Heute schwappt die nächste Welle an Hausaufgaben für die Kinder rein. Die Weitergabe der Infos funktioniert nach wie vor super über die Whats App-Gruppen und per Mail. Alle Achtung: Je höher die Klassenstufe, desto mehr Aufgaben werden abverlangt. Mal als reine Hausaufgaben, dann als wählbare Projekte, oder als Angebote zur freien Arbeit. Wir orientieren uns, dann läuft der Drucker.

Nun ist die gesamte Familie also permanent im Home Office: Büro und Schulkassen unter einem Dach. Wir fangen an uns zu organisieren: Eine genauere Aufteilung des Stoffs nach Lernwochen, wie sie wohl andere Schulen in der Stadt bieten, bekommen wir nicht.

Also müssen wir das tägliche Aufgabenpensum der Kinder selbst abschätzen und einordnen. Wir beschließen zunächst den Tag zweizuteilen: Der Vormittag gehört den gestellten Schulaufgaben, der Nachmittag gehört anderen Dingen.

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Wir merken: Den Lernstoff in passende Häppchen aufzuteilen ist nicht einfach. Ebenso die belastbare Prüfung: Sitzt der Stoff nun oder nicht? Klar, wir sind Eltern, keine Ersatzlehrer.

Profis plädieren für einen Mix

Ein Posting, das auf Facebook vorbeihuscht, bestätigt unsere Haltung: Auch der Grundschulverband erklärt in einer Info vom 16. März 2020, „dass Eltern zu Hause nicht den Schulunterricht ersetzen oder simulieren können. Sie haben andere Beziehungen als Lehrkräfte zu den Kindern und sollten authentisch in ihrer Rolle bleiben. Sie können aber in vielfältiger Weise mit ihrem Kind aktiv werden und durch das gemeinsame Tun über das inhaltliche Lernen des Kindes hinaus seine emotionalen und sozialen Erfahrungen stärken.“

Aha, die Profis plädieren für einen Mix aus Aufgaben und Selbstbestimmtheit: Wir sollen bitteschön Angebote zum Lesen machen (Bibliothek, bitte öffnen), Gesellschaftsspiele, Künstlerisches ausprobieren, Ausflüge in die Natur machen und Angebote zum Bauen und Konstruieren bieten. 

Gut, wir kombinieren also Natur und Konstruktion und greifen eine Idee der Kinder: Diese wollen unbedingt Kaulquappen aus Pfützen retten, die trocken fallen, und so der ohnehin arg gebeutelten Spezies Kröte/Frosch unter die Arme greifen.

Ein befreundeter Biologe aus Rösrath bestätigt: Macht Sinn, hilft dem Ökosystem, und die Kinder können ein Projekt für den Sachunterricht dokumentieren. 

Wir schlagen also mehrere Fliegen mit einer Klappe (was nicht unbedingt dem Fressverhalten der Frösche zuträglich ist, aber das ist ein anderes Thema) und schmieden Pläne für ein kleines Ökosystem im Garten. Hoffentlich bauen wir schneller als die Berliner am Flughafen BER, denn bald ist Laichzeit.  

Welche Projekte planen Sie zuhause mit Ihren Kids? Berichten Sie uns gerne, senden Sie Fotos, wir freuen uns zu zeigen, wie die Bergisch Gladbacher ihr Leben in Zeiten mit Corona gestalten. Unten in den Kommentaren odermailto:redaktion@in-gl.de per Mail.

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Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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2 Kommentare

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  1. Wir können nicht sagen, ob jede Schule Arbeitsblätter zum Ausdruck verteilt. Vieles läuft auch über die vorhandenen Aufgabenbücher. Ansonsten findet sich sicher eine Lösung zB über Klassenkameraden, welche die Vordrucke vielleicht mit ausdrucken können.

  2. Wie stellt man sicher, dass auch solche SchülerInnen Arbeitsblätter bekommen, denen Zuhause kein Drucker zur Verfügung steht?