Das gesamte Zanders-Areals wird neu entwickelt. Nach der einstimmigen Verabschiedung eines Strukturplans fordert die CDU jetzt rasch weitere Festlegungen ein. Foto: Stefan Krill (panomedia360)

Bei der Konversion des Zanders-Geländes drängt CDU-Fraktionschef Michael Metten erneut auf eine Konkretisierung des Strukturplans – damit klar ist, was stehen bleibt, was abgerissen wird, wo neu gebaut wird, was für Investoren zur Verfügung steht. Zudem fehle noch ein Oberthema – aus dem eine neue Identität für die ganze Stadt hergehen kann.

Für die Entwicklung des Zanders-Areals müssen nach Überzeugung der CDU-Fraktion in der zweiten Jahreshälfte wesentliche Entscheidungen getroffen werden, die an vielen Stellen konkretere Planungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen voraussetzen.

„Damit dieses für die Zukunft der Stadt überaus bedeutende Langzeitprojekt finanzierbar bleibt, sollte zuvorderst eine Zeitschiene erarbeitet werden, um möglichst bald zu klären, wann was wie umzusetzen und zu vermarkten ist“, betont der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Michael Metten.

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Metten fügt hinzu: „Das niederländische Planungsbüro ‚Karres en Brands‘ sollte dazu seinen Strukturplan weiter ausarbeiten, bei den erhaltenswerten Gebäuden sinnvolle Nutzungsoptionen aufzeigen und ebenso die Gebäude benennen, die wegen der baulichen Substanz für eine flächeneffiziente Nutzung abgerissen werden müssen.“

Michael Metten, Fraktionschef der CDU. Foto: Manfred Esser

Zu dieser Planungsfortführung gehöre auch die Nennung der Grundstücksbereiche, auf denen neu gebaut werden könne. Zudem müsse eindeutig definiert werden, „welche Areale mittel- und langfristig vermarktet und welche durch die Stadt genutzt werden sollen“. Hierzu brauche es eine klare Haltung.

„Wir brauchen eine neue Identität!“

Für Metten wäre es „wenig zielführend bis verhängnisvoll, wenn das Gebot der Wirtschaftlichkeit außer Kraft gesetzt würde, um utopische Träume verwirklichen zu wollen“. Bei einer derzeitigen jährlichen Zanders-Belastung des städtischen Etats von rund sechs Millionen Euro, die vermutlich in Kürze signifikant ansteigen werde, sollte „zielstrebig und verantwortungsbewusst das Machbare die kommende Planungsstrecke bestimmen“, empfiehlt der Vorsitzende der CDU-Fraktion.

Metten: „In Kenntnis dieser Ausgangslage müssen wir uns interfraktionell dazu Gedanken machen, welche sinnstiftenden Nutzungen als großes Oberthema auf dem Zanders-Gelände realisiert werden können.  Wir brauchen – nachdem die Papierproduktion ja nun Vergangenheit  ist – eine neue Identität! Wenn wir ausschließlich Wohnungen bauen, laufen wir Gefahr, identitätslos vom großen Nachbarn Köln geschluckt zu werden.“ 

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Deshalb gehöre zu den dringlichen Maßnahmen, die Anteile für das Wohnen und Gewerbe frühzeitig festzulegen. Es wäre seiner Meinung nach „verhängnisvoll“, wenn die Ansiedlung von Unternehmen auf dem Zanders-Areal aus ideologischen Gründen ausgeklammert würde.

Metten: „Gewerbesteuer-Einnahmen regnen bekanntlich nicht vom Himmel – die aber braucht die Stadt mit Blick auf die angespannte Haushaltslage ganz dringend.“ Aus diesem Grund seien auch außerhalb des Zanders-Geländes neue Gewerbeflächen ebenso auszuweisen wie für die Wohnbebauung. Ansonsten gebe es auf Jahre hin einen Stillstand; denn bis zur Nutzung des Zanders-Areals werde noch eine Menge Zeit vergehen.

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Verkehrskonzept für Zanders und die ganze Stadt

Zu den Sofortmaßnahmen gehört nach den Worten des CDU-Fraktionsvorsitzenden eine umfassende Verkehrsplanung für das Zanders-Areal: „Dies ist für den Quell-Zielverkehr der Neu-Bevölkerung notwendig, aber auch für die Gewerbetreibenden. Wie gelingt die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr? Wie ist der zunehmende Radverkehr zu organisieren? Wie passt sich das zu entwickelnde Zanders-Verkehrskonzept ins bisherige Verkehrsnetz der Stadt ein?“ Das seien zentrale Fragen, „für die schlüssige Antworten gefunden werden müssen“.

Bereits heute erleide Bergisch Gladbach in Refrath, Bensberg und Teilen der Stadtmitte „täglich einen Verkehrsinfarkt, wenn nicht gerade Sommerferien sind“. Selbst wenn das Zanders-Areal in den Wohnbereichen verkehrsarm konzipiert werde, sei es eine Illusion zu glauben, dass neue Bewohner und Unternehmen nicht zu einer höheren gesamtstädtischen Verkehrsbelastung führten.

