Frank Samirae ist Parteivorsitzender, Mitglied des Stadtrats und des Integrationsrats sowie Unternehmer. Jetzt ist er bei Desinfektionsmitteln eingestiegen.

Von Georg Watzlawek und Holger Crump

Desinfektionsschutzmittel sind in den Drogerien ausverkauft und kosten auch in einigen Apotheken viel Geld. Im Internet kann man sie in größeren Mengen bestellen – zu sehr unterschiedlichen Preisen. Zum Beispiel auf der Plattform Ebay.

Dort bietet „mradler” Desinfektionsmittel der Sorte „StericoV” in Größen von 1 bis 10 Liter an. Als „Lösung zur hygienischen Händedesinfektion”, mit den Inhaltsstoffen Ethanol, Glycerol und Wasser.

Bei der Mengenauswahl für das 10-Liter-Gebinde sind laut Bestellmaske bis zu 97 Stück bestellbar. Der 10-L-Kanister kostet 229,90 Euro, der 5-L-Kanister 134,99 Euro und die Literflasche 33,49 Euro.

Die Preise für die Grundstoffe zur Herstellung sind ebenso wie die fertigen Produkte in den vergangenen Wochen deutlich angezogen, im Internet werden mitunter hohe Preise verlangt.

Hohe Differenzen

Eine Recherche des Bürgerportals zeigt, dass Markenprodukte zum Beispiel beim Anbieter Hygi für weniger als zehn Euro pro Liter bzw. 52 Euro für fünf Liter im Netz angeboten werden. Die Preise haben wir am 25. März erhoben, sie ändern sich ebenso wie die Verfügbarkeit ständig. Sie liegen aber in jedem Fall deutlich unter denen, die „mradler” aufrief.

Wer „mradler” ist, lässt sich auf Ebay einsehen. Das Nutzerprofil weist als Anbieter Frank Samirae aus, mit einer Adresse in Refrath.

Screenshot des Ebay-Profils, Daten wurden durch die Redaktion unkenntlich gemacht

Die Bewertungen bei Ebay (zu 100 Prozent positiv) zeigen, dass er seit Februar 2020 als Verkäufer von Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken auftritt, bis dahin vor allem als Käufer, in der Regel offenbar von Elektronikzubehör.

Laut seiner Unternehmenswebsite betreibt Frank Samirae einen EDV-Service. Auch hier ist als erste Adresse die Straße in Refrath angegeben.

Parteigründer, Stadtrat, Integrationsrat

Samirae ist allerdings vor allem als Vorsitzender der Partei „Bürgerpartei GL” bekannt, für die er im Stadtrat sitzt, wo er eine Fraktion mit der Linken bildet. Zudem hat er einem Sitz im Integrationsrat, den er häufig in Ausschusssitzungen vertritt.

Auf Anfrage des Bürgerportals bestätigt Frank Samirae, sich mit Desinfektionsmitteln zu beschäftigen. Er schreibt per Email:

„Es trifft zu, dass ich mich beteiligt habe an einem Handel mit Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken. Ausschlaggebend war für mich der Umstand, dass Atemmasken unsere Mitmenschen schützen, wenn wir selbst husten. Ich trage Atemmasken öfters während der Arbeit um meine Kunden zu schützen. Das brachte mich auf die Idee Mundschutzmasken anzubieten. Wir schützen unsere Mitmenschen. Ich hoffe dazu beitragen zu können, den Bedarf den wir in unserer Gesellschaft haben, damit zu decken. Das Gleiche gilt auch für Desinfektionsmittel.”

Die Gewinnspannen dabei seien, so Samirae weiter, nicht besonders hoch:

„Es ist keineswegs so als wären damit gewaltige Gewinne zu erzielen wie Sie es mit Ihrer Anfrage fälschlicherweise unterstellen. Die Einkaufspreise sind hoch. Die Marge ist nicht besonders hoch.”

In einer zweiten Anfrage haben wir Samirae mit den Vergleichspreisen konfrontiert und gefragt, ob er Differenzen von 300 Prozent für vertretbar hält.

