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Claudia Rottländer, geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG

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Neue Regeln sollen den Umsatzsteuerbetrug ausländischer Online-Händler bekämpfen und den Wettbewerb stärken. Sie gelten aber für alle Betreiber elektronischer Marktplätze.

Der Gesetzgeber hat mit den §§ 22f und 25e UStG neue Vorschriften für den Online-Handel erlassen. Etliche insbesondere im Ausland ansässige  Händler, die in Deutschland tätig sind, hinterziehen Umsatzsteuer und verschaffen sich dadurch Wettbewerbsvorteile. Die Betreiber elektronischer Marktplätze haften ab 01.01.2019 für Umsatzsteuerbetrug bei Verkäufen über ihre websites.

Ziel der Neuerung ist die Bekämpfung der Hinterziehung und Erhöhung der Umsatzsteuereinnahmen. Gleichzeitig soll damit fairer Wettbewerb gestärkt und steuerehrliche Unternehmen geschützt werden.

Marktplatzbetreiber müssen ab 01.10.2019 bestimmte Daten ihrer Nutzer registrieren, für deren Umsätze in Deutschland Umsatzsteuerpflicht bestehen könnte.

Damit werden auch für ausländische Konzerne wie amazon und ebay neue Bedingungen geschaffen, da sie lediglich dann nicht haften, wenn sie dem zuständigen Finanzamt Neukölln eine Bescheinigung über die steuerliche Registrierung der Verkäufer vorlegen, die bei ihnen aktiv sind.

Welche Daten muss der Betreiber erheben? Neben Name, Adresse, Firmensitz, Rechtsform und Steuernummer sind auch die Daten hinsichtlich abgeschlossener Verkäufe des Händlers zu dokumentieren. So können Finanzbehörden zukünftig erklärte Umsätze mit tatsächlichen Umsätzen abgleichen. Der Marktplatzbetreiber muss die gesammelten Informationen und Daten entsprechend schützen.

Zudem müssen die Betreiber nach Mitteilung des Finanzamts über die Verletzung steuerlicher Pflichten sicherstellen, dass der betroffene Händler dort keine Waren mehr anbieten kann. Für den Fall, dass Umsatzsteuer vom Händler nicht abgeführt wurde, haftet der Betreiber.

Zudem ist es jeder Person, die begründete Zweifel an der Steuerehrlichkeit eines Marktteilnehmers hat, möglich, gegenüber der zuständigen Finanzbehörde (auch anonym) Anzeige zu erstatten.

Die Finanzminister blicken schon auf die EU-weite Neuregelung, welche ab 01.01.2021 als Grundsatz die Einbeziehung der Online-Plattformbetreiber in die Lieferkette vorsehen (eine Art „Lieferkommission“). In der regelmäßigen Folge erhält der Endkunde die Ware immer vom Plattformbetreiber (umsatzsteuerlich) und der Plattformbetreiber muss die Umsatzsteuer als eigene Steuerschuld beim Fiskus begleichen. Damit wird der Online-Plattformbetreiber kurzerhand in die Lieferkette fingiert und zum Umsatzsteuerschuldner für alle über seine Plattform getätigten Warenlieferungen.

Wir bleiben für Sie am Ball,

Ihre Claudia Rottländer

DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG
Gronauer Mühlenweg 1, 51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202 983060
Mail: crottlaender@dornbach.de

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Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

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