Die Schwere einer Krise zeigt sich nicht zuletzt daran, welchen Wert die Dinge bekommen. Wofür sie gehandelt werden. Denken Sie jetzt nicht auch direkt an Nudeln, Mehl, Desinfektionsmittel oder Toilettenpapier?

Unser Großvater väterlicherseits wuchs Mitte des vergangenen Jahrhunderts in der Eifel nahe der Grenze zu Belgien und dem Hohen Venn auf. Die Zeiten waren karg, es galt eine sechsköpfige Familie durchzubringen. Entsprechend gedieh der grenzüberschreitende „Handel“ in der Nachkriegszeit.

Bei Wandertouren ins Venn zeigt uns unser Opa selbst heute noch gerne die Schmugglerpfade, über die damals der in heimischen Bienenstöcken produzierte Honig gegen Kaffee und ähnliches eingetauscht wurde. Der Schmuggel war damals nicht ohne Risiko, daher schickte man lieber die Kinder, raunt Opa mit sichtlichem Stolz. 

Geld galt damals nichts, Scheinwährungen wie Kaffee waren nicht erlaubt. Aber sie sicherten das Überleben. Nähern wir uns in der Corona-Krise bereits diesem Punkt? Nun ja, es gibt schon Beispiele dafür: 

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Meine Nachbarn hatten gestern einen Handwerker im Haus. Während der Reparatur erzählte er von seinen Versuchen, in den Abendstunden das Nötigste einzukaufen. Bei Toilettenpapier war er mehrere Male nicht erfolgreich.

Unsere Nachbarn waren indes gut ausgestattet. Als Trinkgeld erhielt der Handwerker also anschließend – Sie ahnen es – eine Packung Toilettenpapier „3lagig“. Der Handwerker war glücklich.

Nun ist Toilettenpapier (noch) nicht lebenswichtig. Aber wer hätte vor einer Woche gedacht, dass das öffentliche Leben zum Stillstand kommt?

Jetzt mal ehrlich: Wieviel Rollen haben Sie zuhause? Berichten Sie uns, unten in den Kommentaren oder per Mail an die Redaktion.

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Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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7 Kommentare

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  1. Ich habe,nur das eine „Paket Toilettenpapier“gekauft…da ich nur 2 Rollen da hatte…. Aber,es war schon sehr sehr schwierig,es
    letzte Woche, zu bekommen.Ich habe es nur noch, bei Kodi bekommen… die letzten Mittwoch noch bis 15 Uhr geöffnet hatten.
    Ich finde,es schon“unmittelbar diese Hamstereinkäufe“ES IST NICHT WIRKLICH, SOZIAL DEM ANDEREN GEGENÜBER“!!!!UND AUCH NICHT WIRKLICH ZU VERSTEHEN… ABER AUCH NICHT WIRKLICH FAIR,DEN ANDEREN GEGENÜBER!!!! GENAUSO, MIT ANDEREM…WAS AUCH HAMSTER-
    EINKÄUFE SIND…
    KOMM AUS OBERHAUSEN UND IN DER NÄHE,IST EDEKA…..Da waren
    ehrlich gesagt, die ganzen Regale
    MEHR LEER ALS GEFÜLLT GEWESEN!!!
    Das habe ich so auch noch NIE erlebt… Hoffe sehr, daß es wieder etwas NORMALER,in den Lebensmittelgeschäfte werden wird

  2. Danke, dass Sie für uns da sind und uns mit allen wichtigen Infos versorgen… Ich hätte wahrscheinlich nicht erfahren, dass EDEKA – Hetzenegger von 8:00 bis 9:30 Uhr für Senioren öffnet.

  3. 2 halbe Rollen habe ich noch als disziplinierte Hausfrau. Und wie ich heute feststellen musste, wahrscheinlich ab übermorgen ein Problem.

  4. Für manch einen mag dieses Thema ein Spezialthema sein. Für unsere Stadt und sogar für die ganze Republik ist es ein Problemthema geworden. Butter bei „die“ Fische.

    Ich rechne mal mit meinen 20 Rollen wie folgt:
    1 Rolle = 160 bis 200 Blatt
    1 Anwendung = 16 bis 20 Blatt
    1 Rolle reicht also 10 Tage für 1 Person.
    20 Rollen reichen also für 160 bis 200 Tage wiederum für 1 Person.
    160 bis 200 Tage sind also ausreichend „abgesichert“.
    Oder man sagt 20 Rollen reichen für etwa ein halbes Jahr, auf eine Person gerechnet.

    Zusatzfrage ganz direkt an die Aufkäufer: Was machen Sie eigentlich, wenn Sie mit der Qualität nicht zufrieden sind? Wollen Sie wirklich jahrelang auf die Zähne beißen, bis alles endlich aufgebraucht ist?

  5. Ich hab nicht mehr als sonst. Aber ich habe glaub ich sonst immer etwas mehr als andere. *lach* Jedenfalls hab ich in den letzten Tagen kein Toilettenpapier kaufen müssen.

  6. 20.
    Ich, nein wir, haben 20 Rollen. Viel? Wenig? Das ist eine, ich sage mal, eine etwas statistische Frage: Anzahl der Personen, dazu kommen noch individuelle Eigenheiten jeder Person in dieser Sache. Ich meine dabei nicht einfach, ob dick oder dünn. Als Person, meine ich.
    Ja, und so kommt es, dass man ganz automatisch das Thema weiter verfolgt und beobachtet, bei jedem Einkauf.