Unter anderem bei der Bauleitplanung fordert der Bergische Naturschutzverein eine größere Bedeutung des Klimaschutzes. Foto: Thomas Merkenich

Der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein hat sich intensiv mit dem Klimaschutzkonzept der Stadt Bergisch Gladbach befasst. Grundsätzlich begrüßt er das umfangreiche Papier – doch hatte er sich erheblich mehr versprochen. Er nennt konkrete Kritikpunkte und machte Ergänzungsvorschläge. Bei der Bauleitplanung, beim Baumschutz und vielen weiteren Punkten.

Wir dokumentieren eine Mitteilung des RBN:

Der Entwurf eines Klimaschutzkonzepts für die Stadt Bergisch Gladbach liegt seit einigen Monaten vor. Mitglieder des (Rheinisch)-Bergischen Naturschutzvereins (RBN) haben bei Workshops und Versammlungen, zu denen seitens der Stadtverwaltung eingeladen wurde, teilgenommen und ihre Anregungen gegeben.

Wir begrüßen, dass der Prozess zu einem umfänglichen Konzept herangereift ist, verhehlen aber nicht, dass wir uns erheblich mehr davon versprochen hätten.

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Was im Entwurf des Klimakonzepts niedergeschrieben wurde, ist vorrangig die dringend notwendige Darstellung des Ist-Zustands in dieser Stadt. Sie ist erforderlich, um Lösungsansätze und Perspektiven zu entwickeln, wie diese Stadt sich den Herausforderungen der Zukunft stellen will – und dabei greift das Konzept schlichtweg zu kurz.

Klimaschutz ist Menschenschutz! Klimaschutz ist Daseinsvorsorge – wie Feuerwehr, Krankenhäuser, Kläranlagen, öffentliche Einrichtungen!

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Wie Bergisch Gladbach den Klimaschutz voranbringen will

Mit dem Entwurf für das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Bergisch liefern die Klimaschutzmanagerinnen eine gründliche Bestandsaufnahme, spüren Verbesserungspotenziale auf, entwickeln eine Strategie und listen jede Menge konkreter Maßnahmen auf. Jetzt geht der Entwurf in die Beratung der Ausschüsse – wir haben schon einmal einen Blick hinein geworfen. Dabei fällt auf: den größten Teil der Einsparungen müssen die privaten Haushalte liefern.

Maßstäbe setzen und Wege aufzeigen

Hier muss eine Stadt mit ihrer Verwaltung und ihrem Entscheidungsgremium Maßstäbe setzen, Wege aufzeigen, wie insbesondere die am meisten am Erwärmungsprozess Beteiligten, nämlich Haushalte und Verkehr – aber auch Gewerbe und Industrie – in einen Prozess integriert werden, der zu einer Verbesserung des Klimas auch in dieser Stadt führt.

Dabei ist uns bewusst, dass damit nicht die Weltklimafrage zu klären ist – aber selbst das kleinste Drehen an der großen Schraube trägt dazu bei, dass sich etwas bewegt, und zwar vor Ort, da, wo die Menschen leben und dies wahrnehmen können.

Relevante Punkte ergänzen

Deshalb plädieren wir eindringlich dafür, nicht nur dieses Klimakonzept als bisher kleinsten gemeinsamen Nenner auf den Weg zu bringen, sondern das Konzept noch um relevante Punkte zu ergänzen, die im politischen Bereich zu klären sind und nicht, wie die meisten Ansätze, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt als Empfehlung in Eigenregie überlassen werden.

Dazu zählt in besonderer Weise die Bauleitplanung, die in diesem Konzept viel zu kurz kommt, aber ein entscheidender Faktor ist, um etwa im innerstädtischen und dicht besiedelten Bereich das Leben erträglicher zu machen: Durch Begrünung, durch großkronige Bäume, durch Dach- und Fassadenbegrünung, durch Entsiegelung, durch Brunnen, durch mehr Wasserflächen – dies ist praktischer Klimaschutz, der in Bebauungsplänen und durch Baugenehmigungen durchgesetzt werden kann und muss!

Hier bedarf es einer Ergänzung und Präzisierung des Konzepts.

Was wir im Einzelnen vorschlagen bzw. für erweiterungs- und ergänzungswürdig ansehen, entnehmen Sie bitte dem Anhang (siehe unten), in dem wir konkret auf einzelne Punkte eingehen.

