Foto: Thomas Merkenich

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Mit Blick auf die kommenden knappen Zeiten klopft die Stadt derzeit alle Möglichkeiten ab, mehr Geld einzunehmen. Dabei wurde sie bei „hundehaltenden Personen“ und in Spielhallen (von denen es immer noch viele gibt) fündig. Auch Heiratswillige müssen mit höheren Preisen rechnen.

Die Stadtverwaltung stellt sich auf schwierige Haushaltsjahre ein. Daher werden für den Etat 2023 derzeit nicht nur alle Ausgaben überprüft, es wird auch nach möglichen höheren Einnahmen gesucht.

Dabei ist die Verwaltung in diversen Bereichen fündig geworden, drei Vorschläge sollen nun dem Stadtrat vorgelegt werden und niedrige sechsstellige Summen einbringen. Insgesamt geht es im folgenden um bescheidene 0,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: die gesamten Einnahmen der Stadt liegen weit über 300 Millionen Euro.

Hochzeit und andere standesamtliche Leistungen

93.693 Euro soll eine neue „Satzung für standesamtliche Dienstleistungen“ in die Kasse bringen. Wie viele andere Städte will Bergisch Gladbach künftig höhere Gebühren verlangen, als in der „Allgemeinen VerwaltungsgebührenOrdnung NRW“ vorgesehen – und die zum Teil seit zehn Jahren nicht mehr gestiegen seien.

So soll die „Vornahme der Eheschließung im Ratssaal des Historischen Ratshauses“ künftig je angefangene halbe Stunde 30 Euro kosten, das gab es bislang kostenlos. Die Nutzung des kleinen Trauzimmers im Rathaus bleibt dagegen kostenfrei.

Viele andere Posten werden geringfügig erhöht. Eine Ausnahme: Die nachträglich Beurkundung einer Eheschließung oder Geburt kosten demnächst doppelt soviel, 80 statt 40 Euro.

Die Erteilung einer beglaubigten Abschrift aus den Personenstandsregistern kostet künftig 14 statt 10 Euro. Weil die Stadt diese Leistung aber rund 10.000 mal pro Jahr erbringt kommen damit rund 40.000 Euro mehr in die Kasse.

Der Ausschuss für Infrastruktur, Sicherheit und Ordnung hatte die Satzung bereits mit großer Mehrheit (gegen die Stimme der AfD) gebillig.

Die alten und neuen Gebühren im Detail finden Sie hier im Ratsinformationssystem.

Hundesteuer

Mehreinnahmen von 103.000 Euro erwartet die Stadtverwaltung durch die Erhöhung (erstmals seit 2011) der Hundesteuer von 100 auf 120 Euro.

Gleichzeitig will die Stadt mit einer ganz neuen Hundesatzung ein paar verwaltungstechnische Änderungen umsetzen:

  • Die höhere Besteuerung eines zweiten, dritten oder vierten Hundes in einem Haushalt fällt weg, jeder Hund kostet 120 Euro. Die Begründung: waren mehrere Hunde unter einer Adresse gemeldet war nur mit großen Aufwand herauszubekommen, ob sie zu einem Haushalt gehörten.
  • Der Jahresbeitrag kann künftig in zwei Raten (zu je 60 Euro) gezahlt werden.
  • Die Hundemarken aus Metall werden nicht mehr ausgegeben; dafür sei der Verwaltungsaufwand unverhältnismäßig hoch. Zum Nachweis der gezahlten Hundesteuer soll in Zukunft eine Kopie des Steuerbescheides dienen.
  • Die Hundesteuersatzung verwendet „genderkonforme Formulierungen“: aus dem „Hundehalter“ wird jetzt eine „hundehaltende Person“.

Den Entwurf der neuen Hundesteuersatzung finden Sie hier im Ratsinformationssystem.

Glückspiel

Mehreinnahmen von 180.000 Euro verspricht sich die Stadtverwaltung von einer Erhöhung der Vergnügungssteuer auf Spielautomaten von 20 auf 24 Prozent. Nebenbei könne das auch der „Bekämpfung und Eindämmung exzessiven Spielverhaltens“ dienen.