Darauf geht er in der Antwort nicht direkt ein. Sondern verweist darauf, dass Desinfektionsmittel in Apotheken für bis zu sieben Euro pro 100 ML verkauft würden – was hochgerechnet noch teurer sei. Zudem führt er die Fläschchen an, die die Schloss Apotheke nach eigenen Angaben zum Selbstkostenpreis von 1,40 Euro pro 50 ML verkauft – woraus sich ein Literpreis von 28 Euro ergebe.

Damit vergleicht er Liter-Flaschen und Kanistern mit kleinsten Glasflaschen, die in der Schloss Apotheke zudem kostenlos nachgefüllt werden. Auf den Vergleich zu Produkten in gleichen Gebinden geht Samirae nicht ein. Auch die Fragen, ob er oder seine Mitarbeiter die Mittel selbst herstellen und ob sie eine Befähigung dafür haben, beantwortet er nicht.

Unternehmenssitz in Monheim

Diese Fragen kann auch die Stadt Bergisch Gladbach nicht beantworten, denn Samirae hatte vor einiger Zeit den Hauptsitz seines Unternehmens nach Monheim verlegt.

Samirae hatte jedoch selbst an anderer Stelle berichtet, dass er sich eine große Menge Alkohol und eine Genehmigung geholt habe und mit einem Chemiker zusammenarbeite: und zwar in einem Telefonanruf am 23. März bei einem Apotheker. Diesem wollte er das Desinfektionsmittel für 30 Euro pro Liter (20 Prozent Rabatt ab 100 Liter) verkaufen.

Der Apotheker, Markus Kerckhoff von der Schloss Apotheke Bensberg, lehnte empört ab. Er fertigte ein Gesprächsprotokoll an, informierte die Stadtverwaltung und ist auch heute noch empört.

Bei einem Einstandspreis von maximal fünf Euro pro Liter Alkohol sei ein Verkaufspreis von 30 Euro pro Liter überzogen. „Gerade Desinfektionsmittel sind  in der jetzigen Zeit ein ethisches Produkt. Aus meiner Sicht verbietet sich jegliche Art von Spekulation mit diesem Produkt”, sagt Kerckhoff.

Der Verkauf von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken auf Online-Plattformen sei grundsätzlich nicht geeignet, eine sachgerechte Versorgung mit diesen in der Corona-Krise wichtigen Materialien sicherzustellen. Weil diese Plattformen in der Regel keine festen Preise kennen, sondern sich an Angebot und Nachfrage orientieren, erläutert der Apotheker.

Die Stadt Bergisch Gladbach erklärte sich formal für nicht zuständig, weil der Sitz des Unternehmens in Monheim liege.

Die Stadt Monheim sagt, dass sie sich nicht zu Einzelfällen äußert. Allerdings stelle sie immer Ermittlungen an, wenn Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten vorliegen, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage.

„Ich schäme mich”

Weniger formal reagierte Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach. Auf seiner Facebook-Seite äußerte er seine Scham über „ein Ratsmitglied”. Er kennzeichnet den Beitrag ausdrücklich als „privat”. Die Resonanz ist dennoch groß.

Hinweis der Redaktion: An dieser Stelle hatten wir Urbachs Facebook-Post verlinkt. Am 29. März löschte er den Beitrag und begründete das – ebenfalls auf Facebook – damit, dass er eine finanzielle Belastung der Stadt durch ein Gerichtsverfahren vermeiden wolle. Seine persönliche Kritik hält er darin aufrecht. Den Link und ein Zitat aus dem ursprünglichen Beitrag haben wir gelöscht.

Die Verbraucherzentrale NRW nimmt zum Einzelfall keine Stellung. Ob Wucher vorliege, hänge davon ab, ob eine Notlage oder die Unerfahrenheit des Käufers ausgenutzt werde. Wer Bestände stark nachgefragter Artikel habe und meine, daraus einen übertriebenen Profit machen zu können, solle sich bewusst sein, dass die Verbraucherzentrale das genau auf Wucher prüfen werde, sagt Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale NRW.

Rudolf Pick, Apotheker in Paffrath und Sprecher des Apothekerverbands Nordrhein e.V. für den Rheinisch-Bergischen-Kreis, nimmt ebenfalls nicht Stellung zum konkreten Fall. Klar sei aber, dass mit der Not der Patienten kein Schindluder getrieben werden dürfe.

