Tabletts, Dienstauto, was noch? Solche Leistungen bietet die Industrie den Azubis, um an Fachkräfte zu kommen. Dem stellt die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land jetzt etwas entgegen: Das „Fachkräftepaket – mit Power ins Handwerk”. Willi Reitz stellte es beim Neujahrsempfang vor. Und hielt eine bemerkenswerte Rede.

„Das Bewerbungsverfahren hat sich umgedreht: es ist ja mittlerweile so, dass wir Betriebe uns bei den Jugendlichen vorstellen und ihnen etwas bieten müssen”, konstatierte Kreishandwerksmeister Willi Reitz beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. Reitz ist der oberste Repräsentant des Handwerks in der Region und als Maler- und Lackierermeister mit seiner Frau Dagmar Inhaber des Refrather Unternehmens „Reitz Lebensräume”.

Häufig müssen Handwerker zusehen, wie Industriebetriebe die wenigen Jugendlichen, die nicht zum Studium streben, mit attraktiven Nebenleistungen ködern. Doch jetzt gibt die Kreishandwerkerschaft ihren Mitgliedern ein „Fachkräftepaket” an die Hand, mit dem sie potenzielle Fachkräfte gewinnen und an sich binden können.

Dahinter verbergen sich drei einzelne Programme, die ein Meister bei der Versicherung Signal Iduna zu einem günstigen Preis (je nach Leistungen zwischen 16 und 68 Euro) buchen und seinen Leuten zur Verfügung stellen kann:

  • Das Programm „Sicherheit” enthält eine Unfallversicherung
  • Das Programm „Vorsorge” kombiniert den Unfallschutz mit einer betrieblichen Rente
  • Das Programm „Gesundheit” bietet einen Unfallversicherung und eine Krankenzusatzversicherung

Damit, so Kreitz, können die Handwerksmeister „dem Sog der Industrie” entgegenstellen und selbstbewusst für ihren Berufsstand werben.

Und der hat es in der Region in sich. Die gut organisierte Kreishandwerkerschaft Bergisches Land betreut 13 Innungen mit 2.500 Betrieben. Hier lernen etwa 3.500 Auszubildende. Insgesamt arbeiten in Leverkusen, Rhein-Berg und Oberberg rund  50.000 Handwerker und erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp fünf Milliarden Euro.

Reitz konnte zum sehr gut besuchten Neujahrsempfang neben den Vertretern des Ehrenamts im Handwerk hochrangige Gäste aus der Wirtschaft und allen Ebenen der Politik begrüßen, die Gastrede hielt der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Carsten Linnemann.

Gastredner Carsten Linnemann mit Willi Reitz und Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Trotz des Fachkräftemangels sei das Handwerk in der Region stark aufgestellt, konstatierte Reitz. Die Handwerker seien „stets nah dran und haben so ein Gespür für die Stimmung in der Gesellschaft”.

Mit diesen Worten leitete er einen bemerkenswerten „Schlenker durch die Deutsche Geschichte” ein, um „ein persönliches Anliegen” deutlich zu machen, „dass wir Handwerker uns gegen jegliche Gewalt positionieren”. Reitz sagte weiter:

„Es ist keine angesehene politische Gesinnung mit Hitlergruß, pöbelnd, prügelnd und fremdenfeindlich durch die Straßen zu ziehen. Dies ist schlicht und einfach verbrecherisch.  Bombenleger und Brandstifter – egal, ob mit Taten oder Worten ob von rechts oder links – haben in diesem Land einfach kein Zuhause.

Diese ständige Behauptung, dies immer für oder im Namen des Volkes zu tun, geht mir jetzt schon seit 50 Jahren auf den Geist. In meinem Namen wurde kein Kaufhaus, kein Flüchtlingsheim angezündet. Es wurde auch kein Mensch in meinem Namen ermordet. Und auch ich bin das Volk!”

Wir dokumentieren die Rede von Willi Reitz im Wortlaut:

Schönen guten Abend!

Ich freue mich sehr und finde es großartig, dass Sie alle hier sind und wir unser kleines Familienfest wieder gemeinsam feiern können. Ich darf Sie alle recht herzlich begrüßen!

