Not macht erfinderisch. Die Nähworkshops des Projektes „Leben mit dem Tod“ fallen Corona-bedingt aus. Jetzt nähen die Ehrenamtler Stoffmasken für Risikogruppen, die auch oft Trauernde sind. Die Masken können gegen eine Spende erworben werden.

Seit vielen Jahren finden im Rahmen des Kooperationsprojektes „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ Nähworkshops für Betroffene Familien statt.  Unter Anleitung von erfahrenen Schneiderinnen, die sich ehrenamtlich im Projekt einbringen, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, aus einem Kleidungsstück des Verstorbenen Kissen, Taschen, Teddybären oder ähnliches zu nähen.

Nähworkshops für Trauernde „Kreative Methoden können wichtig sein, damit Betroffene die Themen der Trauer in einer für sie passenden Weise bearbeiten können“, so Projektleiterin Stephanie Witt-Loers.

„Aus meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass sich in einigen Familien Konflikte um den Verbleib der Kleidung des Verstorbenen herausbilden, weil nicht immer alles aufbewahrt bzw. weiter genutzt werden kann oder Menschen im System sich nicht einig werden können.“  

Kleidungsstücke umzufunktionieren sei eine tröstende, platzsparende Alternative, mit der meist alle einverstanden sind. Jüngere und ältere Trauernde können ihr persönliches Erinnerungsstück gestalten. So entstehen Kissen, Taschen oder auch ein Teddy.

Beim letzten Workshop hat Michael, ein junger Vater (30 Jahre) für seine kleine 2,5 Jahre alte Tochter ein Kissen aus dem T-Shirt der verstorbenen Mama hergestellt. Seit das Mädchen das Kissen hat, schläft sie nachts durch.

Aus den Hemden des Vaters bzw. Ehemanns stellten eine Mutter und Tochter gemeinsam einen Teddy her. Das hat beide in ihrer tiefen Trauer noch mehr miteinander verbunden.

Aus dem Lieblings-Fußballshirt des verstorbenen Sohnes oder aus dem Nachthemd der verstorbenen Mama wurden ebenfalls ganz besondere Kissen und Wegbegleiter.

Unterstützung bekommen die Trauernden durch die helfenden Hände versierter Hobbynäherinnen und der Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers.  Meist sind es sehr intensive und berührende Stunden für die Trauernden, die die Geschichte zu ihrem mitgebrachten Kleidungsstück erzählen.

Manchen falle es schwer das Kleidungsstück zu zerschneiden, so dass die Verantwortlichen eine Technik entwickelt haben bei der Kissen hergestellt werden können, ohne das eine Schere zum Einsatz kommen muss.  

Auf Grund der aktuellen Einschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus können diese so wichtigen Angebote zurzeit leider nicht stattfinden. Stattdessen haben sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gemeinsam mit Projektleitung Stephanie Witt-Loers (Trauerbegleiterin, Autorin und Heilpraktikerin für Psychotherapie) dazu entschieden, einen Beitrag in dieser schwierigen Zeit zu leisten.

Die Beteiligten nähen schon seit über einer Woche nach einer Anleitung des Gesundheitsamts Essen Stoffmasken für Menschen mit schwachem Immunsystem (häufig Trauernde), Menschen mit Vorerkrankungen sowie für ältere Menschen. 

Die Stoffmasken können die aktuellen Hygiene- und Abstandsanweisungen nicht ersetzen. Sie garantieren laut Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, auch keinen Schutz vor einer Ansteckung können jedoch ein wenig das Risiko verringern.

Seit dem 02.04.2020 empfiehlt nun auch das Robert-Koch-Institut auf seinen Seiten die Mund-Nase-Masken und weist zudem darauf hin, dass sie das Bewusstsein und gesundheitsbezogene Verhalten unterstützen können. 

„Für viele unserer Klienten sind diese Stoffmasken sehr wichtig. Gerade durch die Trauer um den bevorstehenden Tod eines Menschen oder den bereits erlebten Tod eines nahestehenden Menschen ist die physische und psychische Gesundheit häufig schon sehr angeschlagen. Mit den Masken fühlen sich die Trauerenden einfach ein Stück sicherer “, so Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers. 

Trauernde und Angehörige der sogenannten Risikogruppe können solche Stoffmasken gerne unter info@dellanima.de anfragen und gegen eine freiwillige Spende für das Projekt „Leben mit dem Tod“ bestellen.

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