Hintergrund: Wie wir arbeiten

Berichte über Unternehmen unterliegen einer besonderen Sorgfaltspflicht. Daher haben wir Frank Samirae Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Zum ersten Mal am 23. März, mit Antwort am 24. März. Heute früh haben wir nachgefragt und eine zweite Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, mit der Bitte um Antwort innerhalb von sechs Stunden. Darauf hat Samirae prompt reagiert, die Beantwortung der Fragen (siehe oben) in der Kürze der Zeit jedoch abgelehnt. Mit der Veröffentlichung des Artikels haben wir ihm noch einmal angeboten, Stellung zu nehmen.

Korrektur: In einer ersten Fassung des Beitrags hatten wir die Preisdifferenz zwischen Samiraes Produkten und denen von Hygi in einem Prozentwert angegeben. Diese Zahlen haben wir bei einer Überprüfung zurückgezogen, weil die Inhaltsstoffe unter Umständen nicht identisch sind. (27.3., 9:30 Uhr).

Warum wir über diesen Fall berichten? Als Ratsmitglied und Mitglied des Integrationsrats ist Samirae eine öffentliche Person. Der Handel mit Desinfektionsmitteln ist in dieser Zeit ein Thema von großer Bedeutung und hohem öffentlichen Interesse. Daher sehen wir es als journalistische Pflicht, den Gerüchten, die seit Tagen in der Stadt umlaufen, auf den Grund zu gehen.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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26 Kommentare

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  1. Es ist sehr schade, das hier auf dem Rücken der Schwachen spekuliert wird. Wir waren glücklich, in unserer kleinen Drogerie in Erkrath eine Lieferung an Desinfektionsmitteln erhalten zu haben. Die Flaschen waren nach zwei Stunden aus dem Regal verschwunden. Wir sind uns nicht sicher, ob es ein Mitarbeiter war oder ein Kunde. Ich überlege, bei der nächsten Lieferung einen Detektiv zu beauftragen.

  2. Herr Otter, meinen Sie wirklich, man würde den Sermon auf GLaktuell lesen ohne disch das Impressum anzusehen. Man weiß man jetzt aber auch, dass Sie Handlanger Herrn Semiraes sind.

  3. Guten Abend,
    nach nochmaligem mehrfachen Durchlesen wirklich aller hier genannten Dinge, sowie auch der “journalistischen” eigenen site der besagten Person,
    ich bin verwirrt, gebe zu.

    Ich kann mich meines Gefühles nicht erwehren, und frage mich, auch angesichts des für meine Meinung zu auffällig gleichen Schreibstiles,
    ob
    einer der Kommentatoren hier nicht ein und dieselbe Person mit dem Betreiber der eigenen “unzensierten” site ist. Wir werden es wohl nie erfahren.
    Auch heute konnte ich den Besagten nirgends mit seinen feilgebotenen Waren finden. Wahrscheinlich hat man genug verdient, könnte ich mir vorstellen.
    Muss man – nicht vergälltes-Ethanol eigentlich nicht sehr hoch versteuern? Naja, immerhin ist es augenscheinlich vergällt sehr viel billiger als Isopropanol, oder? Da müsste man mal den Zoll und die Steuer nach fragen. Da steigt Ottonormalbürger nicht so leicht 100%ig durch, wobei ich hier nur von mir spreche. Mir fehlt diesbezüglich das Fachwissen.
    Bleiben Sie gesund, ich wünsche ihnen immer genug Seife!

  4. Lieber Herr Paul Theisen,

    meine Meinung: Sie haben dies messerscharf durchblickt und den sich selbst Beweihräuchernden
    =Admin =Artikelverfasser =Seitenbetreiber GL Aktuell
    prima vorgeführt. Aber das ist nur meine Meinung.
    Meine Hochachtung und Danke!!

    Zu Herrn Wagner: wieso die Rezeptur (Isoprop, Peroxid, destill. Wasser) erst nach 72 Stunden einsatzfähig sein soll, konnte mir bis heute weder ein Apotheker, noch ein Chemiker erklären. Und diese sich selbst auch nicht. Sicherlich haben SIE diesbezüglich besseres und fundierteres Wissen, als Apotheker und Chemiker? Da wären wir dankbar, wenn Sie es mit uns allen teilen.