Jedem ist ja klar, dass ich einige Anwesende gesondert begrüße. Seit ich Kreishandwerksmeister bin, beginne ich immer mit der gleichen Person. Das liegt daran, dass ich ihn ganz besonders schätze und sein Engagement und sein Arbeitspensum für gigantisch halte. Peter, schön, dass do widder da bes.

Meine Damen und Herren Hans Peter Wollseifer, unser Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Wir haben weiteren hohen Besuch des Handwerks hier: Den Präsidenten der Baugewerblichen Verbände NRW und Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes Rüdiger Otto aus Leverkusen und

Den Präsident des Bundesverbandes der Tischler, Thomas Radermacher aus Meckenheim bei Bonn.

Maik Hensel aus Marienheide ist im Maler- und Lackiererinnungsverband Nordrhein aktiv, Reiner Irlenbusch aus Wipperfürth ist im Vorstand des Verbands des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen und als Tarifverhandlungsführer im Amt.

Ebenso wie Lothar Neuhalfen aus Overath – auch er ist Tarifverhandlungsführer und ist im Vorstand des Fachverbands Elektro- und Informationstechnische Handwerke Nordrhein-Westfalen
Paul Bacher aus Leverkusen arbeitet im Landesverband der Tischler im Bereich Berufsbildung und Prüfungswesen mit Thomas Braun aus Leverkusen ist in denFachausschüssen „Sanitär“ und „Heizung/Klima“ des Fachverbands Sanitär, Heizung, Klima NRW aktiv

Und Rüdiger Stroh aus Bergisch Gladbach ist Fachbeiratsleiter des Friseur und Kosmetik Verbands NRW und Vorsitzender des Fachausschusses “Herrenfach”.

Sie sehen also, dass rheinische und vor allem das bergische Handwerk ist bundesweit und landesweit sehr stark aufgestellt!

… und das waren nur die Handwerksmeister, die heute Abend hier sind. Es gibt noch zahlreiche weitere, die hier aus dem Bergischen kommen.

Desweiteren begrüße ich die Kreishandwerksmeister Nico Lucks – aus Köln,  Helmut Klein aus dem Rhein-Erft-Kreis und (noch einmal) Thomas Radermacher aus Bonn/Rhein-Sieg.

Und da wir alle wissen, dass sich so viel Ehrenamt nicht alleine verwalten kann, begrüße ich die Hauptgeschäftsführer der dazugehörenden Kreishandwerkerschaften und last but not least den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, Dr. Ortwin Weltrich.

Ganz besonders begrüße ich unseren heutigen Gastredner, Dr. Carsten Linnemann. Er ist für die CDU Mitglied des Deutschen Bundestags und ist vor knapp einem Jahr zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich Wirtschaft, Mittelstand und Tourismus gewählt worden.

Ich freue mich über zwei Dinge: Erstens, dass Sie heute hier reden und zweitens, weil ich Ihnen auf diesem Weg danken kann. Seit 2004 gibt es in 53 Gewerken keine Meisterpflicht mehr.Auch Sie setzen sich dafür ein, dass die Meisterpflicht für beispielsweise Fliesenleger, Parkettlegeroder Raumausstatter wieder eingeführt wird. Ich persönlich halte dies für eine gute Idee.

Desweiteren freue ich mich, viele weitere Ehrenamtskollegen begrüßen zu dürfen – einige habe ich ja bereits namentlich erwähnt.

Wissen Sie, Ehrenamt heißt in unserem Fall, dass ganz viele Kollegen sehr viel Zeit für das Handwerk investieren und für ihren Berufsstand unterwegs sind. Sie werben für Ausbildungsplätze, nehmen Prüfungen ab, organisieren Feierlichkeiten, halten den Berufsstand aufrecht und und und…

Allein in unserer Region – Rhein-Berg, Oberberg und Leverkusen – spreche ich hier von über 1.000 Menschen!

Dies ist vielleicht auch der richtige Moment, um mal mit einem Vorurteil aufzuräumen. Wir sind nicht Handwerker geworden, weil wir nichts anderes können, sondern weil wir DAS besonders gut können.
Gerne wiederhole ich nochmals die Zahlen des Handwerks in dieser Region.