Hintergrund: Das Klimaschutzkonzept wird im Hauptausschuss am 30. August politisch diskutiert (17 Uhr, Rathaus Bensberg). Bislang haben sich nur Grüne und SPD hinter den Entwurf der Verwaltung gestellt, CDU, FDP und FWG stellen einzelne Maßnahmen in Fragen, der Bürgermeister warnt vor einer „Filetierung“ des Konzeptes. Beschlossen werden soll es im Stadtrat am 5. September. Allerdings plädiert die FWG für eine Vertagung, um alle Einwände und Argumente aufgreifen zu können.

Anmerkungen zu Band 1

Private Haushalte Industrie Gewerbe Handel Dienstleistung Kommunale Liegenschaften, Seite 32
Die zu erzielenden Einsparungspotentiale sind viel zu stark auf die freiwilligen Leistungen der privaten Haushalte fokussiert.

Photovoltaik PV-Freiflächenanlagen, Seite 45
Eine Aussage, wo die gemäß Potenzialstudie des LANUV ermittelte Modulfläche für Freiflächen-PV von ca. 0,13 km2 entstehen soll, fehlt. Eine klare Prioritätensetzung in Richtung der Nutzung von PV-Dachflächenanlagen – insbesondere im gewerblichen Bereich – gegenüber von Freiflächen-PV findet nicht statt.

Ausbau dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung und industrieller Abwärmenutzung, S. 48
Es wird angenommen, dass bis 2050 55 Anlagen (20 Anlagen bis 2030) errichtet werden. Diese Zielgröße ist zu unambitioniert und es bleibt unklar, wo entsprechende Projekte verwirklicht werden sollen.

In der Klimafunktionskarte (siehe Seite 75) sind wieder die allseits bekannten klimarelevanten Funktionen der Luftleitbahnen, Talwinde und Kaltluftabflüsse dargestellt, z.B. von Spitze kommend (hier ist die Gewerbegebietsplanung absolut kontraproduktiv), für das Strundetal (hier ist u. a. die vorgesehene Erweiterung EVK klimarelevant) und Neuborner Busch (hier ist die Erweiterung des Gewerbegebiet Zinkhütte völlig indiskutabel).

Hinsichtlich der erforderlichen unmittelbaren Konsequenzen für die städtische Bauleitplanung findet sich im Konzept keinerlei Aussage.

Maßnahmenentwicklung zur Anpassung an den Klimawandel, Seite 86
Die im „Handbuch Stadtklima – Maßnahmen und Handlungskonzepte für Städte und Ballungsräume zur Anpassung an den Klimawandel“ des MUNV vorgeschlagene Prioritätensetzung wird im Konzept übernommen:

  • kurzfristige Maßnahmen (wie Dach- und Fassadenbegrünung oder Begrünung im Straßenraum),
  • mittelfristige Maßnahmen (wie etwa die Anpassung der Gebäudeausrichtung, Dämmung und Verschattung von Hauswänden) und
  • langfristig umzusetzende Maßnahmen (die sich auf die Freiraum- und Stadtplanung, auf Bebauungsstruktur, Frischluftschneisen aber auch auf die Versorgungs- und Infrastruktur beziehen)

Aus unserer Sicht sind Maßnahmen, die sich auf die Freiraum- und Stadtplanung, auf Bebauungsstruktur, Frischluftschneisen aber auch auf die Versorgungs- und Infrastruktur beziehen, sofort umzusetzen und nicht erst langfristig. Die angekündigte Prioritätensetzung ist daher völlig ungeeignet.

Erneuerbare Energien und Effizienz, Seite 97
Eine „ressourcen- und flächensparende Stadtentwicklung soll u.a. durch die Nutzung von Baulücken, Aufstockungen und Nutzung von gewerblichen Brachfächen erfolgen.“
Diese Zielstellung kann nicht ein beliebiges „soll“ sein, sondern ist ein „Muss“.

„Neue Baugebiete in kommunalem Eigentum werden klimaneutral entwickelt.“

Warum soll dies nur für neue Baugebiete in kommunalem Eigentum gelten?

