Die Bergisch Gladbacher Parteien sind sich einig, dass die Verantwortung für die Schließung von Zanders beim Investor liegt – und es nun vor allem darum gehe, den ehemaligen Beschäftigten bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu helfen. Allerdings setzen SPD, CDU, Grüne, FDP, Freie Wähler und AfD unterschiedliche Schwerpunkte; die Kreis-Linke ist ohnehin ganz anderer Meinung. Wir dokumentieren die Stellungnahmen im Wortlaut.

Am Freitag war das Ende im jahrelangen Überlebenskampf des Bergisch Gladbacher Traditionsunternehmens ganz schnell gekommen: Der vorläufige Insolvenzverwalter Mark Boddenberg verkündet, dass es für eine Fortführung des Betriebs der Papierfabrik keine wirtschaftliche Perspektive gebe, Zanders nach 199 Jahren liquidiert werden müsse und die noch knapp 380 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren.

Inzwischen haben alle lokalen Parteien reagiert, wir dokumentieren ihre Positionen.

SPD: „Wir lassen Euch nicht hängen!”

Mit großer Betroffenheit reagiert die SPD Bergisch Gladbach auf die aktuelle Entwicklung bei Zanders. „Wir haben Investoren die Türen offen gehalten und stets an der Seite der Zandrianer und des Betriebsrates gestanden.“, berichtet Andreas Ebert, Vorsitzender der SPD Bergisch Gladbach.  

Über Jahrzehnte hinweg war der Name Zanders eng verbunden mit Bergisch Gladbach. Zanders und Bergisch Gladbach waren eins. „Nun liegt es in der Verantwortung der Stadt, den Verlust der Arbeitsplätze sozialverträglich zu gestalten und neue Perspektiven zu schaffen.“ so Klaus W. Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD Bergisch Gladbach.  

Es müssen Mittel zur Verfügung gestellt werden und die Stadt muss Beschäftigungsangebote machen. Mit der Schaffung einer Transfergesellschaft können die Mitarbeiter:innen weiterqualifiziert und bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung unterstützt werden.  

Die SPD Bergisch Gladbach steht fest an der Seite der Betroffenen. Das gilt insbesondere angesichts des Tages der Arbeit am bevorstehenden 1. Mai. Wir wissen, dass es gerade während der Pandemie schwierig ist, neue und adäquate Arbeitsplätze zu finden. Wir lassen Euch nicht hängen! 

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CDU:  „Keine falschen Versprechungen”

„Der 30. April 2021 ist ein sehr trauriger Tag in der Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte, an dem das Traditionsunternehmen Zanders mit seinen fast 400 Beschäftigten den Betrieb endgültig eingestellt hat. Leider zeichnete sich diese Entwicklung schon seit längerer Zeit ab.“ Mit diesen Worten kommentiert Dr. Michael Metten für die CDU-Stadtratsfraktion die Mitteilung von Insolvenzverwalter Dr. Mark Boddenberg, dass es keine Perspektiven mehr für den Fortbestand der Zanders-Papierherstellung gebe.

„Es ist bewundernswert, mit welchem Einsatz die Zandrianer in den vielen Monaten der Ungewissheit für den Erhalt des Papier-Standortes und für ihre Arbeitsplätze gekämpft haben“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. 

Metten: „Wir danken in dieser Stunde unserem Ex-Bürgermeister, der mit dem umsichtigen Kauf des Zanders-Areals durch die Stadt den Weg eröffnet hatte, die traditionsreiche Zanders-Papierproduktion in Bergisch Gladbach zu halten. Das war für Lutz Urbach in seinen letzten Amtsjahren ein schwieriger Balanceakt, in dem er viel Zeit und Geduld in Gesprächen zuletzt mit der Jool-Gruppe und der Belegschaft eingebracht hat, in dem er aber auch stets die Grenzen des Machbaren für die Stadt im Auge behielt. Sein Nachfolger Frank Stein hat diese Linie, gestützt auf den klaren Beschlüssen des Rates, beibehalten, was richtig war.“ 

Die Zanders-Belegschaft werde am besten wissen, wer die Verantwortung am nunmehr besiegelten Ende der hiesigen Papierproduktion trage, unterstreicht Metten. Der Vorsitzende des Zanders-Betriebsrates, Taner Durdu, habe es in einer städtischen Pressemeldung zum Ende des Papierunternehmens treffend auf den Punkt gebracht: „Die Stadt stand immer an unserer Seite. Letztlich hat einzig und allein der Investor diese Entwicklung zu verantworten.“ Dem sei nichts hinzuzufügen.  

