Obereschbach ist das einzige Gewerbegebiet, dass Bergisch Gladbach in rund 40 Jahren ausgewiesen hat. Inzwischen sind alle Grundstücke verkauft, die CDU nimmt nun ein zweites Terrain weiter westlich ins Auge. Foto: Thomas Merkenich

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer gehen womöglich schon bald zurück, doch für die Ansiedlung neuer Firmen gibt es in Bergisch Gladbach keinen Platz, konstatiert die Fraktion der CDU. Ein Gewerbegebiet in Spitze kommt für sie nicht in Fragen, statt dessen fordert sie eine Machbarkeitsstudie für ein Gewerbegebiet Obereschbach II.

„Die sich abzeichnenden rückläufigen städtischen Einnahmen aus der Gewerbesteuer erfordern für die dringend notwendige Anwerbung neuer Firmen ein baldiges Bereitstellen von Gewerbeflächen.“ Mit diesen Worten appelliert der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Michael Metten, an Ampel und Stadtspitze, sich dem Ernst der Lage zu stellen.

Im kommunalen Vergleich fielen die Gewerbesteuereinnahmen in Bergisch Gladbach zu gering aus. Das müsse sich ändern, „ansonsten werden sich wichtige städtische Projekte nicht realisieren lassen“, mahnt Metten.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt von der FWG.

Es sei aufgrund der geographischen Lage Bergisch Gladbachs schon immer eine Herausforderung gewesen, „in unserer Stadt neue Gewerbegebiete zu erschließen“, führt der CDU-Fraktionsvorsitzende aus. Mit Verweis auf Obereschbach I stellt Metten fest, „dass dieses Gewerbegebiet als Erfolg zu werten ist“.


Deshalb sollten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Flächen östlich der Autobahnausfahrt Moitzfeld entlang der Autobahn A4 und nördlich der Overather Straße auf die Frage hin geprüft werden, inwieweit sie das Potential für das neue Gewerbegebiet Obereschbach II bilden könnten – „wohl wissend, dass es Umweltaspekte abzuwägen und topographische Herausforderungen zu meistern gilt“.

Auf diese Zielsetzung habe sich die CDU-Fraktion bei einer kürzlich stattgefundenen Sondersitzung zum Thema Regionalplan geeinigt. Gegebenenfalls müsse auch eine „Verschwenkung der Overather Straße“ geprüft werden.

Die von der CDU in den Fokus genommene Waldfläche schließt sich östlich an den Technologiepark und das bestehende Gewerbegebiet Overath 1 an und reicht bis zur Stadtgrenze. Wenn die Overather Straße weiter nördlich verlegt würde, stünde mehr Fläche zur Verfügung. (Hinweis der Redaktion: in einer ersten Karte hatte wir die Fläche weiter westlich, direkt an der Autobahnabfahrt Moitzfeld verortet, das war falsch.)

Großflächige Terrassierungen

„Weil die Stadt ein Angebot für ansiedlungswillige Firmen zeitnah braucht, wird meine Fraktion eine Machbarkeitsstudie für den Standort Obereschbach II beantragen“, fasst Metten ein Ergebnis der Sondersitzung zusammen.

Michael Metten ist Fraktionschef der CDU. Foto: M. Esser

Wegen der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Gesamtlage in Deutschland und Europa sei bis in die Kommunen hinein die Umsetzung mutiger Ideen das Gebot der Stunde. „Sowohl anhaltende Störungen der Lieferketten infolge der Corona-Krise als auch aktuelle geopolitische Ziele, die Unabhängigkeit der deutschen Wirtschaft wegen des Ukraine-Krieges zu erhöhen, machen auch bei uns ein engagiertes Handeln erforderlich“, gibt Metten zu bedenken. 

Möglichen Skeptikern hält er mit dem Hinweis auf Lindlar, Olpe-Wenden oder Bomig/Wiehl entgegen, dass auch andere Kommunen Lösungen für topographisch anspruchsvolle Situationen gefunden hätten. Zweifelsohne müssten für ein solches Gewerbegebiet großflächige Terrassierungen geschaffen werden. Mit Blick auf Obereschbach II sieht der CDU-Fraktionschef „sogar die Chance einer interkommunalen Lösung mit Overath“.  

