Die Berücksichtigung des Emilienbrunnens bei der Umgestaltung der Schlossstraße ist offenbar ein schwieriger Prozess. Nach einer Befragung der Bürger gibt es nun Pläne für eine Zukunft am alten Standort. Diese Pläne sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit erörtert werden. 

Die „erste Entwürfe für den Umgang mit dem Emilienbrunnen” werden in einer Sitzung des Interfraktionellem Arbeitskreis zur Schlossstaße „im Oktober” diskutiert, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit.

In dem Arbeitskreis sind die Ratsfraktionen vertreten, darüber hinaus wurden zuletzt Vertreter der Immobilienbesitzer (ISG), der Händler-Gemeinschaft (IBH) und der Bensberger Bürger eingeladen. Die Medien werden von der Stadt nach wie vor ausgeschlossen.

Der Emilienbrunnen geriet erst nach und nach auf die Tagesordnung der Planer. Bei der Bürgerbeteiligung und den Expertengesprächen im Vorfeld der Integrierten Handlungskonzeptes (InHK) für die Schlossstraße habe sei der Brunnen kein Thema gewesen, argumentiert Stadtplanungschef Wolfgang Honecker. Folglich sei der Standort in der Auslobung des Wettbewerbs nicht festgeschrieben worden.

Im Entwurf des Wettbewerbssiegers Club L 94 war der Brunnen verschwunden und hatte Raum für einen weit offenen Platz an der Kreuzung der Schlossstraße gemacht.

Der erste, längst einkassierte Entwurf des Club L94

Erst danach kam eine breite öffentliche Debatte in Gang – und viele Bensberger forderten, den Brunnen zu Ehren der Mäzenatin Emilie Schmitz an seinem angestammten Platz zu erhalten.

Neben den Bürgern und Heimatforschern hatte sich auch der Denkmalschützer Michael Werling für den Brunnen stark gemacht, und von Studenten Entwürfe für eine modernere Gestaltung machen lassen.

Die Stadtverwaltung hatte wiederum die Bürger aufgerufen, Vorschläge für alternative Standorte einzureichen. Dabei hatte sich „eine Mehrheit” dafür ausgesprochen, dass der Brunnen bleibt, wo er ist. Die Umfrageergebnisse im Detail hat die Stadt bislang nicht veröffentlicht.

Im Ergebnis, so heißt es jetzt aber, habe der Club L 94 „die Aufgabe angenommen, den Brunnen in die neue Gestaltung der Schloßstraße mit einzubeziehen”.

Zudem hat Bürgermeister Lutz Urbach das Thema an sich gezogen, berichtet die Pressestelle der Stadt jetzt. Er habe alle Beteiligten aus den Fachabteilungen und die externen Planer an einen Tisch geholt. Dabei habe das Planungsbüro erste Entwürfe vorgelegt.

Der Blick vom Schloss in die Schlossstraße; unten links der Standort des Emilienbrunnens

„Die Gestaltung geht in eine gute Richtung”, sagt Urbach jetzt, ohne Einzelheiten zu nennen. Jetzt seien „weitere Gespräche zu führen und weitere Details auszuarbeiten”, die dann dem Interfraktionellen Arbeitskreis vorgelegt werden. „Bis dahin bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Geduld“, appelliert Lutz Urbach. Damit richtet er sich ausdrücklich auch an die Absender eines offenen Briefes, der Mitte September bei ihm eingegangen sei.

Die Klima Freunde und die Initiative Berg hatten neben dem Erhalt der Bäume in der Schlossstraße auch den Emilienbrunnen thematisiert.

Als nun die Pläne konkreter wurden, machten besorgte Bürgerinnen und Bürger auf den Brunnen und die historische Bedeutung an der jetzigen Stelle aufmerksam. Um die Meinung aus der Bürgerschaft zum Brunnen zu erfahren, nahm die Stadtplanung daraufhin bis Anfang Juli 2019 Rückmeldungen zum Standort des Emilienbrunnens entgegen. Die Landschaftsarchitekten haben dann die Aufgabe angenommen, den Brunnen in die neue Gestaltung der Schloßstraße mit einzubeziehen.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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