In diesem Bereich erhält die Odenthaler Straße rechts (stadteinwärts) einen Radschutzstreifen. Dafür fallen links die Parkplätze weg.

Die Ausfallstraße im Westen der Stadt soll in ihrem engsten Bereich grundlegend umgestaltet und für Radfahrer:innen sicherer werden. Dafür müssen Autoverkehr und Anwohner:innen auf der Odenthaler Straße Nachteile in Kauf nehmen. Wir erläutern die Details.

Die fahrradfreundliche Umgestaltung der Odenthaler Straße war bereits im Mobilitätskonzept 2016 grundsätzlich beschlossen und in mehreren Ausschusssitzung 2020 und 2021 im Detail ausgehandelt worden. Nun sollen die Arbeiten – wie berichtet – am 7. November beginnen und in gut zwei Wochen abgeschlossen werden, teilt die Stadt mit.

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Dabei geht es vor allem um die Markierung von Rad-Schutzstreifen und -Aufstellzonen auf dem Asphalt, nur ein kleiner Teil der Straßendecke wird erneuert. Knapp 20 Parkplätze und zwei Abbiegespuren müssen dafür Platz machen – wenn der eng begrenzte Straßenraum neu verteilt wird.

Baustellen-Regelung: Da nur ein schmaler Bereich der Straßendecke tatsächlich saniert wird soll es während der Bauarbeiten zu keinen Sperrungen auf der Odenthaler Straße kommen, lediglich die Laurentiusstraße wird ab der Einmündung Am Broich gesperrt, dort dürfen nur noch Anlieger:innen weiter – eine Durchfahrt zur Odenthaler ist vorübergehend nicht möglich.

„Diese Maßnahme führt zu einer Verbesserung der Situation aller Verkehrsteilnehmenden. Zukünftig ist der Fuß-, Rad- und Straßenverkehr klar voneinander getrennt“, sagt Ragnar Migenda, der zuständige Beigeordnete.

Pro Rad

Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann künftig auf längeren Teilstrecken einen Schutzstreifen oder einen entschärften Hochbord-Radweg nutzen. Allerdings bleiben einige Lücken und Gefahrenstellen.

Auf der Odenthaler Straße von Norden Richtung Stadtmitte kann man mit dem Rad zunächst wie bisher das baulich abgetrennte Hochbord nutzen. Ein Stück vor der Kreuzung Laurentiusstraße, auf Höhe der Malteser-Apotheke, muss man künftig auf einen rot markierten Schutzstreifen auf der Straße wechseln.

Blickrichtung stadtauswärts: Hier sollen die Radfahrer:innen vom Hochbord auf den neuen Schutzstreifen auf der Straße geleitet werden.

Dieser 1,5 Meter breite Schutzstreifen wird dann bergab durchgezogen und endet erst kurz vor der Kreuzung Am Broich.

Nur im Bereich dieses neuen Schutzstreifens wird die Straße auf einer Breite von etwas zwei Metern neu asphaltiert; der Rest der Decke ist nach Einschätzung der Stadt noch in einem akzeptablen Zustand und bleibt wie er ist.

Das letzte Teilstück bis zur Hauptstraße muss man, sofern man nicht in die Laurentiusstraße Richtung Stadtmitte abgebogen ist – auf der Fahrbahn radeln.

Bergauf, in Richtung Norden

Wer in Gegenrichtung, von der Hauptstraße Richtung Odenthal per Rad unterwegs ist, fährt auf dem ersten Teilstück ebenfalls auf der Straße. Hinter der Bushaltestelle (gegenüber der Einfahrt zur Buchmühle) beginnt künftig ein Schutzstreifen, der aber nach wenigen Metern vor der Kreuzung Am Broich / Am Mühlenberg wieder endet.

Hier können sich die Radfahrer:innen entscheiden, ob sie weiter auf der Straße bleiben oder den alten Hochbord-Radweg nutzen.