Für die vielen qualifizierten Zanders-Fachkräfte sei es wünschenswert, „dass sie möglichst bald adäquate Arbeitsplätze finden“, betont Metten. Die CDU-Fraktion befürworte alle vertretbaren Hilfskonzepte, warne aber vor Versprechungen seitens der Politik, die am Ende nicht einzulösen seien.

Denn dies sei schon einmal geschehen, lenkt er den Blick in die jüngere Vergangenheit. Der CDU-Fraktionsvorsitzende wörtlich: „Zur Kommunalwahl wurde mit Versprechen – sogar auf Großplakaten – eine trügerische Hoffnung genährt, die nie einzuhalten waren und auch nicht im Einflussbereich des Stadtrates lagen.“

Das historische Zanders Verwaltungsgebäude. Foto: Thomas Merkenich

Grüne:  „Tiefer Einschnitt in die wirtschaftliche und kulturelle Prägung der Stadt”

„Auch wenn dieser Schritt sich lange angekündigt hatte, trifft das finale Aus der Firma Zanders vor allem die Mitarbeiter*innen hart. Mit viel Herzblut hatten sie bis zuletzt für den Fortbestand ihres Arbeitgebers gekämpft . Mit Bedauern hat die grüne Ratsfraktion das Ende von Zanders zur Kenntnis genommen. 

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Bergisch Gladbach bedankt sich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie dem Betriebsrat der Firma Zanders. „Durch Ihren Einsatz und Ihren Glauben an den Fortbestand des Unternehmens waren Sie die Stütze dieser Firma und hatten maßgeblichen Anteil daran, die Arbeit von Zanders über Jahre fortzuführen“, so Maik Außendorf, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Zugleich ist das Ende der Firma Zanders ein tiefer Einschnitt in die wirtschaftliche und kulturelle Prägung der Stadt Bergisch Gladbach. 

 “Nun bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten zur Schaffung eines modernen Stadtviertels und neu entstehender Arbeitsplätze. Es gilt, die durch den Weggang von Zanders entstandenen Freiflächen in vielfältige Wohnformen sowie kulturelle und soziale Einrichtungen zu verwandeln und Raum für den Start und das Wachstum innovativer Unternehmen zu schaffen”, so Außendorf. 

 Wichtig sei nun, als erstes an die kompetente Vermittlung und Weiterqualifizierung der Mitarbeiter zu denken und den erfahrenen und engagierten Angestellten eine neue Perspektive geben zu können.

“Die Herausforderung und auch Chance für die Mitarbeiter und die Stadtgesellschaft in Bergisch Gladbach besteht nun in der Weiterentwicklung der Innenstadt. Gestalten wir gemeinsam das neue Stadtviertel und bringen neues Leben in die Stadtmitte.”

Das Zanders-Areal. Ein Klick auf das Bild öffnet einen interaktiven Rundflug

FDP: „Den Strukturwandel klug gestalten”

„Auch wenn das Ende für Zanders durchaus erwartbar war – dass es nun ein unumstößliches Faktum ist, lässt auch uns in der FDP innehalten. Es ist ein im traurigen Sinne besonderer Tag für Bergisch Gladbach, an dem man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann.

