Diese Visualisierung der Mauer ist laut Planer realistisch; nur beim Wald am Horizont habe die Phantasie des Illustrators zugeschlagen; die Bäume unten stehen auf der Südseite der Schlossstraße

Im Streit über die Bensberger Mauer verteidigen Stadtplaner und Architekt ihren Vorschlag: Diese Mauer füge sich gut in das Stadtbild ein und sei kein Monstrum. Die Planer hätten viele Anregungen aufgenommen – nun dürfe das Gesamtkonzept nicht zerredet werden.

Wolfgang Honecker sitzt als Stadtplaner ganz oben im fünften Stockwerk des Bensberger Rathauses und kennt jeden Planungsschritt der Schlossstadt im Detail. Frank Flor hat mit dem Kölner Architekturbüro Club L94 den Wettbewerb für die Umgestaltung der Schlossstraße mit einem Konzept gewonnen, das nicht nur Honecker, sondern auch die Jury und der Stadtrat als herausragende gewürdigt haben.

„Die Wucht, mit der die Gestaltung der Freitreppe und die Stützmauer jetzt kritisiert wird, hat uns überrascht”, räumt Honecker ein. Angesichts der Lage am steilen Hang und der Vorgeschichte der Planung sei die jetzt vorgesehene, 60 Meter lange und bis zu drei Meter hohe Mauer nicht nur ein guter Kompromiss, sondern eine moderate und städtebaulich sehr gute Lösung.

Im Gespräch mit dem Bürgerportal versuchen Honecker und Flor noch einmal, die Entstehungsgeschichte der Mauer zu erklären und offene Fragen zu beantworten. Denn die Beteiligung der Bürger, das stellt der Stadtplaner klar, sei von Anfang an ein sehr wichtiger Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes, der Blaupause für die komplette Umgestaltung der Bensberger Innenstadt, gewesen. Aber auch die Erkenntnisse vieler Experten seien eingeflossen.

Ebenso klar ist für Honecker jedoch, dass jetzt, zum Ende der Planung hin, die Einflussmöglichkeiten immer kleiner werden. Und dass natürlich nicht alle Ansprüche der verschiedenen Interessengruppen befriedigt werden können. „Wir sind weder stur noch kompromisslos, das zeigt doch die Zahl der Stellplätze”, sagt der Stadtplaner. Es seien jetzt deutlich mehr eingeplant, als der Wettbewerbsentwurf zunächst vorgesehen hatte. 95 statt 60.

Frank Flor ergänzt: „Wir suchen immer nach Kompromisses, aber das hat seine Grenzen. Wie ein Gumiband, das irgendwann reißt.”

Warum ist die Mauer „so hoch und so massiv”?

Neben den Parkplätzen (dazu unten mehr) geht es aktuell vor allem um die Gestaltung der Mauer, die entlang der Freitreppe zwischen Schlossstraße und altem Markt den Hang zum Schloss hin abstützt – und die bei den Bensbergern auf breite Ablehnung stößt. Aus Sorte um das Klima, aus ästhetischen Gründen und aus Angst vor Graffiti. Warum, fragen sie, muss diese Mauer so hoch und so massiv sein.

So hoch? Die jetzt geplante Mauer sei an ihrer höchsten Stelle weniger als halb so hoch wie die ursprünglich vorgesehene (und vom Stadtrat vor Jahren auch gebilligte) Mauer.

Der Entwurf der Marktgalerie von 2013 zeigt eine bis zu 7,50 Meter hohe Mauer, die im oberen Teil nur eine schmale Schlucht für die Treppe frei lässt. 

Zunächst waren Treppe und Mauer im Zusammenhang mit dem Umbau des Löwencenters zur Schlossgalerie vom Architekten des Investors Centerscape geplant worden. Als das Einkaufszentrum noch deutlich größer konzipiert war hatte der Architekt eine wirklich monumentale, bis zu 7,5 Meter hohe Mauer entworfen, die einen engen Treppenaufgang begrenzt, der am oberen Ende gerade noch 2,50 Meter breit war.

Seither ist einiges passiert.

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Die Schlossgalerie ist deutlich kleiner geworden, dafür ist mehr Platz für die Treppe und Mauer, die zudem ein Stück weit nach rechts rückten und damit eine deutlich größere grüne Fläche am Hang (Honecker: „Hier werden 300 Quadratmeter entsiegelt.”) zulässt.

Zudem sind Treppe und Mauer erst in letzter Minute, im Dezember 2018, in den Auftrag für Club L94 aufgenommen worden; bislang hatten sie von Centerscape gebaut werden sollen. Aber dann stellte sich heraus, dass die vom Centerscape Architekten geplante Hangsicherung aus statischen Gründen gar nicht funktionieren kann.