Aus den Unterlagen zu diesem Tagesordnungspunkt im Finanzausschuss geht hervor, dass die Zahl der Spielhallen in Bergisch Gladbach aufgrund des neuen Glücksspielstaatsvertrages 2021 von 18 lediglich auf 16 gesunken ist. Diese 16 Spielhallen hätten alle Konzessionen bis mindestens 2028 erhalten. Erst danach werde das Ordnungsamt „vermutlich“ den Betreibern, die Mehrfachhallen besitzen, einige Konzessionen entziehen. Davon wären jeweils zwei Hallen an zwei Standorten betroffen.

Die Änderungen der Vergnügungssteuersatzung finden Sie hier im Ratsinformationssystem.

Parkgebühren werden nicht erhöht

Die zunächst geplante Verdopplung der Parkgebühren hat die Stadtverwaltung wieder abgeblasen. Weil der Anlass dafür, eine neue Mehrwertsteuerpflicht, zwischenzeitlich vom Bundestag aufgeschoben worden war.


Einladung: In der dritten Runde der BürgerAkademie des Bürgerportals geht es um den städtischen Haushalt – und seine große Bedeutung für die Ausrichtung der Arbeit der Stadtverwaltung. Zu Gast am 12. Dezember ab 19.30 Uhr ist Stadtkämmerer Thore Eggert. Am 13. Dezember besuchen wir die Ratssitzung, in der Kämmerer und Bürgermeisten den Haushalt einbringen – und besprechen die Sitzung danach in der Kneipe mit Ratsmitgliedern aller Fraktionen. Anmeldung und Info per Mail: redaktion@in-gl.de

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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46 Kommentare

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  1. Leserbrief

    Sehr geehrtes Redaktionzteam,
    Sehr geehrte Lokalpolitiker ,

    Die Steuererhöhung für Spielhallenbesitzer begrüße ich sehr. Ich hoffe inständig, dass diese Art von Gewerbe bald gänzlich verboten wird.

    Zur Erhöhung der Hundesteuer möchte ich doch eine wichtige Anmerkung und Fragen hinterlassen:
    1.) Denken Sie, dass durch eine Steuererhöhung die massenhaften, stinkenden Hinterlassenschaften von Hunden verschwinden?

    2.)Was leistet die Stadt Bergisch Gladbach für die Kassierung für Hundesteuer?

    3.) Warum werden Katzen- halter nicht besteuert?

    4.) Alleinstehende Menschen mit eingeschränkter sozialer Kompetenz, sollten von der Hunde-Steuerpflicht befreit werden. Warum ist das nicht schon so?
    5.) Parkgebühr sollten nach der Geh-Fähigkeit gestaffelt sein und Parktickets, wie Tickets des ÖNV als Abo erworben werden können.

    Freundliche Grüße und einen schönen 4. Advent.

    Monika Bilstein

  2. Mit der äußerst originellen Erhöhung der Hundesteuer für „hundehaltende Personen“ schreitet die Sprachverhun(d)zung in diesem Lande unaufhaltsam fort.

  3. 20% mehr Hundesteuer! Was ist mit den vielen Katzenbesitzer, Pferde etc. die machen auch Dreck! Wo bleibt hier die Gleichheit?

    1. Guten Morgen,
      ich gehe mal davon aus, dass Sie einen Hund haben. Daher unterstelle ich das Wissen, dass für die Hundehaltung auch Hundesteuer fällig wird.
      Beklagen Sie sich auch bei der Versicherung, dass die Hundeversicherung immer teuer wird. Rechnen Sie mal die Erhöhung der letzten Jahre hoch.

      Wenn ich mich für das Privatvergnügen Hund (abgesehen mal von Blindenhunden, Diensthunden bei Zoll und Polizei und vielleicht noch ein paar anderen Fällen trifft das ja zu) entscheide, muss ich auch mit Kosten und Kostensteigerungen rechnen.

    2. Mit der Besteuerung für Katzenbesitzer ist es allerhöchste Zeit.

      Pferdehalter werden schon lange übelst ausgenommen.
      Siehe die Kosten für die Reitmarken. Pferdekot ist guter Dünger.
      Hunde-Katzen-und Schweinesch…. stinkt nur.

      1. Auf eine Katzensteuer werden Sie lange warten müssen, denn dafür gibt es keine Rechtsgrundlage. Zuletzt hat es der NRW-Landtag 2011 abgelehnt, eine dafür notwendige Rechtsgrundlage zu schaffen. Die meisten Kommunen haben auch keine Lust darauf, da Erhebung und Kontrolle einen hohen Aufwand bedeuten würden, der die Sache finanziell uninteressant macht.

