Das Freibad im Milchborntal. Foto: Bädergesellschaft GL

Wie kühl ist das denn? Das Otto-Hahn-Gymnasium geht am Dienstag nach der 2. Stunde mit allen Klassen der Stufen 5 bis 10 ins Freibad Milchborntal. Am Mittwoch, wenn es noch heißer wird, gibt es Kurzstunden. Alle anderen müssen wohl selbst sehen, wie sie mit bis zu 36 Grad klarkommen. Zwar werden erste Termine abgesagt, kühlende ad-hoc-Maßnahmen sind jedoch nicht in Sicht. Wir haben einige Tipps, vor allem für Eltern und für Senior:innen.

Die Mitteilung auf der Website des Otto-Hahn-Gymnasiums ist auf den Punkt: „Angesichts der bevorstehenden Hitzewelle hat sich das OHG kurzfristig zu einer besonderen Maßnahme entschlossen: Am Dienstag wird der reguläre Unterricht für die Klassen 5 bis 10 durch einen gemeinsamen Freibadbesuch ersetzt. Ziel ist es, die extremen Temperaturen sinnvoll, bewegungsfreundlich und gemeinschaftlich zu gestalten.“ Am Mittwoch, wenn es bis zu 36 Grad werden soll, gibt es am OHG Kurzstunden, um 11:20 Uhr ist die Schule aus.

Ähnliche Hinweise sind auf den Websites der anderen weiterführenden Schulen derzeit nicht zu finden. Und auch die allgemeinen Hitze-Hinweise auf der Website der Stadt Bergisch Gladbach sind spärlich. Ausgerechnet unter einem Foto des sprudelnden Waffeleisen-Brunnens (der in Wahrheit seit Monaten still steht) heißt es dort:

„Die Stadt weist darauf hin, dass es aktuell für Sonntag, 29. Juni bis Mittwoch, 2. Juli, Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes für Bergisch Gladbach gibt.

Es wird vor allem empfohlen:

  • Bleiben Sie im Schatten. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung.
  • Tragen Sie luftige, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung.
  • Trinken Sie ausreichend und regelmäßig.
  • Lüften Sie nur dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen.
  • Verschieben Sie körperliche Aktivität im Freien möglichst auf die frühen Morgenstunden.

Bitte achten Sie gerade an heißen Tagen auch auf Ihre Mitmenschen, vor allem hilfs- oder pflegebedürftige Personen.“

Dann verweist die Stadt noch auf das Klimaanpassungsprogramm, das weitere Tipps enthält.

Das Fontänenfeld in der Schlossstraße. Foto: Stadt GL

Ad-hoc Maßnahmen, wie zum Beispiel ein Abkühlen besonders heißer Umgebungen durch perforierte Wasserschläuche, sind nicht geplant, heißt es in der Pressestelle auf Nachfrage. Immerhin, das neue Fontänenfeld in der Schlossstraße in Bensberg ist seit einigen Tagen in Betrieb und wird von den Kindern begeistern angenommen.

Und falls Sie – wie das OHG – ins Freibad flüchten wollen, sollten Sie die neue Möglichkeit der Online-Buchung nutzen: Man kann zwar nur Tickets für den jeweiligen Tag kaufen, kommt damit aber an den zum Teil langen Schlangen vorbei.

Tickets für Kombibad und Milchbornbad jetzt auch online buchen

Zum Start der Saison bildeten sich vor der Kasse des Kombibads bei gutem Wetter noch sehr lange Schlangen. Doch jetzt gibt es eine entscheidende Verbesserung: Die Tickets können in einem neuen Webshop online gebucht werden. Die Karten können zwar erst am Tag der Gültigkeit gekauft werden – aber dann kommt man an der Schlange vorbei schnell ins kühle Nass.

Warum nicht? Schatten-Elemente für den Konrad-Adenauer-Platz

Mehr große Bäume auf Bergisch Gladbachs zentralem Platz wären bei heißen Tagen eine Wohltat. Aber so schnell wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Der Designer Thomas Cramer hätte da einen anderen, innovativen Vorschlag – der mit relativ wenig Aufwand zu realisieren wäre. Warum eigentlich nicht?

