Die zwei angekündigten Testzentren sollen bald arbeiten: Am Montag wird am EVK eine Teststation für Patienten mit Corona-Symptomen eröffnet. Zudem geht bald eine weitere Teststation für Kontaktpersonen am Kreishaus in Betrieb. Kreis und Kassenärztliche Vereinigung reagieren damit auf den hohen Bedarf an Abstrichen. Wir erklären, wo wer getestet wird.

„Die Öffnung des Testzentrums für symptomatische Patienten im Kreis ist für Montag, 2. November, geplant”, erklärt Heribert Wiemer, Praktischer Arzt und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV) im Rheinisch-Bergischen Kreis, auf Anfrage des Bürgerportals.

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Die Teststation soll den Planungen zufolge im Evangelischen Krankenhaus öffnen. Hier war zu Beginn der Pandemie bereits eine Teststaion eingerichtet. “Die Verantwortlichkeit für Ablauf und Organisation sowie Bereitstellung des benötigten Materials obliegt der KV. Das EVK stellt zum einen die Räumlichkeiten und zum anderen Personal auf Honorarbasis. Das genaue Vorgehen wird in dieser Woche besprochen”, schildert Daniel Beer von der EVK-Unternehmenskommunikation die Rahmenbedingungen gegenüber dem Bürgerportal.

Wichtig: Diese Teststation ist für die sogenannte Differentialdiagnostik zuständig. Wer den Verdacht hat, er oder ein Angehöriger habe sich mit dem Corona-Virus infiziert, musste sich bislang bei einem niedergelassenen Arzt testen lassen. Oder zu den überfüllten Testzentren in Leverkusen und Köln fahren.

Aktualisierung: Das Testzentrum ist inzwischen geöffnet, aktuell montags bis freitags von 11 bis 13 Uhr. Es befindet sich in separaten Räumen mit einem eigenen Eingang an der rechten Seite des EVK-Gebäudes, es ist ausgeschildert.

Am EVK hat die Kassenärztliche Vereinigung ein Testzentrum eingerichtet.

Teststation am Kreishaus: Kontaktverfolgung

Am Kreishaus werden derzeit zwei Container so ausgerüstet, dass sie das Gesundheitsamt als Teststationen im Rahmen des Infektionsschutzes einsetzen kann, sagte die Sprecherin des Krisenstabes, Birgit Bär, gegenüber dem Bürgerportal.

Tests an dieser Station erfolgen nur und ausschließlich auf Einladung des Kreises bzw. des Gesundheitsamtes: Um Infektionsketten zu unterbrechen werden hier die identifizierten Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zum Test geladen.

Hierzu war bislang u.a. ein Krankenwagen vor dem Kreishaus eingesetzt worden. Der Krankenwagen wurde um ein weiteres Fahrzeug ergänzt und wird künftig für mobile Abstrichaktionen genutzt.

Labore bleiben Engpässe

Egal wo getestet wird, die Abstriche werden von den gleichen privaten Laboren bearbeitet. Dort ist die Belastung so groß, dass es nach Informationen des Gesundheitsamts sieben bis acht Tage dauern kann, bis die Resultate vorliegen.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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7 Kommentare

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  1. Sie finden (fast)alle Infos hier:

    https://in-gl.de/2020/10/24/corona-infoquellen-telefonnummern-und-anlaufstellen-im-rheinisch-bergischen-kreis-und-in-bergisch-gladbach/

    Die Kassenärztliche Vereinigung (und nicht das EVK) betreibt das Testzentrum zur Entlastung ihrer eigenen Ärzte, ist mit Informationen aber in der Tat sehr sparsam. Eine Telefonnummer und Details zum Verfahren sind uns nicht bekannt, sollten aber bei Ihrem Hausarzt und/oder bei der Zentrale des EVK zu erfragen sein.

  2. Sehr geehrte Redaktion,
    wo genau am EVK befindet sich das Testzentrum / die Abstrichstelle? Zu welchen Zeiten kann man dort einen Abstrich vornehmen lassen? Muss man vorher einen Termin machen bzw. sich anmelden? Wie ist die Telefonnummer? Braucht man eine ärztliche Überweisung oder die Krankenkassenkassenkarte? Auf der Internetseite des EVK habe ich diese wichtigen Informationen nicht gefunden und auch nicht auf der des RBK, der Stadt Bergisch Gladbach oder der KV Nordrhein! Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des RBK wusste noch nicht einmal, dass es dieses Testzentrum gibt!… Es wäre toll, wenn Sie uns BürgerInnen aufklären könnten.
    Ein schönes Wochenende.