        Welcher Grund bliebe dann noch? So eine Steuer aus Prinzip einführen? Dann denken Sie doch einmal darüber nach, ob es Ihnen auch nur einen Deut besser geht, wenn jemand anderer ebenfalls zur Kasse gebeten wird.

  4. Zitat aus der neuen Satzung:

    „Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass intensive Hundehaltung zu erheblichen kommunalen Aufwendungen in Form von besonderer Gehwegreinigung sowie Sandaustausch auf Kinderspielplätzen und auch ordnungsbehördlichen Tätigkeiten (z. B. des Kommunalen Ordnungsdienstes) im Zusammenhang mit der Hundehaltung führt.“

    Ganz ehrlich: Ich glaube das davon nicht ein Satz stimmt. Und wenn Sand ausgetauscht werden muss, dann doch wohl wegen der Katzen, die auch noch Freigänger gehalten werden!

    Wo ist die Leinenpflicht für Katzen und eine Katzensteuer? An die armen Vögel denkt auch niemand!

    1. Herr Meier, Sie haben vollkommen recht. Nachbars Katze sch….. mir sogar auf meine Fußmatte und ich habe noch nicht gesehen, dass ein Hund in die Sandkiste macht. Die Kampagne der Stadt Hundehalter zu diskriminieren, städtisches Unvermögen in Sachen Hundesteuer und Hundeanmeldung / Hundehalter ist atemberaubend.

      Meine Frau hat den Hund 2020 bei der Stadt angemeldet und sich als Hundehalter registriert. Die Stadt (Amt wo man sich als Hundehalter anmeldet) war nicht in der Lage diese Information an das Steueramt weiterzuleiten, uns war damals nicht bekannt, dass man sich beim Steueramt separat anmelden muss (heute ist das auf der Internetseite erkennbar) und so wurde bei uns im Frühjahr auch nachgefragt, ob wir einen Hund haben. Dies haben wir natürlich wahrheitsgemäß beantwortet.

      Ob der Hund auch bei der Stadt angemeldet ist, wurde nicht mehr gefragt. Nun werde ich aber als Hundehalter mit den Steuerdingen belangt und habe nun sogar eine Ordungswidrigkeitsverfahren am Hals, obwohl ich gar nicht der Hundehalter bin. Die noch aktuelle Satzung sagt nämlich in § 1, dass der Hundehalter Steuer bezahlen muss, bin ich aber nicht.

      Das negiert die Stadt allerdings immer weiter, auch nach mehrmaliger Mitteilung, wer denn nun tatsächlich der Hundehalter ist und dass der Hund bei der Stadt bereits angemeldet wurde. Ich kann der Hundehalter per Definition schon nicht sein, da ich keinen Hundehalternachweis habe, den hat meine Frau, die sich auch um den Hund kümmert.

      Die Stadt handelt hier sehr bürgerfeindlich, stellt auch in der neuen Satzung aus meiner Sicht falsch darauf ab, dass alle im Haushalt lebenden Hundehalter sind, und ich kenne keine andere Stadt, bei der man den Hund 2 mal bei der Stadt anmelden muss. Der Aufforderung, den Hund bei der Stadt anzumelden bin ich nachgekommen. Bei welcher Abteilung ist mir als Bürger egal. Die Stadt ist für mich eine Behörde.

      Ich bin ja auch nicht Halter des Fahrzeugs, welches auf eine in meinem Haushalt lebende Person angemeldet ist. Das ist völlig absurd.

      Aber so ist das eben. Die Kosten für die externe Firma, die an den Haustüren klingelte und auch die Zusatzkosten durch erhöhten Verwaltungsaufwand bei „Ratenzahlung“ der Hundesteuer und die Plakataktion wird durch die Stadt bei der Mitteilung der wahnsinnig hohen Mehreinnahmen, da man die Steuerschuldigen jetzt „ertappt“ hat, auch schöngerechnet oder nicht berücksichtigt. Es ist für mich unfassbar.