Christian Lindner hat sich immer wieder über die Geschehnisse in dem Traditionsunternehmen Zanders hier in seinem Heimatwahlkreis auf dem Laufenden gehalten. Und auch er äußert sich mitfühlend und nachdenklich: „Mit der Firma Zanders und der jahrhundertelangen Tradition der Papierherstellung geht ein Stück Industrie-Geschichte zu Ende,“ so seine erste Einordnung. „Zanders hat Bergisch Gladbach deutlich länger geprägt als Bayer die Stadt Leverkusen. Und das will etwas heißen, das verdient Respekt. Nicht nur für die vielen Familien, die so lange stolze ´Zandriander` waren, ist dieses Ende eine schmerzliche Erfahrung.“ 

Christian Lindner fügt hinzu: „Der Strukturwandel ist jetzt auch in Bergisch Gladbach angekommen – das ist keine einfache Situation, aber unaufhaltsam. Nun ist es wichtig, diesen Wandel klug zu gestalten – nicht zuletzt im Sinne der tüchtigen Fachkräfte. Für Bergisch Gladbach ist das eine gewaltige Herausforderung. Es ist die soziale Aufgabe der nächsten Zeit, den Beschäftigten neue Chancen durch eine wirtschaftsfreundliche Politik zu schaffen. Dabei haben Bürgermeister Stein und die Entscheider der Stadt meine volle Unterstützung.“

Jörg Krell hat als FDP-Fraktionsvorsitzender in den vergangenen Jahren das Auf und Ab um die Firma Zanders aus nächster Nähe im Ältestenrat begleitet. „Wir bedauern sehr, dass es trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, neue Investoren für Zanders zu finden, die bereit waren, sich finanziell zu engagieren und ein tragfähiges Konzept auf die Beine zu stellen,“ so Jörg Krell. 

Sein Blick geht nach vorne: „Nun ist es die große Aufgabe der nächsten Zeit, den betroffenen Mitarbeitern zu helfen, in neue Arbeitsverhältnisse zu kommen, sei es mit einer Transfergesellschaft oder durch andere strukturierte Maßnahmen wie einer Jobbörse. Wir werden uns dafür stark machen, dass sich die Stadt hier engagiert und angemessen finanziell beteiligt. -Wichtig ist es auch“, fügt Krell hinzu, „dass die Aktivitäten von Zanders nun ordentlich abgewickelt werden.“

Die FDP-Parteivorsitzende Anita Rick-Blunck betont genau wie Christian Lindner noch einmal die identitätsstiftende Bedeutung des Unternehmens Zanders für diese Stadt. „Meine ersten Bewerbungen habe ich fern von Bergisch Gladbach auf Papier mit dem Gohrsmühle-Wasserzeichen geschrieben, um sie damit aufzuwerten“, erinnert sie sich. „Aufgewertet und bedeutend gemacht hat Zanders unsere ganze Stadt und die Region. Für diese identitätsstiftende Wirkung brauchen wir nun einen starken Ersatz, auf den wir als Bürger stolz sein können. An diesen Tagen nur über die – zweifellos wichtige – wirtschaftliche und städtebauliche Verwertung nachzudenken, würde eine erhebliche Lücke lassen. Unser Mitgefühl und unsere Unterstützungsbereitschaft für die ´Zandrianer´ verbindet sich daher mit der Hoffnung auf eine Chance: Auf neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze und auf ein neues Herzstück für Bergisch Gladbach.“

FWG: „Zanders und Bergisch Gladbach werden immer verbunden sein”

Zanders und Bergisch Gladbach waren Begriffe, die über einen langen Zeitraum untrennbar miteinander verbunden waren. Das wird immer so sein, wenn auch jetzt die Papierproduktion in unserer Stadt Geschichte ist, denn die Stadtentwicklung war in vielerlei Hinsicht unmittelbar mit dem Aufstieg der Firma Zanders verbunden. 

