Anzeige 

Claudia Rottländer, geschäftsführende Gesellschafterin der  DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG

Zum 1. Januar 2018 sind eine Reihe von Änderungen in Kraft getreten, die Unternehmen und Unternehmer kennen sollten:

Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter wird von EUR 410 auf EUR 800 angehoben. Hier ist das Zusammenspiel von Sofortabschreibung und Investitionsabzugsbetrag (§ 7 g EStG) interessant: sofern nach Abzug des Investitionsabzugsbetrags die Anschaffungskosten unter EUR 800 liegen, kann das Wirtschaftsgut sofort abgeschrieben werden.

Ab 01. Januar kann bei Unternehmen mit Bargeschäft ein Amtsträger der Finanzbehörde unangekündigt eine Kassennachschau vornehmen. Sofern Feststellungen dazu Anlass geben, kann ohne vorherige Prüfungsanordnung zu einer Außenprüfung übergegangen werden.

Internationale Konzerne können Ausgaben für die Überlassung von Rechten (z.B. Patente, Lizenzen) in Deutschland nur noch beschränkt in Abzug bringen, wenn die Zahlungen im Ausland nicht oder niedrig besteuert werden.

Der Grundfreibetrag wird von EUR 8.820 auf EUR 9.000 angehoben, der Kinderfreibetrag steigt auf EUR 4.788, das monatliche Kindergeld auf EUR 194 für das erste und zweite Kind bzw. EUR 200 für das dritte und EUR 223 für jedes weitere Kind. Der Unterhaltshöchstbetrag beträgt nunmehr EUR 9.000, die Grundzulage für Riester EUR 175 und der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten Altersvorsorge 8% statt bisher 4% der Beitragsbemessungsgrundlage zur Rentenversicherung. Ausgleich der kalten Progression durch Verschiebung der übrigen Eckwerte des Einkommensteuertarifs um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,65%) nach rechts.

Kindergeld kann nur noch 6 Monate rückwirkend beantragt werden

Betriebe der Baubranche müssen ab sofort das neue Werkvertragsrecht für alle nach dem 31.12.2017 geschlossenen Verträge berücksichtigen. Auch Architekten- und Bauträgerverträge sind betroffen.

Die Schutzfrist beim Mutterschutzgesetz gilt nunmehr auch für Schülerinnen, Studentinnen, Praktikantinnen, Frauen in Heimarbeit sowie arbeitnehmerähnliche Selbständige. Zur Arbeitsschutzverbesserung sollen Arbeitgeber künftig für jeden Arbeitsplatz eine anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung vornehmen und zusätzlich überprüfen, ob besondere Schutzbedürfnisse für schwangere oder stillende Frauen bestehen.

Der Rentenversicherungsbeitrag sinkt von 18,7 auf 18,6 %, der Beitrag zur Künstlersozialkasse von 5,2 auf 4,2 %. Die Beitragsbemessungsgrenzen wurden neu festgelegt.

Ausnahmen beim Mindestlohn gibt es nicht mehr. In einigen Branchen gelten neue Mindestlöhne (Elektrohandwerk EUR 10,95, Baugewerbe EUR 12,20/Facharbeiter EUR 15,20, Gebäudereiniger EUR 10,30, Dachdecker EUR 12,90 für Arbeitnehmer, die überwiegend fachlich qualifizierte Arbeiten ausführen.

Das „Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz” verpflichtet Betriebe mit mehr als 200 Mitarbeitern zur Lohntransparenz: Beschäftigte haben einen individuellen Anspruch darauf, zu erfahren, wie viel ihre Kollegen für eine gleichwertige Tätigkeit verdienen. Arbeitgeber müssen ab 2018 zudem die Berichtspflichten und Prüfverfahren beachten.

Über die Stärkung der Betriebsrente und die Datenschutzgrundverordnung hatte ich in gesonderten Kolumnen berichtet.

Nicht verzagen, wir beraten Sie gerne,

Ihre Claudia Rottländer

DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG
Gronauer Mühlenweg 1, 51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202 983060
Mail: crottlaender@dornbach.de

WebsiteFacebook – Xingyoutube

Weitere Beiträge von Claudia Rottländer:

Heimkosten als außergewöhnliche Belastung

Vermietung: Verbilligte Überlassung an nahe Angehörige

EU Datenschutz-Grundverordnung erfordert Handeln

Das neue Transparenzregister greift ab dem 1. Oktober

Steuer-ABC für Existenzgründer

Trend: das arbeitgeberfinanzierte Dienstfahrrad

Betriebsrente für alle?

Beteiligung des Fiskus an Betriebsveranstaltungen

Wegfall des Sanierungs-Erlasses und andere Neuigkeiten

Betriebliches Gebäude auf Grundstück des Ehegatten

Vorsteueraufteilung bei gemischt genutzten Immobilien

Mindestlohn-Änderung: was Arbeitgeber beachten müssen

Kassenrichtlinie 2010: der Countdown läuft

Diese 6 Änderungen der Erbschaftssteuer sollten Sie kennen

Berichtigung der Steuererklärung oder Selbstanzeige?

Steuern sparen mit dem häuslichen Arbeitszimmer

Beim Firmenwagen steckt der Teufel im Detail

Dieses Gesetz sollten sie schon jetzt im Blick haben

So fördert der Staat bürgerschaftliches Engagement

Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.