    Ich meine, dass hier bei dem ein oder/und anderen Beitrag für mich das Gefühl aufkam,

    ob dies/e nicht von

    ein und derselben Person,

    zu deren eigener (misglückter, eigener, völlig unmöglicher) Ehrenrettung erbracht worden sind… Nur so ein Ahnung von mir?

    Übrigens war es mir heute nicht möglich, noch besagtes Desinfektionsmittel oder den Verkäufer unter einem der beiden ebay Nutzetnamen, zu finden?

    Mein Fehler? Hat er die Plattform gewechselt? Wo ist er denn nur hin?

    Kennen Sie schon die aktuelle Meldestelle für Wucher bei der Verbraucherzentrale, wohl offenbar auch gekoppelt mit ? Staatsanwaltschaft, usw..?

    Bleiben Sie alle mit fairpreisigen Desinfektionsmitteln
    /einfacher Seife gesund.
    Gott schütze Sie!

  5. Hallo,

    zum Kommentar von F. Otter, dass man auf GL Aktuell eine andere Meinung lesen könne, möchte ich gern meine Meinung ergänzen.

    Das Impressum von GL Aktuell und die Tatsache, dass der dortige Artikel vom “admin” veröffentlicht wurde, erweckt bei mir den Anschein, dass es sich hierbei um einen von Frank Samirae selbst verfassten Artikel im Schreibstil eines journalistischen Beitrags handelt.

    In den Grundsätzen von GL Aktuell zu lesen ist, dass der Selbstanspruch ein qualitativ hochwertiger Journalismus sei. Ein ohne Angabe des Autors vom admin der Seite veröffentlichter, den Inhaber Frank Samirae positiv darstellender Beitrag hat mit Journalismus meines Erachtens bereits nichts zu tun, geschweige denn mit qualitativ hochwertigem Journalismus.

    Zum anderen steht in dem Grundsätzen, dass die Seite unabhängig von Politikern und überparteilich sei. Angesichts der Tatsache, dass Frank Samirae einen Parteivorsitz innehat sowie politisch tätig ist, drängt sich mir die Frage auf, wie dies Herr Samirae als Inhaber der Seite in Einklang miteinander zu bringen gedenkt.

    In den Grundsätzen steht weiter, dass Jedermann Kommentare ergänzen könne und dass keine Zensur erfolge. Gestern habe ich folgenden Kommentar zum Artikel ergänzt, der bislang allerdings nicht veröffentlicht wurde:

    Hallo,
    im Impressum steht als Inhaber dieser Webseite Frank Samirae.
    Es hat den Anschein, dass dieser Beitrag eine selbstverfasste Gegendarstellung zum Artikel https://in-gl.de/2020/03/26/desinfektionsmittel-zu-hohen-preisen-corona-bergisch-gladbach sei.

    Freundliche Grüße

    Zusammengefasst, lieber Herr Otter, schätze ich, dass dieser nur scheinbar journalistische Beitrag auf einer Webseite, deren Inhaber die eigenen Grundsätze zu missachten scheint, nicht mehr als ein verzweifelter Rettungsversuch in Form einer selbstverfassten Gegendarstellung ist.

    Aufrichtigkeit erkenne ich bei Herrn Samirae insoweit leider überhaupt nicht. Und von jemandem, der sich politisch betätigt, würde ich selbstverständlich erwarten.

  6. offensichtlich ist der Name des Verkäufers auf EBAY geändert worden von
    vormals “mradler” auf aktuell “m-archer” (Stand 3. April 2020)

    ttps://www.ebay.de/sch/m.html?_odkw=&_ssn=m-archer&_armrs=1&_osacat=0&_from=R40&_trksid=p2046732.m570.l1311.R1.TR12.TRC2.A0.H0.Xdesinfektions.TRS0&_nkw=desinfektions+mittel&_sacat=0

  7. Wer hier von Wahlkampf oder Ähnlichem redet, hat doch absolut den Menschenverstand verloren. Es ist eindeutig, was der Herr Samirae hier treibt. Wer einfach mal den Herrn googelt, findet Dutzende Anwaltskanzleien, die sich mit seinen Abmahnwellen auseinandergesetzt haben.

    Dieser Mann betreibt seit Jahren Geschäfts an der Grenze des Rechtlichen.

