Mit dem schrittweisen Hochfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten ist zwar Besserung in Sicht, allerdings stehen viele Unternehmen, Soloselbständige und Arbeitnehmer immer noch vor ungelösten finanziellen, Corona-bedingten Engpässen. In den letzten vier Wochen haben sich neue Aspekte ergeben, die kurz vorgestellt werden sollen.

Soforthilfe und Verwendung in NRW

Die Soforthilfe darf nach dem Willen der Bundesregierung nur zur Deckung betrieblicher Sach- und Finanzaufwendungen/-ausgaben verwendet werden und nicht für den Lebensunterhalt. 

Sofern Soloselbständige für März und April 2020 bei der Arbeitsagentur keinen Antrag auf Grundsicherung gestellt haben, dürfen sie EUR 2.000 der Soforthilfe für den Lebensunterhalt verwenden (indirekter Zuschuss). Am Ende des dreimonatigen Bewilligungszeitraums sind sie verpflichtet eine Erklärung abzugeben: es ist darzulegen, ob die Soforthilfe vollständig zur Deckung des Corona-bedingt entstandenen Liquiditätsengpasses benötigt wurde. Anderenfalls ist die Hilfe entsprechend zurückzuzahlen. 

Freischaffende Künstlerinnen und Künstler können bei Mitgliedschaft in der Künstlersozialversicherung einen finanziellen Zuschuss für Lebensunterhalt von EUR 2.000 erhalten. 

Antrag auf Grundsicherung

Von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer, deren Einkommen so gering ist, dass sie bzw. die mit ihnen zusammenlebenden Personen (Bedarfsgemeinschaft) keinen gesicherten Lebensunterhalt haben, können bei der Arbeitsagentur Grundsicherung (ALG II) beantragen.

Dieser Weg steht auch Freiberuflern/Soloselbständigen oder Kleinunternehmern offen, wenn sie durch die Corona-Krise einen Großteil ihrer Aufträge/Kundschaft verloren haben.

Eltern

Geringverdiener können bei der Bundesagentur für Arbeit einen Kinderzuschlag von EUR 185/Kind beantragen. Voraussetzungen hier sind: Kind unter 25 Jahre, haushaltszugehörig und unverheiratet, Kindergeldanspruch, Mindesteinkommensgrenze EUR 600/EUR 900 bei Paaren, kein Bezug von ALG II, mit dem verfügbaren Einkommen inkl. Kinder- und Wohngeld kann der Bedarf der Familie gedeckt werden, kein Bezug von Kinderzulage aus gesetzlicher Unfallversicherung und kein Bezug von Kinderzuschuss aus gesetzlicher Rentenversicherung.

Lohnersatz wg. Kita- und Schulschließungen können erwerbstätige Eltern für die Dauer von bis 6 Wochen beantragen, wenn sie wg. geschlossener Kitas und Schulen nicht arbeiten können und einen Verdienstausfall haben. Der Lohnersatz wird auf Antrag in Höhe von 67% des monatlichen Nettoeinkommens (max. EUR 2.016) gewährt.

Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der wiederum eine Erstattung durch die Behörden erhält. Voraussetzungen hier sind: Kind unter 12 Jahre oder wg. Behinderung auf Hilfe angewiesen, Elternteil ist sorgeberechtigt oder Pflegeeltern, keine zumutbare Betreuungsmöglichkeit.

Homeoffice

Wenn durch Betriebsschließung der Arbeitnehmer gezwungen ist im homeoffice zu arbeiten, sind die Voraussetzungen für die Anerkennung eines Arbeitszimmers grundsätzlich gegeben. In diesem Fall können bis zu EUR 1.250 als Werbungskosten geltend gemacht werden. Dies gilt auch, wenn die Nutzung nicht ganzjährig erfolgt.

Eine private Mitbenutzung des Zimmers verhindert aber in der Regel vollständig die Ansatzmöglichkeit. Die Tätigkeitszeiträume sollten zwecks Berücksichtigung in der Einkommensteuererklärung notiert und Belege gesammelt werden.

Die Vielzahl der Fördermöglichkeiten – und das begrenzte Volumen dieser Kolumne – macht es leider unmöglich alles vollständig darzustellen. Sprechen Sie uns bei Interesse einfach an!

Ihre Claudia Rottländer

DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

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Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

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