Im folgenden Bereich, von der Taxizentrale bis kurz vor der Einmündung der Rommerscheider Straße, fällt der Parkstreifen mit rund 20 Stellplätzen weg – um Platz für den neuen Schutzstreifen auf der gegenüberliegenden Seite zu schaffen. Zudem wird das Fahren auf dem Hochbord sicherer, weil die Gefahr sich plötzlich öffnender Beifahrertüren wegfällt.

Die Parkplätze fallen weg, auf der Gegenseite wird ein Schutzstreifen markiert.

Den Anwohner:innen bietet die Stadtverwaltung als Ersatz an, ihre Autos in der Parkpalette an der Buchmühle zu parken. Einen Rabatt gibt es allerdings nicht.

Zudem soll in diesem Bereich ein Halteverbot eingeführt werden – womit die Betroffenen und auch Taxen oder Lieferdienste noch nicht einmal zum Ein- oder Ausladen anhalten dürfen.

Linksabbieger-Spuren fallen weg

Ebenfalls aus Platzgründen fallen zwei Fahrspuren für Linksabbieger weg. Sowohl bergauf beim Abbiegen in die Straße Am Broich sowie bergab beim Einbiegen in die Rommerscheider Straße gibt es künftig keine Extra-Spur mehr.

Die Fahrzeuge müssen auf der Hauptfahrspur auf eine Lücke im Gegenverkehr warten. Das könnte an der stärker genutzten Rommerscheider Straße in Hauptverkehrszeiten zu Rückstaus führen.

Wer von oben kommend in den Mühlenberg einbiegen will findet auch künftig eine eigene Spur vor.

Die Straße ist seit der Wiederherstellung nach dem Projekte „Strunde hoch vier“ noch nicht neu markiert worden. Hier wird es künftig weiterhin eine eigene Linksabbiegerspur geben.

Kreuzung Laurentiusstraße entschärft

Die Detailplanung bei der Einmündung der Laurentiusstraße

Die Stadt nutzt die Teilsanierung jetzt auch, um die Sicherheitsprobleme an der Einmündung in die Laurentiusstraße zu beseitigen, die seit der Freigabe für den Radverkehr entgegen der Einbahnstraße entstanden waren.

Bislang wurden Radfahrer bergab durch die Markierungen auf dem Hochbord in die Laurentiusstraße geführt worden – und gerieten dadurch unmittelbar auf den Fußweg vor der Apotheke.

Hier werden die Radler:innen vom Hochbord verbannt.

Nun sollen der Kreuzungsbereich ebenfalls saniert und Rad- sowie Fußverkehr sauber getrennt werden. Dabei werden auch einige Meter der Laurentiusstraße neu asphaltiert – der Rest der Straße aber erst angefasst, wenn sie endgültig zur Fahrradstraße umgestaltet wird.

Der obere Bereich der Odenthaler Straße wird nicht verändert.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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26 Kommentare

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  1. Wer hat denn diesen Schwachsinn zu verantworten? Damit meine ich einerseits die Gründung einer Fahrradstrasse , siehe Laurentiusstr., jetzt die Odenthaler Str. und die Altenberger Dom Straße.

    Gibt es jetzt nur noch Fahrradfahrer? Wer denkt denn an all die älteren und behinderten Menschen, die das Fahrrad nicht benutzen können und auch vielfach nicht gelernt haben?

    Wo stellen die Einwohner an der Odenthaler Strasse denn nun ihre PKW´s ab?
    Zuerst werden Baugenehmigungen erteilt ohne den Nachweis zu fordern für Park-bzw. Stellplätze und jetzt müssen die Anwohner ihre Fahrzeuge mit in die Wohnung nehmen!!

    Warum richtet man die bestehenden Fahrradwege nicht zuerst einmal so her, dass sie auch von Fahrradfahrern benutzt werden können?

    Alle Strassen sind in einem maroden Zustand, aber neue Wege für Fahrradfahrer müssen zuerst erstellt werden.

