Thomas Klein ist als Bürgermeister- und Spitzenkandidat das neue Aushängeschild der „Bürgerpartei GL“. Foto: Redaktion

Seit mehr als 15 Jahren ist Thomas Klein in Bergisch Gladbachs Kommunalpolitik aktiv. Er war Sachkundiger Bürger, Ratsmitglied und Kandidat für den Landtag. Immer für die Linke – bis er sich mit Frank Samirae und der Bürgerpartei verbündete. Nun tritt er für diese Wählergemeinschaft als Bürgermeisterkandidat an – und stellt sich mit unserem Fragebogen persönlich vor.

Seit 2009 war Thomas Klein Sachkundiger Bürger für die Linke im Bergisch Gladbacher Stadtrat, bei der Wahl 2014 rückte er als ordentliches Ratsmitglied auf – und es entfachte sich ein Streit mit Tomás M. Santillan, der zuvor Fraktionschef der Linken gewesen war, nun auf Platz vier der Reserveliste aber nicht mehr in den Rat gekommen war.

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Schon damals spielte eine Kooperation mit Frank Samirae und der Bürgerpartei eine Rolle. Und tatsächlich nahm die Linke unter Kleins Führung den bis dahin fraktionslosen Samirae 2016 in die neue Fraktion „Die Linke mit Bürgerpartei“ auf – was schnell zu einer Debatte führte, wieviele Sachkundige Bürger eine Mini-Fraktion eigentlich nominieren und wieviel Aufwandsentschädigung sie kassieren kann.

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Wer oder was ist die „Bürgerpartei GL“?

Die Plakate der Bürgerpartei GL zur Kommunalwahl sind nicht zu übersehen, sie tritt für den Stadtrat und für das Amt des Bürgermeisters an. Dabei ist sie gar keine Partei, sondern eine kleine intransparente Wählergemeinschaft. Fragen des Bürgerportals beantwortet sie nicht – in unserem Archiv finden sich jedoch einige Hinweise auf die Gruppierung, ihren Vorstandsvorsitzenden Frank Samirae und den Spitzenkandidaten Thomas Klein.

Vor der Wahl 2020 schlug Santillán zurück und löste als Kreissprecher den Ortsverband der Linken in Bergisch Gladbach auf; nach einer bitteren Schlammschlacht trat die Linke nicht zur Kommunalwahl an.

Thomas Klein mit seinem Markenzeichen, der Kappe, im Stadtrat 2018. Foto: Redaktion

Fünf Jahre später ist Thomas Klein wieder da – jetzt ganz offen als Kandidat der Bürgerpartei für den Stadtrat und für das Amt des Bürgermeisters. Dazu wurde er auch zugelassen – aufgrund einiger Unstimmigkeiten bei der Aufstellung allerdings erst in einer zweiten Runde.

Klein, der in einem Wählerbrief „für Bürgernähe statt Hinterzimmerpolitik“ wirbt, war im Wohnzimmer von Frank Samirae zum Bürgermeisterkandidat gewählt worden, von exakt drei Mitgliedern.

Thomas Klein (Jahrgang 1957) lebt seit 1987 in Schildgen, ist Ingenieur, hat als Handelsvertreter gearbeitet und ist Teilhaber eines Montagebetriebs.

Thomas Klein auf dem offiziellen Foto der Bürgerpartei – offenbar mit Hilfe von KI entstanden. Foto: Bürgerpartei

Die Spielregeln: Alle Kandidaten bekommen 21 Fragen, von denen mindestens 17 möglichst knapp beantwortet werden sollen. Außerdem gibt es eine Bonusfrage.

 1. Wie starten Sie in den Tag? 

Mein Tag beginnt hinterm Haus – im Mini-Paradies, mit Schwimmen im Pool, auch im Winter. Ich füttere die Tiere, streichle den Kater, hole frische Eier aus dem Hühnerstall. Diese halbe Stunde gehört nur mir – und erinnert mich daran, was wirklich zählt. 

