretikern.

  15. Hallo Herr Kerckhoff,

    aus dem, was Sie in ihrem vorletzten Kommentar schreiben, lässt sich doch eigentlich nur ein Schluss ziehen: Umwandlung der Schloßstraße in eine Fußgängerzone, und bessere Anbindung der bisher ‘nicht optimal genutzten’ Parkplätze im Umfeld.

    Den gegenwärtigen Zustand empfinde nicht nur ich als Nötigung, und komme deshalb so selten wie möglich in die Schloßstraße. Obwohl ich ‘überzeugter Bensberger’ bin, kaufe ich deutlich häufiger in Gladbach ein. Das kann doch nicht im Sinne der Händlerschaft sein!

    Grüße.

  16. Seit Jahren entwickeln aus meiner Sicht die „Bensberger Händler“ eine „reflexartige Unzufriedenheit“ mit allem was passieren soll. Aber die Millionen Steuergelder sollen doch allen Bergisch Gladbacher/Bensberger Bürgern zu Gute kommen. Vor dem Hintergrund das das seinerzeit hochtrabend kommunizierte Projekt „Marktgallerie“ nur noch Supermarkt, Drogeriemarkt, Apotheke und ansonsten eher belanglose „Attraktionen“ (mit Parkhaus !) beherbergen wird, sollte man alle teuren Weiter-Planungen stoppen, die komplette Schloßstraße- ohne Parkbuchten vorzusehen – einfach mit einer neuen Bitumendecke versehen, anstatt Mauer eine notdürftige Hangabstützung betonieren und mit Brombeerhecken bepflanzen. Die Händler könnten längs oder quer oder wild Ihre SUV‘s relativ nah vor ihren Geschäften parken. Für die „eingesparten Millionen“ sollte die Stadt sich eine „Umwidmungszustimmung“ bei dem Finanzministerium holen und das frei werdende Geld in wirkliche Zukunftsprojekte (und Schulen) in anderen Stadtteilen stecken. Die „Wunschlisten“ blockieren mittlerweile unnötig Kapazitäten in der Verwaltung.
    Selbstverständlich wären die Bensberger Händler dann wieder extrem unzufrieden, aber das sind Sie ja sowieso, egal was passiert, jedenfalls würde dann „die Meckerei“ und Argumente wegen weggefallener Parkplätze aufhören. Der „Emilien-Brunnen“ könnte seinen Standort behalten und „alles bliev wie et wor….“ und Centerscape könnte die pünktlich fertiggestellte Marktgallerie auch termingerecht eröffnen.
    Jemand den diese ganzen rückwärtsgewandten, wenig konstruktiven Verhaltensweisen als Außenstehender „nerven“

  17. Herr Schulze,

    Ja, wir bedienen unsere Kunden und respektieren ihre Bedürfnisse, wir wollen und werden sie aber nicht „erziehen“. Das steht uns nicht zu.

    Markus Kerckhoff
    IBH / ISG

  18. Herr Kerkhoff,

    Ich kann den abgedroschenen Begriff Transformation mittlerweile nicht mehr hören. Sie wollen nur eine Handvoll Bequemlichkeitskunden bedienen und Scharen von Erlebniskunden einfach ausgrenzen. Da sind bereits alle Parkhäuser und fußläufig erreichbare Stellplätze leer … und der Bequemlichkeitskunde harrt noch immer auf seinen Poolposition Parkplatz direkt vor dem Geschäft oder noch lieber direkt ins Geschäft zum DriveInShopping. Wir haben noch keinen Aschermittwoch, aber schminken Sie sich doch solch eine Phantasterei bereits jetzt einfach ab.

  19. Herr Schulze,

    Autos sollen nicht den Vorrang vor den Menschen haben, haben ihn jedoch (heute) noch. Wen es anders wäre, gäbe es auch in der Schloßstrasse keine Autos. Die Realität ist (leider) eine andere. Diese zu ändern ist der Sinn des „Transformationsprozesses“.

    Zu Recht schreiben Sie, dass Bensberg genug Stellplätze hat. Es sollen sogar über 600 Stellplätze sein, davon 150 in der Schloßstrasse. Die Stadt hat die Nutzung der Stellplätze außerhalb der Schloßstrasse untersucht und festgestellt, dass diese nicht optimal genutzt werden.
    Dieses Paradoxon klärt sich unter Berücksichtigung der Bensberger Topographie und hat am Ende eine „menschliche“ Erklärung. Der Mensch bewegt sich lieber in der Ebene.

    Transformation klingt nicht nur schön, sondern ist auch schön. Es ist der Weg, der alle Interessen berücksichtigt. Wir sollten ihn gemeinsam gehen, das Beste daraus machen und geduldig sein.

    Markus Kerckhoff
    IBH / ISG

  20. Mit der Kernforderung der IBH/ISG nach 150 Parkplätzen soll auf der Schlossstraße im Grunde alles erst einmal beim heutigen Zustand bleiben, lediglich mit einem neuen Straßenpflaster und mit einer Investition von mehreren Millionen Euro. Autos sollen weiterhin Vorrang vor den Menschen haben.