    Ich selbst bin Fußgängerin, Fahrradfahrerin und Autofahrerin – alle Wege und Straßen sind nur noch Hindernisswege!

    1. Ich kann sie beruhigen. Das Auto wird weiterhin das Fortbewegungsmittel Nr.1 in GL bleiben. Was hier passiert, ist eine Umwidmung von öffentlichem Raum. Auf der anderen Seite sei die Frage erlaubt, warum öffentliche Parkplätze so viel öffentlichen Raum einnehmen. Das dies für immer so bleibt, ist nicht in Stein gemeißelt. So wie die Situation an der Odenthaler zuletzt war, eine reine Katastrophe. Nun wird zum ersten Mal mit Struktur an einem Problem gearbeitet. Die Strecke Voiswinkel – Hebborn wird saniert, die Odenthaler erhält einen Radfahrstreifen, der Rechtsabbieger in die Laurentiusstraße wird besser und klarer umgestaltet.

      „Warum richtet man die bestehenden Fahrradwege nicht zuerst einmal so her, dass sie auch von Fahrradfahrern benutzt werden können?“

      Das passiert doch in Voiswinkel aktuell.
      Auf dem unteren Abschnitt der Odenthaler gibt es (noch) keinen Radweg. Was also herrichten, was nicht vorhanden ist?

  2. Wenn man richtig lesen und den Sinn von Geschriebenem erfassen könnte,. wüsste man jetzt, dass ich nicht die „Fahrradlastigkeit“ von GL sondern die der Verwaltung meinte, die man anlsässlich der vielen unsinnigen Maßnahmen gerade und auch zugunsten von Radlern nicht wegduskutieren kann. Kölner Straße (beidseitige, 75 cm breite lebensgefährliche Fahraddstreifen, die kaum ein Fahrrad sehen) und Buddestraße (lachhafter Versuch für Fahrradstreifen) in Bensberg, Farradspur 400 m zwischen 2 Kreisverkehren ohne Fahrradzu- und Abfahrt in GL, Laurentiusstraße, die weder Anrainer noch Fahrradfahrer mehrheitlich wollen, mit hundettausenden von raugeschmissenen Euro, nun die Odenthaler Str., wo die Anrainer nicht wissen, wo sie bei abgeschlossener Maßnahme ihre Autos parken sollen etc., etc. Gott sei Dank melden sich hier auch einige Radfahrer zu Wort – wobei ich glaube, dass es davon mehrheitlich viele gibt – die die ganzen polemischen Argumente Anderer hier ad absurdum führen und versuchen, mit Behinderungen auf Radwegen zurecht zu kommen, auch und gerade für Paketzusteller etc., für die ihr JOB wahrlich kein Zuckerschlecken ist.

    Der absolute Vorrang für Automobile soll Geschichte werden, nicht sein, denn das geht nicht von Ampelbeginn binnen Jahren, was aber in keinem Fall zu erfüllender Vorsatz zu sein scheint.

  3. „Stört das nicht“ ist sich selbst disqualifizierender Blödsinn. Es handelt sich um Halteverbot. Aber den Lieferdiensten will man das gesetzwidrige ignorieren des Halteverbotes gestatten?? Und was diesen Dezernenten angeht (wie schnell man in so einem Städtchen Dezernent wird…in einer echten Großstadt wäre er vielleicht gerade einmal Abteilungsleiter), er hat es vielleicht nicht entschieden. Aber er setzt es jetzt um. Diesen Bödsinn. Würde er das nicht machen, wäre er schneller als er denken kann draußen… Dieser Herr Miganda.

    1. Das Parken auf Geh- und Radwegen wird bei Lieferdiensten doch schon seit vielen Jahren toleriert. Die stellen sich hin, wo sie wollen, aber niemand scheint das eingrenzen zu wollen. Genauso wie bei den Briefträgern und Briefträgerinnen, die ständig mit ihren Fahrrädern die Gehwege benutzen und sie dort auch ganz gerne mal behindern abstellen, während sie in der Umgebung Briefe verteilen.