2. Was wollten Sie als Kind werden?

Ingenieur und Erfinder – am liebsten hätte ich meinen eigenen Düsenjet gebaut. 

3. Was sind Sie geworden?

Ingenieur und Erfinder. Der Jet ist noch in Planung, aber der Traum lebt. 

4. Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen? 

An einen kleinen, unscheinbaren Strand in der Karibik – den kennt kaum jemand, und das ist das Beste daran. 

5. Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus? 

Ein perfekter Tag ist, wenn was funktioniert, das vorher keiner für möglich hielt – und ich trotzdem pünktlich zum Abendessen da bin. 

6. Was ist für Sie das größte Unglück? 

Wenn Entscheidungen getroffen werden – aber niemand mehr weiß, für wen. 

7. Bitte ergänzen Sie: Bergisch Gladbach ist …

… wie ein Oldtimer in der Scheune: runtergekommen, aber mit Potenzial für Glanz – wenn man endlich mal die Motorhaube aufmacht. 

8. Was ist Bergisch Gladbachs größter Pluspunkt?

Dass hier so viel schiefläuft, ist eine Chance: Man kann mit den richtigen Entscheidungen enorm viel bewegen – weil es wirklich nötig ist. 

9. Was ist Bergisch Gladbachs größtes Problem?

Eine Mischung aus bröckelnder Infrastruktur, überalterter Demografie – und einer Mentalität, die zu oft sagt: ‚Das war schon immer so’. 

10. Wenn Sie drei Wünsche für Bergisch Gladbach frei hätten, würden Sie …

1. Die Stadt auf Vordermann bringen – einmal Monheimer Modell für Fortgeschrittene.
2. Unser Programm durchziehen, bis sogar die Rheinländer sagen: ‚Nicht schlecht, Gladbach!‘
3. Und das Geld? Bleibt hier. Für die Menschen – und mit Bedienungsanleitung für meine Nachfolger. 

11. Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie … 

… mir wünschen, dass mir irgendwann mal jemand beim Bäcker auf die Schulter klopft und sagt: „Ich hätte nie gedacht, dass Politik wirklich etwas verändern kann – bis Sie’s gemacht haben.“ 

12. Was war Ihre größte Leistung? 

Meine größte Leistung? Ganz klar: meine Familie. Dass wir zusammenhalten, lachen, streiten, wachsen – und dass ich Kinder habe, auf die ich stolz bin. 

13. Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler? 

Mit einem Freund wollte ich ein 50 Jahre altes Motorrad restaurieren. Wir dachten: Zwei Wochen, ein paar Ersatzteile, bisschen Schrauben – läuft. Was kam: Drei Monate Öl, Rost, YouTube-Tutorials und Flüche auf Italienisch (wegen der Ersatzteile). Am Ende lief das Motorrad – aber unser Zeitplan war tot. Seitdem weiß ich: Leidenschaft ist super, aber man sollte vorher wissen, worauf man sich da eigentlich einlässt. 

14. Mein großes Ziel ist es, … 

… das Monheimer Modell nach Bergisch Gladbach zu bringen – also: solide Finanzen, eine moderne Verwaltung, investiert wird in Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur. Kein Taktieren, kein Hin und Her – sondern eine klare Linie, damit unsere Stadt nicht nur funktioniert, sondern richtig aufblüht. 

15. Was ist Ihre Stärke? 

Ich denke schnell, sehe klar – und lasse mich weder blenden noch beeinflussen. Ich bin unabhängig, unbeirrbar und nicht käuflich. Und ich bleibe standhaft, auch wenn der Gegenwind stärker wird. 

16. Was ist Ihre Schwäche? 

Ich tu mich schwer mit halbgaren Lösungen. Wenn ich etwas baue – sei es ein Gerät oder ein Plan – soll es zuverlässig und durchdacht funktionieren. Bei Improvisation auf Kosten der Qualität wird meine Geduld schnell auf die Probe gestellt. 