    Damit wäre der Entwurf der „Straße der Begegnungen“ weitgehend gekippt und das Ziel, eine hohe Aufenthaltsqualität für die Menschen zu verbessern, kaum erreichbar. Alles beim Alten.

    Dabei erscheint die Forderung der IBH/ISG nach Parkplätzen auf der Straße, also unmittelbar vor den Geschäften, weiterhin unverständlich. Bereits heute kann jede Besucherin/jeder Besucher mit dem eigenen Auto auf der Schlossstraße oder aber im direkten Umfeld parken. Es gab und gibt mehr als genug Parkplätze. In den Parkhäusern ist immer Platz, der bei Bedarf sogar noch vergrößert werden kann. Durch die zusätzlichen Parkplätze der Schlossgalerie wird diese Situation weiter verbessert. An Markttagen wird es natürlich sicherlich auch zukünftig schon mal eng.
    @Herr Kerkhoff, damit könnten -weiterhin- auch mehr als die von Ihnen genannten 70% der Kunden mit dem Auto kommen.
    @Herr Zeuge, ich hoffe, ich werde nicht zum „Parkplatzgegner“, wenn ich uns, den Kunden, einige Meter Fußweg zumute.

    Es ist daher zu hoffen, dass der Stadtrat dem m.E. rückwärts gewandten Blick der IBH/ISG nicht folgt. Erst recht nicht sollte auf irgend eine „Transformation“ gewartet werden, wie von der IBH/ISG vorgeschlagen. „Transformation“ klingt schön, hieße aber nichts anderes als ein Warten auf den berühmten „Sankt-Nimmerleins-Tag“. Dabei wollen wir doch weiterkommen.

  21. Lieber Herr Kerckhoff,

    selbstverständlich sind Händler auch Bürger, insofern verstehe ich ihre Forderung und für die Händler gehört eben auch dazu, die Zukunft im gesellschaftlichen Kontext zu gestalten, wie für alle anderen Bürger auch.

    Das entscheidendere Argument scheint mir zu sein, dass der Handel Kunden gebraucht, wobei sich hier die Frage nach dem wie stellt. Wie kommt der Handel an Kunden?

    Was hier mit rückwärtsgewandt oder progressiv, konstruktiv angesprochen wird, das ist der typische Unterschied in der Wahrnehmung bei Veränderungsprozessen. Für den einen ist allein schon der Begriff der Transformation progressiv konstruktiv und für den anderen die Forderung nach mehr Parkplätzen Besitzstandswahrung.

    Tatsache ist, die Demographie und der Onlinehandel haben diesen Veränderungsprozess schon vor längerer Zeit ausgelöst, der läuft rasant. Für die Transformation ist das integrierte Handlungskonzept (InHK) ein Segen und es ist über mehrere Jahre geplant. Es ist eine Hilfestellung für den notwendigen Veränderungsprozess. Negativ formuliert ist es die Sozialisierung von Transformationskosten aber positiv formuliert und so ist es ja auch gemeint und zu sehen, es ist der Beitrag der Gesellschaft zum strukturellen Wandel der Einkaufsmeilen. Nicht einfach für die Politik die Situation zu analysieren, zu bewerten und dann für die Bürger zu entscheiden.

    Die Transformation ist in vollem Gange, sie ist jetzt, machen ist wie wollen, nur krasser.

  22. Oftmals kann eine genaue und wahrgemäße Information, wie sie in Bergisch Gladbach nur das Bürgerprotal bietet, manchen Standpunkt ändern. So ist es mir ergangen und ich scheue mich nicht, meine Meinung den Händlern gegenüber zu ändern.

    In diesem Konflikt wie in vielen anderen setzt die Verwaltung die Bensberger immer wieder ins Abseits. Alle möglichen, bereits verabschiedeten Entscheidungen werden ignoriert, den Bürgern vorgeschrieben, wie sie wohin zu gelangen haben, Betonmauern geplant, die man seit dem Fall der deutsch/deutschen Mauer in weiter Ferne wähnte, mit den Händlern umgesprungen wie mit Lakaien und einem einzigen Immobilienbesitzer in der Schlossstraße seinen Betonkopf gelassen statt, wie ebenfalls – von Flügge – versprochen, dort für Einigkeit zu sorgen, die Parkpalette an der Steinstraße zu bauen. Damit wäre das Haupthinderniß des Plans, die Parkplätze, ein für alle Mal beseitigt. Was mag da gespielt werden, wie kann eine Immobilie das Parkhaus verhindern, was bewegt Flügge, in dieser Sache von Kopf bis Füßen alles still zu halten? Spekulationen – in beide Richtungen – sind Tür und Tor geöffnet, wenn sich in einer solch zentralen Frage keine Lösung finden lässt. Wo aber bleibt unser Bürgermeistere, der Bensberg einst sein besonderes Augenwerk versprach?