      Den Gipfel setzt die Plakataktion auf, bei der alle Hundehalter über einen Kamm geschoren werden, dass alle die Haufen nicht wegmachen und mitnehmen. Zugegebenermaßen verwundert es mich schon, dass am Waldeingang so 20 bis 30 volle Kotbeutel liegen oder dass der Haufen nicht entfernt wird, sobald der Hund auf grüne Flächen kackt. Aber dort könnte man mehr Geld einnehmen als bei allen anderen Dingen, pro Haufen 150 €. Stellt euch an den Parkplatz zum Wald und kassiert!

      Kotbeutelspender halte ich auch für nicht zielführend, die holen sich auch die nicht Hundehalter, um da Butterbrote zu transportieren, Müll oder sonstiges zu entsorgen. Hab ich in anderen Städten zumindest die Erfahrung gemacht.

      Also liebe Stadt, denkt doch erst mal intern nach bevor ihr die Mitbürger gegen euch aufhetzt und Hundehalter über einen Kamm scherend diskriminiert. Und für eine Katzensteuer für draußen rumlaufende Katzen, die dann auch eine Steuermarke tragen müssen, gechipt sein, ein Foto bei der Stadt abgeben etc. würde ich auch nichts gegen haben. Die laufen nämlich im Vergleich zu den Hunden ohne Halter draußen rum, bedeutet der Halter weiss gar nicht, wenn die Katze in den Sandkasten macht und könnte, selbst wenn, den Haufen im Gegensatz zu den zusehenden Hundehaltern diesen gar nicht entfernen (hoffentlich hatte der Hund dann keinen Durchfall). Mahlzeit!

      P.S. War es nicht so, dass auf Parkgebühren nun eine Umsatzsteuer hinzukommt, diese von der Stadt abzuführen ist, unterm Strich die Stadt bei nicht angepassten Parkgebühren also jetzt weniger Einnahmen hat? Aber Mehreinnahmen würden ohnehin durch den Verwaltungsapparat egalisiert.

      1. Haben Sie gesehen, das es eine Katze ist, die Ihnen auf die Fußmatte scheißt?
        Ich denke mal, nein. Wäre auch für eine Katze untypisch.

      2. 1. Der Hund wird nur einmal angemeldet, darauf bekommt man den Steuerbescheid und die Stadt gibt dann die Hundemarke aus (oder sin Zukunft halt nicht mehr) und stellt gegebenenfalls Rückfragen.
        2. Steht oben, das vorraussichtlich die Umsatzsteuerpflicht auf Parkgebühren für die Stadt um weitere Jahre in die Zukunft verschoben wird, daher soll es eventuell keine Preisanpassung stattfinden.

      3. Wenn es so hohe bürokratische Hürden für Hundehaltung in Bergisch Gladbach gibt, warum gibt es dann so viele Hunde und warum werden es immer mehr?

      4. @ Herr Lesnik weiter unten:

        zu 1.) das ist nicht so: die Stadt erwartet, das der Hund angemeldet wird, dass man einen Hund hält und ein zweites Schreiben macht, in dem man den Hund dem Steueramt mitteilt. Also: 2 Schreiben. Sehr unerfreulich für den Bürger!
        Danke für den Hinweis zur Umsatzsteuer, habe ich nicht gelesen.

        @Christian-Andreas weiter unten:

        einfach mal über den zweiten Abschnitt des Kommentars von Evelyn Barth nachdenken! Außerdem erkennt man diese hohen unverständlichen bürokratischen Hürden erst nachdem man den Hund angeschafft hat. Die meisten setzen den Hund dann nicht einfach auf die Straße oder bringen ihn ins Tierheim, um diese lästigen Dinge zu vermeiden.

      5. Information ist eine Holschuld. Wenn man einen Hund anschaffen will, dann weiß man, dass es die Hundesteuer gibt, und dann erkundigt man sich eben, wie das Ganze funktioniert. Wer das für unnötig hält oder etwas unterlässt, weil er sich die Sache anders zurechtgedacht hat, der braucht nachher nicht zu jammern.