Metten: „Infolgedessen bedarf es nicht nur eines Verkehrskonzeptes für Zanders, sondern für die Gesamtstadt. Hierzu bleibt die Ampel-Koalition bisher jede Idee schuldig.“  

Rückseite der Fußgängerzone gestalten

Eminent wichtig sei die Gestaltung für den Bereich der Gohrsmühle von den Stadthäusern bis zum Driescher Kreisel. Hierzu biete sich ein Gestaltungswettbewerb an. Konkret müsse es dabei um den „Office-Bereich“ im Kontext der Gesamtstadt gehen, unterstreicht Metten.

Für die Ausweisung neuer Flächen – beispielsweise durch den FNP – sei es für die CDU-Fraktion immer eine zentrale Bedingung gewesen, dass zuvor die verkehrlichen Auswirkungen zu prüfen seien und bei zu erwartenden negativen Erkenntnissen Lösungen geschaffen werden müssten.

Metten: „Die Ampel-Koalition scheint hier ein anderes Verständnis zu haben. Zentraler Bestandteil für die mittelfristige Erschließung des neuen Quartiers sollte die Verlängerung der Linie 18 auf das Zanders-Gelände sein. Ebenso bedarf es der Umsetzung und nicht nur der Planung des 10-Minuten-Taktes für die S 11.“

Wirtschaftlich Aspekte haben Vorrang

Bei allen bisherigen Wünschen und Überlegungen müssten die wirtschaftlichen Aspekte eine vorrangige Rolle einnehmen, bekräftigt der CDU-Fraktionschef. „Ansonsten laufen wir Gefahr, dass Zanders nicht zu einer Entlastung, sondern zu einer Belastung des städtischen Haushaltes auf Dauer wird.“ Das wiederum hätte zur Folge, dass sich die Entwicklung auf dem Gelände verlangsame, „weil es die städtischen Möglichkeiten überfordert“.  

Es liege sicherlich im Interesse aller Fraktion, „dass wir – mit externer fachlicher Unterstützung – die besten machbaren Ideen im Interesse unserer Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zur Umsetzung bringen“. 


Hinweise der Redaktion:  Den aktuelle Stand mit der Beschlusslage über den Strukturplan sowie den weiteren Schritten finden Sie in diesem Beitrag.

Die nächste Sitzung des „Ausschusses für die Konversion des Zanders-Geländes“ findet am 18. August ab 17 Uhr im Rathaus Bensberg statt. Wir werden aktuell berichten, hier können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen.

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6 Kommentare

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  1. „Wir brauchen eine neue Identität“, sagt Metten, und das „GEBOT“ der Wirtschaftlichkeit darf nicht verlssaen werden. Was heißt denn „neue“ Identität, wer hat sich in dieser Stadt je um eine gekümmert? Die CDU bestimmt nicht. Dass einer CDU wirtschaftliche Belange im Vordergrund stehen, ist man gewohnt. Wann aber wurde diese Partei ihren eigenen Ansprüchen gerecht? Etwa beim 30-jährigen Kampf um den alten Bahndamm, der endlich als Straße der Vergangenheit angehört, beim FNP-E, der von den Bürgerinitiativen auf die Hälfte der Wünsche zurechtgestuzt wurde, bei der Planung des „Urbach-Hauses“ am S-Bahnhof, beim Einsatz sehr vieler Gutachten und Planungen, die sich schließlich als unnütz erwiesen?

    „Wir bracuhen ein Verkehrskonzept“! Das brauchen wir seit Jahrzehnten, Herr Metten, und gerade ihre Partei, lange und immer wieder am Ruder, war nicht in der Lage, dem ständig wachsenden Verkehrschaos Herr zu werden. Im Gegenteil hat sie sich von Köln an der Nase durchs Dorf ziehen lassen, als es um die einzig wirkungsvolle Entlastung Galdbachs über das dafür gebaute Kreuz Mehrheim ging. Also kommen Sie nicht mit Forderungen, die ihre Partei vor Jahrzehnten hätte befriedigen müssen und Anregungen, die jedes Schulkind auch hätte vorbribngen können.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie die CDU Entwicklungen, Strukturen und Verbesserungen verlangt, ohne auch nur im Mindesten zuzugeben, dass sie an Fehlentwicklungen und Versäumnissen einen großen Anteil besitzt.

    „Stadt für junge Leute“, wobei es nie weniger junge Leute in Deutschland gab als zur Zeit. Was das mit dem Nachtclub soll, erschließt sich mir nicht. Es soll wahrscheinlich ein Lokal sein, dass man „Club“ nennt.

    „Stadt für visuelle Dienste“ in der Periphereie von Köln, das als Hotspot für Film, Funk und Fernsehen gilt und zahlreiche Fotostudios und Werbeagenturen, die meistens Großstädte suchen, beherbergt.