Bisherige Maßnahmen, Seite 98
Hier wird das ISEK 2030 genannt, dessen Inhalte bei der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans schlichtweg ignoriert wurden. Daher kann das ISEK 2030 nicht als Maßnahme bezeichnet werden.

CO2-Kompensation, Seite 120
„Die größten Risiken für natürliche Kohlenstoffsenken in Deutschland stellen die aktuell intensive Bewirtschaftung sowie die Änderung der Landnutzung, z. B. durch die Ausbreitung von Siedlungsflächen, dar. Insbesondere die Entwässerung von Feuchtgebieten wie Mooren bzw. organischen Böden führt zu einem stetigen Verlust an Kohlenstoff. Eine der wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen ist es daher bestehende natürliche Senken zu schützen bzw. zu erweitern.“

Leider finden sich im städtischen Konzept keine Rückschlüsse darauf, welche Konsequenzen dies bei der Bau(leit)planung haben muss.

Fazit: Die Aussagen sind zutreffend und werden von uns unterstützt. Allerdings fehlt, wie die Zustandsanalyse in konkrete Schritte umgesetzt werden soll bzw. kann.

Deshalb erachten wir die bisherigen Erkenntnisse und Ausführungen als das absolute Minimum, zumal dieses durch viele Absichtserklärungen und ohne verpflichtenden Charakter dargestellt ist. Klimaschutz ist weit mehr als nur technischer Umweltschutz.

Band 2:

Gebäudestandards für Neubau und Sanierung von kommunalen Gebäuden, Seite 4
„Ausgangslage: Aktuell existieren keine Beschlüsse zu verschärften energetischen Anforderungen an Neubauten oder Mindeststandards, die bei Sanierungsmaßnahmen erreicht werden sollen.”

Eine Festlegung von Mindeststandards und Dienstanweisungen wird erst bis Ende 2025 angestrebt. Hier ist eine frühzeitigere und verpflichtende Zielvorgabe erforderlich.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass im Folgenden das Problembewusstsein, wie stadtklimatische Herausforderungen angegangen werden können, zutreffend dargestellt und auf einzelne Umsetzungsschritte verwiesen wird. Gleichzeitig aber ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Analysen die Wörter „soll“ bzw. „sollte“ – das ist kein Konzept, das ist eine unverbindliche Ideensammlung. Hier bedarf es konkreter Umsetzungsvorgaben, die kurzfristig festzulegen sind in Bebauungsplänen, in Satzungen, in Baugenehmigungen.

Exemplarisch zu nennen ist die stadtklimatische Prüfung von Bauvorhaben, Seite 49
Die beschiebene Ausgangslage kann nur bestätigt werden: „Bei kommunalen Bauvorhaben werden bisher nur in Einzelfällen Analysen zur Auswirkung auf das Stadtklima durchgeführt. Vorhandener Baumbestand wird teilweise zugunsten von Bauvorhaben geopfert.”

Aber warum bezieht sich diese Aussage nur auf kommunale Bauvorhaben? Analysen zur Auswirkung auf das Stadtklima sind bei sämtlichen Bauvorhaben erforderlich!

Die beabsichtigte Nutzung einer Checkliste für klimagerechtes Bauen (s. Seite 84) bei der Entwicklung künftiger Neubaugebiete hinsichtlich einer klima- und klimaangepassten Bauweise zur verwaltungsinternen Orientierung ist ein erster Schritt, greift aber, was die Analyse von Auswirkungen von Neubauten auf das lokale Klima angeht, viel zu kurz. Eine bloße Checkliste bzw. Leitfaden ergibt noch keine Handlungsvorgabe.

Beim Baumschutz ist die Absichtserklärung, dass dieser mit einer Selbstverpflichtung in die kommunale Klimaschutz- und -anpassungszielsetzung übernommen werden soll, viel zu wenig. Das Baumschutz bzw. -recht muss endlich gegenüber dem Baurecht zumindest gleichrangig, wenn nicht sogar zwingend vorrangig, gewährleistet werden.

Die vorgeschlagene Sichtung der konkreten Notwendigkeit pro Bauvorhaben auf Basis vorhandener Karten greift viel zu kurz, da keine Aussage zu den konkreten Folgen daraus geschweige denn eine Festlegung von Konsequenzen erfolgt. Auch ein „Monitoring” macht nur Sinn, wenn es sich auf konkrete Zielstellungen bezieht.

