Die Arbeit der Brandschutz- und Rettungsdienstkräfte der Feuerwehr greifen eng ineinander ein. Die Fotos wurden bei einer Übung aufgenommen. Fotos: Feuerwehr GL

Die anhaltende Hitze hat auch die Feuerwehr herausgefordert – aber nicht überlastet. Sollten größere Einsätze wie etwa Waldbrände hinzukommen, könnte sich das ändern. Jedoch können die Bürger:innen mit mehr Umsicht und die Stadt mit einigen vorsorglichen Maßnahmen die Feuerwehr deutlich entlasten. Mit diesem Beitrag starten wir eine Serie zur Frage, wie gut Bergisch Gladbach auf Hitzeperioden vorbereitet ist.

Egal, wie heiß es in den vergangenen Tagen wurde, die Feuerwehr Bergisch Gladbach war eine sichere Bank. Sie löschte kleinere Brände, fuhr überall in der Stadt Rettungseinsätze für Personen in medizinischen Notlagen, kommunizierte vorausschauend auf allen Kanälen und fand sogar noch die Zeit, ein Reh aus einem Swimmingpool zu retten.

Eine Überbelastung habe es in dieser Hitzeperiode nicht gegeben, sagt Feuerwehr-Sprecher Elmar Schneiders auf Anfrage. „Dabei muss man von Glück sprechen“, denn trotz der Trockenheit und hohen Temperaturen war die Feuerwehr GL bislang von größeren Einsätzen wie etwa bei einem Waldbrand verschont geblieben.

Priorität für Brandschutz und Gefahrenabwehr

Dass längere und häufigere Hitzephasen künftig eine größere Rolle spielen werden, ist für die Feuerwehr laut Schneiders keine Frage. Kritisch könne es dann werden, wenn mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auftreten: „hohe Temperaturen, ein erhöhtes Einsatzaufkommen im Rettungsdienst, Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen oder zusätzlich Unwetterereignisse“.

Zur Sache: Der Rettungsdienst

Der Träger des Rettungsdienstes ist für Bergisch Gladbach der Rheinisch-Bergische Kreis, der auch die Leitstelle für Brandschutz, Hilfeleistung, Katastrophenschutz und Rettungsdienst betreibt.

Die Stadt Bergisch Gladbach betreibt mit ihrer Feuerwehr drei Rettungswachen und ist damit ein wesentlicher Teil der operativen Gefahrenabwehr im Stadtgebiet. Sie ist dafür mit eigenen Rettungswagen, Notärzten und Rettungssanitätern im Einsatz, die von der Kreisleitstelle koordiniert werden und für die Notfallrettung und den Krankentransport zuständig sind.

Dafür verfügt die Feuerwehr GL über fünf Rettungs- und drei Notarztwagen. Zudem sind die Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge der beiden Feuer- und Rettungswachen 1 und 2 rund um die Uhr für „First Responser“-Einsätze einsatzbereit. Sie werden von der Leitstelle alarmiert, wenn z.B. das nächstgelegene Rettungsmittel eine längere Anfahrt hat und die jeweilige 
Wache näher am Einsatzort liegt.

Alle hauptberuflichen Feuerwehrangehörigen sind mindestens als Rettungssanitäterin oder Rettungssanitäter ausgebildet – ein großer Teil von ihnen sogar als Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter.

Für ihre eigentlichen Aufgaben sei die Feuerwehr GL gut aufgestellt: Brandschutz, technische Hilfeleistung, Gefahrenabwehr und Betrieb der Rettungswachen. Darauf müsse sich die Feuerwehr auch in einer Hitzewelle konzentrieren und jederzeit für akute Notfälle einsatzbereit bleiben. Durch zusätzliche Aufgaben dürfe das nicht beeinträchtigt werden.

Möglichkeiten der Entlastung

Damit es erst gar nicht so weit kommt, gebe es mehrere Punkte, die nicht in der Hand der Feuerwehr lägen, aber kurz- und mittelfristig helfen könnten:

  • mehr Schattenbereiche im öffentlichen Raum,
  • Trinkwasserangebote,
  • kühle Aufenthaltsorte,
  • hitzeresiliente Gestaltung von Plätzen, Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen,
  • gute Information besonders gefährdeter Gruppen,
  • Nachbarschaftshilfe, die dafür sorgt, dass ältere oder alleinlebende Menschen nicht aus dem Blick geraten.

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Für Abkühlungsangebote nicht zuständig

Auch die Umsetzung von Ideen wie Sprühnebel, Wasserschläuche oder ähnliche Abkühlungsangebote im öffentlichen Raum gehörten nicht zum eigentlichen Auftrag der Feuerwehr, betont Schneiders. Eine Unterstützung wäre allenfalls punktuell denkbar.

Dauerhafte oder gar flächige Angebote zur Abkühlung seien aus Sicht der Feuerwehr „eher eine gesamtstädtische Aufgabe, die geplant, organisiert, betrieben und auch unter hygienischen sowie wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden müsste“.

Hinweis der Redaktion: Abkühlungselemente in der Innenstadt gehören zum gültigen Hitzeaktionsplan der Stadt, sind aber (mit Ausnahme des Fontänenfelds in der Schlossstraße) wie viele andere Maßnahmen bislang nicht umgesetzt worden. Mit den Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadtverwaltung befassen wir uns in einer späteren Folge dieser Serie.

So kann die Bürgerschaft helfen

Nach der Hitzeperiode und damit vor der nächsten Hitzeperiode sei für die Feuerwehr besonders wichtig, dass auch die Bürgerinnen und Bürger die Hitze nicht unterschätzen. Viele Notfälle entstünden nicht plötzlich, sondern entwickelten sich über Stunden. Daher rät die Feuerwehr zu „einfachen, aber sehr wirksamen Maßnahmen“:

  • ausreichend trinken,
  • körperliche Belastung vermeiden,
  • direkte Sonne meiden,
  • Wohnungen möglichst kühl halten,
  • auf gefährdete Menschen im Umfeld achten.

Zudem hat die Feuerwehr eine wichtige Bitte: Der Notruf 112 sollt nur für akute Notfälle genutzt werden. Bei medizinischen Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, kann auch der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 der richtige Ansprechpartner sein. Das helfe, die vorhandenen Ressourcen für echte Notfälle verfügbar zu halten.

Die Feuerwehr informiert auf Facebook, Instagram, WhatsApp und ihrer Website, „sachlich, frühzeitig und ohne unnötige Dramatisierung“.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Heute war ein Filmteam hier in Refrath “Im Buchenkamp” am E-Häuschen und hat im Wald gedreht. Wohl für die SOKO-Reihe. Sowohl heute Morgen als auch heute Abend habe ich Zigaretten rauchende Frauen der Produktion darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Hitze und Trockenheit ALLERHÖCHSTE BRANDGEFAHR besteht. Es war etwas windig und sie schnippten die Zigaretten völlig sorglos nach unten ins Laub. Ich frage mich, ob die ihr Gehirn zu Hause vergessen haben?