Anzeige 

Claudia Rottländer, geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG

In der zweiten Jahreshälfte 2017 haben zwei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) zu insolvenzbedingten Forderungsausfällen für Aufsehen gesorgt. 

1.  Nachträgliche Anschaffungskosten.

In der Entscheidung vom 11.07.2017 (Az.IX R 36/15) hat der BFH zur Frage nachträglicher Anschaffungskosten nach Aufhebung des Eigenkapitalrechts Stellung genommen.

Nach der bisherigen Rechtsprechung zählten regelmäßig Leistungen des eines GmbH-Gesellschafters aus einem der Kapitalgesellschaft gegebenen Darlehen oder einer Bürgschaft als nachträgliche Anschaffungskosten auf die Beteiligung (Eigenkapitalersatz).

Durch die Einführung des MoMiG zum 01.11. 2008 entfiel das Eigenkapitalersatzrecht, der Gesellschafter wird regelmäßig wie ein Gläubiger behandelt: die Inanspruchnahme aus Bürgschaft oder entfallender Darlehensrückzahlung führt laut BFH nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten!

Dies stellt eine wesentliche Einschränkung der bisherigen Praxis dar und wirft Fragen nach Reaktionsmöglichkeiten auf.

Die Finanzbehörden stimmen sich derzeit noch ab, es gibt noch keine klare Positionierung hinsichtlich Übergangsregelungen und der steuerlichen Ausgleichsfähigkeit nach § 20 Abs. 2 EStG im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Es scheint aber klar, dass Darlehensregelungen ab Urteilsveröffentlichung 27.09.2017 auf keinen Fall mehr der Altregelung unterfallen, was tun?

Bei der Stärkung der Kapitalbasis sollte ein Gesellschafter eine Kapitalerhöhung oder Zahlung in die Kapitalrücklage erwägen. Darlehen sollten, wenn überhaupt, nur mit Rangrücktrittsregelung i.S. des § 5 Abs. 2a EStG vereinbart werden.

2. Ausfall eines Darlehens im Insolvenzfall

Im zweiten Fall entschied der BFH am 24.10.2017, dass bei einem von Dritten gewährten Darlehen, das insolvenzbedingt ausfällt, es sich nunmehr um einen steuerlich relevanten Verlust handelt. Die bisherige Trennung von Vermögens- und Ertragssphäre wurde aufgegeben.

In der Folge führt der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG zu einem nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr.7, Satz 2, Abs. 4 EStG steuerlichen Verlust aus Kapitalvermögen.

Endgültig heißt, dass feststeht, dass keine Rückzahlung mehr erfolgt. Daher kann regelmäßig erst bei Abschluss des Insolvenzverfahrens der Ausfall steuerlich geltend gemacht werden, es sei denn, das Insolvenzverfahren wird mangels Masse gar nicht erst eröffnet.

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und beraten Sie gerne,

Ihre Claudia Rottländer

DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG
Gronauer Mühlenweg 1, 51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202 983060
Mail: crottlaender@dornbach.de

WebsiteFacebook – Xingyoutube

Weitere Beiträge von Claudia Rottländer:

Diese Änderungen sollten Unternehmen im Blick haben

Heimkosten als außergewöhnliche Belastung

Vermietung: Verbilligte Überlassung an nahe Angehörige

EU Datenschutz-Grundverordnung erfordert Handeln

Das neue Transparenzregister greift ab dem 1. Oktober

Steuer-ABC für Existenzgründer

Trend: das arbeitgeberfinanzierte Dienstfahrrad

Betriebsrente für alle?

Beteiligung des Fiskus an Betriebsveranstaltungen

Wegfall des Sanierungs-Erlasses und andere Neuigkeiten

Betriebliches Gebäude auf Grundstück des Ehegatten

Vorsteueraufteilung bei gemischt genutzten Immobilien

Mindestlohn-Änderung: was Arbeitgeber beachten müssen

Kassenrichtlinie 2010: der Countdown läuft

Diese 6 Änderungen der Erbschaftssteuer sollten Sie kennen

Berichtigung der Steuererklärung oder Selbstanzeige?

Steuern sparen mit dem häuslichen Arbeitszimmer

Beim Firmenwagen steckt der Teufel im Detail

Dieses Gesetz sollten sie schon jetzt im Blick haben

So fördert der Staat bürgerschaftliches Engagement

Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.