Benno Nuding, Fraktionsvorsitzender der FWG: „Als seit der Kommunalwahl 2020 neue Fraktion im Stadtrat ist es uns wichtig zu unterstreichen, dass die im Stadtrat vertretenen politischen Parteien und die Verwaltung, an ihrer Spitze Bürgermeister Frank Stein, bis zuletzt alles getan haben, dem Unternehmen, vor allem seinen Mitarbeitern zu helfen und seinen Standort in Bergisch Gladbach zu sichern. Leider haben die Investoren nicht mitgespielt und das endgültige Aus war nicht mehr abzuwenden.“ 

AfD:  „Ein Stück Stadtgeschichte geht verloren”

Die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Bergisch Gladbach bedauert das Aus der Traditionsfirma Zanders zutiefst. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende Fabian Schütz: „Ein Stück Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte geht verloren. Die Verantwortung dafür tragen Investoren und Eigentümer als Unternehmer. Der Bürgermeister und der gesamte Rat haben in Verantwortung gegenüber Arbeitnehmern und Steuerzahlern alles getan, um eine Fortführung der Papierproduktion zu ermöglichen. Wir hoffen, dass die rund 400 Zandrianer bald eine neue, gute Beschäftigung finden. Der Name Zanders wird in der Stadt fortleben.“ 

Linke Rhein-Berg:  „Schändliches Verhalten der Stadt”

Erschrocken, traurig und wütend! Den Kolleginnen und Kollegen und ihren Familien steht eine schwere Zeit bevor, nachdem sie mit Herzblut und so lange um ihre Arbeitsplätze und um ihr Werk gekämpft haben. DIE LINKE. stand in diesem Kampf immer solidarisch an der Seite der Belegschaft und steht auch weiter fest zu den Zanderianern.

Mit der Schließung der Papierfabrik Zanders geht eine traditionsreiche Geschichte zu Ende, die Bergisch Gladbach maßgeblich geprägt hat. Der Verlust von 400 Arbeitsplätze bedeutet für die ganze Region einen tiefen Einschnitt, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Die Schließung bedeutet den Verlust eines wichtigen Industriestandorts im Bergischen Land. Dieses kann unabsehbare Folgen für weitere Unternehmen und Betriebe haben, die für Zanders selbst und deren Mitarbeiter tätig waren.

Für DIE LINKE. stehen aber jetzt die 400 Menschen und deren Familien im Mittelpunkt, denn deren Zukunft ist ungewiss.

Nachdem die Stadt und der Stadtrat in diesem Jahr schon selbst das Werk „zwangsräumen“ wollte, haben nun die ehemaligen Inhaber und Investoren das Aus für das Werk zu verantworten. 

Dennoch, wegen ihres schändlichen Verhaltens steht der Stadtrat und die Stadt Bergisch Gladbach in der Pflicht dafür zu sorgen, dass die Belegschaft so schnell wie möglich wieder woanders Arbeit finden kann. Wir benötigen einen runden Tisch und eine Transfergesellschaft, in der die Betroffenen gefördert, qualifiziert oder vermittelt werden können.  

Dafür muss die Stadt auch maßvoll Geld in die Hand nehmen, was sie als Eigentümerin durch die Verwertung des wertvollen Geländes an Gewinn abschöpfen wird. Tatsächlich hat auch die Belegschaft juristische und vertragliche Rechte an dem Gelände, denn sie sind nicht nur der größte Gläubiger der Zanders Paper GmbH, sondern werden auch im Kaufvertrag des Zandersgelände besonders berücksichtigt.

DIE LINKE. hofft, dass es nicht nur bei den üblichen Fensterreden und leeren Versprechungen bleiben wird, die wir bei Betriebsschließungen sonst immer von den politisch Verantwortlichen zu hören bekommen. Es liegt im Interesse der Belegschaft, ihrer Familien und der ganzen Stadt, dass wir den jetzt arbeitslosen Kolleginnen und Kollegen eine zukunftsfähige Perspektive anbieten.

Dabei spielt die Konversion des Werksgelände zunächst eine untergeordnete Rollen, denn bis diese begonnen und abgeschlossen werden kann, werden 10 bis 30 Jahre vergehen. Solange können die Familien der Zanderianer und die abhängigen lokalen Unternehmen nicht warten. Alles andere sind unrealistische Träume und peinliche Leichenflederei, die den Zanderianern heute und morgen nichts nutzen!”

