Das Betonsilo vor dem Eiscafé soll nach Ostern verschwinden

Drei Monate vor dem geplanten Abschluss der Bauarbeiten zeigen sich Stadt und Strundeverband zufrieden: Angesichts der großen und komplexen Aufgaben blieben die Verzögerungen im normalen Rahmen. Ein paar Dinge sind bis zum Sommer aber noch zu erledigen. 

Martin Wagner, als Geschäftsführer des Strundeverbands Bauherr der Hochwasserschutzmaßnahmen in der Innenstadt, und Stadtbaurat Harald Flügge zogen jetzt eine erste Bilanz. Zwar habe es seit dem Start im Herbst 2015 einige Überraschungen gegeben, sagte Wagner. Aber die ursprünglich geplante Fertigstellung des Gesamtprojektes im Frühjahr 2018 werde tatsächlich eingehalten. Zwar nicht im April, aber immerhin im Juni. 

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Der Kanal von der Odenthaler Straße bis zum Zanders-Gelände, der Forumpark und der Turbokreisel sind fertig. Die genauen Kosten stünden erst mit der Endabrechnung fest, insgesamt seien rund 30 Millionen Euro ausgegeben worden.

Harald Flügge und Martin Wagner zogen Bilanz

Flügge betonte, angesichts des Umfangs der Bauarbeiten und der zum Teil sehr komplexen Gegebenheiten, sei das Projekt „sehr gut und geräuschlos” gelaufen: „Wir bauen hier ja nicht auf der grünen Wiese, sondern in einer der engsten Situationen, die man sich vorstellen kann und in der viele Ansprüche zusammen kommen.”

Damit bezog sich der Baurat auf die letzte Baustelle, an der noch in der Tiefe gearbeitet wird: der Hoch- wasserkanal von der Kreuzung Buchmühle / Hauptstraße bis in den Buchmühlenpark. Eigentlich sollte die Hauptstraße  schon seit Monaten frei sein. Wie berichtet wird der Kanal in der Gasse hinter dem Reisebüro aber erst im Juni fertig werden – wenn nichts gravierendes mehr dazwischen kommt.

Das Reisebüro fast verschwunden, der Zugang zum Café Laurentius erst recht. In der engen Gasse reicht der Platz für die Fertigbetonteile nicht aus, daher muss hier aufwendig mit Spritzbeton gearbeitet werden.

Dass das vor allem für die benachbarten Geschäftsleute bitter ist, ist Wagner sehr bewusst. Immer wieder habe es Hoffnungen gegeben, Teilarbeiten vorziehen zu können und doch früher fertig zu werden, immer wieder seien neue Probleme aufgetaucht. Am Ende liege man aber auch hier nur zwei bis drei Monate hinter dem Plan, nicht zuletzt wegen der zweimonatigen Verzögerung der Vorarbeiten der Belkaw.

Auf der Hauptstraße vor dem Forumpark soll es bald kleine Erleichterungen geben. Das Silo für den Spritzbeton werde voraussichtlich ab Ostern an dieser Stelle nicht mehr benötigt; damit wird wenigstens die Straße vor dem Eiscafé und dem Imbiss wieder frei. Auch der große Drehkran auf der Buchmühlenstraße wird in einigen Wochen abgebaut, die Zufahrt für Autos aber erst im Juni frei.

Flügge erläuterte das komplexe Baufeld an der Buchmühle: Hier kreuzen die Strunde und der Hochwasserkanal die Hauptstraße – und Dutzende anderer Leitungen.

Bis dahin werden noch einige Restarbeiten erledigt, dazu gehört auch eine erneute Baustelle in der Busspur am Markt. Größere Verkehrsbehinderungen werde es aber nicht geben, sagt der städtische Baustellenmanager Sebastian Höller. 

Die Restarbeiten im Detail:

Auf der Odenthaler Straße werden im Rahmen der Abnahme Dutzende von kleinen Fehlern behoben, dazu gibt es eine Wanderbaustelle.

Auf der Odenthaler Straße muss die Fahrbahndecke wie berichtet noch einmal geöffnet werden, um den Anschluss des Hebborner Bachs nachzuholen, der durch einen Anwohner blockiert worden war. Das soll mit Rücksicht auf den Autoverkehr erst in den Sommerferien geschehen. 

Auf der Gohrsmühle vor dem Zanders-Gelände werden noch die Fahrbahnmarkierungen für die neue Umweltspur angebracht werden.

An der Schnabelsmühle zwischen Turbokreisel und Gnadenkirche wird die Asphaltdecke auf der nördlichen Seite erneuert, sobald es das Wetter zulässt und die Baufirma einen Termin frei hat. Das soll in drei bis fünf Tagen über die Bühne gehen, der Verkehr wird über eine der beiden gegenüber liegenden Fahrspuren geführt. Dann wird auch hier die Umweltspur eingerichtet. 

Am Marktplatz, in der Busspur zwischen Stadthaus und Villa Zanders, muss noch ein Teilstück des Kanals angeschlossen werden. Dafür wird die Busspur halbseitig gesperrt, Umleitungen sind dafür nicht nötig.

Allerdings kann es sein, dass der rote Spezialbelag in der Busspur am Markt fehlerhaft ist und von der Baufirma noch einmal komplett erneuert werden muss. Dann kann es kurzzeitig zu einer Vollsperrung kommen. 

Noch offen ist die Gestaltung der oberen Hauptstraße zwischen Forum und Buchmühle. Sobald die Baugrube hier verfüllt ist wird die Straße mit Asphalt wieder hergestellt. Grundsätzlich will die Stadtverwaltung die Pflasterung der Fußgängerzone hier aber weiter ziehen, bis zum Eingang zur Stadtbücherei. Dafür stehen Mittel bereit, die Arbeiten müssen jedoch noch ausgeschrieben werden. 

Wann diese allerletzte Baustelle im Laurentiusviertel eingesetzt wird, will Baurat Flügge auch mit dem Einzelhandel abstimmen. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Mal wieder macht Herr Flügge deutlich, dass sich seine Wahrnehmungen teilweise deutlich von denen der Betroffenen unterscheiden. Die Bautätigkeiten an der Buchmühle seien „sehr gut und geräuschlos“ verlaufen. Die paar Geschäfte, die an der ohnehin fast leblosen Hauptstraße dort aufgeben mussten, sind ihm nicht erwähnenswert. Dass seit Monaten immer wieder versprochen, wurde, die Hauptstraße bald frei zu haben, hat er wohl auch vergessen. Eins muss man ihm aber zugestehen: Die Konstanz, mit der er Gegebenheiten so beurteilt, dass sie der Verwaltung nicht zur Kritik geraten. Das scheint eine seiner vorzüglichsten Aufgaben zu sein.