Die Zahl der Corona-Infizierten steigt allmählich, aber die drei Krankenhäuser in Bergisch Gladbach sind nach eigenen Angaben für die Behandlung der Patienten gewappnet. Es gebe keine Engpässe bei der Notfallversorgung, die Desinfektonspläne stehen. Einschränkungen gibt es für Besucher.

Drei Corona-Fälle meldet der Kreis in Bergisch Gladbach, NRW ist das Bundesland mit den höchsten Fallzahlen. Sollte die Epidemie nicht gebremst werden stellt sich eine wichtige Frage: Können Betroffene in den Krankenhäusern der Stadt in ausreichender Zahl behandelt werden?

Robert Koch Institut gibt Richtung vor

„Die Versorgung aller Patienten ist sichergestellt“, sagt Jörg Zbick, Leiter Unternehmenskommunikation bei den GFO Kliniken Rhein-Berg, zu denen das Marien-Krankenhaus sowie das Vinzenz Pallotti Hospital gehören.

Die GFO orientiere sich an den Vorgaben des Robert Koch Instituts (RKI) und der Gesundheitsämter. Das RKI sieht unter anderem Information und Schulung der Mitarbeiter, Prüfung von Beständen und Bevorratung mit persönlicher Schutzausrüstung, Arzneimitteln und viruszerstörenden Desinfektionsmitteln sowie Information von Patienten und Besuchern vor. Man stehe, so Zbick, in Kontakt mit dem Gesundheitsamt, der Bezirksregierung und dem RKI. 

Kranke Pfleger statt Krankenpfleger?

Die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen sollen genügen, um eine Ausbreitung des Virus in den Krankenhäusern zu verhindern: „Die GFO Kliniken Rhein-Berg sind aktuell in der Lage, alle Patienten und Mitarbeiter vor Ansteckung mit Corona zu schützen – entsprechend den Vorgaben des RKI. Das haben wir sichergestellt“, macht Jörg Zbick gegenüber dem Bürgerportal deutlich. „Wir sind in der Lage, binnen kürzester Zeit Zimmer für die Isolierung von Corona-Patienten einzurichten.“

Keine Engpässe bei Notfallversorgung

Die Versorgung von Notfallpatienten (egal ob Coronavirus, andere Infektionskrankheiten oder andere Erkrankungen) sei nach Angaben des GFO-Sprechers auch gesichert, wenn die Isolierzimmer voll belegt seien, da grundsätzlich alle Zimmer als Isolierzimmer genutzt werden könnten.

„Auch selektive Eingriffe sind zuverlässig durchführbar, wenn nicht andere Gründe dagegensprechen. Alle Patienten, die eine stationäre Behandlung benötigen, werden wie bisher aufgenommen und in entsprechenden Patientenzimmern untergebracht“, schildert Zbick. 

EVK schränkt Besuche ein

Daniel Beer, Sprecher des EVK, verweist auf die geänderten Besuchsregelungen für sämtliche Bereiche des Krankenhauses inklusive der Seniorenresidenzen „Haus an der Jüch“ und „Haus Quirlsberg“. Demnach sind pro Patient und Tag nur noch ein bis maximal zwei Besucher aus dem engsten Angehörigenkreis gestattet. Wer Erkältungssymptome zeigt, muss auf den Besuch verzichten.

Chefärzte, Betriebs- und Geschäftsleitung stünden mehrmals täglich untereinander im Austausch und hielten den Kontakt zum Gesundheitsamt, so Beer. Die Vorgaben des RKI werden auch hier befolgt. 

Diebstahl von Desinfektionsmitteln

Laut Beer gebe es ein internes Ablaufschema für das Pflegepersonal, der Hygienebeauftrage sei im Dauereinsatz. Stand jetzt gebe es keinen Versorgungsengpass.

Sein Appell an erkrankte Menschen: Bitte das übliche, bereits bekannte Procedere bei Verdachtsfällen einhalten und zunächst telefonisch das Vorgehen mit dem Hausarzt klären, bevor der Weg in die Ambulanz aufgesucht wird.

Eine unschöne Begleiterscheinung: Vereinzelt kommt es zu Diebstählen von Desinfektionsmitteln. Das EVK hat laut Daniel Beer die Mitarbeiter angewiesen, verstärkt darauf zu achten. Fehlende Desinfektionsmittel gefährden letztlich die Sicherheit des Pflegepersonals.

Foto: Pascal Nordmann

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. Tapfer, die Leute, die trotz Ansteckungsgefahr weiter für die Menschen da sind. Chapeau! Denen auch noch die Desinfektionsmittel zu stehlen ist so schäbig. Im KH Merheim ist das auch passiert. Das ist nicht Diebstahl, das ist Plünderung!! Früher wurde man deswegen… Ja, soviel Egoismus macht mich wütend!