Liebe Leserin, lieber Leser,

2021 war ein hartes Jahr. Ein Jahr, in dem wir Sie schnell und zuverlässig informiert haben. Zu Corona, zur Lokalpolitik und zu anderen wichtigen Themen. 

Ein Jahr, in dem wir Sie unterhalten haben, mit dem #Kulturkurier, großen Geschichten, eindrucksvollen Panoramatouren, Serien und tollen Fotos.

Ein Jahr, in dem wir uns für die lokale Kultur, für die Gastronomie sowie den Handel eingesetzt und immer wieder klar Position bezogen haben.

Damit wir 2022 auf diesem Niveau und einem stabilen Fundament weitermachen können, haben wir ein Anliegen:

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit. Den Betrag können Sie frei wählen, ab 5 Euro im Monat. 

Der Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung ist seit dem Jahreswechsel auch für Altverträge verpflichtend. In der Praxis führt das unter Umständen zu Schwierigkeiten, in vielen Fällen müssen die bestehenden Vereinbarungen angepasst werden.

Ab Januar 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, zu allen Entgeltumwandlungen in der betrieblichen Altersversorge (bAV) einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15 Prozent zu zahlen, wenn durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge eingespart werden.

Die Zuschusspflicht, die bisher nur die Neuverträge ab 01.01.20219 betraf, wird ab 2022 auf sämtliche Entgeltumwandlungsvereinbarungen, also auch auf Verträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden, ausgeweitet.

Der Grundgedanke der gesetzlichen Verpflichtung besagt, dass der Arbeitgeberzuschuss zusätzlich zur Entgeltumwandlung an den jeweiligen Pensionsfonds, die Pensionskasse oder die Direktversicherung, weitergeleitet wird.

Dies setzt jedoch voraus, dass der Anbieter eine Erhöhung des eingezahlten Beitrags akzeptiert. Allerdings ist dies in vielen Fällen, insbesondere bei Altverträgen, nicht gegeben bzw. möglich. Das hat zur Folge, dass der Arbeitnehmer eine Reduzierung seines eigenen Anteils in Kauf nehmen muss.

Wir empfehlen Ihnen daher, sofern eine entsprechende Anpassung des Versicherungsvertrages oder der Entgeltumwandlungsvereinbarung der Mitarbeiter bisher noch nicht erfolgt ist, diese umgehend zu regeln. Dafür ist zudem vom Arbeitgeber die Entscheidung zu treffen, wie der Zuschuss berechnet werden soll und wie dieser den Mitarbeitern zugutekommt.

Ermittlung der Sozialversicherungsersparnis

Um die Sozialversicherungsersparnis zu ermitteln, muss der Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag zur gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zugrunde gelegt werden.

Dabei sind auch der Arbeitgeberanteil zur berufsständischen Versorgung, der Arbeitgeberanteil zur freiwilligen gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sowie die Pauschalbeiträge für Minijobber einzubeziehen.

Maßgeblicher Zeitraum für die Beurteilung der Sozialversicherungsersparnis ist der Monat, in dem der Beitragsanspruch entsteht.

Höhe des maximalen gesetzlichen Arbeitgeberzuschusses

Im Jahr 2022 liegt der maximale gesetzlich verpflichtende Arbeitgeberzuschuss bei 42,60 €. Dies ergibt sich aus dem Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung in Höhe von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG).

Nimmt der Arbeitnehmer sein Recht auf Entgeltumwandlung in Anspruch und wandelt monatlich 284 € um, bezuschusst der Arbeitgeber diesen Vertrag mit 42,60 € (15 % aus 284 €). In die betriebliche Altersversorgung (bAV) fließen somit insgesamt monatlich 326,60 €.

Die Sozialversicherungsfreiheit gilt jedoch weiterhin „nur“ für Beiträge bis 4 % der BBG, d.h., dass auf den übersteigenden Betrag Sozialversicherungsbeiträge geleistet werden müssen.

Der Arbeitgeber ist aber nur dazu verpflichtet, so viel an Zuschuss zu leisten, wie er auch tatsächlich an Sozialversicherungsbeiträgen eingespart hat. Das bedeutet:

Der Arbeitgeber hat die Wahl zwischen einer sogenannten Spitzabrechnung, bei der sich der Zuschuss exakt auf die Höhe der eingesparten Sozialversicherungsbeiträge, maximal aber auf 15 Prozent der Entgeltumwandlung beläuft oder alternativ der Gewährung eines pauschalen Zuschusses (in Höhe von 15 Prozent des umgewandelten Beitrages).

Die volle Ersparnis erzielen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aktuell bei Einkommen unterhalb von 58.050 Euro.

Arbeitgeber entscheiden sich daher oftmals für eine pauschale Gestaltung, gewähren dadurch ihren Mitarbeitern teilweise einen höheren Zuschuss und minimieren ihre Verwaltungsaufwendungen.

Unsere Empfehlung – handeln Sie jetzt

Neben der Ermittlung der Sozialversicherungsersparnis und daraus folgend der Gestaltung der optimalen Zuschussregelung für die gesamte Belegschaft, sollten Sie sich für die versicherungstechnische Umsetzung des Arbeitgeberzuschusses mit allen Versicherungsunternehmen sowie mit Ihren Arbeitnehmern frühzeitig verständigen. Grundlage ist dabei zunächst der bestehende Versicherungsvertrag.

Sollten Sie sich bereits in der Vergangenheit mit einem freiwilligen Arbeitgeberzuschuss an der Entgeltumwandlung ihrer Mitarbeiter beteiligt haben, dann kann dieser auf den gesetzlichen Pflichtzuschuss angerechnet werden. In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu prüfen, ob in der bestehenden Vereinbarung (Versorgungsordnung, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag) eindeutig deklariert wurde, dass der Zuschuss als Weitergabe einer ggfs. vorhandenen Sozialversicherungsersparnis zu verstehen ist.

Sollte dies nicht der Fall sein, dann empfehlen wir Ihnen die Vereinbarungen anzupassen.

Wir beraten Sie gerne, 

Ihre Claudia Rottländer

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DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

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Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

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