      Sagt man dann was, bekommt man eine pampige Antwort oder von Paketzustellern auch mal den Mittelfinger gezeigt. Reagiert wird erst, wenn es Anzeigen und Bußgelder gibt.

    2. @Hans – Ich versuche zu erkennen, was Ihre Posts mit dem Beitrag zur Odenthaler Straße zu tun haben.
      Es gelingt mir leider nicht.

    3. @U. Kleinert: Da kann ich vermutlich aushelfen. Er bezieht sich offenbar auf den Beitrag von Paul Brings (31. Oktober 2022 um 19:01) weiter unten, hat aber wohl die Antworten-/Thread-Funktion nicht ausreichend durchschaut, um seine Erwiderung direkt dort anzuhängen.

  4. Der GLer ADFC Vorsitzende und Experte: Vor einiger Zeit hatte ich ein Anliegen und mich an den Landrat und den ADFC Vorsitzenden gewandt. Der ADFC Vorsitzender wollte mir erklären, dass meine Ansicht falsch sei und belehren. Als ich ihm schrieb, dass der Kölner Fahrradbeauftragte das genauso sieht wie ich, tauchte er ab und reagierte nicht mehr. Weiter kurz darauf bestätigte mir die Behörde des Landesrates, dass ich Recht habe und er die Stadtverwaltung GL zur Nachbesserung aufgefordert habe. Das zum GLer ADFC Vorsitzenden.

  5. Kein Essensdienst, kein Spediteur, noch nicht einmal DHL darf dort halten und müssten über 100 Meter zu Fuß. Sorry Bergisch Gladbach, so einen fachlich hilflosen Dezernenten habt selbst ihr nicht verdient. Dazu noch Ordnungsbehörde- und Verkehrsbehörde Leitungen… Liebe Anwohner, klagt dagegen und das VG haut denen und Stein diese Planung um die Ohren.

    1. Essensdienste und DHL stört das sicher nicht… die parken auch den oberen Teil der Odenthaler trotz vorhandener Parkplätze regelmäßig zu. Sie machen es sich extrem einfach in Ihrer Argumentation. Der Beschluss zur Umgestaltung stammt übrigens Jahre vor dem Antritt des Dezernenten. Was hat dieser also damit zu tun ? Das wurde seinerzeit unter CDU Regierung beschlossen.

  6. Da kann ich helfen, U. Kleinert. Mit Gleichberechtigung im Verkehr bzw. seiner Planung ist sicher nicht die Bevorzugung des Radverkehrs gemeint, im Gegenteil, diese Fahradlastigkeit der Stadt verursacht ein Ungleichgewicht und dient meistens als Beweis, wie toll die Stadt die Versprechen des Wahlkampfs umsetzt. Natürlich soll der Vorrang des Autos enden, was aber weder nächstes Jahr noch in 10 Jahren vollzogen sein wird. Die Stückwerke der Stadt auf dem Weg dorthin lässt aber zweifeln, ob dieses Ziel wirklich erreicht wird.

    Und „die Verteidigung eigener Gewohnheiten“ anzuprangern ist meilenweit an den Tatsachen vorbei geguckt und schon gleich eine Frechheit, Menschen mit Behinderung derart zu diffamieren.

    1. Menschen mit Behinderungen für die eigene Unlust an Veränderung zu instrumentalisieren, ist aber auch nicht gerade die feine Art.

    2. Soso, es gibt also in unserer Stadt eine „Fahradlastigkeit“. Selten so gelacht!
      Wir erleben derzeit, dass Verkehrspolitik nicht mehr zu 100%, sondern nur noch zu 90% für Autos gemacht wird. Ist dieser kleine Schritt in Richtung Gleichberechtigung wirklich so schwer zu verkraften?