Eine integrierte Planung mit frühzeitiger Einbeziehung von Klimaschutz und Klimaanpassung mit einer frühestmöglichen Beteiligung der Stabsstelle Klimaschutzmanagement und des Starkregenrisikomanagements in Planungsprozessen ist zu begrüßen (s. Seite 86). Dabei wird das Klimaschutzmanagement künftig zu den Quartalsbesprechungen über anstehende Bebauungsplanverfahren zur Information und frühzeitigen Integration klimaschützender, stadtklimatischer und klimaanpassungsrelevanter Aspekte eingeladen.

Auch der Check der Klimarelevanz von Vorhaben, um über die positiven wie negativen Folgen im Zuge einer Beschlussfassung zu informieren, macht Sinn (s. Seite 100). Doch ist eine bloße Ergänzung um einen Klimacheck, der die Klimarelevanz von Vorhaben nur prüft, nicht zielführend.

Auch hier fehlt die notwendige Konsequenz! Das Klimaschutzmanagement muss ein Veto-Recht erhalten, damit es nicht – wie beim Natur- und Umweltschutz so oft – am Ende nur heißt: Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben …

Dokumentation

Das Klimaschutzkonzept ist zwei Bände lang und listet auf Seite 43 Maßnahmen auf, wir dokumentieren beide Bände im Wortlaut.

Hier finden Sie eine gut lesbare Zusammenfassung des Klimaschutzkonptes

Der (Rheinisch-) Bergische Naturschutzverein ist seit 1975 die Stimme des Naturschutzes im Bergischen Land. Ursprünglich entstanden aus einer Bürgerinitiative engagieren sich Ehrenamtler quer durch das Bergische Land für den Schutz von Natur und Landschaft. Kontakt: info@bergischer-naturschutzverein.de

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  1. Dr. Alban, mich würde interessieren, woher Sie Ihr Weisheiten beziehen und welcher politischen Verirrung Sie angehören. Ihre Atomkraft-Märchen jedenfalls lassen Schlimmstes vermuten!

    Es sei aber auch gesagt, dass kritikloses Nachlaufen bestimmter Parteien oder Ideologien auch nicht helfen, Politik und Verwaltung zu sinnvoller Zusamenarbeit zu bringen. In Galdbach sind Berliner Verhältnisse eingezogen. Hier wie dort muss man sich fragen, wo das noch hinführen soll.

    1. Ersten, lernen Sie bitte, hier die Antwortfunktion zu nutzen, hilft der Lesbarkeit der Kommentare sehr.

      Für Kernenergie zu sein als politische Verirrung zu betiteln und dann auch noch zu versuchen, es in die AfD-Ecke zu schieben ist mehr schäbig.
      Das Kernenergie nicht in das politische links-rechts-Schema passt, sollten Sie alleine an den finnischen Grünen sehen, die für Kernenergie sind.

      Und wenn Sie auch noch Argument haben, die nicht den 70-Jahren entspringen, können wir gerne weiter diskutieren.

  2. Der RBN bringt es auf den Punkt. Im von der Verwaltung vorgelegten Klimaschutzkonzept fehlen wesentliche Punkte und Maßnahmen, gerade eben solche, bei denen die Stadt in Verantwortung steht:  

    Bei der Bauleitplanung, bei Entsiegelungsmaßnahmen, beim Stopp des Flächenfraßes, beim Freihalten von Frischluftschneisen, bei Baumneupflanzungen. Davon ist bisher wenig zu sehen.

    Stattdessen werden teure Kommunikation- oder Marketingmaßnahmen vorgeschlagen, um den Bürgerinnen und Bürgern Klimaschutz zu vermitteln. Nein, die ohnehin knappen Finanzen müssen schnell wirksam eingesetzt werden. Und das kostet beispielsweise bei der Bauleitplanung nicht einmal viel Geld. 

    Nicht nur die Vorschläge des RBN machen deutlich, dass das städtische Konzept längst nicht rund ist, sowohl Defizite als auch Deplatziertes aufweist. Es bedarf noch einer intensiven und auch kritischen Debatte. Diese will die FWG mit ihrem Vertagungsantrag erreichen.

