Nun öffnen weitere Schulklassen ihre Türen. In unserem Fall bedeutet das: Rollierendes System der Grundschule. Die Jahrgänge wechseln sich tageweise ab. Und so ziehen wir morgens mit den Kids durch leere Straßen. Für vier Stunden „Lernen aus der Nähe”, ergänzend zum „Lernen auf Distanz”.

Unser Stadtteil ist um 7.30 Uhr fast menschenleer. Geisterstunde, wie Mitternacht im Sonnenschein. Wo sonst der Berufsverkehr rauscht – nichts! Wo sonst bunte Grüppchen von Schülern müde zur Schule schlappen – kaum was los. Die Bushaltestellen sind leer.

Alles scheint noch im Shutdown. Und was ist mit den Schulen?

Alles auf Abstand

Auch hier empfängt uns gähnende Leere auf dem Pausenhof. Wo sonst in der Früh Horden von Kindern schreien, toben, lachen, da schleicht jetzt eine Handvoll Kids zum Gebäude.

Man lugt vorsichtig in den Eingang. Nur ein Schuljahrgang ist da. Man drückt sich an den verschiedenen Eingängen der Lerngruppen herum. Alles auf Abstand. Wiedersehensfreude über 1,50 Meter hinweg.

Keine Frage: Wir sind gut informiert, die Schulen haben einen guten Job gemacht. Sie unternehmen alles, um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Auseinandergeschobene Tische, versetzter Schulbeginn, Pausen im Schichtsystem, aufmerksame Lehrer. Der Alltag ist völlig umgekrempelt.

Dennoch: Der Ausgang des großen Experiments „Lockerung” ist unserer Ansicht nach ungewiss, trotz der Leere. Nur die Elterntaxis sind wie eh und je im Einsatz.

Foto: Holger Crump

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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