      Wenn Sie (und all die Anderen, die permanent dieses Argument ins Feld führen) tatsächlich derart gehbehindert sind, dass Sie keine 100 m laufen können, möchte ich mich hiermit entschuldigen! Aber irgendwie glaube ich das nicht…

    3. Der geringfügige Abbau von Benachteiligungen des Radverkehrs (und des Fußverkehrs) im fast vollständig vom ruhenden und schwerfällig fließenden motorisierten Individualverkehr dominierten öffentlichen Raum ist keine Bevorzugung, sondern ein kleiner, wirklich sehr kleiner Schritt hin zu Gleichberechtigung.

      Es ist mir ein Rätsel, wie man angesichts der realen Situation auf den Straßen in Bergisch Gladbach von „Fahrradlastigkeit der Stadt“ sprechen kann.

    4. „Fahrradlastigkeit der Stadt“? „Bevorzugung des Radverkehrs“?

      Die Laurentiusstraße soll nach jahrelanger Diskussion die allererste (unechte) Fahrradstraße der Kreisstadt werden. Radpendlerrouten (keine Schnellwege) sind immer noch Planungsgegenstand. Normgerechte Radwege auf Hauptdurchgangsstraßen nicht existent. Die Radstation am Bahnhof seit Jahren ohne Anbindung an das Radwegenetz. etc., etc.

      Oder meinen Sie die gegenläufige Öffnung einiger Einbahnstraßen und die Rotfärbung von vorrangberechtigter Radfurten? Oder gar einige hundert Meter Umweltspur?

      Und hier an der Odenthaler – eine Maßnahme, die im Jahr 2016 im Rahmen des MobiK noch unter alter Führung beschlossen wurde – ganz konkret:

      Ich sehe keine Bevorzugung. Heute gibt es keine Führung für den Radverkehr in südlicher Richtung und nur einen schmalen nicht normgerechten Hochbordradweg. Dafür aber drei Spuren für KFZ. Nun erhalten Radfahrende einen 1.5m breiten Schutzstreifen (immer noch keinen eigenen Radweg) und ein wenig mehr Sicherheit auf dem Hochbord durch den Wegfall des s.g. „Dooring“ Risikos. Für den MIV bleibt es immer noch bei zwei vollwertigen Fahrspuren, die im unteren Bereich vom Zentrum kommend sogar bis zu 4 Meter breit sind. Und auch dort wird nur ein Schutzstreifen und keine eigener Radfahrstreifen eingerichtet, damit links auf die Parkpalette abbiegende FZG weiterhin rechts überholt werden können.

      Ein ganz kleiner Schritt in Richtung Gleichberechtigung sehe ich. Nicht mehr.

    5. Die Feststellung, dass es in Bergisch Gladbach in irgendeiner Form eine „Fahrradlastigkeit“ gäbe, mutet in der Tat wie aus einer Parallelwelt an, angesichts der Realität die Ich und viele andere Radfahrende hier jeden Tag erleben.

      Die ständigen Verweise auf vermeintliches „Stückwerk“ ist auch immer wieder drollig, wenn ich daran denke wie erbittert gegen jede selbst kleinste Veränderung im öffentlichen Raum gekämpft wird. Da mag ich mir gar nicht vorstellen was erst los wäre wenn das ganze MobiK auf einen Schlag umgesetzt werden würde.

  7. Na dann würde ich Sie gerne erleben, Herr Brings, wenn Sie als Fahrer solcher Möbelwagen, als Paketzusteller der Post oder Onlinehändlern oder eines Taxis 100 m weit weg vom Ort der Anlieferung parken müssten. Außerdem soll es da noch Autos geben, die Menschen mit Behinderung ob mit oder ohne Rollstuhl abholen müssen. Nicht sehr weit gedacht von Ihnen und politische Mehrheiten waren in GB oft keine Garanten für die Durchsetzung von Ideen.