Durch die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land werden 13 Innungen mit ca. 2.500 Betrieben betreut. Hier lernen etwa 3.500 Auszubildende. Insgesamt arbeiten in Leverkusen, Rhein-Berg und Oberberg ca. 50.000 Handwerker und erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp 5 Milliarden Euro.

Was passiert mit diesem Umsatz?

Im Gegensatz zu vielen anderen wird bei uns dieses Geld fast 1 zu 1 wieder in die Region investiert. Wir zahlen Löhne, Steuern, Sozialabgaben, unterstützen Vereine, Schulen, Kindergärten oder Pfarreien. Wir sponsern das öffentliche Leben vor Ort.

Wir investieren in Ausbildung und in Programme, um jungen Menschen eine vernünftige Chance in ihrem Leben zu geben.

Wir machen das – und natürlich auch die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. Sie ist für ihre Mitgliedsunternehmen einen ganz neuen Weg gegangen und hat ein bislang einzigartiges Produkt für Auszubildende im Handwerk geschnürt und auf den Markt gebracht.

Das „Fachkräftepaket – mit Power ins Handwerk“ ist für die Betriebe ein weiterer Baustein der Mitarbeiterbindung. Mit diesem Angebot kann sich das Handwerk selbstbewusst neben größeren Konzernen präsentieren und so der Sogwirkung der Industrie entgegentreten.

Es ist ja mittlerweile so, dass wir Betriebe uns bei den Jugendlichen vorstellen müssen und sich somit der Bewerbungsprozess umdreht. Nun schaut sich dieser junge Mensch, der in der Findungsphase ist, an, was ihm wo geboten wird. Die Eltern gucken noch mal drüber und alle haben eine Meinung und tun diese natürlich auch kund. Mittlerweile sind wir da angekommen, dass es wichtig ist, wer legt denn was noch oben drauf. Also die gute Ausbildung allein ist nicht mehr der ausschlaggebende Grund.

Hier bekomme ich ein iPad, dort von Anfang an ein Firmenauto…was ist das sogenannte „add on“ im Handwerk. Neben der Sicherheit, der familiären Atmosphäre und den guten Zukunftsperspektiven.

Da konnten wir Handwerksbetriebe lange nur mit den Schultern zucken. Denn unsere Einheiten sind oft zu klein für besondere Konditionen. Aber im Verbund sind wir stark und quasi auch ein großer Konzern… und für so viele Angestellte lässt sich dann doch etwas realisieren.

Daher freuen wir uns sehr, dass es gemeinsam mit unseren Partnern – der Signal Iduna und der IKK Classic – gelungen ist, ein spezielles Leistungspaket für die Innungsfachbetriebe in Oberberg, Leverkusen und Rhein-Berg auf die Beine zu stellen.

Auf die jungen Menschen strömen doch zu Beginn ihrer Ausbildung, so viele Faktoren ein: Der Beruf, die neuen Kollegen, der Tagesablauf und auch die Freude über die Unabhängigkeit vom Elternhaus. Da gerät oft das „an später“ denken in den Hintergrund. Deswegen machen wir Chefs das für unseren Nachwuchs und bieten Unterstützung in den Punkten Sicherheit, Vorsorge und Gesundheit.

Ein vergleichbares Angebot hat es im Handwerk noch nicht gegeben – weder im Bergischen Land, noch in Nordrhein-Westfalen oder in anderen Bundesländern.

Und mit diesem Produkt sorgen wir uns nicht nur um die Fachkräftegewinnung und

-sicherung, sondern können das Fachkräftepaket auch aktiv bewerben. Mit diesem Produkt haben die Betriebe ein Instrument an der Hand, das sie von anderen Unternehmen unterscheidet, durch das sie positiv auffallen – mit dem sie werben und sich positiv am Markt platzieren können.

Wir hatten vor ein paar Jahren diese Vision, wir haben sie angepackt, besprochen, diskutiert und sind nun stolz darauf, sie als neues Produkt zu präsentieren. Und noch vor der offiziellen Vorstellung heute Abend hier ist das 1. Fachkräftepaket bereits geschnürt.

Dass wir uns um den Nachwuchs kümmern, das hat im Handwerk Tradition. Ebenso wie fachliches Wissen und handwerkliches Können. Und wir werden sicherlich nie unseren Ursprung, unsere Wurzeln vergessen!
Wir fühlen uns unserer Tradition verpflichtet. Das ist unsere Basis.

