Schon im Dezember 2015 wurde mit dem Bau der Unterkunft in Paffrath hinter der IGP begonnen, die ersten Flüchtlinge zogen im Juni 2016 ein

Die großen Containerunterkünfte dürfen für maximal drei Jahre genutzt werden. Diese Zeit läuft in Paffrath demnächst ab, im kommenden Jahr muss auch das Camp in Lückerath geschlossen werden. Jetzt sucht die Stadt privaten Wohnraum.

Der rasche Anstieg der Zuwandererzahlen ab Sommer 2015 hatte der Stadt eine gewaltige Kraftanstrengung abverlangt. Nach der Einrichtung der ersten Notaufnahmelager in Turnhallen und den Leichtbauhallen in Katterbach wurden in Paffrath und Lückerath feste Containerunterkünfte für 400 Personen gebaut.

Die Turnhallen wurden schon im Sommer 2016 wieder geräumt, das Lager Katterbach ist dauerhaft eingemottet – und jetzt will die Stadt auch die Containerdörfer wieder zurückbauen. Allerdings nicht ganz freiwillig: sie durften nur mit einer Ausnahmeregelung im Baugesetz (Paragraph 246 Abs. 12) betrieben werden – und zwar für maximal drei Jahre. 

Diese Frist läuft in Paffrath bereits in gut drei Monaten ab, Lückerath darf noch gut ein Jahr genutzt werden.

Die Unterkunft in Lückerath am Tag der offenen Tür

Schon seit längerem sind die beiden Containerunterkünfte nur noch zum Teil belegt; in Paffrath könnten 150 Personen leben, jetzt sind es noch 68. In Lückerath ist Platz für 250 Personen, dort sind rund 150 Flüchtlinge untergebracht. Insgesamt versorgt die Stadt derzeit 1093 Menschen mit Wohnraum; unter anderem im Lübbe-Haus und dezentral in angemieteten Wohnungen.

Gerüchte, die Stadtverwaltung habe den Ablauf der Betriebsgenehmigung nicht auf dem Schirm gehabt, weist sie eindeutig zurück. Dieser Schritt sei lange vorbereitet gewesen; jetzt seien auch die Fraktionen und andere Beteiligte informiert worden.

Privater Wohnraum gesucht

Im Sinne einer besseren Integration will die Stadt die verbliebenen Bewohner in Paffrath jetzt nicht von Unterkunft zu Unterkunft verschieben. Inzwischen sind Verbindungen gewachsen, viele Kinder besuchen die umliegenden Schulen.

Einige Betroffenen ziehen in eine städtische Unterkunft in Heidkamp, für die anderen sucht die Stadt noch einmal nach privatem Wohnraum. Die Verwaltung bittet Vermieter, die  Wohnungen „zu angemessenen Preisen” im Angebot haben, sich bei der Abteilung Soziale Förderung (02202 –14 2471 bzw. per Mail: C.Tillmann@stadt-gl.de) zu melden. Allerdings ist gerade der bezahlbare Wohnraum in Bergisch Gladbach sehr knapp.

Im großen Stil hatte die Stadt im Winter 2015/2016 Containermodule angekauft

Offen ist noch, was mit den Containern gschieht – die die Stadt für insgesamt fast sechs Millionen Euro gekauft hatte; weitere hohe Summen waren in die Herrichtung der Grundstücke gegangen, das Grundstück in Lückerath wurde für fünf Jahre gemietet. Einen Teil der Container konnte die Stadt bereits für die Ersatzschulen während der Schulsanierung und zur Erweiterung von OGS-Einrichtungen einsetzen.

Ehrenamtler werden weiter gebraucht

Mit der Auflösung der großen Unterkünfte geht auch für das Deutsche Rote Kreuz, den Sicherheitsdienst und die Ehrenamtler eine Ära zu Ende. Während die Verträge mit DRK und Sicherheitsdiensten auslaufen hofft die Stadt, dass die ehrenamtlichen Initiativen weiter aktiv bleiben. Auch für die Fahradwerkstätten der Mobilen Nachbarn in Lückerath und Paffrath werden neue Standorte gesucht.

Diese Hoffnung verbindet Bürgermeister Lutz Urbach mit einem Dank an alle Helfer:

„Wenn ich heute zurückschaue, dann ist es wirklich bemerkenswert und großartig, was die Stadtgesellschaft in den Monaten des massiven Zuzugs von Juli 2015 bis Anfang 2016 gemeistert hat. Ich finde es wichtig, dass wir jetzt mit der Integrationsarbeit fortfahren können. Daher bitte ich auch jetzt wieder um Unterstützung aus den Reihen der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sowie der Eigentümerinnen und Eigentümer, damit die Menschen bessere Lebensbedingungen erhalten können.“

Bei der Stadtverwaltung sind derzeit sechs Sozialarbeiter für die Betreuung der Menschen zuständig. In den Containerunterkünften gibt es (bislang) weitere sozialarbeiterische Unterstützung durch das DRK.

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https://medium.com/bürgerportal-bergisch-gladbach/faktencheck-flüchtlinge-e732f3120d2a

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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