    Die Händler müssen sich regelrecht hinters Licht geführt fühlen, wenn sie seit Monaten und Jahren auf all die Fehlleistungen, Falschaussagen, Behauptungen und Unwahrheiten der Verwaltung dort als auch öffentlich hingewiesen haben. Das Verhalten der Verwaltung, der, wie bei vielen anderen Problemstellungen, der Rat, mindestens die GroKo, besinnungslos folgt, trägt wahrlich nicht zur Vertrauensbildung bei, weder in der Bevölkerung noch bei den Händlern. Allein die Tatsache, dass die Zahl der als Parkplätze bezeichneten Stellen von beiden Seiten unterschiedlich und nie eindeutig genannt wird, kann man keinem Kind erklären.

    Auf die beiden anderen Forderungen der IBH einzugehen, fehlt mir die Zeit, scheinen mir aber vor dem Hintergrund früherer Versprechen der Stadt äußerst legitim und im Sinne der Bevölkerung zu sein. Diesen Konflikt können die beiden Seiten kaum alleine lösen.

    Nun konnte man lesen, dass eine neue Wählergemeinschaft in den Rat einziehen will und ein ehemaliger, heftiger FNP-Gegner als “Sachkundiger Bürger” in die Reihen der CDU aufgenommen wurde. Man sehe, höre und staune. Beide, Wählergemeinschaft und sachkundiger Bürger nahmen ihren Ursprung im Bündnis der Bürgerinitiativen. Werden die jetzt gemeinsam nur unter verschiedenen Flaggen für die Bürger da sein, ist der sachkundige Bürger das Gegenmittel der CDU für die Wählergemeinschaft, oder ist alles nur Zufall?

    Zufälle in der Politik gibt es nicht. Visionen auch nicht, denn wer solche hat, meinte einst Helmut Schmidt, soll zum Arzt gehen. In Bensberg fragt man sich, ob diese Entwicklung nun gut für die ehemalige Stadt ist oder nicht. Der Hinzugekommene und die möglicherweise Hinzukommenden haben ihren Lebensmittelpunkt nicht in Bensberg.

  23. …flanieren, bummeln…und vielleicht einkaufen. Eine “Einkaufsstraße” besteht nicht nur aus Cafés und Schaufenster. Es geht hier nicht um einen freizeitbetriebenen Flohmarkt. Hier bestreiten Menschen Ihren Lebensunterhalt und wehren sich tagtäglich gegen die zunehmende Konkurrenz der Discounter mit ausreichendem Parkplatzangebot und onlineshops ohne hohen Beratungsaufwand und hoher Ladenmiete. Als betroffener Einzelhändler lade ich alle Parkplatzgegner gerne auf ein Glas Wein in unserem Geschäft ein, um mit Ihnen persönlich über unsere Situation zu diskutieren. Der Umbau kann gerne kommen, die Straße muss aber weiter funktionieren!

  24. Herr Thimme,

    Der Bürger fordert Parkplätze, nicht der Händler.
    Solange 70% der Bergisch Gladbacher Ihren Einkauf mit dem PKW erledigen (Quelle: Städtische Befragung) sind Parkplätze unabdingbar. Ein Zustand, den wir als Händlerschaft nicht als „jämmerlich“ empfinden, den wir aber gerne im gesellschaftlichen Kontext ändern möchten.

    Der Handel braucht Kunden. Dieser Rationale stellen wir uns unter anderem mit dem Konzept der „Transformation“, dass in anderen Bereichen eher als progressiv und konstruktiv empfunden wird und nicht als „rückwärtsgewandt“.

    Keine Sorge, die Politik lässt sich sicher nicht ins „Boxhorn“ jagen. Vielmehr wird sie die Argumente prüfen und dann entscheiden.

    Markus Kerckhoff
    IBH / ISG

  25. Ich kann den vorher gehenden Kommentaren nur zustimmen. Die Händler mit ihrer rückwärtsgewandten Sicht fordern immer nur Parkplätze, Parkplätze, Parkplätze. Wenn der einzige Grund wäre, dort zu kaufen, da dort Stellplätze vor dem Geschäft vorhanden sind … ein wahrlich jämmerlicher Zustand. Die Politik hat bereits weitreichendes Entgegenkommen gezeigt und die Anzahl der Stellplätze um 50% gegenüber dem Ursprungsentwurf erhöht. Mehr sollte da definitiv nicht mehr drin sein. Die Schlossstr. soll ja schließlich zu einem Boulevard der Begegnungen und nicht zur Parkstraße umgestaltet werden. Liebe Politiker, lassen Sie sich durch solche Stimmen nicht verunsichern und ins Boxhorn jagen.

  26. Je weniger die Ratsmitglieder auf die Händlerschaft hören, desto besser. Denn diese hat offenbar kein Interesse daran, die Aufenthaltsqualität in der Schloßstraße zu verbessern und so Menschen anzulocken, die dort flanieren (und vielleicht einkaufen) möchten. Sind wirklich alle bensberger Händler*innen so zukunftsblind? Wer ‘bummelt’ freiwillig zwischen Parkplätzen und Abgasschwaden?

  27. Ich bin Kunde und kaufe da wo mir die Läden gefallen ich gut bedient werde und das Angebot stimmt.Wenn ich nach Gladbach oder Köln fahre muss ich auch im Parkhaus parken und zur Toilette kann ich auch nicht mit dem Auto.Also ist dieses Argument der Händler nichts Wert.