Aber gleichzeitig blicken wir nach vorne. Bereiten uns auf die Zukunft vor. Haben Visionen und nutzen Innovationen!

Die Arbeitswelten verändern sich, der Anspruch der Kunden an Dienstleistung und somit auch die Produkte. Da das Handwerk immer schon sehr kundenorientiert war und ist – und auch sein muss, sonst bekommen wir ja keine Aufträge – hat die Veränderung im Handwerk längst begonnen. Keiner von uns arbeitet mehr so, wie er oder sie es in der eigenen Lehre beigebracht bekommen hat.

Es wird viel über „Industrie 4.0“ gesprochen und nur selten über die faszinierende Entwicklung im Handwerk. Dabei nutzen wir beispielsweise schon längst die Digitalisierung. Zu unserer Arbeit gehören längst Tablets, 3 D-Scanner oder Drucker, Drohnen oder digitale Vermessungs- und Bearbeitungsgeräte.

Diese und weitere Innovationen, die es noch zu entwickeln gilt, werden wir für unsere Zukunft einsetzen. Das ist ein Ziel für unsere Zukunft hier in dieser Region. Dies ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern tatsächlich bereits im Planungsmodus. Denn das Handwerk hat sich jeher mit dem Fortschritt beschäftigt, sich entwickelt und weiterentwickelt – auch das zählt zu unserer Tradition im Handwerk!

Diese Kreishandwerkerschaft wächst und hat die Zukunft fest im Blick: Unseren Mitgliedern werden zahlreiche Angebote gemacht: Es gibt längst eine Steuerberatungsgesellschaft. Oder die neue KHBL Service- und Wirtschaftsgesellschaft und das komplexe Thema des Datenschutzes hat auch eine Heimat hier als Tochter der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land gefunden. Mehr Service für die Mitglieder gleich mehr Mitarbeiter. Dem folgt ein gewisser Platzbedarf und demzufolge haben die Planungen für ein weiteres Bürogebäude bereits begonnen.

Ideen, Visionen und Innovationen – meine sehr verehrten Damen und Herren – das Handwerk in dieser Region ist bereit und sehr gut aufgestellt!

Das machen wir alles gerne und in der Region, weil wir uns als Familie verstehen – als die große Handwerksfamilie. Und die Region als unser Zuhause – unser Wohnzimmer.

Das Handwerk steht nicht nur zu seiner Region, sondern bleibt auch hier.Sollte sich jetzt einer fragen, wie kann der Staat davon etwas zurückgeben?

Braucht er nicht! Uns reicht es, wenn er uns nicht weiter Übergebühr belastet. Es kann nicht sein, dass das Handwerk und der Mittelstand ständig mehr Belastungen ausgesetzt werden und immer höhere Abgaben leisten müssen. Die Anerkennung für unsere Produkte und Leistungen sowie der Respekt gegenüber dem Handwerker werden durch ein mehrvon Bürokratie und weiteren Steuern deutlich geschmälert. Das fühlt sich immer wieder an, als würde man uns einen Knüppel zwischen die Beine werfen.

Das Handwerk ist stark in der Region aufgestellt, wir arbeiten mit den Menschen, die hier leben, und für die Menschen, die hier zuhause sind… wir sind also stets nah dran und haben so ein Gespür für die Stimmung in der Gesellschaft.

Ein Schlenker durch die Geschichte

Und deswegen muss ich jetzt kurz einen Schlenker durch die Deutsche Geschichte machen. Es ist mir ein persönliches Anliegen deutlich zu machen, dass wir Handwerker uns gegen jegliche Gewalt positionieren.

Wissen Sie, ich bin 1958 geboren. Und bin durch zahlreiche Ereignisse geprägt.

In meiner Kindheit war es die Studentenbewegung, in deren Folge Benno Ohnesorg erschossen wurde. Diese Tat nahm die Baader-Meinhof-Gruppe zum Anlass mordend durch Deutschland zu ziehen.

Es wurden Banken überfallen, die RAF legte Sprengsätze in Kaufhäusern… sie haben den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer entführt und später ermordet – angeblich im Namen des Volkes.

