Die Laurentiusstraße soll nun in einer einjährigen Testphase zur Fahrradstraße werden

Viele Fachausschüsse sind abgesagt worden, aber der Ausschuss für strategische Stadtplanung und Mobilität will sich zu einer Arbeitssitzung treffen. Auf der Agenda stehen strittige Themen: Die Umwandlung der Laurentiusstraße in eine Fahrradstraße, die Sperrung der Schlossstraße an Markttagen und der Flächennutzungsplan.

Die Umwandlung der Laurentiusstraße ist für das Ampelbündnis ein wichtiges Projekt, doch der Schnellstart ist ins Stocken geraten. Nachdem ein erster Beschluss zur Fahrradstraße von Bürgermeister Frank Stein aus rechtlichen Gründen zurück geholt werden musste, hatte der Ausschuss für strategische Stadtplanung und Mobilität (ASM) zuletzt beschlossen, das Projekt als einjährige Testphase umzusetzen.

Auch das ist nicht so einfach, wie aus einer Mitteilungsvorlage der Stadt für die ASM-Sitzung am 20. April hervorgeht. Sechs Punkte sind noch zu klären: die Neubeschilderung des ganzen Viertels, die Neuplatzierung von zwei Behindertenparkplätzen vor der Kirche und die Einrichtung einer Elterntaxizone an der GGS Am Broich.

Hinweis der Redaktion: Die ganze Tagesordnung und alle Dokumente finden Sie hier im Ratsinformationssystem.

Noch keine Lösung gebe es für die Verkehrsführung der Paffrather Straße, der Hornstraße und Am Broich, die durch die Fahrradstraße zu „unechten Sackgassen“ werden, aber nicht über Wendeanlagen verfügen. Nur Anlieger werden die Fahrradstraße mit dem Auto befahren dürfen; dazu gehören auch Besucher:innen der Geschäfte oder Nutzer:innen des Parkplatzes an der Buchmühle.

Um die Akzeptanz für die Fahrradstraße bei den Anwohnern der Laurentiusstraße zu erhöhen müssen nach Ansicht der Stadtverwaltung für die wegfallenden Parkplätze alternative Parkmöglichkeiten angeboten werden.

Und schließlich will die Stadt eine externe Kanzlei mit einem Rechtsgutachten „zu den Voraussetzungen für Fahrradstraßen im Allgemeinen und im Besonderen für die Laurentiusstraße“ beauftragen.

Alles das erfordere Zeit, daher müsse ein neuer Beschluss über die Laurentiusstraße auf die nächste Sitzung im Juni vertagt werden, so das Fazit der Stadt.

Die CDU-Fraktion hat ihre harsche Kritik an dem Vorhaben bereits erneuert. Sie fordert eine formale Aufhebung des ersten Beschlusses über die Umwandlung und hält die Kosten für das Rechtsgutachten für herausgeworfenes Geld.

Schlossstraße: Absage an die Sperrung – und eine Alternative

Fast ebenso umstritten ist die Forderung (vor allem) der Grünen nach einer Sperrung der Schlossstraße zwischen den beiden Wendehammer am Markttag. Damit soll der Markt aus der Schieflage auf dem neuen Stadtplatz befreit und entlang der Straße platziert werden.

Rechtlich sei das zwar möglich, aber in der Praxis nicht umsetzbar, urteilt dagegen die Straßenverkehrsbehörde – und führt drei Argumente an.

Erstens würde eine Aufhebung der Einbahnstraßenregelung (damit die Autos am Wendehammer drehen und wieder aus der Schlossstraße herauskommen) zu einer erneuten Verunsicherung der Autofahrer und zu vielen Blechschäden führen. Zudem sei die Einbahnstraße gerade erst für Radfahrer in entgegengesetzter Richtung geöffnet worden, wodurch es einen höheren Platzbedarf gebe.

Zweitens müsste jeden Mittwoch um Mitternacht außerhalb der Dienstzeit Personal eingesetzt werden, um die Beschilderung zu ändern.

Drittens wird der obere Wendehammer für die Außengastronomie des dortigen Eiscafés genutzt. Die müsste dann jeden Donnerstag weichen.

Zur Sicherheit spricht sich die Straßenverkehrsbehörde auch gegen eine Vollsperrung der gesamten Schlossstraße an Markttagen aus. Darüber war im Ausschuss kurz nachgedacht worden, diese Lösung würde aber von den Bensberger Händlern und Marktbeschickern abgelehnt werden – und ebenfalls für Personal- und Kostenaufwand sorgen.

Die Alternative: Sperrung an allen Tagen

Als Alternative zu einer Sperrung an den Markttagen bringt die Stadtverwaltung eine andere Idee ins Spiel: die grundsätzliche Sperrung der Straße zwischen den Wendehammern, an allen Wochentage. Und damit zur Rückkehr der Situation vor der Baustellenzeit. Für eine solche Regelung waren die Wendehammer ja ursprünglich angelegt worden.