Sehr kurzfristig haben Flor und seine Leute daher die Pläne überarbeitet. Sie wollen ein Stück des Hangs abtragen und das Gelände mit Bodenankern absichern. Die Mauer rückt nach rechts, die gewonnene Fläche wird aufgefüllt und begrünt.

So hatte Club L94 den Bereich vor der Schlossgalerie im Wettbewerbsentwurf skizziert, Details haben sich inzwischen wieder verändert.  Die Treppe war nicht Gegenstand des Wettbewerbs.

Die Mauer selbst besteht aus L-förmigen Betonelementen, deren Fuß im Hand verschwindet. Am unteren Ende, zur Schlossstraße hin, ist die drei Meter hoch. Sie schwingt sich in einer leichten Kurve den Hang hinauf und wird dabei immer niedriger; oben an der Engelbertstraße ist sie nur noch 1,4 Meter hoch.

Die Treppenanlage ist am Fuß 20 Meter und am oberen Ende immer noch fünf (und nicht mehr 2,5) Meter  breit. Aus der engen Schlucht ist eine großzügige Freitreppe geworden.

Drei Meter sind aus der Perspektive eine 1,80 Meter großen Menschen viel, wenn er direkt vor der Wand steht. Doch je weiter er zurück tritt, desto deutlicher und dominierender werde gerade in der Schlossstraße der dahinterliegende Hang, argumentieren Honecker und Flor.

Der aktuelle Blick über den Bauzaun hinauf zum Schloss, in der Mitte das Goethe-Haus, rechts die künftige Schlossgalerie. Die geplante Mauer zieht sich am Fuß des Hangs hinauf.

Wer die Schlossstraße heraufkomme, der werde einen grünen Hang mit dem Goethehaus sehen, und dahinter das Schloss – und davor eine Mauer in angemessener Höhe. Selbst das Toilettengebäude links daneben, so die Planer, sei deutlich höher als die geplante Mauer.

Theoretisch würde auch eine Mauer von gut zwei Metern Höhe ausreichen – denn die Mauerkrone reicht rund einen Meter über den Hang hinaus – um einen dahinter liegenden Arbeitsweg abzusichern. Eine Sicherung sei baurechtlich vorgeschrieben und hätte zum Beispiel auch durch ein Geländer erreicht werden können, räumen die Planer ein. Das sei jedoch ästhetisch die eindeutig schlechtere Lösung gewesen.

Die Detailplanung für das Umfeld der Schlossgalerie

Ein Baum bringt mehr als eine Wandbegrünung

Eine Begrünung der Mauer lehnen Honecker und Flor ab. Erstens, weil eine tatsächliche Auswirkung auf das Mikroklima nur durch eine sehr aufwendige Begrünung erreicht werden könnte. „So etwas leisten sich private Investoren in Paris, für eine deutsche Kommune ist das nicht zu finanzieren”, sagt Flor. Eine herabhängende Begrünung habe kaum einen Klimaeffekt.

Statt dessen haben die Planer – aufgrund von Forderungen im interfraktionellen Arbeitskreis – einen weiteren großen Baum vor der Mauer vorgesehen, der mehr für das Klima erreiche als eine Begrünung und zusätzlich für eine Beschattung sorge. Insgesamt fünf bis sechs dieser „Solitär”-Bäume hat der Club L94 auf Wunsch der Anwohner und Einzelhändler entlang der Nordseite der Schlossstraße zusätzlich eingeplant; im Wettbewerbsentwurf ist nur entlang der Südseite eine Baumreihe vorgesehen.

Die rot markierten Einzelbäume sind nachträglich in den Plan aufgenommen worden. 

Die Gefahr, dass die neue Mauer mit Graffiti verunstaltet wird, können die Planer nicht ausschließen. Eine grobkörnige Gestaltung der Wand würde zwar die Gefahr verringern, dafür wären aber dann doch auftretende Verschmutzungen nur noch schwer zu entfernen. Das beste Mittel gegen Graffiti seien Licht, Belebung und soziale Kontrolle, sagt Honecker. Daher sei er optimistisch, dass Schmierereien an dieser präsenten Stelle kein großes Problem werden.

Was hat es mit dem Sanierungsgebiet auf sich? (bitte klicken)
Für weitere Unsicherheit bei den Bensberger Immobilienbesitzern sorgt gerade ein Schreiben der Stadtverwaltung, das auf ein mögliches „Sanierungsgebiet Bensberg” hinweist und einen umfangreichen Fragebogen enthält.