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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10 Kommentare

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  1. Noch am 2.März 2020 suchte Zanders weitere Mitarbeiter: Mess- und Steuerungstechniker, Produktionsmitarbeiter sowie Auszubildende.
    Am 1. Mai 2021 das endgültige Aus von Zanders.
    Für mich und sicher auch für die von der Insolvenz betroffenen Menschen und deren Familien, klingt es wie Hohn und Spott, wenn wir lesen müssen, dass noch am 5. Mai 2021 die Banner weiterhin im Wind flattern.
    Mit dem Hinweis: “Wir bilden aus” und “Wir stellen ein”.
    Bitte abhängen!

  2. Papierherstellung braucht eben viel Wasser und ist energieintensiv, das bedeutet ständig steigende Kosten für Strom und CO2 Steuer. Das ist im Klimaretterland Deutschland nicht mehr möglich. Weitere solche Branchen werden folgen. Die Mitarbeiter können jetzt sauberen gewissen, in eine klimaneutrale Zukunft gehen. Die warmen Worte von Politikern gibt es umsonst. Bei deren Diäten tritt so schnell kein Struckturwandel ein. Papier, u.a. für die deutsche Bürokratie, wird jetzt woanders herhestellt.

  3. Hallo Christian, das sehe ich genauso wie sie.
    Vor 2Jahren haben die Mitarbeiter auch keine Hilfe von der Stadt bekommen.
    Da gab es eine Transfer Gesellschaft.
    Aber viel weiter hat die uns auch nicht geholfen.
    Wir hatten viel Glück und mein Mann hat eine neue Stelle bekommen, wo er sich sehr wohl fühlt.
    Das wünsche ich auch allen Mitarbeitern die jetzt gekündigt worden sind.
    Aber wie gesagt es war abzusehen!!!

  4. Mich erstaunt, dass Herr Santillan die Stadt angreift, saß der doch jahrelang selbst im Rat. Die Linke scheint Gesetzesvorgaben nicht zu stören, Hauptsache, sie kann auf Reputationskurs gehen und versuchen, frühere Wähler zurückzugewinnen. Das Ende der Firma hat natürlich mit Unvermögen zu tun, aber nicht der Stadt sondern der Investoren und der Insolvenzverwalter. Es steht außer Frage, dass die Mitarbeiter von ZANDERS nach jahrelangem Zittern nun vor dem Scherbenhaufen stehen. Das aber schulden die Investoren und zuletzt die Jool-Gruppe, die nie, und daran konnte man fühlen, vorhatte, aus ZANDERS wieder etwas Nachhaltiges zu machen sondern lediglich Geld kassieren wollte. Das ist ihr nicht gelungen, Gott sei Dank, aber leider zum Schaden der Belegschaft. Wie 2 Insolvenzverwalter allerdings an Konzepten hängen konnten, die alleine auf Kapitalzuwachs basierten – von wo auch immer – lässt auch an diesen Herren zweifeln.

  5. @TMS:
    Sie verzapfen hier und bei Facebook einen Stuss in den letzten Tagen, das ist nicht mehr feierlich.

    Die Stadt hat mit dem Kauf alles richtig gemacht. Sonst würden Sie sich wieder über eine Heuschrecke aufregen, die nun dieses Sahnestück kauft.

    Das Ende von Zanders war schon lange besiegelt. Wer da vor Corona als gut qualifizierter Arbeiter nicht den Arbeitgeber gewechselt hat, muss wirklich mit Scheuklappen durch die Gegend laufen.

    Für den Rest gibt es nun das Sozialsystem und die Möglichkeit zur Qualifikation und Neuorientierung.

    Man merkt, dass dieses Jahr Wahlen anstehen, da möchten man sich nun für die 380 EX-Zandrianer besonders einsetzen. Aber genau wie zur Kommunalwahl wird dieses wahltaktische Manöver der LINKEN und SPD nach hinten losgehen.

