Es gibt Lieblingsorte, die erobern direkt und unwiderruflich mein Herz. Nie wird es langweilig, sie wieder und wieder aufzusuchen. Gleichwohl kenne ich auch jene Sorte bevorzugter Punkte, für die ich einen längeren Anlauf benötige. Wie dieser Ort im Diepeschrather Wald.

In diesem Fall hat mich die hübsche Schweizer Schäferhündin Cassia Colonia, die ich gelegentlich betreue, buchstäblich mit ihrer Nase zu einer Stelle geführt, die ich schon oft – aber halt anders – durchwandert hatte.

Wo ist dieser Ort? Eigentlich einfach zu finden: Denn der weitläufige Park hinter dem Paffrather Kombi-Bad dürfte hinlänglich bekannt sein. Durch Wiesen und unter schattigen Bäumen des Diepeschrather Waldes schlängelt sich der breite Weg, den viele deshalb schätzen, weil es keine Höhenmeter zu überwinden gibt. Schon seit Jahren nutze ich deshalb diese moderate Rundstrecke zum Walken. Sie führt in einem Teilstück auch entlang des Mutzbaches. 

Ins kühle Nass

Irgendwann begleitet mich Hundedame Cassia, die zunächst das Wiesengelände für sich entdeckt – in Form eines rasanten Laufduells mit einer nicht weniger hübschen Artgenossin. Weiter des Weges riecht Cassia das kühlende Nass des Mutzbaches. Nach etlichen Windungen wählt sie sich eine scharfe Biegung des Wasserlaufs aus und springt genüsslich ins Wasser. 

Hinweis der Redaktion: Unter dem Stichwort #Lieblingsorte in GL stellen wir Ort in der Stadt vor, die für die Autoren eine besondere Bedeutung haben. Das ist subjektiv, bringt aber den Lesern Orte nahe, die sonst vielleicht nicht die Beachtung finden, die sie verdienen. Und wir lernen unsere Stadt noch ein wenig besser kennen. Haben Sie einen Lieblingsort, den Sie gerne beschreiben möchten? Dann schreiben Sie uns bitte per Mail an redaktion@in-gl.de.

Es geht raus und wieder rein. „Eine superschöne Stelle“, wird mir plötzlich klar. Denn vor der Bachbiegung weitet sich der Wald zu einem natürlichen Platz, umsäumt von niedrigen Büschen – ein idealer Ort des Verweilens.

Seither halte ich  bei meiner Walking-Runde genau hier an und blicke auf die Bachbiegung, bevor ich über die Holzbrücke wieder ins offene Gelände gelange. Ja, es ist inzwischen ein etwas zögerlich in mir gewachsener Lieblingsort.

Schnitzeljagd zum Lieblingsort

Den haben meine Frau und ich kürzlich beim Enkel-Hüten genutzt. Als Besonderheit am Morgen veranstalteten wir eine „moderne Schnitzeljagd“,  ohne Kreide oder Sägemehl. Die beiden Kinder bekamen markante Fotos von meinen Handy auf das Handy meiner Frau übermittelt: So mussten sie einen Straßenzug erkennen, einen markanten Baum, eine überwucherte Bushaltestelle, den Parkplatz am Kombi-Bad, den Weg zum Park, einen umgestürzten Baum, den Mutzbach.

Die Unternehmung, wie könnte es anders sein, endete an meinem Lieblingsort an der Bachbiegung mit der Schlussaufgabe: Findet eine kleine Schatztruhe! 

Sie wurde gefunden, neugierig geöffnet und ein paar Süßigkeiten mit einem Gutschein für ein Pizza-Essen herausgeholt. Bevor es weiterging, entdeckten Elle und Emil die Cassia-Bachstelle. Beide hatten einen Riesenspaß, mit gezielten Würfen ein paar Steine ins Wasser platschen zu lassen.

Bei meiner Walkingrunde habe ich nun einen weiteren Grund, an diesem Lieblingsort inne zu halten.

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