    1. Ich habe mal gehört, dass es für Umzugstransporte u.ä. Sondergenehmigungen gibt.
      Es ist wirklich albern, immer die „Krankenschwester im Schichtdienst mit gehbehinderten Eltern und täglichem Großeinkauf“ ins Feld zu führen – wenn es doch in Wirklichkeit nur um die Verteidigung eigener Gewohnheiten bzw. Privilegien geht.

      Wie Herr Brings schon schrieb, geht es langsam, aber stetig in Richtung Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer. Der absolute Vorrang des Autos in der Verkehrsplanung ist Geschichte.

      1. Geht es tatsächlich ausschließlich um „Gleichberechtigung“ oder geht es nicht vielleicht auch darum, nach außen deutlich sichtbare Zeichen zu setzen?

        Man mag über Sinn und Zweck von öffentlichem Parkraum vortrefflich streiten. Aber ist es nicht irgendwie merkwürdig, wenn man mit einem motorisierten Fahrzeug eine Straße zwar befahren kann aber auf ihr nicht mehr halten darf, auch nicht für kurze Zeit? Anders ausgedrückt: Sobald bei der Moblität ein Motor im Spiel ist, darf nicht mehr gehalten werden?

        Ob es für Umzugstransporte u.ä Sondergenehmigungen geben kann, wird zu keiner Lösung führen. Vielmehr werden motorisierte Verkehrsteilnehmer, die täglich an den betreffenden Straßen halten müssen (Lieferanten, Paketdienste, Taxi, etc.) sich ordnungswirdrig verhalten müssen, solange hierfür – wie bislang – keine Lösungen in Sicht sind. Es mag sein, dass die Veränderung der Odenthaler Straße, wie Herr Brings bemerkt hat, zunächst nur ein Teilstück von 200 Metern betrifft. Aber auch dieses Argument löst das eigentliche Problem nicht.

        Sinnvoll scheint es mir doch eher zu sein, das Augenmerk bei diesem und den künftig anstehenden Projekten nicht ausschließlich auf die Herstellung einer Radinfrastruktur zu richten, sondern auch die Folgen dieses Vorgehens im Blick zu behalten und Lösungen hierfür zu entwickeln. Anderenfalls könnten solche Maßnahmen tatsächlich als bloßes Stückwerk angesehen werden, mit welchem ausschließlich politische Ziele verfolgt werden.

      2. @Elena – vielleicht haben Sie nicht gelesen, dass ich ebenfalls das „absolute Halteverbot“ in Frage stelle, s.u. Ein kurzzeitiges(!) Halten von z.B. Paketdiensten scheint mir durchaus vertretbar.

        Allerdings wundere ich mich etwas über dieses Argument: Schon jetzt können Anlieferer dort aufgrund der parkenden Autos (meistens) nicht halten. Und Straßen, auf denen Kraftfahrzeuge zwar fahren, aber nicht halten dürfen, gibt es wie Sand am Meer.

        Auch einen Widerspruch zwischen „Gleichberechtigung“ (was selbstverständlich ein „politisches Ziel“ ist) und „deutlich sichtbaren Zeichen“ vermag ich nicht zu erkennen.

    2. Waren Sie schon mal auf der Odenthaler mit dem Rad unterwegs ? Da gehört es zum guten Ton, mindestens einen Radwegparker zu treffen, meist Amazon bzw Versandvehikel. Ist zwar nicht legal, aber damit komme ich durchaus klar. Möbekwagen oder Taxis, die kurz halten sind ebenfalls kein Problem für mich. Aber Dauerparker muss nicht sein an der Stelle.

      1. Meistens hat man doch ein Handy dabei. Fotografieren, kurze Mail mit Ort und Uhrzeit ans Ordnungsamt, und beim nächsten Mal überlegt es sich der-/diejenige, einen derart teueren Parkplatz zu benutzen.