Dem Vorbild Niederlande folgen

Zu einem kürzlich vom städtischen Beigeordneten Ragnar Migenda ins Spiel gebrachten Gewerbe-Standort Spitze äußert sich Christian Buchen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion, so: „Dieser Standort ist aus mehreren Gründen ungeeignet. Allein die Entwässerung des Gebietes wäre ein großes Problem. Neue Gewerbegebiete sollten möglichst entlang der Autobahn als überregionale Verkehrsadern liegen, wie das vergleichsweise an vielen Autobahnen und Schnellstraßen in den Niederlanden realisiert ist.“

Zu Spitze bemerkt Buchen weiter: „Die notwendigen verkehrlichen Maßnahmen zur Ertüchtigung der L289 wären sehr aufwändig, um den zusätzlichen Verkehr aufnehmen zu können, den ein neues Gewerbegebiet auslösen würde. Diese verkehrlichen Maßnahmen waren und sind aus unserer Sicht eine wichtige Voraussetzung, was in den Fraktionen Konsens sein sollte.“ 

Er fügt hinzu: „Es wäre ein fataler Fehler, nur auf das Zanders-Areal zu setzen. Wir brauchen kurz- und mittelfristige Angebote für öffentliches und privates Bauen. Die Zanders-Konversion ist ein langfristiges Projekt“, so Buchen.

Unter Hinweis auf die größeren Baumaßnahmen im Innenstadt-Bereich wie auf den Grundstücken Steinbüchel und an den Kalköfen sowie demnächst auf dem Wachendorff-Gelände bedarf es nach Meinung der CDU-Fraktion eines umfassenden Verkehrsgesamtkonzepts.

Ebenso sollten mit den versprochenen Instandsetzungsarbeiten der maroden Straßen und Radwege endlich begonnen werden. 

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4 Kommentare

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  1. In Spitze von schwieriger Entwässerung sprechen und Untereschbach dann durch weitere Versiegelung beim nächsten Starkregen wieder absaufen lassen?

    Gut, das Kind im Sülztal wurde damals an Overath abgestoßen, aber dran denken darf man ab und zu dann doch.

    Die Topographie ist durch die Tallage wirklich schwierig. Die Straße verläuft schon fast in der Talsohle. Wo soll sie hin? Ohne Auffüllen des Tals wird da nichts möglich sein.
    Da kann man besser die Wiese zwischen Herkenrath und Moitzfeld nehmen. Der Aufwand zur Ertüchtigung der Zufahrt wird um einiges geringer sein.

  2. Ich scheine einer falschen Wahrnehmung zu unterliegen. Ist dieser Artikel nun auf CDU- oder FWG-Papier entstanden, wobei von Letzerer nur im blauen Feld des Artikels oder im Kommentar von Herrn de Lamboy steht.

    Die FWG verweigert rundsätzlich alles, was in GL neue Bebauubngsflächen braucht. Ob bezahbares und teures Wohnen oder Gewerbe, GL braucht das angeblich nicht. Damit kommen wir nicht weiter, und insofern halte ich den Vorschlag von Herrn Metten für plausibel. Natürlich kann man Deutschland nicht mit Holland vergleichen, aber warum soll man nicht Möglichkeiten, die in anderen Ländern Erfolg haben, auch bei uns nutzen.

  3. Die Idee der FWG bestehende Gewerbegebiet zu erweitern ist ja nett, aber es fehlen Flächen für produzierenden Gewerbe, die mehrere Hundert bzw, Tausend qm gross sein müssen. Und, Herr Dr. Nuding, was glauben Sie was wir während der FNP Plan Aufstellung gemacht haben? Es gibt diese Flächen nicht in bereits bestehenden Gewerbegebieten. Alle untersuchten Flächen liegen in „ nicht erschlossenen“ Wald-Wiesen – oder Mischgebieten – und wurden, nicht zuletzt auch von der FWG abgelehnt.

    Da helfen auch keine Flächen für Arbeiten und Wohnen, wie das „Urbane Gebiet“ wo Wohnen und Arbeiten, also Home Office stattfinden kann, wie vielleicht im Technologiepark möglich wäre.

    Obereschbach ist auch im FNP Aufstellungsverfahren untersucht worden. Es ist ein schwieriges Gelände, liegt aber an der Autobahn und wäre Erschliessungstechnich richtig.

    Ich möchte hiermit an die FWG appellieren, in diese Richtung mit zu machen. Vielleicht schaffen wir es ausnahmsweise einmal miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander. Allein der Aufruf zur Suche nach neuen Flächen ist doch ein Signal, dass etwas passieren muss.

  4. Ein weiteres Gewerbegebiet in Obereschbach macht schon Sinn.
    Nah zur Autobahn und die ländliche Struktur im Hinterland bliebe für Erholung und Wohnen erhalten.
    Kein zusätzlicher LKW- und Lieferwagenverkehr, der die ohnehin schon stark belastete Strassen ins Hinterland noch mehr belastet.
    Aber!
    Ich fürchte, da wird in dem Waldgebiet bei Obereschbach ganz schnell irgendeine Kröte oder seltene Grasart auftauchen, die es nur in Obereschbach noch gibt und die mit allen gesetzlichen Mitteln geschützt werden muss.