Das führte zu Fragen, welche Pflichten und Rechte ein Sanierungsgebiet mit sich bringen, ob womöglich Eingriffe in die Eigentumsrechte möglich seien.

Das schließt Stadtplaner Wolfgang Honecker aus. Hintergrund sei die Möglichkeit, im Rahmen des „Haus- und Fassadenprogramms” im Rahmen des InHK auch private Investitionen zu fördern. Voraussetzung dafür ist es, dass sich die Eigentümer mit 50 Prozent beteiligten. Sollte der Bereich zum Sanierungsgebiet erklärt werden, könnten die Eigentümer auch ihren Eigenanteil steuerlich geltend machen.

Es werde sich in Bensberg nur um ein „einfaches Sanierungsgebiet” handeln, das keine Eingriffe in Eigentumsrechte oder erzwungene Modernisierungen vorsehe. Im Moment laufe erst einmal nur eine Bestandsaufnahme.  

Die neue Planung der Treppe sieht entgegen den ersten Entwürfen einen verkleinerten „Stadtplatz” vor, auf dem Platteau zwischen den beiden Teilen der Treppenanlage. Ob es Sinn mache, diesen Platz für den Wochenmarkt zu nutzen, werden mit den Marktbeschickern noch geprüft. Auf jeden Fall bleibe im Bereich vor der Schlossgalerie, entlang der Straße, ausreichend Platz für den Wochenmarkt, betont Honecker.

Hier ist jetzt zwar auch ein „Fontänenfeld” als Attraktion für Kinder und zentraler Anziehungspunkt in der Mitte der Schlossstraße geplant; aber diese würden bündig in den Boden eingelassen und stellten kein Hindernis für den Markt oder andere Veranstaltungen dar.

Hinter dem Bauzaun liegt die Fläche, die bis November neu gestaltet sein soll, damit das Einkaufszentrum starten kann. Foto: H. Niekammer

Der Bereich vor der neuen Schlossgalerie

Die Fläche vor der Schlossgalerie ist aktuell ein weiteres Problemfeld. Nicht aus gestalterischen, sondern aus zeitlichen Gründen. Denn Centerscape hatte – auch in einem Brief an alle Ratsmitglieder – klar gestellt, dass bis zur Eröffnung des Einkaufszentrums im November die Fläche vor dem Eingang keine Baustelle sein dürfe. Damit steht die Stadtverwaltung nun (ebenso wie bei der Fertigstellung der Treppe, die als Rettungsweg für die Schlossgalerie dient) unter einem erheblichen Zeitdruck.

Zu schaffen ist das nur, wenn jetzt nichts mehr schief läuft, wenn der Stadtrat grünes Licht für die Gestaltung gibt, die Ausschreibung reibungslos läuft und sich auch ein Bauunternehmen kurzfristig findet, die gewünschten Materialien verfügbar sind, usw.

Allerdings hat sich die Stadt mit Centerscape auf eine Zusammenarbeit verständigt, die Zeit sparen könnte: Der Investor muss den Bereich vor dem Gebäude, der im Moment für die Baustellenfahrzeuge genutzt wird, ohnehin auf eigene Kosten wieder herstellen. Das könne er ja, so die Idee, gleich so machen, wie es im Rahmen der Umgestaltung der Schlossstraße ohnehin geplant ist. „Das zweimal anzupacken mach ja keinen Sinn”, erläutert Honecker.

Was kann sich die Stadt leisten: Beton oder Naturstein?

Dafür sind allerdings jetzt grundlegende Entscheidungen notwendig. Denn das Pflaster, das hier verlegt wird, wird anschließend in der kompletten Schlossstraße verlegt, immerhin auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern; das gleiche gilt für Bänke, Beleuchtung und andere Details.

Daher werden die Planer bei der entscheidenden Sitzung des Stadtplanungsausschusses und des Ausschusses für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr (neben den bereits bekannten Gestaltungsvorschlägen) eine Kostenkalkulation vorlegen und eine Entscheidung einfordern: Werden für die Pflasterung Natur- oder Betonsteine geordert. Beim Aussehen macht das kaum einen Unterschied, wohl aber bei der Haltbarkeit. Hier haben die rund 20 Prozent teureren Natursteine einen großen Qualitätsvorsprung.