    Die Fa. Krüger existiert nun wahrlich nicht als Identifikations-Grund für die Stadt. Sie versucht im Gegenteil, mit aller Gewalt Versprechen, die sie angeblich mal von einem früheren Bürgermeister erhalten haben, durchzusetzen. Die Menschen im Neuborner Busch können ein Lied davon singen.

    „Die Bürger können jederzeit mitbestimmen“ ist ein gewagter wie nicht belegbarer Satz. „Bürgerbeteiligung“, wie es ja bei allen die Stadt verändernden Maßnahmen heißt, wird von der Verwaltung als Vermittlung bereits beschlossener Aktivitäten gehandhabt. „Mitbestimmung“ der Bevölkerungist in GL Wunschdenken.
    Die FWG entstand nach dem Kampf der Bürgerinitiativen gegen den FNP, eine „Wandlung“ der CDU kann ich wahrlich nicht erkennen.
    Das ZANDERS-Areal wird kaum ohne Investoren in eine für GL erstrebsame Zukunft geführt werden können.

    1. Da kann ich jeden Punkt sowas von nachvollziehen! Ich würde erstmal mit dieser Müllkippe am S-Bahnhof anfangen. Das „Tor“ zum Bergischen Land ist eine Diaspora. Die „Investoren“ der Marktgalerie lassen alles verkommen. Sorry, die Stadt sieht allem mit offenen Augen zu!

  2. Das ZandersAreal gehört der STADTGESELLSCHAFT und NICHT den Investoren !
    Es sollte ein kühlender Ort mit schattenspendenden Bäumen, FASSADENBEGRÜNUNG und Bänken sein. Also ENTSIEGELN. Natürlich mit Kulturzentrum!

  3. Im Gegensatz zu meiner „Vorschreiberin“ sehe ich auch in GL eine zunehmend ältere Bevölkerung, die auf nahe (fußläufige) Dienstleistungen und andere Angebote angewiesen sind. Für diese Gruppe bietet sind das Gelände geradezu an (Mehrgenerationen).

    Ich möchte zu bedenken geben, daß die neue Partei FWG erst durch die Ausweisung vieler möglicher Wohn/Baugebiete OHNE verkehrstechnische Planung sowie fehlender Berücksichtigung von Umweltaspekten entstanden ist. Daran maßgeblich beteiligt war die CDU. Deshalb freue ich mich über die Wandlung dieser Fraktion und hoffe zukünftig auf Unterstützung bei Entscheidungen im Rat.

    Corona, aber auch der Streik des Uniklinik-Personals, zeigen mir, wie wichtig ein menschliches Miteinander und ein gutes Arbeits-und Lebensumfeld sein muß.

  4. Die CDU hat den planerischen Grundansatz, den die Stadt gewählt hat, nicht verstanden.

    Die Stadt hat sich für eine prozesshafte Entwicklung des Areals unter dauerhafter Bürgerbeteiligung entschieden.
    Aufgrund der Größe und Komplexität des Geländes ist eine klassische Planung mit einem definierten Endzustandes („Masterplan“) ungeeignet.

    Statt dessen werden aufgrund der etappenweise zur Verfügung stehenden Flächen (Abriss ungeeigneter Gebäude, Erhalt geeigneter Gebäude, Sicherung, Erschließung von Verkehrsflächen, Aufbau von Strom, Wärme, Telekom, Abwasser), des langen Entwicklungszeitraumes und vieler sich im Wandel befindlichen Bedingungen (Klima, Mobilität, Arbeit, Wohnen,…) flexible Planungsinstrumente gewählt.

    Auf diese Weise kann die Planung laufend den sich ändernden Bedingungen angepasst werden – die Bürger können jederzeit mitbestimmen. Bei einer endgültigen Planung, die über viele Jahre genauso umgesetzt würde, wäre dies nicht möglich.

  5. Es ist richtig jetzt über eine neue Identität nachzudenken, da sich Optionen ergeben. Aus meiner Sicht haben wir das Glück, dass noch relativ viele junge Leute unter 30 Jahren von hier noch nicht weggezogen sind. Da dies eine Besonderheit von GL ist, würde ich „Stadt für junge Leute“ als CI nehmen und weiter in diese Richtung fördern. Zum Beispiel durch Ansiedelung weiterer Fachhochschulen, einem Kino und einem angesagten Nachtclub. Wir haben aber auch viele Fotografen in GL. Das wäre auch eine Alternative „Stadt für visuelle Dienste“. Fotostudios, Werbeagentur und Grafiker etc bekämen dann verbilligt Lagerhallen zur Miete. Für ein „ Silikon Valley an der Strunde“ sehe ich trotz Miltenyi keine Grundlage. Wir sind eher die Stadt für haltbare Lebensmittel (Krüger), aber auch dieses Image könnten wir fördern, indem wir Start-ups aus der Branche aus ganz D. nach GL holen.