    1. Sehr sehr gut !
      Wie wichtig für uns alle, dass es die konstruktiven (!) Eingaben und Initiativen der FREIEN WÄHLER VEREINIGUNG gibt: wir brauchen (!) KONKRETE (!) MASSNAHMEN
      Parteien, rauft euch in diesem Sinne zusammen!

  3. Wie gut, dass es den unbestechlichen Rheinisch Bergischen Naturschutzverband gibt. Seine Mitglieder bringen tapfer immer wieder KONSTRUKTIVE Kritiken UND VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE ein.
    Liebe Stadtratsmitglieder: bitte bitte nehmen Sie diese auf, statt im kleinlichen Parteiengezänk wegzuwischen.

  4. Es wäre so traumhaft, wenn wir dafür eine Mehrheit im Bergisch Gladbacher Stadtrat bekämen. Aber leider – wir sind ja in Bergisch Gladbach.

    1. Als Grüne leben Sie doch schon fast im Paradies in GL. Außer in ein paar Studentenstädten werden sie nicht mehr Prozente erhalten.

      1. Ach Herr Dr.Alban, in Ihrer ja OFFENSICHTLICHEN Verbohrtheit sehen Sie gar nicht, um was es eigentlich geht: um die ZUKÜNFTIGEN Lebensbedingungen unserer Kinder und Enkel.
        Denken Sie mal darüber nach. Das ist doch DIE ZUKUNFTSAUFGABE von UNS ALLEN.
        Mal ganz ehrlich: halten Sie Ihren „Kommentar“….na ja…für SACHDIENLICH. Bitte bitte KEINE BÖSARTIGEN Kommentare mehr.

      2. Herr Thiel,

        solang sich die Grünen und Ihre Unterstützer mit Anti-Atom und Degrowth beschäftigen, werde ich diese Spitzen weiterhin platzieren.

        Die Zukunft liegt mMn in der technischen Entwicklung und nicht in irgendwelchen Verzichtsphantasien, d.h. unseren Lebensstandard halten, den anderer verbessern und gleichzeitig Ausstoß reduzieren.

        Für mich stehen Umweltschutz (Insbesondere Vermüllung des Planeten) sowie günstige saubere Energie im Hauptfokus.

        Ich möchte daher auch gerne auf replanet hinweisen, eine sehr gute Initiative
        https://replanet-dach.eu/

      3. Kommentar aus dem 20. Jahrhundert?
        Kommen Sie in der technischen Gegenwart an.

        Stellen Sie sich doch mal die Frage, ob sie lieber Millionen Tonnen Co2 oder ein paar Castor-Behälter in einer Halle haben möchten.

        Nehmen Sie sich mal ein paar Minuten, hilft vielleicht bei der Angstbekämpfung:
        https://youtu.be/jM-b5-uD6jU

      4. Interessanter, sehr engagierter Kampf für die Wiederbelebung der Atomkraft, den Sie da führen. Bringen Sie auch die derzeitigen Erfahrungen der französischen Atomstrom-Produktion mit ein?
        Ich nehme dann das CO2 und Sie die Castoren im Garten, ok? Mal sehen was ihre Urururururururenkel dazu sagen.
        Angst habe ich im Übrigen nur vor ewig Gestrigen.

      5. Dr. Alban, der Betrieb (oder Weiterbetrieb) von Atomkraftwerken würde den Ausbau von erneuerbaren Energien aber behindern.
        Es gibt Zeitpunkte, wo so viel erneuerbarer Strom ins Netz eingespeist wird, dass der Strom im Netz nicht mehr abgesetzt werden könnte.
        Der Grund dafür: Kernkraftwerke können nicht ausreichend (schnell) zurückgefahren werden, um Raum zu machen für die Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien.
        Oder wollen Sie sich abhängig machen von einigen wenigen Strom-Erzeugungsmaschinen bzw. großen Verbundunternehmen, die uns und den Generationen nach uns auch noch ein gefährliches Müllproblem bescheren?
        Den Planeten haben Sie/wir doch bereits vermüllt, da braucht es nicht noch mehr Müll. Auch keinen mit dem man in 100 Jahren vielleicht schon wieder “kuscheln” kann.

      6. Es ist keine Wiederbelebung, da sie außer in DE und vielleicht AT nie ein Problem war.

        Blicken wir mal die 7-8 Generationen, die Sie nennen, in die andere Richtung, dann befinden wir uns kurz nach dem Heißluftballon oder der ersten Batterie. Und da meinen Sie, dass in 7-8 Generationen, Restenergie aus Brennelementen (kein Müll) noch ein Problem sei?

