Marcus Otto ist Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Bergisches Land

Die Entscheidung, für die neue Feuerwache Süd Bäume zu opfern sei schwierig, räumt der Unternehmerverband ein. Doch in diesem Fall müsse das Wohl und der Schutz der Bevölkerung vor den Naturschutz gestellt werden.

Bergisch Gladbach steht vor einer schwierigen und möglicherweise auch moralischen Entscheidung. Es geht um ein mit Bäumen bewachsenes Stück Land in Frankenforst, auf dem eine neue Feuerwache gebaut werden könnte. Nun stellt sich folgende Dilemma-Situation dar: Laut Stadtverwaltung ist ein Neubau alternativlos und gleichzeitig ist es selbstverständlich erstrebenswert, Natur, Klima und Umwelt zu schützen.

Innerhalb dieser Diskussion melden sich nun auch Handwerker und Unternehmer zu Wort. „Sicherlich ist es keine leichte Entscheidung“, betont der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land und der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Bergisches Land, Marcus Otto. Doch hier müsse das Wohl und der Schutz der Bevölkerung vor den Naturschutz gestellt werden.

„Fortschritt, Weiterentwicklung und Innovation benötigt Bauland!“ Dies gilt, so Marcus Otto, sowohl für zwingend erforderliche kommunale Bauprojekte – wie der Feuerwehrwache – als auch für dringend benötigte Flächen für Handel, Gewerbe und Handwerk.

Hinweis der Redaktion: Feuerwehr und Stadt stellen die Pläne heute (11.2., ab 20 Uhr) in einer Bürgerversammlung vor. Mehr Infos

Experten arbeiten bereits seit vielen Jahren an einer Lösung des Problems und sind auf der Suche nach einem geeigneten Standort für eine zweite Feuerwehrwache. Nach vielen Abwägungen und taktischen Überlegungen komme mittlerweile nur noch ein Grundstück für den Neubau in Frage, eben das beschriebene Grundstück in Frankenforst.

„Demokratie bedeutet auch Vertrauen. Vertrauen, dass die von uns gewählten Politiker in den Ausschüssen und im Stadtrat die richtigen Entscheidungen treffen“, ergänzt Marcus Otto. Leider können nicht bei jeder Entscheidung alle Bedürfnisse und Interessen befriedigt werden.

Die Anforderungen an die benötigte Fläche sind klar definiert: Zuallererst muss der Standort die vorgegebenen Hilfsfristen einhalten, so dass die Einsatzstelle im Ernstfall in spätestens acht Minuten erreicht werden kann. Es wird ein etwa 5.000 qm großes Grundstück gesucht und der Eigentümer muss ein Verkaufsinteresse zu marktüblichen Preisen haben. „Solche Grundstücke zu finden, ist wie die viel zitierte ‘Nadel im Heuhaufen’ zu suchen“, bekräftigt der Hauptgeschäfts-führer seine Aussage.

Die „Initiative Leben und Arbeiten in GL“ (kurz ILA-GL) hat Mitte des letzten Jahres mit dem Unternehmensverband Bergisches Land e.V. fusioniert. Seither verfolgen sie gemeinsam das Ziel, eine starke Stimme für die regionale Wirtschaft vor Ort zu sein.

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2 Kommentare

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  1. Schutz der Bevölkerung vor Naturschutz?!
    Wann begreifen Sie es endlich? Naturschutz IST Schutz der Bevölkerung!!!
    Denn ohne die Natur können wir nicht leben. Und bei der gegenwärtigen Klimakrise zählt jeder Baum!

  2. Ich meine, ich höre viele Argumente des Unternehmensverbandes und der darin aufgegangenen ILA aus dem Kampf um den FNP. Heiß wurde gefordert, gefälligst neue Flächen für Gewerbe zu benennen, sonst würde BGL untergehen oder mindestens verkümmern. Nachdem die Bürgerinitiativen klar gemacht hatten, dass man weder solch riesige Flächen vermarkten könnte noch der Bedarf zu sehen wäre (Obereschbach lässt grüßen!), wurde im nächsten FNP-E. erheblich reduziert, aber niemand aus Unternehmerkreisen schrie mehr.

    Nun meint Herr Otto, das Wohl und Weh der Bevölkerung müsse gegen den Naturschutz gestellt werden. Wie bitte? Naturschutz ist eins der wirksamsten Mittel für das Wohl und Weh der Bevölkerung, gegen das man mit der Feuerwache an umkämpfter Stelle brachial vorgeht. Mit den $$-Zeichen in den Augen scheint also auch Herrn Otto kaum die Gesundheit der Menschen zu kümmern, er wohnt sicher im Grünen. Hauptsache, dem einseitigen Spruch „Fortschritt, Weiterentwicklung und Innovation benötigt Bauland“ wird man gerecht, was Umsatz- und Gewinnmaximierung verspricht aber auch die immer größere Gefahr für die Gesundheit der Menschen.

    „Demokratie bedeutet auch Vertrauen“, womit Herr Otto Vertrauen in Politik und Verwaltung meint. Das haben die Herren im Rathaus leider verspielt – mit dem FNP, mit den mannigfaltigen Verirrungen bei sonstigen Planungen, bei der Irreführung der Bevölkerung, wie jetzt wieder anlässlich einer neuen Feuerwache und den Spielchen, mit denen man sich unbedingt an der Macht halten oder an selbige kommen will.

    Auch Herr Otto scheint nicht den Überblick zu haben, dass es tatsächlich noch andere Lösungen für eine Feuerwache als die an der A4-Auffahrt gibt. Die Verwaltung brandmarkt alle anderen Möglichkeiten oder kennt sie nicht, was der Unternehmensverband scheinbar unreflektiert übernimmt. Und das soll dem Wohl und Weh der Bevölkerung dienen?