      6. @Drucker weiter unten:
        … gejammert wird nicht über Hundesteuer-Teuerungen. Gejammert wird über die Stadtverwaltung, die nicht in der Lage ist, eine Information über eine Hundeanmeldung zu sammeln und dann als Stadt Bergisch Gladbach gegenüber dem Bürger zu behandeln. Hier muss man sich als Hundehalter an 2 Stellen der Stadt anmelden. Die Stadt sollte meines Erachtens gegenüber dem Bürger als eine Einheit auftreten. Weiter wird gejammert darüber, dass die Stadt nicht in der Lage ist, den gemeldeten Hundehalter anzuschreiben, sondern die mehrmalige Information, dass man nicht der Hundehalter ist, negiert und zusätzlich nicht erkennt, dass man absolut willig ist, Hundesteuer zu bezahlen (weiss man ja im Voraus), aber, wegen meiner Meinung nach, Organisationsmängeln bei der Stadt, dann Menschen mit Ordnungswidrigkeitsverfahren belästigt, die gar kein Hundehalter sind. Und wenn Sie jetzt meinen, es gibt doch eine Anhörung, da kann man das ja äußern: hab ich getan, die Stadt sendet mir den Bescheid dennoch zu. Bürgernähe stelle ich mir anders vor.

      7. „Die Stadt sollte meines Erachtens gegenüber dem Bürger als eine Einheit auftreten.“

        Und wie soll das gehen, wenn die Sachverhalte völlig unterschiedlich sind? Hundesteuer muss jeder Hundehalter bezahlen. Das ist auch das Erste, worauf man bei einer Google-Suche stößt: https://www.bergischgladbach.de/Dienstleistung.aspx?dlid=1930

        Die Anmeldung beim Ordnungsamt nach Landeshundegesetz gilt nur für große Hunde und betrifft auch nur einen Teil der Halter: https://www.bergischgladbach.de/Dienstleistung.aspx?dlid=2075
        Das hat mit der Hundesteuer absolut nichts zu tun, und das sollte auch jedem verständigen Leser auffallen.

  5. Ich habe zwar einen Hund, aber kein Auto. Diese moderate Hundesteuer entlockt mir keinen Aufschrei, ich weiß, dass andere Städte und Gemeinden wesentlich höher abzocken. Aber dass man sich nicht traut, das Abstellen eines Autos, der heiligen Kuh der Wirtschaft, höher zu belasten als das Halten eines Hundes, ist höchst traurig. Wenn man den gesellschaftlichen, umweltschädlichen, psychischen und gesundheitlichen Nutzen eines Hundes denen eines Autos gegenüberstellen würde, schnitt das Auto wohl abgrundtief schlechter ab. Und gerade in dieser psychisch stark belastenden Zeit, spielen Hunde eine sehr wichtige Rolle. Aber Hunde haben eben keine Lobby. Autos eine sehr starke.

    1. Dank Ihres (berechtigten !) Vergleichs konnte ich Vorurteile gegen Hundebesitzer abbauen bzw differenzieren (es gibt die rücksichtslosen, die Hunde können nichts dafür).
      Ich vermisse Ihre köstlichen Hundetouren (Beschreibungen) in gl.de

      1. Danke, Herr Thiel, es gibt in allen Bereichen Rücksichtslosikeiten. Leider fallen die mehr auf als die Rücksichtnahme.
        Und ja, ich vermisse die Hundetouren auch. Aber dem Grauen gehts gut, er ist nur alt, will aber die 15 im März wohl voll machen.

    2. „dass man sich nicht traut, das Abstellen eines Autos, der heiligen Kuh der Wirtschaft, höher zu belasten als das Halten eines Hundes“

      Da sind Ihnen anscheinend die Zahlen nicht bekannt. Ein Hund kostet 120 Euro im Jahr. Parken auf bewirtschaftetem Parkraum der Zone 2 kostet per Monatsticket 600 Euro im Jahr.

      Sinnvoller wäre es ohnehin, die Hundesteuer mit der Kraftfahrzeugsteuer zu vergleichen, da mit beidem die Lasten für die Allgemeinheit abgegolten werden sollen. Und auch da können Sie mit einem Auto locker beim 2- bis 5-fachen der Hundesteuer landen.

      1. Ich hab mich nicht richtig ausgedrückt. Natürlich ist das Parken aufs Jahr gesehen teurer als die Hundesteuer. Aber dass man bei den Parkgebühren den totalen Rückzieher macht, weil das Geschrei zu groß wurde, spricht m.E. für sich. Man hat letztendlich nicht nur von der Verdopplung abgesehen, man erhöht nicht mal um 10 Cent. Man hat diese Erhöhung komplett fallen lassen. Man hätte auch locker differenzieren können zwischen Parkern mit Monatsticket und dem Kurzparker zum Einkaufen. Nein, man kneift komplett.