  3. @daniela: Unser Gesundheitsamt schafft das nicht.
    Ich habe mitbekommen, daß bei einer Familie der Mann am Montag auf Corona positiv getestet wurde. Die Frau soll sich testen lassen. Termin erst am Freitag. Und sie muss selbst zum Amt fahren. Da kommt keiner hin. Öffentliche Verkehrsmittel sind angesagt! Das ist echt das Letzte!!!

  4. wo kann ich nach der rückkehr aus einem risikogebiet nach den ersten 5 tagen quarantäne für einen test hin begeben? mein hausarzt macht keine tests.

  5. Habe jetzt mehrfach Aussagen von Gesundheitsamt-Leitern (nicht GL) gehört, dass die mit viel Vorschusslorbeeren bedachte und 120 Millionen teure Corona-Warn-App in der derzeitigen Form nutzlos für die Verfolgung von Infektionsketten ist. Für mich zeigt sich dabei eine inzwischen typische, tragische deutsche Schizophrenie darin, dass man zB bereitwillig in Restaurants händisch geschriebene persönliche Daten hinterlässt aber die (zumindest zeitweise) Verwendung von persönlichen Handy-Daten zur zeitnahen Verfolgung von Infektionsketten nicht gestatten will. Eine Ausweitung der Corona-Handy-App in dem Maße, dass unsere Gesundheitsämter diese effektiv für die Verfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten nutzen können halte ich für dringend geboten. Das ist natürlich keine Aufgabe für GL aber es könnte auch von hier aus politischer Druck ausgeübt werden.

  6. Zitiere :“ Dort (Testzentren) ist die Belastung so groß, dass es nach Informationen des Gesundheitsamts sieben bis acht Tage dauern kann, bis die Resultate vorliegen.“ Dies heißt doch im Klartext, dass zur Zeit Infektionsketten nicht mehr effektiv unterbrochen werden können. Bei diesem Infektionsniveau und weiter ansteigenden Zahlen muss man meiner Ansicht nach die Teststrategie ändern und die Testkapazitäten auf den Schutz von Risikogruppen und deren beruflich bedingte Kontaktpersonen einschränken. Also systematisch auf Alten-u. Pflegeheime, ambulante Pflege, Krankenhäuser und Lehrpersonal an allen Schultypen. Beim Rest der Bevölkerung unter 50 Jahren sollten nur Testungen vorgenommen werden, wenn die Kapazität es nach gesicherter zeitnaher Testung der Risikogruppen zulässt. Die „Spanische Grippe“ hatte vier Infektionswellen von jeweils ca 2,5 Monaten und jeweils relativen Pausen von vier Monaten. Die zweite Welle im Herbst 1918 war die stärkste. Ein ähnlicher Verlauf deutet sich für die derzeitige Pandemie an, dh wir müssen mindestens für den Jahresverlauf 2021 noch mit diesem Virus leben. Die in Arbeit befindlichen Impfstoffe werden die Situation in 2021 noch nicht entspannen können und es gibt Befunde, dass eine erlittene Infektion nicht in allen Fällen vor Neuansteckung schützt, also eine Herdenimmunität wahrscheinlich nicht zeitnah erreicht werden kann. All dies sollte zu einer gesellschaftspolitischen Neubewertung und neuen Zielsetzungen in dieser Pandemie führen. Die über die bewährten und weiter streng zu kontrollierenden AHA-Maßnahmen hinausgehenden Aktionen müssen mit klarer wissenschaftlicher Begründung erfolgen und dürfen nicht in politischem Aktionismus enden wie die jüngste Forderung von Herrn Lauterbach, das Ordnungsamt auf private Haushalte anzusetzen. Eine nicht wissenschaftlich und juristisch haltbare Verschärfung der jetzigen Maßnahmen wird unsere Gesellschaft nicht ohne sozialen, politischen und wirtschaftlichen Schaden aushalten.