      2. Also mir ist es „egal“ wie lange der Radweg zugeparkt ist. Wenn ich mit dem Rad vorbei will muss ich ausweichen. Daher nervt mich dieses „nur mal eben“.

  8. Konnte man etwas anderes von Herrn Migenda und der Stadt erwarten als Stückwerk? Die Gewalt, die da dem Verkehr und den Anwohnern angetan wird nennt der Grüne auch noch “ . . . Maßnahme zur Verbesserung der Situation für alle Verkehrsteilnehmer“!? Und selbst die von ihm geliebten und bevorzugten Radfahrer fragen sich, was denn die Stückelung von Radwegen aller Art dort für Vorteile birgt?

    Wo sollen denn Möbelwagen mit neuen oder umgezogenen Sachen parken, wenn nicht vor dem Haus, in das die Möbel angeliefert werden sollen? Wo hält der Taxifahrer, der im Rahmen einer Fahrt für Menschen mit Behinderung solche abholen oder zurückbringen müsste? Alle auf dem Buchmühlenparkplatz , um dann Möbel oder andere Großteile bis zum Bestimmungsort zu schleppen? Da fährt kein Transporteur mehr hin. Und die Taxikunden, die auch alle zu diesem Parkplatz pilgern müssten, werden sich ebenfalls bedanken. Und dann auch noch die schon genüssliche Empfehlung des Verkehrs-Fehl-Planers, auch auf den genannten Parkplatz Platz zu suchen, wobei auf Kostenerstattung verzichtet wird. Ein Raubritterstreich.

    Es ist eine Unverschämtheit, all diese Maßnahmen als allgemein nützlich zu bezeichnen, wo lediglich Fahrradfahrer begünstigt werden und alle anderen Verkehrsteilnehmer ver . . . . . t werden.

    1. Geht es auch eine Nummer kleiner? Wir reden hier von ca. 200 Meter Radweg.
      Taxis, Möbelwagen etc. sind da doch nicht ernsthaft das Problem. Ihnen missfällt lediglich, dass die Parkplätze wegfallen. Ja gut, der Verkehrsraum ist de facto unfair aufgeteilt. In sehr kleinen Schritten wird das nun angegangen. Finden Sie sich damit ab, zumal man ziemlich sicher sagen kann, dass dies nicht die letzte Veränderung sein wird. Dafür gibt es übrigens eine politische Mehrheit in GL.

  9. Der geplante „1,5 Meter breite Schutzstreifen“ von der Laurentiusstraße bis zur Kreuzung Am Broich ist das Gegenteil von „fahrradfreundlich“. An einer Hauptstraße mit viel Schwerlastverkehr wäre das vielmehr für Radfahrende lebensgefährlich, zumal bergab in der Innenkurve: Die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle, bei denen Fahrräder zwischen LKW und Bordsteinkante eingeklemmt werden, wäre extrem hoch. ‚Weiterer‘ schwerer Unfälle, muss man leider sagen.

    Im Beschluss des zuständigen Fachausschusses vom 23.11.2021 bzgl. der Odenthaler Straße (Ö13) heißt es:
    „Generell gilt, dass die Schutzstreifen so breit wie jeweils verkehrstechnisch möglich
    angelegt werden, um eine spürbare Verbesserung für den Radverkehr zu erzielen.“
    https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/si0057.asp?__ksinr=2123

    Die Markierung eines 1,50-m-Schutzstreifens würde dieses Ziel nicht erreichen, und sie stünde in direktem Widerspruch zur Vorgabe aus dem Ausschuss.

    Zum geplanten Halteverbot in diesem Bereich:
    Auf einem Schutzstreifen dürfen Paketdienste etc. nicht halten. Aber warum soll das auch in Gegenrichtung gelten – also dort, wo heute noch Autos parken? Die Fahrbahn ist breit genug, und der Schutzstreifen darf bei Bedarf (wenn dort keine Radfahrenden fahren) überfahren werden.