Die Zanders Paper GmbH hat die Verhandlungen mit der Stadt Bergisch Gladbach über einen langfristigen Pachtvertrag auf Eis gelegt. Die Vereinbarung, bis zum 7. Oktober ein lange gefordertes Gutachten vorzulegen, hatte das Unternehmen gebrochen, daher sagte die Stadt eine geplante Sondersitzung des Stadtrats am 26. Oktober jetzt ab.

Tom Olander, der Mehrheitseigentümer der Zanders Paper AG, hatte über den Kölner Stadt-Anzeiger erklärt, die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Lutz Urbach einzustellen und abzuwarten, bis sein Nachfolger Frank Stein am 1. November das Amt übernommen hatte. Damit war der Plan geplatzt, noch während der Amtszeit des aktuellen Stadtrats eine Einigung über den für Zanders so wichtigen Pachtvertrag für das Grundstück zu vereinbaren.

Dabei hatten sich zuvor alle Seiten darauf verpflichtet, genau das zu tun. Olander hatte sich Mitte September in einer schriftlichen Absichtserklärung verpflichtet, das seit Anfang des Jahres geforderte Gutachten vorzulegen, dass Zanders attestiert, zumindestens mittelfristig überlebensfähig zu sein.

Dieses Gutachten, das hatte der Stadtrat zuvor nach einer Diskussion mit der Werksleitung einstimmig beschlossen, ist aus Haftungsgründen für den Abschluss des Pachtvertrags notwendig.

Nachdem sich dann Olander im Stadt-Anzeiger zu Wort meldete, fragte die Stadt bei ihm direkt nach, was nun Sache sei, berichtet die Stadtverwaltung jetzt in einer Mitteilung. Eine direkte Antwort habe es nicht gegeben, sondern nur der Hinweis, Olander werde sich in der Woche ab dem 5. Oktober in der Stadt aufhalten und Gespräche mit wichtigen Beteiligten (Stakeholder) führen.

Den 7. Oktober und damit die Frist für die Vorlage des Nachweises der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ließ Olander verstreichen.

Daher habe das Ratsbüro festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Einberufung des Rates im Oktober nicht erfüllt sind. Die Sonderratssitzung am 26. Oktober entfalle.

Damit muss der neue Stadtrat, der sich am 10. November im Bergischen Löwen zur konstituierenden Sitzung erstmals trifft, die Entscheidung treffen. Dazu nüssen sich zunächst die neuen Ratsmitgliedern in das komplexe Thema einarbeiten. Die nächste Ratssitzung ist für den 15. Dezember geplant.

Bis dahin kann der aktuelle kurzfristige Pachtvertrag erneut verlängert werden; die Sicherheit für dringend notwendige Investitionen in die Papierfabrik fehlen jedoch.

Im Wahlkampf hatten sich die SPD und Frank Stein mit Tom Olander (4.l.) über die Zukunft der Fabrik ausgetauscht

Frank Stein übernimmt das Amt des Bürgermeisters am 1. November. Er hatte jedoch bereits in einem Brief an Olander bekräftigt, dass er natürlich genauso wie Lutz Urbach hinter dem einstimmigen Ratsbeschluss stehe; ohne das Testat der Wirtschaftlichkeit werde es keinen Pachtvertrag geben.

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8 Kommentare

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  1. Ich habe schon vor vielen Jahren zu meinem Mann gesagt,suche dir eine neue Arbeit.
    Nein, er wollte nicht nach über 30 Jahren.
    Vor zwei Jahren hat er die Quittung bekommen.
    Insolvenz dann die Kündigung mit 56.
    200 Überstunden weg und die Sterbekasse die wir privat bezahlt haben über 30 Jahre, alles in der Insolvenzmasse.
    Dann ein Burnout und die ganze Gesundheit kaputt..
    Jetzt nach zwei Jahren geht es ihm wieder sehr gut.
    Gesundheitlich und eine neue Arbeit.
    Zanders ist in meinen Augen das allerletzte .
    Und Ich stimme den anderen Kommentaren voll zu..

