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Unsere Buchtipps für dunkle Winterabende: Norwegische Märchen, ein Buch über Heimat und eine kriminelle Buchpremiere über Beethoven.

Oliver Buslau: Feuer im Elysium.
Emons Verlag 2020, € 22,00.

Oliver Buslau ist ein vielseitiger Künstler. Er schreibt Bergische Krimis, historische Romane und Sachbücher über klassische Musik. Außerdem ist er Journalist, spielt Bratsche im Sinfonieorchester Bergisch Gladbach – und legt mit „Feuer im Elysium” nun ein opulentes Buch vor, das seine Interessen zu einem dichten Spannungsroman verknüpft.

Die Geschichte spielt in den 1820er Jahren, in einer Zeit voller politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. Die Französische Revolution, der Aufstieg Napoleons und die Kriege gegen seine Herrschaft hatten in Europa deutliche Spuren hinterlassen. Eine liberale Neuordnung der Gesellschaft schien machbar zu sein. Viele Studenten organisierten sich politisch und träumten von einem deutschen Nationalstaat.

1815 mit dem Wiener Kongress dann die Ernüchterung: Die Herrschaft des Adels wurde erneut gefestigt. Metternichs Restauration setzte ein und mit ihr die gnadenlose Verfolgung von Revolutionären und verbotenen Schriften.

Mitten in diese Zeit voller Gefahren katapultiert uns Oliver Buslau. Hauptfigur ist Sebastian Reiser, Bediensteter eines Adligen, Verwalter dessen Schlosses, und nach einem mysteriösen Todesfall plötzlich mittellos. Er kommt nach Wien, dem bombastischen Zentrum des Kaiserreichs und der Repression.

In dieser Riesenstadt befindet sich bereits der Student Theodor Kreutz, den wir in einem zweiten Handlungsstrang auf seiner Flucht vor dem Zugriff der kaiserlichen Obrigkeit begleiten. Er lebt im Untergrund, seitdem er sich mit den umstürzlerischen Ideen der Burschenschaften anfreundete. Ein rätselhafter Brief lockte ihn nach Wien.

Doch dort findet kein geheimes Treffen von Revolutionären statt, wie er hoffte – sondern von Musikern. Dazu fällt immer wieder der Name des damals höchst umstrittenen Beethoven, der zu dieser Zeit mit seinen völlig andersartigen Kompositionen die Musikwelt umkrempelte. Überhaupt spielen die Wiener Musikszene und die berühmte 9. Sinfonie wichtige Rollen in diesem historischen Krimi.

Das alles liest sich fesselnd, unterhaltsam und sehr anschaulich. Wir sitzen neben Reiser in der Kutsche, wir schleichen uns gemeinsam mit Kreutz in das gut bewachte Wien. Detailreiche Beschreibungen des damaligen Lebens, der städtischen Architektur und der historischen Hintergründe machen das Zeitgeschehen nachfühlbar. Wir sind hineinversetzt in eine andere, plötzlich nicht mehr ganz so fremde Welt. Das macht das Buch zu einem echten Highlight in seinem Genre.

Wir freuen uns sehr, dass wir es schon lesen durften – denn es wird erst Ende Januar erscheinen. Der Verlag hat uns netterweise ein Vorabexemplar geschenkt (danke!). Wir haben nämlich die große Ehre, Gastgeber der Premierenlesung zu sein! Möchten Sie gern die Lesung erleben? Dann beeilen Sie sich und reservieren Sie Ihr Ticket! Wir sind fast ausverkauft.

erlesen von Birgit Jongebloed

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Sasa Stanisic: Herkunft.
Luchterhand Literaturverlag 2019, € 22,00.

Ein Liebling unserer Kunden!

„Herkunft ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre.“

Das ganze letzte Jahr über war dieses Buch auf der SPIEGEL-Bestsellerliste zu finden, und auch bei uns war es ein Dauerbrenner. Nicht nur die Leserinnen und Leser mochten es sehr, sondern auch die Literaturkritiker: Deshalb wurde „Herkunft“ auf der Frankfurter Buchmesse mit dem begehrten Deutschen Buchpreis für den besten deutschsprachigen Roman 2019 ausgezeichnet.

In autobiographischen Episoden erinnert sich Sasa Stanisic an die Stationen, die ihn und seine Familie geprägt haben: Die Kindheit in Jugoslawien, die Flucht nach Deutschland, die vielen Heimatorte. Immer reflektiert er auch über den Prozess des Erinnerns und die Identität als Schriftsteller.

Ein großer Reiz des Buches liegt in der ironisch-liebevollen Schreibweise des Autors. Außerdem regt es zum Nachdenken an über aktuelle Debatten zur Migration. Beeindruckende Literatur!

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Peter Christen Asbjørnsen, Jørgen Moe, Kat Menschik: Die Puppe im Grase.
Galiani Verlag 2019, € 18,00.

Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe waren das norwegische Pendant zu den Brüdern Grimm. Sie sammelten im 19. Jahrhundert alte überlieferte Sagen, Volkserzählungen und Märchen und brachten sie zu Papier. Ihre Märchen sind bevölkert von Wesen, die einen konkreten Bezug zur Natur haben.

Man trifft auf Naturgeister, verzauberte Tiere , Hexen und Trolle. Viele Parallelen findet man zu den Märchen der Grimms, viele Motive und Erzählungen kommen bekannt vor, und doch sind die Norwegischen Märchen auch völlig anders.

Birgit Jongebloed und Pia Patt führen die Buchhandlung Funk

Kat Menschik hat eine kleine Auswahl dieser Märchen hinreißend illustriert und in eine von ihr herausgegebenen Reihe bei Galiani aufgenommen. Sie ist eine ganz besondere Illustratorin. Ihre Bilder sind frisch, gewaltig und modern – und berühren tief.

Die Bücher ihrer Galiani-Reihe sind wunderschön. Das Märchenbuch ist überwiegend in Blautönen gezeichnet, was eine einzigartige Stimmung hervorruft. Ein prächtiges Juwel. Perfekt zum Vorlesen an trüben Winterabenden oder zum Selbstlesen, um sich in den traumhaften Bildern zu verlieren.

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Viel Spaß beim Lesen.

Ihre Birgit Jongebloed und Pia Patt

Die Buchhandlung Funk existiert seit vielen Jahrzehnten in Bensberg und ist seitdem Bestandteil des kulturellen Lebens von Bergisch Gladbach. Mehr als zehn Jahre waren Pia Patt und Birgit Jongebloed bereits in der Buchhandlung Funk beschäftigt, als sie im Oktober 2015 das Geschäft von Almut Al-Yaqout übernahmen.

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Buchhandlung Funk

Pia Patt, geboren 1974 in Köln, verheiratet, 2 Katzen, wohnt in Lindlar. Sie wurde in der Buchhandlung Funk zur Buchhändlerin ausgebildet und interessiert sich besonders für Kinderbücher, Krimis, und Belletristik. Wenn sie nicht gerade liest, kümmert sie sich um ihren Garten oder feilt an ihren...

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