    Die Personen die ihn hier unterstützen sind anscheinend große Fans von ihm durch seine Partei oder haben schlichtweg ein Problem Sachen differenziert zu begutachten.

    Das lustige, was ich doch hier gelesen habe, ist der Beitrag von Herrn Friedhelm Otter, der auf die eigene Nachrichtenseite von Herrn Samirae verweist. Das ist ja schon AfD Niveau.

    Der Beitrag ist journalistisch sehr Wertvoll und sollte und keiner Umständen gelöscht werden.

    Achja… Bergisch Gladbach!

  8. Guten Morgen Herr Otter. Wie können Sie es wagen das Bürgerportal und deren journalistische Arbeit so zu verunglimpfen. Scheinbar sind sie ein Mitglied oder Sympathisanten der Bürgerpartei. Damit ist schon alles gesagt. Danke,dass sie sich so enttarnt haben.

  9. HerrWatzlawek, guten Morgen zu erst, dann möchte ich sagen, dass ich ihre Tätigkeit in Sache anständiger Journalismus einfach toll und absolut richtig finde. Als Mitglied der Bürgerverein und Stadtrat hat er eine Verpflichtung den Bürgern gegenüber. Es zeigt sich jetzt bei dieser Partei und ihren Mitgliedern was in ihnen steckt. Bei den Seniorenwahlen haben sie auch nicht ehrlich und demokratisch Wahlwerbung für die Bürgerverein veranstaltet. Solche Personen und Parteien haben im Stadtrat und auch im Seniorenbeirat nichts verloren. Das ist meine Meinung als Bürger der Stadt Bergischen Gladbach

  10. Herr watzlawek, danke für diesen Bericht! In diesen Zeiten, wo Schnapshersteller und Apotheken Desinfektionsmittel günstig abgeben oder spenden, ist der Wucher von H. Samirae unglaublich dreist und unethisch.

  11. Der Verkauf der überteuerten Desinfektionsmittel durch Frank Samirae auf Ebay geht weiter. Jetzt unter dem Verkäufernamen m-archer.

  12. Sehr geehrter Herr Otter, bitte schauen Sie mal in das Impressum von „GL Aktuell”.

  13. Eigentlich ist alles gesagt. Nur noch dies:
    Ich stehe fassungslos vor einem Abzocker aus dem Gladbacher Rat, dessen Unverfrorenheit scheinbar keine Grenzen kennt, schon gar nicht solcher moralicher Art. Man meint immer, diese Krisengewinnler gäbe es nur bei den Großen aus Politik und Wirtschaft. Und nun das im kleinen Bergisch Gladbach. Pfui Teufel!

  14. Frank Samirae ist mir schon seit Jahren suspekt. Und sein Parteikollege und Anwalt Rainer Dlugosch nicht minder. Wer will, kann ja mal nach „Abmahnung Samirae Dlugosch“ googeln. Da kann man sehen, wie die beiden vor Jahren zusammen „Geld verdient“ haben. Indem Samirae andere aufgrund fehlerhafter Angaben auf deren Internetseiten abgemahnt hat. Abmahnanwalt war Dlugosch. Viele Kanzleien haben sich damals gegen das Duo zur Wehr gesetzt.

  15. Wir haben auf der Basis eigener Recherchen ausführlich berichtet. Kommentare mit Tatsachenbehauptungen, die wir nicht ohne weiteres überprüfen können, lassen wir hier nicht zu. Einen entsprechenden Post von Tomas Marcelo Santillan, der sich auf einen Post von Patrick Graf auf der privaten Facebookseite von Bürgermeiter Lutz Urbach bezog, haben wir gelöscht.

  16. mittlerweile hat er seinen ebay namen zu m-archer geändert
    fraglich ist auch, wie das angebotene produkt blau sein kann, obwohl die angegebenen inhaltsstoffe allesamt eigentlich farblos/klar sind…

  17. Mittlerweile wissen immer mehr Bürger, welche Partei jedenfalls auf keinen
    Fall gewählt wird.

  18. Ein weiterer Punkt in einer Reihe von Fehlverhalten.

    Es leider nicht das erste Mal, dass man in der Kommunalpolitik unsoziales Verhalten zur Kenntnis nehmen muss. Es reiht sich tatsächlich in eine leider ständig länger werdenden Folge von asozialen Frechheiten und unglaublicher Abzocke ein. Und dabei geht es nicht um unterschiedliche Inhalte oder politischen Positionen, sondern wirklich um menschliches Fehlverhalten, was nach meiner Meinung einen Charakter offenbart, mit dem ich nichts zu tun haben will.