Unklar ist jedoch, ob die Stadt sich das leisten kann. Die Ausgaben für das gesamte InHK, die zu 70 Prozent vom Land getragen werden, sind gedeckelt. Gibt die Stadt jetzt mehr als die geplant rund sechs Millionen Euro für die Schlossstraße ein, muss sie es bei den anderen Projekten des InHK (Stadtgarten, Deutscher Platz, Wohnpark) einsparen. Oder die Zusatzkosten aus eigenen Mitteln finanzieren.

Diese Entscheidung, das betont Honecker mit Nachdruck, müsse jetzt fallen – sonst sei eine Fertigstellung bis November nicht mehr möglich.

Die Zahl der Stellplätze ist nicht weiter verhandelbar

Ein weiteres Streitthema sind nach wie vor die Zahl der Stellplätze in der Schlossstraße. Hier nennt der Entwurf jetzt 97 Plätze; am Ende könnten es aber auch 95 oder 100 sein, erläutert Architekt Flor. Denn noch müssten einige Gespräche, zum Beispiel mit der Feuerwehr zu Ende geführt werden.

Von diesen Plätzen fallen laut Flor keine im Sommer für die Außengastronomie weg; das sei berücksichtigt. Ohnehin habe die Außengastronomie keinen so großen Einfluss auf die die Stellplatzzahl – denn die sind in einer Reihe entlang der Südseite (in Längsrichtung) angeordnet, die Café und Restaurants befinden sich in der Regel jedoch auf der Nordseite.

Unter dem Strich weist Honecker darauf hin, dass Bensberg mit den 16 Millionen Euro, die im Rahmen des InHK zur Verfügung stehen, einen riesigen qualitativen Sprung nach vorne macht. Neben der Umgestaltung der Schlossstraße selbst würden auch viele der anderen Maßnahmen vor allem der Einkaufsstraße zu gute kommen. Sein Appell: „Lasst uns diese Chancen nicht durch die Kritik an Details zerreden.”

Die CDU und die FDP haben bereits erklärt, den Planungen für Mauer und Treppe zuzustimmen. Entschieden wird am 26. Februar in einer gemeinsamen Sitzung der beiden zuständigen Ausschüsse.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Wer damals eine 7,50m hohe Betonmauer so einfach durchgewunken hat, darf sich über die erneute Skepsis bzw. den weiter bestehenden Widerstand nicht wundern. Hat die Verwaltung womöglich Angst davor, ein weiteres Mal mit ihren Vorstellungen zu scheitern? Es scheint so zu sein.

    Entscheidungen unter Zeitdruck sind alles andere als wünschenswert. Jedoch gilt es auch hier, klaren Kopf zu bewahren.
    Womöglich muss man auch Centerscape nochmals in die Pflicht nehmen und eine nochmalige Verlegung der Neueröffnung vereinbaren; denn auf ALLEN Seiten ist das Interesse gleich, nämlich dass die neu gestaltete Bemsberger Mitte ein Erfolg wird. Und dies wird auch von einer einladenden Gestaltung der Außenflächen abhängen.

    Von daher müssen die Optionen nochmals unter allen Aspekten gegeneinander abgewogen werden:
    – Betonmauer
    – Stufenblöcke à la Rheinboulevard
    – Verkleidung der Betonwand mit Naturstein (Grauwacke). Diese Option ist irgendwie verschwunden bzw. Gar nicht erst ernsthaft diskutiert worden, dürfte aber wegen der Ablehnung einer Begrünung wieder erwägenswert sein.

  2. Noch vor wenigen Jahren wollte die Verwaltung eine 7,5 Meter hohe Mauer bauen lassen. Vor diesem Hintergrund beurteilt sie nun die von ihr geplante Beton-Mauer als „moderat“ und nicht „monströs“. Das klingt skurril, ungefähr so, als sei eine kleines Unglück schließlich nicht so schlimm wie eine großes.
    Wenn man dagegen einmal unterstellt, dass eine Mauer in weiten Teilen gar nicht erforderlich ist, dann sind 60 Meter Länge und 3 Meter Höhe gewaltig, m.E. durchaus „monströs“, und das Unglück für Bensberg wäre schon ziemlich groß.
    Dabei ist die Frage, wie viel Mauer tatsächlich zwingend notwendig ist, bis heute unbeantwortet. Diese Antwort aber würde erlauben, die Mauer so niedrig wie möglich zu bauen, wie schon von Herrn Müller-Frank im Kommentar vorgeschlagen.

    Hoffentlich geht der Stadtrat dieser Frage nach, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu erhalten!