  6. Mitschuld des Stadtrats am Ende von Zanders! Es wurden Chancen vertan, die Arbeitsplätze zu retten.

    DIE LINKE. Basisgruppe Bergisch Gladbach wirft der Stadt, dem Stadtrat und der Kommunalpolitik eine Mitschuld bei der Schließung der Papierfabrik Zanders vor.
    Es ist schamlos und perfide wie die Parteien das Zandersgelände schon gewinnträchtig verwerten wollen, während die 400 Zanderianer gerade ihre Existenz verloren haben und die Familien um ihre Zukunft bangen. ….

    Hier die gesamte Erklärung DIE LINKE. im Wortlaut lesen:>> https://www.dielinke-rbk.de/nc/partei/aktuell/detail-aktuell/news/zanders-solche-leute-wuerden-aus-einer-trauerfeier-rausgeworfen/

  7. Dass Zanders hier nicht mehr lange macht ist seit Jahren klar.
    380 Arbeitsplätze gehen verloren, aber die Stadt hat ein Riesenareal,
    auf dem das dreifache an Arbeitsplätzen geschaffen werden kann.
    Allein die Bautätigkeiten in den nächsten Jahren werden vielen Menschen Beschäftigung geben.

  8. Guten Morgen,
    ich kann mich Christian nur anschließen. Eine Sonder-/Besserstellung der Zandersbeschäftigten ist für mich nicht nachvollziehbar.
    In den letzten Wochen und Tagen haben wir z.B. auch erfahren, dass die Mitarbeiter der Firma Lüttgen (Autohaus) und Firma Heider (Druck) schließen bzw. schon geschlossen haben. Diesen Mitarbeitern geht es nicht besser als den Zandersbeschäftigten. Und ob z.B. das Löwencenter in Bergisch Gladbach wieder öffnet, auch da kann man ein großes Fragezeichen hintersetzen.
    Aber wenn die Zandersmitarbeiter entsprechend qualifiziert sind, werden sie vielleicht bei der Stadt eine Stelle finden. Schließlich hat die Verwaltung unter Federführung des Bürgermeisters ja eine große Initiative zur Mitarbeitergewinnung gestartet. Und nach mir vorliegenden Informationen und der Kampagne gibt es ja nichts schöneres, als bei der Stadt beschäftigt zu sein.

  9. Ich verstehe nicht, warum die Stadt nun eine Sonderbehandlung für die Mitarbeiter organisieren soll. Für die Mitarbeiter gibt es doch das Arbeitsamt, welches Umschulungen und Weitervermittlungen organisiert. Das Zanders irgendwann untergeht ist doch seit Jahren in Stein gemeißelt, wer jetzt überrascht ist, ist entweder Betriebsblind oder naiv.

    Was viel spannender ist, was mit diesem riesigen Grundstück passiert.

  10. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin einer der 380 Mitarbeiter der Firma Zanders. Ich musste in der Vergangenheit das gleiche in Düren erleben. Diese Unruhe diese Ungewissheit wie geht es morgen weiter machen einen fertig. Viele sind zusammen gebrochen am Freitag. Viele wissen nicht mehr weiter ! Dieses Gerede die Stadt will helfen usw sollten mal aufhören. Wo ist die Hilfe die man JETZT braucht !! Wir mussten unsere Spinde leer machen und nach all den Jahren kam nichts mehr. Nicht mal ein Dankeschön. Das versagen der Firma Zanders war all die Jahre schon zu sehen. Wo viele die Taschen voll gemacht haben, mussten wir auf 10% gehalt verzichten. Unsere Rente wurde angegriffen dadurch. Wo waren die Verantwortlichen? Keiner war da. Und dann heisst es wir werden, wir werden.!!! Wir erwarten eine schnelle Entscheidung und Hilfen die schnell entschieden werden. Das sollte auch unser Bürgermeister Herr Stein wissen. Nicht morgen sondern vorgestern sollte man schon uns helfen. Wir sind von allein enttäuscht leider. Dieses politische hin her hilft am Monatsende keinen der 380 Mitarbeiter von Zanders. Wenn mein Kind meine Frau nicht mehr lachen können. Frag ich mich warum ich mir den Arsch wie all die anderen Aufgerissen haben. Wir brauchen schnelle Entscheidungen. Bitte geben Sie dies weiter.