        Mit einem Castorbehälter lebt es sich jedenfalls gesünder als mit der Menge CO2, die durch Kohle entstanden wäre, wenn man die gleiche Menge Energie erzeugt.

        Ewiggestrig? Pro-Atomis wollen Kernenergie und Erneuerbare, während Gegner Erneuerbare und Kohle/Gas fördern? Wer sind da die ewiggestrigen Umweltsünder?

      7. @Rita: KKW mögen nicht sofort abgestellt werden können, können aber gute Lastfolgen fahren, siehe hierzu das neue KKW in Finnland.

        Bzgl. Abschaltung hat die Politik den Fehler gemacht. Schwankende Produktionszahlen durch Abschaltung, Vorhaltung Reserve zu regeln ist ziemlich dämlich.
        Überschuss muss per P2X umgewandelt werden und dann entweder weitergenutzt oder bei Unterproduktion wieder umgewandelt werden.
        50% der Energie sind besser als 0% weil das Windrad bei Wind still stand. Windräder müssen laufen solang sie können und dann muss der Strom verwendet werden.

      8. Dr. Alban -“Überschuss muss per P2X umgewandelt werden und dann entweder weitergenutzt oder bei Unterproduktion wieder umgewandelt werden”
        Genau so ist es geplant, nur mit den erneuerbaren Energien Wind, Sonne, Wasserkraft und NICHT mit AKW.

      9. Rita, mit Wind, Sonne und Wasser wird es nicht genug Überschuss geben.

        Wie groß müssten die Speicher sein, um z.B. die Lücke der letzte Woche zu schließen?
        https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/23.08.2023/30.08.2023/today/

        Das wird, auch wenn ich es gerne so hätte, nicht möglich sein.
        Eben aus diesem Grund präferiert man AKW in Kombination mit Erneuerbaren.

        Selbst einige streikende Schüler haben das erkannt.
        https://www.replanet.ngo/deargreenpeace

      10. Dr. Alban, es bringt natürlich nichts, wenn wir nur auf letzte Woche oder letzten Monat schauen. Wir sind doch erst vor Kurzem von der Gas-Nabelschnur abgeschnitten worden. Lassen Sie der Transformation hin zu den Erneuerbaren einige Jahre Zeit. Der Weg dahin wird sicherlich holperig sein weil die Zeit drängt, aber ich bin sehr zuversichtlich und schaue mit gutem, oder zumindest besserem Gewissen in die Zukunft.
        Nur Schade um die ganzen verplemperten Jahre, in denen diesbezüglich “nearly nothing” geschehen ist.
        Ich glaube nicht daran, das Sie/wir unseren Lebensstandart beibehalten können schon alleine weil die Ressourcen der Erde/Natur das nicht mehr hergeben. Die sind bereits bis an den Kollaps in den “fetten” Nachkriegsjahren bis heute ausgebeutet/zerstört worden.

      11. Rita,
        bei Strom müsste man sogar den Moment betrachten, da wir Strom in dem Moment brauchen, wo er benötigt wird. Und da bleiben aktuell leider nur Gas und Kohle zum Füllen der Lücke.

        Wo haben wir Dinge verschlafen?
        95-2010, 15 Jahre, ca. 30 GW
        2010-2023, 13 Jahr, von ca. 30 GW auf fast 60 GW.
        Sieht für mich nach einem gleichmäßigen Zubau aus unter der Prämisse, das Potentialflächen weniger werden und neuere Anlagen mehr installierte Leistung haben.
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/20113/umfrage/installierte-leistung-der-anlagen-fuer-windenergie-in-deutschland-seit-1993/

        Welchen Lebensstandard soll denn der Normalbürger verringern? Jeder zurück zur Selbstversorgung im heimischen Garten?

      12. Dr. Alban, z.B. dass insbesondere Gebrauchsgüter, aber auch manche Verbrauchsgüter, nicht mehr so billig zu haben sein werden wie bisher.
        Entsprechend dem Verbrauch an Ressourcen/Anteil Klimaschädlichkeit bei der Herstellung u.a. müssen einige in Zukunft sehr viel teurer werden.