Ein Vorschlag von 2022, aber nach wie vor nur eine Vision: Schattenelemente für den Marktplatz. Foto, Entwurf, Montage: Thomas Cramer

Für Kitas und (Grund)Schulen gebe die Stadt keine spezifischen Empfehlungen heraus, dort stehe es der jeweiligen Leitung frei, nach Bedarf entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, so die Pressestelle.

Lediglich der Seniorenstammtisch wurde verschoben. Eigentlich wollte der Seniorenbeirat am Mittwoch über das passende Thema  „Ältere Menschen und Hitze – worauf es jetzt ankommt“ sprechen, das findet nun erst am 9. Juli statt.

Zu den wichtigsten Maßnahmen der Klimaanpassung der Stadt gehört nach wie vor die „Karte kühler Orte“, die ständig aktualisiert wird. Dazu zählen vor allem Einkaufszentren und Kirchen – oder auch der Coworking-Space des Bürgerportals.

Foto: Sceenshot Stadt GL

Mehr Informationen

In den vergangenen Jahren haben wir einige wertvolle Hinweise zum Thema Hitze veröffentlicht, die weiterhin aktuell sind. Hier können Sie sich informieren:

Wie verhalten wir uns bei Hitze richtig

Der Seniorenbeirat befasst sich mit den Auswirkungen der immer häufiger auftretenden Hitzewelle: Wie können wir die Hitze gemeinsam überstehen und den Sommer genießen? Was ist zu tun, wenn jemand akute Hilfe benötigt?

Sprechstunde: Heißer Sommer, kühler Kopf

Mit dem Sommer kommt (irgendwann sicher) die Hitze, und während viele von uns die Sonne und das warme Wetter genießen, kann extreme Hitze für viele Menschen gefährlich werden – unter anderem für Kinder. Kinderärztin Uta Römer erklärt, warum das so ist, wie Hitze auch Medikamente beeinflussen kann und was insbesondere bei Kindern mit Grunderkrankungen zu beachten ist. Außerdem gibt sie neun gut umsetzbare Tipps zum Hitzeschutz.

Grüne stellen Fragen zum Hitzeschutz

Bei ihrer sogenannten „AnsprechBar“ in der Fußgängerzone haben die Grünen die Hitze des vergangenen Sommers zum Thema gemacht. Und die Passant:innen nach möglichen Maßnahmen zum Hitzeschutz befragt. Die Antworten waren eindeutig.

Stadtplanung, kurz & knapp: Gut bauen, Hitze bekämpfen

Der Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss hat sich mit der Frage beschäftig, wie in der Stadt gut gebaut werden soll und wo der Bauturbo zu hoch dreht. Mit ersten Vorschlägen zur Reduzierung der Hitze in der Innenstadt löste der Beigeordnete Ragnar Migenda starke Irritationen aus. Zudem ging es um eine neue Chance, die Kosten für die Zanders-Konversion…

SPD und Grüne fordern verbindlichen Hitzeschutz für Schulen und Kitas

Damit sich die unhaltbaren Zustände in Kitas und Schulen des vergangenen Sommers nicht wiederholen fordern die Fraktionen von SPD und Grüne rasche Maßnahmen für alle bestehenden Gebäude. Bei den anstehenden Neu- und Umbauten spiele der Hitzeschutz eine wichtige Rolle. Diese Forderungen bringt Rot-Grün jetzt per Antrag in den Stadtrat ein.

Wie die Stadt in der City für Abkühlung sorgen will

Nach einem weiteren sehr heißen Sommer schlägt die Stadtverwaltung drei Maßnahmen vor, die den Menschen in der Innenstadt etwas Erleichterung verschaffen sollen. Neben dem Aufstellen von Wassersprüh-Anlagen gehören auch größere Projekte der Entsiegelung dazu – in den Nebenstraßen der Fußgängerzone und im Forum-Park.