      2. Im Hinblick auf den Empfänger des Geldstromes (hier Stadt) sind Parkgebühren und Hundesteuer schon vergleichbar. Wenn Mehreinahmen her müssen und man sich nicht traut, diese über Parkgebühren zu generieren, müssen halt andere Quellen angezapft werden.
        Von den nun betroffenen Gruppen (Spielsüchtige, Hundehalter, Heiratswillige) dürften die Hundehalter noch die beste Lobby haben. Bei den Ersatzurkunden wissen die Leute im Vorfeld nicht, dass sie diese Leistung brauchen. Deswegen gibt es da keinen Aufschrei.

  6. Und der Gral des Autos bzw. Parken des Autos wurde nicht angetastet.
    Man würde sich wirklich eine gerechtere Anpassung der Steuern wünschen.
    Parken sollte in GL mindestens so viel kosten, wie eine Busfahrt in die Stadt und zurück.

    ja, die 120€ beschreiben ein Oberkante in der Region…(nur eine Kommune ist teurer.) Dafür das nun keine Hundemarke mehr ausgegeben wird, ein Witz.

  7. Genderkonform ist diese nun “ inhaltlich wertiger“ Hundesatzung nicht wirklich !
    Wenn schon dann auch richtig ! Nicht Hund sondern Hund:innen.
    Ich kann nur mit dem Schopfe kütteln, über die wahren Probleme, die unsere Bevölkerung so beschäftigt.
    3 x Alaaf auf die Hunde*innen haltende Person!
    Juhd datt ich keene Hungk*in han.

    1. Ja, Gendern das ist wichtig!!! Obwohl es laut Umfragen über 80 % ablehnen.
      Gruß von einer hundehaltende Person

  8. Beim Spaziergang muss man nun also immer eine Kopie des Steuerbescheides dabei haben oder reicht ein PDF auf dem Handy?

    Gibt sicherlich schöne Diskussionen mit dem Ordnungsamt, wenn man kontrolliert wird und man mal nichts dabei hat.

    Ein 5-stelliger alphanumerischer Code würde doch reichen, damit die Ordnungsbehörde es direkt online einsehen kann. Den kann man sich als Hundehalter sogar merken und braucht ihn nur angeben, bei einer Kontrolle.

    1. Alle bisher angemeldeten Hunde sollten eine Dauermarke haben, die bis zum Lebensende es Hundes gilt. Ich hab jedenfalls so eine. Betrifft also nur neu angemeldete Hunde, wenn ich das richtig sehe.

  9. Ich habe persönlich nichts gegen die Erhöhung der Hundesteuer. Bei mir scheitert es nicht an 20 Euro. Ich gebe jedoch drei Dinge zu bedenken:
    1. Einige werden es sich nicht leisten können oder wollen. Nach der dramatischen Erhöhung der Gebührenordnung bei Tierärzten ist dies ein weiterer Anlass dafür, dass sich die Tierheime weiter füllen werden.
    2. Die Stadt Bergisch Gladbach ist die Kommune weit und breit, die schlechtesten Service anbietet. Generell und speziell. Denn als einzige mir bekannte Kommune bietet sie für ihre (im Bundesvergleich übrigens sehr hohe!) Hundesteuer nicht einmal Kotbeutelspender an. Die Nachbarkommunen Overath und Rösrath tun dies. Sogar recycelbare.
    3. Zum Glück ist die Verordnung jetzt endlich gendergerecht. Dadurch wird sie inhaltlich wertiger.

    1. Sehr hohe Hundesteuer?
      Bisher 100 Euro in BGL im Vergleich zu 96 Euro in Rösrath und Overath?
      Köln nimmt 156 Euro. Leverkusen nimmt 156 Euro.
      Keine Ahnung, ob Köln oder Leverkusen Kotbeutelspender anbieten.

      1. Wenn Sie keine Ahnung haben, warum antworten Sie dann? Haben Sie sich einmal damit beschäftigt, was die Hundesteuer in Köln impliziert? Im Gegensatz zu Bergisch Gladbach? Nicht? Dann schweigen Sie besser.
        Und, soll ich Ihnen beim nächsten Mal Beweisfotos aus Overath und Rösrath mitbringen?
        Wie kann man alles gut finden, ohne jede Kompetenz und ohne Vergleichswerte?

