In manchen Wahlbezirken wird jedes vierte Wahlplakat zerstört oder gestohlen. Das frustriert die Grünen, die sich mit Pappe und Hanf viel Mühe gegeben haben. In einem Offenen Brief fordern sie mehr Respekt gegenüber der ehrenamtlichen politischen Arbeit – und die Unterstützung der Stadtgesellschaft.

Liebe Mitbürger*innen, leider müssen wir in den letzten Tagen und Wochen feststellen, dass nicht nur unsere Plakate geklaut oder zerstört werden, sondern auch die unserer politischen Mitbewerber.

Wir verstehen uns als eine Partei, die die Bürger anspricht und diese an der demokratischen Willensbildung in dieser Stadt beteiligt. Wir sind offen für Gespräche und Diskussionen und machen uns sichtbar, so gut es geht. Wir sind alle Ehrenamtler, die an die übergeordnete Idee grüner Politik glauben.

Da ist es schon recht frustrierend zu sehen, mit wie wenig Respekt einige Menschen unserer Arbeit gegenüberstehen. Zuerst fehlten nur ein paar unserer Laternenplakate, doch in den letzten Tagen häufen sich die Meldungen, dass Plakate zerstört werden, manchmal gänzlich fehlen und die Pfosten bereits von anderen Parteiwerbungen besetzt sind. Auch andere Parteien sind davon betroffen.

Umweltschonende Plakate

Wir wollten ursprünglich, zur Schonung der Umwelt, gänzlich auf Laternenwerbung verzichten. Den Einschränkungen für direkten Wählerkontakt durch die Corona-Pandemie gehorchend, haben wir uns doch dafür entschieden, eine sehr begrenzte Menge von Wahlplakaten zu beschaffen.

Wir haben diese selbst angebracht, da die städtische Servicegesellschaft unsere umweltfreundliche Variante aus recycelbarer Pappe und Hanfseilen nicht aufhängen wollte. Umso sichtbarer und schmerzhafter ist der Verlust unserer Plakate.

Dieser fällt in den verschiedenen Wahlbezirken äußerst unterschiedlich aus. Es gibt Wahlbezirke, die quasi keinen Verlust zu vermelden haben. Allerdings gibt es auch einige, in denen bis zu ein Viertel unserer Plakate entwendet, verunstaltet zerstört wurden. 

Wichtig für die Meinungsbildung

Wegen der räumlichen Streuung der Verluste nehmen wir an, dass es mehrere Menschen/Gruppen gibt, die die Bedeutung für die demokratische Meinungsbildung nicht verstehen oder gar bewusst sabotieren. Liebe Täter, das sind aus gutem Grund Straftaten!

Warum machen wir eigentlich Laternenwerbung? In erster Linie wollen wir auf die Kommunalwahl am 13.09. aufmerksam machen. Außerdem möchten wir Ihnen an Beispielen zeigen, welche Themen uns wichtig sind und wozu wir aktiv Politik machen wollen.

Natürlich können wir keine ausgefeilten Lösungen auf Laternenplakaten präsentieren. Für weitere Informationen stehen Ihnen unser Wahlprogramm, unsere Veranstaltungen und unsere Kandidat*innen zur Verfügung. 

Die Stadtgesellschaft ist gefragt

Sie können für das alles nichts, sollten aber wissen, was in dieser Stadt passiert. Und vielleicht ergibt sich für Sie die Situation, mal jemanden daran erinnern zu müssen, dass da weit mehr als eine Papptafel zerstört wird. Wir würden uns über diesen Beitrag freuen.

Diese Probleme können Ordnungskräfte nicht für uns lösen. Nur wir als Stadtgesellschaft können eine Atmosphäre des zivilen Miteinanders und des sozialen Ausgleichs schaffen, der Menschen von solchem und anderem Unfug abhält.

Wir finden es wichtig, dass Sie von uns hören, welche Ideen und Pläne wir für unsere und Ihre Stadt haben. Es gibt nicht nur Laternenplakate, sondern unser Wahlprogramm, Vorstellungen der Kandidat*innen für Ihren Wahlbezirk und Informationen zu Orten und Aktionen, bei denen Sie uns persönlich kennenlernen und mit uns sprechen können.

Das alles finden Sie auf unserer Homepage sowie auf unserem Facebook- und Instagram-Profil.