„Wir Landwirte sind dem Wetter ausgeliefert“

Braune und abgegraste Weiden, die schon lange kein Futter mehr für Kühe bieten, Bäume, die sich verfärben und ihr Laub abwerfen: Die wochenlange Dürre hat auch in Bergisch Gladbach Spuren hinterlassen. Sie zeigen sich bei der Ernte, auf Wiesen und in den Wäldern. Die Auswirkungen bekommen nicht nur die Bauern zu spüren.

Hitze-Schutz: AG Grüne 55plus fordert Nutzung von Bunkern und Ratskellern

Die Stadt Bergisch Gladbach ist mit ihrem Hitzeaktionsplan einigermaßen gut aufgestellt – es fehlen aber öffentlich zugängliche kühle Orte. Die Arbeitsgemeinschaft 55plus der Grünen benennt akute Probleme – und richtet den Blick auf historische Bunkeranlagen sowie auf die Keller auf Zanders und unter den Rathäusern in Gladbach und Bensberg. Zudem schlägt sie einen „Runden Tisch…

Das „Waffeleisen“ sprudelt wieder

Nach mehr als zwei Jahren Stillstand ist der Springbrunnen auf dem Marktplatz wieder in Betrieb. Von den Passanten wird er sofort begeistert angenommen – auch wenn er gar nicht vollständig wiederhergestellt ist.

DRK bittet um Spenden für mobiles Klimagerät

Die Hitzewelle hat das DRK Rhein-Berg veranlasst, die eigene Einsatzfähigkeit kritisch zu prüfen. Um für größere Einsätze wie zum Beispiel für Evakuierungen gerüstet zu sein, sind demnach einige Maßnahmen erforderlich. Ganz konkret fehlt ein mobiles Klimagerät, um ein solches Zelt kühlen zu können. Zur Finanzierung bittet das DRK jetzt um Spenden.

Weniger Hitze in der Stadt: Kleine Schritte und eine große Idee

Die Stadt Bergisch Gladbach hat relativ früh einen Hitzeaktionsplan aufgestellt, für einen echten Umbau der Stadt fehlen aber Geld und Leute. Gegen die Versiegelung von immer mehr privaten Flächen kommt die Verwaltung ohnehin nicht an und konzentriert sich auf kleine Schritte. Für die Innenstadt hat der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda eine Vision mit viel Potenzial.

„Nicht erträglich“: So lernen, lehren und schwitzen Schüler und Lehrkräfte in GL

Schulen schicken Schüler:innen früher nach Hause oder verkürzen die Unterrichtsstunden, weichen in kühlere Räume oder schattige Außenbereiche aus – wenn es welche gibt. Wir haben bei Schulen in Bergisch Gladbach nachgefragt, welche Maßnahmen sie bei hohen Temperaturen ergreifen und welche Forderungen sie mit Blick auf kommende Hitzeperioden stellen.

HitzeCheck: Wie Bergisch Gladbach klimagerecht handeln kann

Die Klimafreunde Rhein-Berg warnen davor, Anpassung und Vorsorge gegeneinander auszudiskutieren. Das eine sei dringend notwendig, das andere unverzichtbar. Hitzeschutz durch Stadtbäume, grüne Architektur und Kühlorte – ebenso wie ein konsequenter Umbau zur regenerativen Energieversorgung. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Serie „HitzeCheck GL“ fort.

„Für alle die Hölle“: Pflege- und Rettungskräfte im Ausnahmezustand

Sie versorgen Patienten, retten Leben und arbeiten dabei bis zur eigenen Belastungsgrenze oder darüber hinaus. Wir haben mit Menschen aus dem Gesundheitswesen über ihren Einsatz während der extremen Hitze gesprochen. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Serie fort zur Frage, wie gut Bergisch Gladbach auf Hitzeperioden vorbereitet ist. 

Naturschutzverein: Mehr Bäume, mehr Grün in der Stadt

Grünflächen bewahren und ausweiten, alte Bäume bewahren und pflegen, artenreiche Gärten mit Hecken statt Schotter und Zäunen: Angesichts der Hitzewelle und des Klimawandels setzt sich der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein für Grünflächen in der Innenstadt und bebauten Gebieten ein.