    Dossier: Bürgerpartei GL > Vorsicht rechte Partei!
    https://www.santillan.de/2015/04/15/bürgerpartei-gl-vorsicht-rechte-partei/

  19. Ein Hinweis der Redaktion: In dieser Debatte lassen wir keine anonymen Kommentare zu. Und auch keine persönlichen Angriffe.

  20. Pressemitteilung: 26.03.2020

    Widerliche Machenschaften mit der Angst vor COVID-19

    Heute wurde bekannt, dass ein Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach versucht sich in der COVID-19 Krise an der Angst und der Not der Menschen zu bereichern. Frank Samirae ist Vorsitzender der Bürgerpartei GL und versucht über die Verkaufsplattform EBAY völlig überteuertes Desinfektionsmittel zu verkaufen. Die Nachfrage ist in den letzten Wochen stark angestiegen und auch viele Krankenhäuser, Einzelhändler und Supermärkte benötigen Desinfektionsmittel, um sich und die Menschen wirksam vor Viren zu schützen.

    Tomás M. Santillán (Mitglied des Stadtrats für DIE LINKE.) distanziert sich schon länger von der Bürgerpartei GL und ihren rechten Machenschaften:

    „Alle Mitglieder des Stadtrats haben sich verpflichtet den Menschen zu dienen und dazu beizutragen Schaden von ihnen abzuwenden. So verstehe ich jedenfalls meine ehrenamtliche Tätigkeit. Die Abzocke mit völlig überhöhten Preisen widerspricht dieser Verpflichtung und ist moralisch verwerflich. Leider entspricht es aber genau der Mentalität, die wir seit Jahren von der Bürgerpartei GL aus diesem Stadtrat kennen. Herr Samirae hat vorher nie Desinfektionsmittel verkauft und zum Glück gibt es andere Anbieter, die diese Produkte zu deutlich geringeren Preisen verkaufen.
    Aus reinen Profitinteressen steigt Herr Samirae plötzlich in diesen Markt ein. Herr Samirae will sich so an der Angst vor COVID-19 der Not der Menschen persönlich bereichern. Das ist einfach nur widerlich! Wer die Bürgerinnen und Bürger so menschenverachtend ausnutzt, hat nichts in einem Stadtrat zu suchen!“

    Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats DIE LINKE.