  2. es ist zum Lachen. Herr Olander und auch der Betriebsrat- vorsitzende haben die Stadt und auch den scheidenden Bürgermeister lange genug an der Nase rumgeführt. Wenn der Betriebrat und herr Olander ein ernsthaftes Interesse an dem Wohl der Mitarbeiter hätten, dann läge das Gutachten schon längst vor. Statt dessen geben sie Herrn Urbach und dem alten Stadtrat die Schuld an der Schieflage bei Zanders. Schuld hat meiner Meinung nach der Betriebsrat und Herr Olander. Es darf einen normaldenkenden Bürger nicht verwundern, wenn es bei Zanders den Bach runter geht. Einzig und allein die Handelnden der Firma Zanders sind schuldig an dem Zustand, niemand anders.

  3. Wie habe ich verbal auf Bürgermeister Urbach eingedroschen, als er vergangenes Jahr Monaten bei der 2. Anfrage von ZANDERS wieder nur einer Vertragsverlängerung für kurze Zeit zustimmte. Heute muss ich Abbitte leisten. Lutz Urbach hat so gehandelt, weil er, was viele außer mir nicht sahen, die Stadt vor Problemen bewahren wollte.

    Leider hat sich meine Einschätzung Olanders als richtig erwiesen, denn er findet wohl kein Büro, dass ihm ein Gutachten, wie die Stadt es verlangt, basteln kann. Nun bricht er die Verhandlungen einseitig ab, lässt dies durch eine Tageszeitung wissen und glaubt scheinbar, die Stadt unter Druck setzen zu können, was beides denkbar schlechter Stil ist. Er reiht sich nahtlos an alle aus Nordeuropa kommenden Investoren, die einzig und allein Interesse daran hatten, ZANDERS zu Geld zu machen, wobei ihm scheinbar der Betriebsratsvorsitzende als Steigbügelhalter dient.

    Dies alles wird auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen, die schon auf sehr viel verzichtet hat und die nach wie zuvor willens ist, weiter Leistung zu zeigen in dem Bewusstsein, dass ZANDERS Potential hat. Leider steht nur eine Heuschrecke im Weg, ohne die es m.E. gelingen müsste, dieses historische Unternehmen der Stadt zu erhalten.

  4. Man kann nur empfehlen, sofort das Insolvenz-Verfahren einzuleiten, weil die Stadt und ihre Bürger sich keinesfalls weiter von diesem siegessicher grinsenden Herrn auf dem Foto abzocken lassen sollten.

  5. Da hat sich die SPD mit ihrem Vorpreschen kurz vor der Wahl ein ziemliches Ei ins Nest gelegt.

    Aber ok, in der heutigen Wirtschaft sind die Damen uns Herren ja eh noch nicht angekommen. Die Sozi-Romantik des letzten Jahrhunderts klebt in den Köpfen.

    Da man das Personal bei der letzten Wahl jedoch nicht austauschte, wird es weiterhin bergab gehen.

    Jede Ära hat mal ein Ende. Gebt dem Investor Zeit, den Laden abzuwickeln und entwickelt währenddessen zusammen mit den Bürgern und Experten ein Konzept für dieses Filetstück der Stadt.

    Selbst mit teilweiser Wohnbebauung arbeiten dort in einigen Jahren mehr Menschen als heute.

    Also, Augen nach vorne und nur die Anzahl der Arbeitsplätze im Blick haben, nicht die Art und den Arbeitgeber.

    Glück auf.

  6. Lieber ein Ende mit schrecken als schrecken ohne Ende. Zander will uns nur weichkochen. Am Ende zählt der Steuerzahler ein Vielfaches als sofort die Pacht zu beenden und das wertvolle Grundstück für die Stadtbebauung zu nutzen.

  7. Die Statements der wechselnden Eigentümer und nun eines Investors sind seit Jahrzehnten den Mitarbeitern gegenüber immer die gleichen.
    Ein aussaugen in kleinen Schritten. Versprechen wie eine Standortsicherung werden gebrochen. Die Mitarbeiter haben Jahrelang teilweise umsonst arbeiten müssen und wurden dann bitter enttäuscht.
    Nun wird versucht mit dem Rest der Belegschaft auch noch die Stadt in die Knie zu zwingen um sich den Rest an Geldern zu sichern. Mittlerweile durchschaut wohl auch die Stadtverwaltung und der Stadtrat das dies Methode hat. Dieser Salami Taktik des Investors sollte schnellstens einen Riegel vorgeschoben werden.

  8. Ein deutliches Statement von Zanders. Es wird auf Zeit gespielt und es dürfte klar sein warum….