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des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Coole Aktion des OHG!
    Die anderen Schulen schwitzen vielfach weiter – in maroden Klassenräumen ohne Sonnenschutz, Lüftung oder gar Klimatisierung.
    Die Stadt gibt abgeranzte Tipps zur “Hitzeanpassung” und schaut weiter zu bei Versiegelungen, Schottergärten, Abholzungen und Entgrünungen…

    1. Sie scheinen ja eine wahre Freude an Schwarzmalerei zu haben – mit welcher Intention auch immer. Glauben Sie im Ernst, dass die Klassenräume der Schulen keine Beschattungsmöglichkeiten an den Fenstern und keine Möglichkeiten zur Belüftung der Räume haben?

      Und die Stadt schaut bei den anderen Punkten natürlich nicht nur zu, soweit die Dinge in ihrer Zuständigkeit liegen. Da wird abgesehen von den jetzt schon durch Bebauungspläne getroffenen Regelungen auch noch etwas kommen. Zum Beispiel hinsichtlich der Schottergärten. Deren faktisches Verbot ist erst in der 2024 novellierten Landesbauordnung präzisiert und explizit auf Bestandsflächen bezogen worden. Seitdem ist der Weg frei, das rechtssicher per Bauordnungsverfügung durchzusetzen. Vorher waren da eher appellative Maßnahmen möglich, die in Form von Wettbewerben, Zuschussprogrammen und Bildungsmaßnahmen von Stadt und Kreis auch angewendet wurden.

  2. Da ja seit Jahren das Problem besteht, dass wir bei diesem Wetter zu viel Strom aus Sonne haben und WKA abgeregelt werden, warum ist nicht seid Jahren im Gespräch, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser durchgehend mit Klimaanlagen auszustatten?

  3. Die IGP hat für gestern und heute Kurzstunden angesetzt (wurde schon Freitag entschieden und mitgeteilt).
    Und morgen ist ohnehin Europatag mit alternativem Programm.

  4. Der Seniorenstammtisch wird immerhin verschoben, während die Stadt das Fußballturnier der Grundschulen ersatzlos streicht. Sehr enttäuschend für alle Viertklässler, die schon zu Beginn ihrer Schulzeit durch Corona Verbote malträtiert wurde. Warum ist man im Sommer nicht auf Hitze vorbereitet und plant mit einem Ersatztermin?

  5. „Lüften Sie nur dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen.“

    Damit das Ableben schneller geht? Wenn man diesen tollen „Tipp“ befolgt, dann steigt die Luftfeuchtigkeit immer weiter und führt zum Kreislaufkollaps.
    Konstanter Durchzug ist wichtig, unterstützt durch Ventilatoren (falls keine Klimaanlage vorhanden). Und nein, davon wird man nicht krank.

    1. Darius, vollkommen richtig. Rollos soweit runter, das noch Luftschlitze vorhanden, Fenster auf Durchzug. Das gibt Sauerstoff und wir haben im Schnitt 25 Grad in der Wohnung und damit kann man leben.

    2. Wie viel Luftfeuchtigkeit erzeugen Sie denn in Ihrer Wohnung? Und wie soll so viel Feuchtigkeit zusammenkommen, dass sie zum Kreislaufkollaps führen kann?

      Konstanter Durchzug führt höchstens dazu, dass die Innentemperaturen so hoch steigen wie die Außentemperaturen.

      Hier finden Sie die Tipps des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, das dem Bundesgsundheitsministerium untersteht – ich gehe davon aus, dass die dortigen Fachleute wisssen, wovon sie reden: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/empfehlungen-bei-hitze/

  6. Schade, dann stehen alle vor verschlossenen Türen: das Milchborntal-Bad öffnet ja nur noch an 13h….

    1. Ich würde mal vermuten, dass die Schule das mit dem Bad besprochen hat und es eine Sonderöffnung gibt.
      800 Personen zusätzlich zum normalen Badebetrieb wäre ja auch etwas heftig.