  21. Darf vorausschicken, dass ich Herrn Samirae nicht persönlich kenne und auch keinerlei Anlass habe ihm hier beizuspringen. Aber eigene Erfahrungen aus den vergangenen Tagen mit überhöhten Preisen für Mangelware lassen mich doch einen differenzierteren Blick auf diese Angelegenheit werfen.
    = Betrachtung eines kaufmännischen Laien: Ich kenne Isopropanolpreise aus beruflichen „normalen“ Zeiten zwischen 3- 4 €/L. Vor 10 Tagen habe ich aber versucht mir möglichst günstig 1 L für den Eigenbedarf im Internet zu beschaffen. Es gab sehr viele Hinweise auf ausverkaufte Angebote und das günstigste bestehende Angebot habe ich bei Conrad für 14,75 € je Liter Isopropanol gefunden und gekauft. So wie es bei Ebay aussieht, hat sich Herr Samirae an das von der WHO empfohlene Rezept gehalten (siehe unten). Wenn ich die Herstellkosten pro Liter nach HEUTIGEN Rohstoffpreisen überschlage komme ich auf ca 14,50 € für die Flüssigkeiten. Wenn Herr Samirae nicht (?) über ein EX-geschütztes Labor verfügt, darf er aus Sicherheitsgründen nur jeweils 10l-Gebinde herstellen, was Arbeits-Energie- u. Kesselbelegungs-Kosten von ca 5€/L bringt. Verpackungskosten bei 4 x 250ml Gebinden ca 1,20€/L , Etikettierung(4) ca 0,60€ . Also überschlägige Herstellkosten von 21,30 € pro Liter bei Fertigung von jeweils 10L. In dem bei EBAY gefordeten Verkaufspreis von 31.99 € pro Liter sind ca 5,10€ Mehrwertsteuer enthalten, der Endpreis ohne Steuer ist also 26,89€. Damit ergibt sich ein Erlös von 5.59€/L ohne Berücksichtigung von Marketing u. Vertriebskosten. Nicht schlechte Marge , aber ob man von Wucher sprechen kann weiss ich nicht. Bin kein Kaufmann aber man muss die derzeitigen Rohstoffwiederbeschaffungskosten berücksichtigen. Bei Vergleichen von nicht extern geprüfter Internetware ist zu berücksichtigen, dass es immer wieder Angebote gibt, die nicht die versprochene Konzentration an Wirkstoff enthalten, also bei denen durch Verdünnung noch Gewinn gemacht wird. Ob das bei der Samirae-Ware oder den zum Vergleich herangezogenen Ebay-Angeboten der Fall ist müsste erst überprüft werden.
    Vorschlag der WHO (für zugelassene Labore u. Apotheken sowie Abgabe nur an Privatpersonen !) Die von der WHO empfohlene Lösung zur Händedesinfektion ist unter anderem im DAC/NRF-Rezepturenfinder mit einzelnen Massenangaben zu finden. Eine Herstellung kann sowohl durch Abwiegen als auch volumetrisch erfolgen:
    2-Propanolische Händedesinfektionslösung (nach WHO)
    2-Propanol 59,03 g 75,15 ml
    Wasserstoffperoxid-Lösung 3 % 4,22 g 4,17 ml
    Glycerol 98 % 1,83 g 1,45 ml
    Gereinigtes Wasser zu 87,08 g zu 100,0 ml
    Wasserstoffperoxid ist im Übrigen kein wirksamer Bestandteil der Zubereitung, sondern zum Abtöten von Bakteriensporen in der Lösung enthalten. Dieser Vorgang benötigt einige Zeit, daher ist das Desinfektionsmittel erst 72 Stunden nach der Herstellung fertig zur Abgabe. Um die bekanntermaßen austrocknende Wirkung der alkoholischen Lösung zu mindern, ist Glycerol als Feuchthaltemittel enthalten. Das fertige Desinfektionsmittel hat eine Konzentration an 2-Propanol von 75 % (V/V).
    —————————————————————————————————————–(Meine Anmerkung: Peroxid kann man wohl weglassen wenn man abgekochtes Wasser verwendet. Glycerin ist auch nicht zwingend notwendig wenn man sich gelegentlich die Hände mit einer Creme nachfettet. Ich selbst verwende zur Zeit zur Handdesinfektion eine angenehm riechende Lösung aus 600ml Isopropanol +300ml österreichischem Obstler +100 ml abgekochtes Wasser. Entspricht nicht der WHO-Empfehlung.)

  22. Sehr geehrter Herr Dlugosch, könnten Sie vielleicht kurz erklären, wie Ihr aktueller Status in Bezug auf die Bürgerpartei und Frank Samirae ist? Das würde bei der Einordnung helfen.

  23. Das ist plumper diffamierender Wahlkampf.
    Angebot und Nachfrage bestimmen wie immer den Preis.
    Der Run auf Desinfektionsmittel von Privatleuten ist eher der Klopapier-Hysterie zuzuordnen, als dass es dafür eine überlebenswichtige Notwendigkeit besteht. Seife reicht völlig aus, hört man ständig im Fernsehen von renommierten Virologen. Und die Pharmaindustrie genehmigt sich bei wirklich lebenserhaltenden Medikamenten ganz andere Gewinnspannen.
    Zudem kann sich heute dank Internet jedermann ein transparentes Bild über die Preislage verschaffen und wird nicht gezwungen, bei Herrn Samirae zu kaufen.
    Der sich selbst als “Wohltäter” anpreisende Apotheker und Millionär verkauft zum Selbstkostenpreis geringfügig unter den Preisen von Herrn Samirae und hat damit auch ein probates Mittel, zusätzliche Kunden in seine Apotheke zu leiten.
    Ich schäme mich für unseren Bürgermeister, der es anscheinend nötig hat, seinen größten politischen Gegner auf so durchsichtige Weise öffentlich zu diskreditieren.