      2. Hallo Jens Schiffer, ich habe geantwortet, weil Sie die Hundesteuer in Bergisch Gladbach als „im Bundesvergleich sehr hoch bezeichnet“ haben. Der Bund der Steuerzahler veröffentlicht in Internet ausführliche Tabellen für alle Gemeinden. Auf Grundlage dieser Tabellen scheint mir diese Aussage unzutreffend zu sein.
        Sie möchten dass ich schweige, aber ich lege noch einen drauf:
        Es wäre gut, wenn es weniger Luxus-Hunde geben würde. Die hohe Anzahl an Luxus-Hunden stellt nämlich ein zunehmendes Ärgernis dar, insbesondere wegen der Verschmutzung des öffentlichen Raumes und der Privatgrundstücke durch Hundekot.

    2. Vor 15 oder 20 Jahren gab es in Bergisch Gladbach rund 4.000 Hunde; mittlerweile – nach einem nur unwesentlichen Anstieg der Einwohnerzahl – sind es etwa 7.000 Hunde. Der angeblich schlechte Service der Stadt Bergisch Gladbach und die Erhöhung der tiermedizinischen Gebühren scheinen also keinen signifikanten Abschreckungseffekt zu haben, und das ist bei einer derart moderaten Anhebung der Hundesteuer auch nicht zu erwarten.

      1. Sehr geehrter Herr Schiffer,
        wie Sie meinem Beitrag hoffentlich entnommen haben, schlage ich überhaupt nichts vor; insbesondere deutet nichts in meinen Zeilen darauf hin, ich befürwortete ein Euthanasieren, und ich verwehre mich gegen derartige Unterstellungen. Ich bezog mich auf Ihren Text und führte aus, dass die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit – anders, als Sie annahmen – einen Abschreckungseffekt der jetzigen Erhöhung der Hundesteuer nicht erwarten ließen.

    3. Wenn ich mir Ihre Antworten auf die Meinungen Ihrer Mitbürger durchlese, finde ich es sehr befremdlich, wie persönlich Sie werden.
      Lässt ja tief blicken….

      1. Wenn jemand seine Meinung auf Unwissenheit basierend kundtut, und dazu noch in einer ziemlich diskreditierenden Art und, ja, dann weise ich ihn persönlich zurecht.

      2. Haben Sie übrigens nicht einmal das Rückgrat, hier mit Ihrem echten Namen aufzutreten? Aber den Mund aufreißen. Reichlich lebsch, oder?

      3. @Jens Schiffer
        echter Name hin oder her, es fällt auf jeden Fall auf, dass Sie hier immer wieder extrem aggressiv und unsachlich auftreten. Keine Ahnung, ob Sie an einem wirklichen Diskurs überhaupt interessiert sind. Aber wenn doch kennen Sie vielleicht das Sprichwort „wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch wieder hinaus.“.

  10. Beim Glücksspiel wird also wieder eine Lenkungswirkung formuliert, was bei den Parkgebühren für einige Leute zum Vorwurf der Gängelung und des Umerziehenwollens bewogen hat. Wie führt eine Erhöhung der Steuer hier eigentlich zu einer Eindämmung von Glücksspiel? Verlieren die Spielsüchtigen dadurch am Ende nicht mehr Geld? Ist der Verwaltung nicht klar, dass die Spielsüchtigen auf Glücksspiel angewiesen sind? Sollen die Spielsüchtigen in andere Städte oder ins Internet-Glücksspiel gedrängt werden? Bei den Parkgebühren kamen ähnliche Argumente. Diese müssten hier konsequenterweise auch wieder kommen.

    1. „Ist der Verwaltung nicht klar, dass die Spielsüchtigen auf Glücksspiel angewiesen sind?“

      Was ist denn das für eine Argumentation? Da könnte man ja auch den Schnaps billiger machen, mit dem Argument, die Alkoholiker seien auf Alkohol angewiesen. Spielsüchtige brauchen keine preiswerteren Zock-Gelegenheiten, sondern eine Therapie.

      1. Gut, dass Sie das sagen. Ich hatte schon um Ihr Urteilsvermögen gefürchtet. Aber alle Zweifel daran sind jetzt wieder ausgeräumt.

        Ironie ist in einer rein schriftlichen Kommunikation immer ein wenig heikel, da man dabei keine nonverbalen Signale aussendet, die bei der Einordnung helfen.