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11 Kommentare

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  1. Apropos mit ohne Plakate(n) …

    Zwei „Clubs“ treten zum Finale der „Rats-League“ 2020 am 13.09. ohne Plakate an bzw. hatten angekündigt, ihren Wahlkampf ganz unplakativ zu führen: FWG und FDP.

    Für die FWG durchaus riskanter, weil als Newcomer eigentlich auf alle Kanäle der elementaren „Bekanntmachung“ angewiesen;
    die FDP kann sich immerhin darauf verlassen, dass man um ihre Existenz an sich ebenso weiß als um die Tatsache, dass sie auch wieder zur Ratswahl antritt …

    – allein, so ganz verlassen wollte man sich seitens der FDP wohl doch nicht darauf, denn zumindest auf der Overather Straße in Fahrtrichtung Bensberg (knapp unterhalb des Kardinal-Schulte-Haus-Geländes) steht nun doch einer der zu dieser Wahl besonders beliebten und verbreiteten Plakatwände, hier mit dem „Dreispitz“ der FDP-Ratskandidaten (wahrscheinlich ist das auch kein „Solitär“) …

    Hoffentlich gereicht der FWG ihre bleibend unplakative Kampagne nicht zum technischen Nachteil, das wäre ausgesprochen schade!

  2. @Daniel Bender
    Es geht auch ohne Plakate.
    Präsenz kann man am Wahlstand zeigen und Informationen sind mit deutlich mehr Inhalt über soziale Medien oder Flyer möglich.
    Die FWG Bergisch Gladbach verzichtet komplett auf Plakate.

    ##### Hinweis ####

    Benno Nuding ist Vorsitzender und Spitzenkandidat der Freien Wähler Gemeinschaft bei der Kommunalwahl.

    Am 13. September wird der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, der Wahlkampf spiegelt sich auch in unserer Kommentarspalte. Im Sinne der Transparenz kennzeichnen wir die Kommentator:innen, die bei der Wahl antreten oder zu einem Wahlkampfteam gehören – soweit bekannt.

  3. Sehr geehrter Herr Schreiner,
    leider müssen wir sie enttäuschen.
    Wir haben keine Plakate beschädigt und das auch nicht geplant. Wir haben da besseren “Sport” auf Lager.
    Boule/Schach/Rafahren.
    Aktuell ist unser Lieblingssport Wahlkampfstandaufbauen unf Material schleppen um CO2 zu vemeiden aber nah an den Bürgern zu sein. Vielleicht können wir sie ja in einem Gespräch am Stand überzeugen, dass das ein deutlicher besserer Sport ist.

    @all.
    Den Spagat müssen wir leider meistern. Keine Plakate und keine Präsenz bringt ein “Die haben es wohl nicht nötig ein”, das Gegenteil ein “und sowas während Corona… die müllen unsere Stadt zu.”
    Wir machen das beste draus. Und wollen eine gute Balance für alle.
    Es gibt nichts gutes, ausser man tut es.

    Stachelige Grüße,
    Eure GJ

  4. Die Urnenlese am 13.09. wird wirklich spannend.

    Und „Grün”-Werden oder „Schwarz”-Bleiben, das scheint dabei die Frage, alles Übrige eher Dekor (mit verschiedener Farbintensität) – Wobei auch da natürlich Überraschungen möglich bleiben.

    Interessant dürfte es auch werden, wenn die potentiellen Nachmieter für’s Bürgermeister-Büro ‘mal in kompletter Runde aufeinandertreffen (aktuell sind’s wohl derer Dreie)

    — Gibt’s da übrigens „Show-Termine” beim Bürgerportal, falls ja, wann und dann: Auch wieder „analog“ oder leider nur (aber immerhin) „digital”?

    Oder auch eine Runde mit den Spitzenkandidaten aller Vereine, denn die FWG bspw. hat ja keinen eigenen (und keinen geteilten) BM-Kandidaten …?

  5. @Heinrich Weber

    Richtig, ich fahre nicht mit dem Elektroauto zur Arbeit -meistens mache ich das mit dem Fahrrad oder dem Bus.

    Bei diesem Wetter, ohne eine Klimawandel-Debatte anfangen zu wollen, ist es aber sicherlich besser Wasser zu trinken.

  6. Typisch Grüne Wasser predigen und wein saufen. Von wegen auf Plakate verzichten. Von wegen mit Elektroautos zur Arbeit fahren. Die sind noch scheinheiliger als die CDU!