Der Vorteil: wenn die ständige Änderung der Verkehrsführung für den Markttag wegfällt, dann entfällt auch der Personal- und Kostenaufwand und nach einer Umgewöhnungszeit die Verunsicherung der Autofahrer.

Die Nachteile: die Radverkehrsführung müsse noch einmal umgeplant werden und das Eiscafe würde die Außengastronomie vollständig verlieren.

Zudem wäre auch das nur eine temporäre Lösung – denn beim demnächst anstehenden Umbau der gesamten Schlossstraße soll diese ja einheitlich und ohne Wendehammer sein. Daher empfiehlt die Stadt, auch auf diese Lösung zu verzichten – und damit den Markt (vorerst) in der Schieflage zu belassen.

Rücknahme von Flächen aus dem Regionalplan

Neu auf der Agenda ist ein weiterer Antrag des Ampelbündnisses, das einige der in der Debatte über den Flächnutzungsplan besonders umstrittenen Flächen endgültig beerdigen will.

Die Flächen Nu 7a und Nu 7b in Nussbaum, die Verlegung der Brüderstraße und die Fläche für einen P+R Parkplatz in Hebborn gehören zu den zehn Flächen, die zunächst von der Aufsichtsbehörde nicht genehmigt worden waren; ein Genehmigungsverfahren für den neuen Regionalplan läuft aber noch.

Dieses Verfahren, so der Antrag, soll nun beendet werden. Die Begründung fällt knapp aus: „Die Stadt Bergisch Gladbach strebt die Entwicklung dieser Flächen nicht mehr an.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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6 Kommentare

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  1. Zur Schloßstraße:

    Anwohner und Besucher wären sicherlich ganz froh, wenn die Schloßstraße ein Zeit lang mal nicht als Auto-(Durchgangs)Straße genutzt würde, selbst wenn der Zeitraum dafür begrenzt wäre. Wenn darüber hinaus der Wochenmarkt sicher und bequem stattfinden könnte, wäre das ein großer zusätzlicher Gewinn. Insgesamt eine runde Sache.

    Insofern ist zu begrüßen, dass die Stadtverwaltung diese Möglichkeit (durch Sperrung zwischen den Wendekreisen) zumindest einmal angesprochen hat. Zumal der Aufwand für diese Lösung offenbar gering wäre.

    Man stelle sich vor, das Zentrum der Schloßstraße könnte mal wieder besucht werden – ohne permanent auf die Autos achten zu müssen! Ich kann mich gut erinnern: Als unsere Kinder klein waren, ist dies über Jahre so gewesen, wurde (nicht nur von uns) ausgiebig genutzt und bedeutete u.a. aufgrund der Sicherheit eine ganz praktische, hohe Aufenthaltsqualität.

    Ich bin wirklich gespannt, ob die Ampel eine solche Chance ergreifen kann.

  2. Wohl das Ergebnis der Autokorrektur. Oder der Übermüdung. Danke für den Hinweis.

  3. Ich habe ja Verständnis dafür, wenn es zuweilen in Redaktionen hektisch zugeht, aber für eine sorgfältige Durchsicht eines Textes oder für das Gegenlesen durch eine Kollegin oder einen Kollegen sollte immer Zeit sein. Dieser Beitrag wimmelt nur so von Flüchtigkeitsfehlern.

  4. Ist das Satire, oder ernst gemeint? Als Satire der Brüller.
    Falls ernst gemeint – damit wird Bensberg zur lächerlichsten Stadt Deutschlands.
    Aber so im Ganzen gesehen – der absolute Brüller

  5. Wow, fast 100 neue Stellen in der Verwaltung aber kein Geld, um Mittwochs gegen 22:00 ein oder zwei Mitarbeiter der Stadt zwei mobile Sperren oben beim Griechen an der Ecke aufstellen zu lassen?
    Dann muss auch keine Beschilderung geändert werden.

    Mittwochs um 22:00 die Einfahrt schließen und Donnerstags ab 6:00 Uhr abschleppen, wer nicht früh genug auf der Arbeit ist.

    Dann haben die Geschäfte und Marktstände genug Zeit, Ihren neuen Platz einzurichten.

    Einfach mal als Modellprojekt testen:
    Dann könnte man später für die Neugestaltung der Schlossstraße vorne an der Einfahrt beim Griechen diese automatischen Pöller einbauen, die aus der Erde kommen.
    Die könnten dann automatisch hochfahren oder eben abends durch das Ordnungsamt ausgefahren werden.

    Dann gibt es irgendwann ein oder zwei autofreie Tage in der Schlossstraße