Übrigens war der älteste Sohn von Hanns Martin Schleyer 20 Jahre lang Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Und bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit – 1990 – hat Hanns-Eberhard Schleyer die Einheit des Handwerks in Deutschland erreicht – noch vor der politischen Einheit.

Es folgte die sexuelle Revolution von Oswalt Kolle, die Musik wurde knalliger und Woodstock sagte sich an – da war ich 11 Jahre alt. Endlich wurde der Paragraph 175 abgeschafft, der gleichgeschlechtliche Liebe bestrafte. Auch hielt der Feminismus – angeführt von Alice Schwarzer – in die Gesellschaft Einzug.

Wir beschäftigten uns mit der Abrüstungsproblematik und gingen in der Friedensbewegung gegen das Aufrüsten von Mittel- und Langstrecken-Raketen auf die Straße. Da war ich ein junger Mann. Es war eine der größten Demonstrationen der deutschen Geschichte: Mehrere Hunderttausend Menschen protestierten auf der Bonner Hofgartenwiese gegen den sogenannten NATO-Doppelbeschluss.

Dann kam diese dunkle Zeit in den 90-iger Jahren: in Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda und Hünxe brannten Asylbewerberheime.

Dies führte dazu, dass am 9.11.1992 am Jahrestag der Reichspogromnacht  100.000 Menschen in Köln auf den Chlodwigplatz kamen.

„Arsch huh – Zäng ussenander!“ wird zu einem Symbol für Zivilcourage und das Eintreten für eine solidarische, menschenfreundliche Gesellschaft in Deutschland.

Werte, die wir heute leider wieder verteidigen müssen.

Es ist keine angesehene politische Gesinnung mit Hitlergruß, pöbelnd, prügelnd und fremdenfeindlich durch die Straßen zu ziehen. Dies ist schlicht und einfach verbrecherisch.

Bombenleger und Brandstifter – egal, ob mit Taten oder Worten ob von rechts oder links – haben in diesem Land einfach kein Zuhause.

Diese ständige Behauptung, dies immer für oder im Namen des Volkes zu tun, geht mir jetzt schon seit 50 Jahren auf den Geist. In meinem Namen wurde kein Kaufhaus, kein Flüchtlingsheim angezündet. Es wurde auch kein Mensch in meinem Namen ermordet. Und auch ich bin das Volk!

Dr. Norbert Blüm hat mal gesagt: „Wenn einer im Rheinland ‘Ausländer raus’ ruft, muss je nach Einreisedatum dreiviertel der Einwohner das Rheinland verlassen.“

Das mag sein, dass in anderen Regionen unseres Landes die Menschen nicht den Vorteil haben, so gemischt zu leben. Und anders-denkende, -aussehende, -essende als Bedrohung empfunden werden.
Aber lassen Sie sich von einem alten Rheinländer sagen: Nehmen Sie von jedem, der anders ist, in einem guten Gespräch etwas mit. Und Sie werden ein erfülltes Leben haben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Energie, um für unsere weltoffene Gesellschaft einzustehen, ein friedliches Jahr 2019 und den baldigen Aufstieg des FC in die erste Liga… und wegen mir auch, dass Bayer 04 die Klasse hält.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Die Handwerkerschaft ist ein nicht hoch genug einzuschätzender Arbeitgeber. Alle Handwerksbetriebe bieten zusammen genommen mit Abstand die meisten Arbeitsplätze hier in Deutschland. Ein noch ungehobener Schatz für neue MitarbeiterInnen sind die Hauptschüler und die jungen Menschen, die für sich kaum Persepektiven auf dem Arbeitsmarkt sehen. In Meckenheim läuft seit Jahren das überaus erfolgreiche Projekt “MeGa” in dem Hauptschülern zwei Jahre vor dem Schulabschluss ein Ausbildungsplatz zugesichert wird, wenn sie bestimmte Leistungen erreichen. Die Schüler profitieren und auch die Ausbildungsbetriebe, weil sie leistungsbereite Azubis finden. Mehr darüber hier: https://www.hsmeckenheim.de/pdf/gsh_mega_netzwerk_spezial.pdf
    Das Projekt könnte man in GL auch leicht umsetzen, Bereitschaft der Handwerkerschaft und der Schulen vorausgesetzt.