    Wenn Herr Honecker dann -wie berichtet- über „Die Wucht, mit der die Gestaltung der Freitreppe und die Stützmauer jetzt kritisiert wird, …” überrascht ist, dann ist das schwer verständlich.
    Die Maße der Mauer wurden den Ausschüssen schließlich erst im Dezember 2018 vorgestellt, dem „Interfraktionellen Arbeitskreis“ aus Parteien, Händlern und Bürgern erst im Januar 2019. In allen Fällen gab es kontroverse Diskussionen insbesondere über die Masse an blankem Beton. Die Beteiligten versuchten in den letzten Wochen herauszubekommen, wie die Treppe und Mauer zukünftig tatsächlich aussehen werden. Das war und ist mühsam, da es bis heute keine realistischen Darstellungen – z.B. auch aus der Sicht der Fußgänger- darüber gibt. Auf Anregungen, alternative Lösungen mit weniger Beton zu betrachten, wird bis heute nicht eingegangen. Im Gegenteil, die Verwaltung versucht nun ihre Lösung durchzupeitschen.
    Vor diesem Hintergrund ist es naheliegend, dass deutliche Kritik zum Plan der Verwaltung entstanden ist.

    Es ist zu hoffen, dass der Stadtrat diese kritischen Betrachtungen aufnimmt und die beste Lösung sucht, nicht eine aus der zeitlichen Not geborene.

    Die anstehenden Entscheidungen werden Bensberg für die kommenden Jahrzehnte prägen!

  3. Es geht ja entgegen der Überschrift des Artikels gar nicht um die Frage ob die Mauer moderat oder monströs ist oder nicht, sondern darum, welche weiteren Alternativen zur Verfügung stehen. Hier hüllt sich die Verwaltung bis zum heutigen Tage in verdecktem Schweigen. Warum nicht analog zur Rheinboulevard Lösung am Rhein stufenweise Blöcke mit Sitzgelegenheit? Dies würde die Treppenanlage öffnen und die Aufenthaltsqualität verbessern.

    Warum muss die Mauer „unnötigerweise“ 1 Meter höher als die Bodenkante sein? Zwecks Pflege sind als Absturzsicherung sind auch Seile zulässig.

    Warum keine Mauerbegrünung?

    Da soll nun eine Betonmauer ohne „Wenn und Aber“ durchgepeitscht werden und als Argument wird der Zeitdruck hergehalten. Liebe Politiker, lassen Sie sich durch solch eine Strategie nicht ins Boxhorn jagen und fordern Sie Alternativen zur Betonmauer ein.

  4. Herr Honecker hat leider recht mit seiner Aussage, dass zur ursprünglich vom Rat genehmigten Planung der Galerie ein Monstrum von einer 7,5 m hohen Mauer gehörte. Die Umsetzung dieser Planung jedoch hätte schon wegen der Monstrosität des Galeriegebäudes die Innenstadt von Bensberg auf Jahrzehnte verunstaltet. Vor diesem Hintergrund hat die Mauer nur eine weniger bedeutende Nebenrolle gespielt, einige Leute haben sie möglicherweise nicht einmal bemerkt. Mir ist heute noch unbegreiflich, wie der Rat diesen Plan gegen massive Proteste aus der Bürgerschaft hat durchwinken können. Gott sei Dank siegte doch die Einsicht und der gesamte Plan verschwand in der Versenkung und damit auch dieses Mauermonstrum.
    Die letzte von Centerscape vorgelegte Planung von 2016 war dann annehmbar, auch die Mauer war verschwunden. Die Realisierung des neuen Planes begann. Viele von denen, die sich in Bensberg zu Hause fühlen, waren erleichtert, vergessen waren der ursprüngliche Galerieklotz und die Monstermauer!
    Heute könnte man den Eindruck haben, dass sich die Planer unbedingt mit einer Mauer ein Denkmal setzen wollen und dass sie schon zufrieden sind, wenn das Zentrum dadurch etwas weniger verunstaltet wird, als durch das, was unbegreiflicherweise schon einmal mitgenehmigt war.
    Klar ist – und das bestätigen auch die Planer selbst- : die Mauer könnte einen ganzen Meter niedriger sein, ohne das ihre eigentliche Funktion beeinträchtigt wird…….aber, die Planer halten zum Schutz für den Gärtner eine 1m höhere Mauer und damit Sichtkante für schlicht „ästhetischer“ als ein transparentes Geländer, hinzu kommen noch einige pseudoprofessionelle Wortgirlanden zur Begründung und damit basta!
    Die Politik hat zu entscheiden; eine akzeptable Optimierung passt immer noch in das zur Verfügung stehen Zeitfenster, man muss es nur wollen.
    Macht die Mauer so niedrig wie möglich!