17. Worüber können Sie sich aufregen? 

Wenn Leute die Stadt seit Jahren runterwirtschaften – und sich dann auch noch gegenseitig dafür loben. Das ist wie Applaus für den Brandstifter, weil’s jetzt so schön warm ist. Und ganz ehrlich: Dummheit mit Selbstzufriedenheit ist meine persönliche Schmerzgrenze. 

18. Wer ist Ihr Vorbild im Beruf? 

Als Erfinder ganz klar: Nikola Tesla. Er hat nicht nur das Wechselstromsystem entwickelt, das bis heute unsere Stromversorgung sichert, sondern auch früh Konzepte wie drahtlose Energieübertragung oder Elektromobilität gedacht – lange bevor andere überhaupt davon träumten. Tesla war visionär, mutig und unbeirrbar – auch wenn ihn viele belächelt oder ignoriert haben. Für mich ein echtes Vorbild: weil er nicht gefragt hat, ob etwas geht, sondern wie. Genau so will ich auch Politik machen. 

19. Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben? 

Meine Kinder. Die stellen die besten Fragen, geben die ehrlichsten Antworten – und erinnern mich täglich daran, worauf es wirklich ankommt. 

20. Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben? 

Hör zu, bevor du antwortest.‘ Klingt einfach, ist aber der halbe Weg zu vernünftiger Politik. 

21. Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger/Ihren Kindern erteilen? 

Wenn du Verantwortung übernimmst, dann nicht für Schlagzeilen – sondern für echte Veränderungen. 

Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten? 

„Ob ich wirklich glaube, dass man hier noch was verändern kann.“ Ja – sonst würde ich mir das nicht antun. Wer den Zustand dieser Stadt sieht und trotzdem weitermacht wie bisher, ist entweder zynisch oder bequem. Ich bin weder das eine noch das andere. 

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Mehr Worthülsen geht ja wohl nicht. Die Bürgerpartei ist dafür bekannt, dass sie jeden Cent der Stadtkasse aus den Taschen zieht. Kommt mir oft vor wie eine reine Selbstbereicherungspartei ohne Sinn und Verstand. Aber mit unmengen an Plakaten. Furchtbar. Die Antworten des Herren bestätigen meinen Eindruck. Und dass er die Platte.eV auch noch ausschlachtet für seinen Wahlkampf ist doppel unsympathisch und manipulativ.

  2. Taktieren und Geld einstreichen ist leider etwas, was die sog. “Bürgerpartei” gut kann – hoffentlich reicht es nicht zum Einzug in den Stadtrat.

  3. Haushaltsicherungskonzept, Grundsteuer verdreifacht etc.
    Ob Monheim so ein gutes Beispiel sein sollte?

    Und das dieses Wahlkampf-Foto bereits der erste Betrug am Wähler ist, zeigt doch bereits, wo die Reise hingehen wird. Den Herrn mal ohne respektlose Kappe zu sehen, ist schon fast unwirklich.

  4. “Und das Geld? Bleibt hier. Für die Menschen – und mit Bedienungsanleitung für meine Nachfolger. ”

    Interessante Antwort, wo doch andere Parteifreunde genau das Gegenteil machen/gemacht haben.

  5. Ein KI-Foto als Vorlage für Wahlplakate ist irgendwie befremdlich und hoffentlich kein Hinweis auf politische Inhalte, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen.

    1. Leider hat dieses Foto nix mit dem Mann zutun, den man so kennt.
      Da wird es etwas schwierig mit dem:
      “Ich denke schnell, sehe klar – und lasse mich weder blenden noch beeinflussen. Ich bin unabhängig, unbeirrbar und nicht käuflich. Und ich bleibe standhaft, auch wenn der Gegenwind stärker wird. ”

      Weil das Foto ja schon voll die Blendung ist. Wahlkampf halt.

    2. Bisher ist fast das ganze Auftreten im Web von der Partei mit KI gemacht… vllt auch dieses Interview?