  7. Das Thema „Plakate“ ist ein bisschen wie „Diner for one“:
    In jeder Hinsicht „The same procedure as every year“ …

    Lediglich die Intensität der Materialschlacht variiert oder balanciert sich — Was der Eine sich ‘mal spart, haut der Andere mehr ‘raus …

    Rein bildkompositorisch / -inszenativ in diesem Jahr bemerkenswert manche Grossplakate der CDU für Ihren Spitzenmann. Das ist zumal für die Kommunalebene (einer kleinen Großstadt) eher ungewöhnlich.

    Bemerkenswert andererseits auch die durchaus kindgerechte Schlichtheit der Grünen Plakate. Wenn man an Gewicht wie Schwierigkeit der zu lösenden Probleme und die ganzen Kollateralfolgen denkt … Aber vielleicht auch gerade deshalb.

    Richtig spannend wird’s beim ebenso ewigen Thema „plakativer Vandalismus“ nochmal, wenn auch die letzte der hiesig für den Rat antretenden Parteien zu hängen beginnt …

  8. Plakate zu beschädigen ist eine Straftat, egal von welcher Partei. Unserer Grüne Jugend vor Ort ist das sehr bewusst und an diese Regeln hält sie sich auch.

    Dass unsere Plakate teilweise zu tief hängen, ist uns leider bewusst. Aufgrund der Verwendung von umweltfreundlichen Hanfseilen statt der üblichen Kabelbinder rutschen sie manchmal ein Stück herunter. Wir bemühen uns aber sehr darum, diese Fehler zu korrigieren und mehrmals wöchentlich in der Stadt unterwegs, um die Plakate wieder in der richtigen Höhe zu befestigen. Falls Sie also ein Plakat entdecken, das zu tief hängt, schreiben Sie einfach eine kurze Mail an wahlkampf@gruene-bergischgladbach.de, dann kümmern wir uns darum.
    Auch wir hatten ursprünglich geplant, auf Laternenplakate zu verzichten. Aufgrund der Corona-Krise und der damit einhergehenden stark begrenzten Informationsmöglichkeiten für die Bürger*innen haben wir diesen Plan allerdings geändert, um die Meinungsbildung und eine informierte Wahlentscheidung zu unterstützen. Eine Begrenzung der Plakat-Anzahlen ist uns allerdings ein großes Anliegen, unser Antrag dazu hat im Stadtrat leider nicht die erforderliche Mehrheit gefunden.

  9. Ich finde, dass die Plakate einfach nur nerven. Die von allen Parteien!
    Eine Partei muss auch außerhalb der Wahlzeit auf sich aufmerksam machen. Und zwar durch Taten und nicht durch Worte (hier also Plakate)!

    Das Geld für die Herstellung und das Aufhängen kann sicherlich in sinnvollere Projekte investiert werden, oder?

  10. Volle Zustimmung! Es ist schon manchmal erschreckend, wie wenig Respekt und Verständnis einige Bürger und Bürgerinnen dem ehrenamtliche Engagement von Kommunalpolitikern entgegenbringen. Das äussert sich nicht nur in der Zerstörung der Plakate sondern z. B. auch in der Beschimpfung an Wahlkampfständen.

    ##### Hinweis ####

    Jörg Krell ist Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP bei der Kommunalwahl.

    Am 13. September wird der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, der Wahlkampf spiegelt sich auch in unserer Kommentarspalte. Im Sinne der Transparenz kennzeichnen wir die Kommentator:innen, die bei der Wahl antreten oder zu einem Wahlkampfteam gehören – soweit bekannt.

  11. Man möge “Grüne Jugend” “AFD” und “Plakate” googlen.
    Ihre Jugendorganisation betreibt diesen Sport ja bereits seit Gründung.
    Interessant wird das Thema aber wohl erst, wenn Sie selbst betroffen sind.

    Einfach ein schändliches Vergehen, egal bei welcher Partei und ich drücke die Daumen, dass Sie mal einen dabei erwischen.

    Aber auch Kritik an Sie, einige hängen nicht auf 2m Höhe an Rad und Fußwegen.
    Da sollte die Stadt stärker durchgreifen.

    Die FDP macht es schon richtig und verzichtet komplett drauf.

    Vielleicht schafft es GL irgendwann mal, ganz auf Plakate zu verzichten. Der Wähler und die Umwelt werden es danken.