Nach wie vor liegen nicht alle Testergebnisse der Schüler:innen der Johannes-Gutenberg-Realschule vor. Immerhin: bislang wurde keine weitere Infizierung festgestellt. Der Kreis betont, dass die Quarantäne auf jeden Fall fortgesetzt werde – und sich die Betroffenen daran halten sollten.

Von den 124 Abstrichen, die am Sonntag im Zusammenhang mit der Johannes-Gutenberg-Realschule abgenommen worden sind, liegen nach Angaben der Kreisverwaltung inzwischen mehr als die Hälfte der Ergebnisse vor.

Bisher wiesen alle vorliegenden Abstriche ein negatives Ergebnis auf. Sollte ein positiver Befund eingehen, werde das Gesundheitsamt sofort und unverzüglich die betreffende Person anrufen, erklärt der Kreis. Wer keinen Anruf erhalte, dessen Testergebnis steht noch aus oder wurde negativ getestet.

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Die Labore sind überlastet und benötigen derzeit ein bis drei Tage, um die hohen Mengen an Abstrichen auszuwerten.

Ein negatives Ergebnis bringt keine Sicherheit

Unabhängig davon betont der Kreis, dass die angeordnete Quarantäne auf jeden Fall weiter gilt – auch für Schüler, deren Test negatig ausfiel.

Der Grund: Als Inkubationszeit werden 14 Tage vom Tag des letzten Kontaktes mit der erkrankten Person angenommen, deshalb wurde hier die Quarantäne bis einschließlich 18.3. angeordnet. Es könne sein, dass sich in einzelnen Fällen auch nach dem ersten negativen Abstrich noch Symptome zeigen können.

Wer bis 18. März noch Symptome bekomme, solle sich bitte direkt beim Gesundheitsamt melden, damit ein erneuter Abstrich vorgenommen werden kann. Dies sei deshalb so wichtig, weil wenn es zu einem neuen positiven Fall käme, wiederum dessen direkte Kontaktpersonen ermittelt und unter Quarantäne gestellt werden, um weitere Infektionsketten zu unterbrechen.

Die Schüler sowie deren Eltern können beim Gesundheitsamt anrufen und das individuelle Testergebnis erfragen. Der Kreis bittet jedoch um Geduld.

Das Gesundheitsamt hatte die Schule bereits am 5. März unter Quarantäne gestellt, die war drei Tage später bis zum 18. März verlängert worden. Betroffen waren bislang alle Schüler, Lehrer und das Personal – nicht aber Eltern oder Geschwister (siehe dazu auch „Wer ist Kontaktperson“ weiter unten.)

Die Frist für Neuanmeldungen an der Realschule verlegte die Stadtverwaltung inzwischen auf den 28. März.

Hintergrund: Wer ist Kontaktperson?

Bei Kontaktpersonen wird zwischen drei verschiedenen Graden unterschieden. 

Eine Kontaktperson ersten Grades stand in direktem physischen Kontakt mit einer möglicherweise infizierten Person. Da der Übertragungsweg des Corona-Virus über Tröpfcheninfektion erfolgt,  ist der unmittelbare Kontakt entscheidend. Dazu gehört zum Beispiel ein mindestens 15-minütiger Gesichts-Kontakt, beispielsweise im Rahmen eines Gesprächs. Ein Infektionsrisiko ist hier gegeben.

Die Kontaktperson zweiten Grades stand hingegen in weniger engem Kontakt mit der infizierten Person. Beispielsweise hat sie sich mit der infizierten Person zwar  in einem räumlichen Umfeld aufgehalten jedoch hat der Kontakt nicht direkt und über einen Zeitraum hinweg bestanden. Das Infektionsrisiko ist in diesem Fall gering.  

Als Kontaktperson dritten Grades wird vom Robert-Koch-Institut medizinisches Personal angesehen, welches adäquate Schutzkleidung getragen hat und einen Kontakt von weniger als zwei Metern geführt hat. Hier geht das Infektionsrisiko gegen Null.

Einzel- und Sonderfälle

Das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises betrachtet immer den Einzelfall. Dann wird über weitere konkrete Maßnahmen entschieden. Bisher wurden in den bekannten Corona-Fällen im Kreis die Kontaktpersonen ersten Grades ermittelt und in häusliche Quarantäne gestellt. Die Situation auf den Einzelfall bezogen, ist natürlich bei Einrichtungen wie bei einer Schule anders zu bewerten.

Weitere Informationen 

Weitere Informationen des Robert-Koch-Institutes mit häufig gestellten Fragen zum Coronavirus hält der Rheinisch-Bergische Kreis auf seiner Internetseite.

Weitere Beiträge zum Thema:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Das wird im Beitrag ausführlich erläutert: weil sie nicht Kontaktpersonen ersten Grades sind.

  2. Warum sind die Schüler in Quarantäne, ihre Geschwister dürfen aber in den Kindergarten. Was ist die Rationale?