Das Land NRW hat am Mittwoch viele sehr kurzfristige Lockerungen der Corona-Schutzverordnung angekündigt. Das gilt auch für Sportplätze, Kultureinrichtungen und andere Dinge in Bergisch Gladbach. Wie genau das laufen soll ist allerdings in vielen Punkten noch nicht klar. Wir fassen den aktuellen Stand zusammen.

Der Ablauf ist inzwischen bekannt: Kanzlerin und Ministerpräsidenten verabreden neue Corona-Regeln, das Land NRW erlässt diverse Verordnungen, die in der Regel sehr kurzfristig in Kraft treten – und die Kommunen stehen unter hohem Druck, sie vor Ort umzusetzen.

Das ist dieses Mal besonders schwierig, weil einige der Lockerungen schon seit heute gelten – die Ausführungsbestimmungen des Landes aber erst für morgen angekündigt sind. „Klare Auskünfte zur Handhabung der Lockerungen können wir deshalb in weiten Bereichen noch nicht geben”, erklärt die Stadtverwaltung.

Betroffen sind folgende Bereiche.

Sport

Bereits seit heute soll laut Landesverordnung der Sport- und Trainingsbetrieb im „kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport” im Freien wieder erlaubt werden. Aber Dusch-, Wasch-, Umkleide-, Gesellschafts- und sonstige Gemeinschaftsräume dürfen zunächst noch nicht genutzt werden. 

Weitere Lockerungen sind ab dem 30. Mai vorgesehen: alle Sportarten, auch in Sporthallen und Hallenbädern, Nutzung der Umkleide- und Sanitäranlagen.

Vor einer Freigabe muss die Stadt aber rechtssicher abzustimmen, unter welchen Voraussetzungen der Betrieb stattfinden kann. Da geht es um Abstandsregeln oder einer Beschränkungen der Teilnehmerzahl.

Zwar werden viele Sportanlagen durch die Vereine selbst verwaltet. Aber die Stadt will ein einheitliches Vorgehen vorgeben und versucht jetzt, die offenen Fragen so schnell wie möglich zu klären. Dafür fehlen jedoch noch die Auslegungshinweise der Landesregierung. Prescht die Stadt ohne diese Hinweise in eigener Verantwortung vor läuft sie Gefahr, sich hinterher korrigieren zu müssen.

„Wir erhalten viele Anrufe von Vereinen, die in den Startlöchern stehen, um mit den Sportaktivitäten wieder loszulegen“, berichtet Volker Weirich, stellvertretender Fachbereichsleiter. „Wir wollen auch so schnell wie möglich öffnen, aber die offenen Fragen müssen vorher geklärt sein.”

Die Stadt selbst verwaltet nur drei Sportstätten: Das Stadion an der Paffrather Straße, den Hockeyplatz in Hand und Sportplatz an der IGP.

Kultur

Ähnlich Probleme gibt es in der Kultur. Zwar dürfen die Musikschulen ab kommender Woche wieder mit Ensembles von bis zu sechs Teinehmenden arbeiten. Volkshochschulen dürfen in großen Räumen sogar Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen durchführen, unter Auflagen. Ob und wie das hier vor Ort geschehen kann will die Stadt jetzt prüfen.

Hintergrund: In Bergisch Gladbach sind geöffnet:
Bürgerbüro – nach Terminvergabe
Wertstoffhoff Kippemühle und die Grünannahmestelle Birkerhof
Kreisverwaltung mit Straßenverkehrsamt und Ausländerbehörde 
Friseure – seit dem 4. Mai
Kirchen entscheiden individuell
Weiterführende Schulen für Abschlussklassen seit dem 23.4.
Kunstmuseum Villa Zanders, seit dem 7.5.
Stadtbücherei in Gladbach, Bensberg und Paffrath
Eine-Welt-Laden in der Stadtbücherei, eingeschränkte Öffnungszeiten
Kleiderladen des Kinderschutzbundes
Fahrradwerkstätten der Mobilen Nachbarn
Partout-Kunstkabinett in Herkenrath seit dem 5. Mai

Schulen 

Für die Schulen gibt es einen differenzierten Fahrplang:

  • Grundschulen: ab dem 11. Mai (Montag) sollen alle vier Jahrgänge (abwechseln) in den Präsenzunterricht kommen.
  • Sekundarstufen: ab dem 11. Mai gehen hier die Jahrgänge 5 bis 9 in den Untericht.
  • Gymnasien und Gesamtschulen: ab dem 26. Mai dürfen/müssen auch hier die Stufen 5 bis 9 in die Schule gehen.

Dafür, so die Stadtverwaltung, seien die Schulen inzwischen gut gerüstet. Der Immobilienbetrieb habe die erforderlichen Hygiene-Ausrüstungen verteilt und den Reinigungsdienst entsprechend beauftragt. Für die Koordination der Raumnutzung seien die Schulleitungen verantwortlich.

Und jetzt?

… heißt es abwarten. Die Stadtverwaltung meldet sich wieder, sobald die offenen Fragen geklärt und die entsprechenden Verfügungen entschieden sind.

Weitere Infos

Eine Übersicht zum Stand der Lockerungen und Erleichterungen sind in dieser Pressemitteilung des Landes NRW nachzulesen.

Die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes, gültig ab 7.5.2020

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Redaktion

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5 Kommentare

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  1. Für die entsprechenden Auflagen haben der DOSB und die Deutschen Sportverbände sportartspezifische Empfehlungen ausgesprochen. So sollten die Nicht-Kontaktsportarten (z.B. Tischtennis) wohl am 11.5. starten können. Diesen Sport mit Kontakt-Sportarten wie Ringen oder Kampfsportarten vom Risiko her gleich zu setzen, würde absurd wirken und auf wenig Verständnis treffen. Ich hoffe, der Coroba-Ausschuss der Stadt berücksichtigt die sportartspezifischen Risiken in der aktuellen Vorbereitung.

  2. Genau ist ja das Problem: erlaubt, unter Auflagen. Wie die Auflagen aussehen, wie sie umgesetzt werden sollen, wer sie kontrolliert – das versucht die Stadtverwaltung gerade zu klären. Und auch, ob sie überhaupt zuständig ist.

  3. Im Kölner Stadtanzeiger wird beim Indoor-Sport due NRW-Regelung differenzierter dargestellt. Kontaktloser Sport könnte demnach z.B schon ab 11.5. wieder unter entsprechenden Auflagen stattfinden. Dazu finde ich keinen Hinweis hier. Vielen Dank.

  4. Die Pressemitteilung der Stadt bzw. der Text :lässt leider auch Fragen offen, hier ist eine Präzisierung notwendig.
    “Vor einer Freigabe muss die Stadt aber rechtssicher abzustimmen, unter welchen Voraussetzungen der Betrieb stattfinden kann. Da geht es um Abstandsregeln oder einer Beschränkungen der Teilnehmerzahl.”
    Da geht es doch offenbar nur um die städtischen Einrichtungen oder plant die Stadt eine neue Allgemeinverfügung? Ansonsten zählen bei privat betriebenen Einrichtungen die Regelungen des Landes. Und es gilt: es ist erlaubt, was nicht verboten ist.
    Einige Sporteinrichtungen sind nach meiner Kenntnis bereits seit gestern wieder auf auf der Grundlage der Landesbestimmungen.