Eine verbotene Liebe, Enteignungen durch die Nazis, die Vertreibung der Villenbesitzer in den eigenen Hühnerstall – das Buch der Frankenforsterin Rosine De Dijn „In bevorzugter Lage“ ist eine Anatomie der Erinnerung: Im Bensberger Villenviertel Frankenforst zeigt sich die Tragödie der zwei Weltkriege wie unter einem Brennglas, verdichtet auf wenige Fassaden und Familiengeschichten.
Schlagwort: Geschichte
„Friedfertigkeit im Inneren und Wehrhaftigkeit nach außen“
Am Volkstrauertag hat die Stadt Bergisch Gladbach zusammen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsverband Bergisch Gladbach, an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Bürgermeister Marcel Kreutz schloss ausdrücklich die vielen Menschen ein, die angesichts der aktuellen Kriegs- und Krisenlagen existentiell bedroht sind – und appellierte an den Gemeinsinn.
Gedenken an die NAPOLA im Schloss: „Jahre später trage ich hier das Erbe“
Seit gestern weisen zwei Stelen auf einen schwarzen Fleck in der Geschichte des Bensberger Schlosses hin: Hier hatten die Nazis eine ihrer „Nationalpolitischen Lehranstalten“ unterhalten, Jugendliche zum Hass erzogen und zwei Zwangsarbeiter ermordet. Eine Geschichte, die Schüler:innen des OHG ausgegraben und aufgearbeitete hatten. Und den Impuls für die Mahnmale gegeben hatten.
Die Vergangenheit bleibt
Zum 80. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert Klaus Hansen die Konzentrationsaußenlager hier in Bergisch Gladbach und an die Verbrechen in den letzten Tagen des Kriegs. Aber auch an die mutigen Frauen und Männer, die noch Schlimmeres verhinderten.
Geschichte(n) gesucht: MuseumMobil parkt in GL
Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ist auf der Suche nach der Landes-Geschichte aus der Perspektive der Menschen. Dafür schickt es ein MuseumMobil durch das Land. Ab Freitag ist es für zehn Tage in Bergisch Gladbach, mit einer Reihe von Angeboten. Für die Sekundarstufen 1 und 2 der Schulen gibt es eigene Programm, die noch nicht ausgebucht sind.
Dinosaurier-Fuß in Hand entdeckt
Bauarbeiter sind in der Franz-Heider-Straße im Stadtteil Hand auf Knochen gestoßen, die von Paläontologen als rund 150 Millionen Jahre alter Mittelfuß eines Allosauruses identifiziert wurde. Ein Fund, der nach Einschätzung von Bürgermeister Frank Stein das Interesse an der Region für Wissenschaftler und Touristen erhöhen wird.
Mit den Bäumen in Bergisch Gladbachs Vergangenheit reisen
Stadtführerin Roswitha Wirtz nimmt uns mit auf einen Rundgang durch die Innenstadt von Bergisch Gladbach – und stellt uns einige der großen und alten Bäume vor, die überlebt haben und ureigenste Geschichten erzählen. „Heimatverbundene haben mir diese Baumgeschichten zugeflüstert“, sagt Wirtz. Daher auch der Titel dieser Exkursion: Baumgeflüster. Darin leben auch die überlieferten Geschichten der vielen Bäume fort, die nicht mehr existieren.
OHG-Schulprojekt fordert Mahnmal für Nazi-Schule am Schloss Bensberg
Der Literaturkurs der Q1 am Otto-Hahn-Gymnasium hat sich intensiv mit der Geschichte der „Nationalpolitischen Lehranstalt“ beschäftigt, die von den Nazis in Schloss Bensberg untergebracht worden war. Dabei haben sie festgestellt, dass dieses schwarze Kapitel der Bensberger Geschichte kaum noch jemand kennt. Sie zeigen jetzt dazu eine Ausstellung und fordern ein Mahnmal, das an die Verbrechen erinnert.
Geschichtsverein restauriert Gedenkstein für Vertriebene
Um an die vertriebenen Deutschen zu erinnern, die während des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen mussten, hat der Bergische Geschichtsverein einen fast vergessenen Gedenkstein hinter der Stadtbücherei in Stand setzen lassen – und dokumentiert seine Geschichte.
Historischer Zug erreicht noch einmal Hauptbahnhof in Gronau
Seit knapp 60 Jahren werden auf dem alten Bahndamm zwischen Gladbach und Bensberg keine Personen mehr befördert. Mit seltenen Ausnahmen: Am Wochenende zog eine 70 Jahre alte Lok einige bis zu 100 Jahre alte Waggons über die Strecke bis zum ehemaligen Hauptbahnhof Bergisch Gladbach in Gronau.
Wie sich Gladbachs Herz in 140 Jahren verändert hat
Friederike Naroska hatte mit dem ersten Band von „Veränderungen einer Stadtansicht“ oben an der Hauptstraße im Strundorf angefangen. Im 2. Band „Zwischen Gronauer Mühlenweg und Heiligenstock“ legt sie jetzt eine weitere Zeitreise vor, die den Kern der Stadt umfasst, das „Hätz vum Jläbbisch“. Die Dokumentation mit historischen Fotos aus dem Archiv von Walter Osenau legt einen frappierenden Verlust an historischer Substanz offen – zeigt aber auch einige städtebauliche Konstanten.
Hans Peter Müller veröffentlicht seinen 10. Refrath Kalender
Hans Peter Müller liegt Refrath am Herzen. In aufwendiger Arbeit stellt er Texte und Bilder für Veröffentlichungen zusammen – und bringt damit vielen Menschen die Historie des Ortes näher. Zudem führt er die „Refrath-Touren“ auf historischen Pfaden. Zu der Reihe seiner Veröffentlichungen zählt der Refrath-Kalender – der jetzt neu erschienen ist.
300. Historisch-Kultureller Stammtisch nimmt sich die Laurentiusstraße vor
Seit 30 Jahren ist der Historisch-Kulturelle Stammtisch eine erfolgreiche regelmäßige Veranstaltung des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg e. V. Zum Jubiläum befasst sich Hermann-Josef Rodenbach mit der Geschichte der Laurentiusstraße.
Neues Buch nimmt Friedhof Quirlsberg unter die Lupe
Rund 3000 Gräber gibt es auf dem Evangelischen Friedhof auf dem Quirlsberg, davon haben Peter Lückerath und Michael Werling 61 historisch besonders wichtige Grabstätten in ihrem neuen Buch detailliert in den Blick genommen.
„Wer sich kennt, hasst sich nicht“
Die Ausstellung „Jüdische Biografien“ im Himmel un Ääd in Schildgen zeichnet das Schicksal von Opfern des Holocausts in Bergisch Gladbach und in der Partnerstadt Ganey Tikva nach. Bei einer weit reichenden Veranstaltung zur Eröffnung machten Kinder der Leidtragenden deutlich, wie die Erlebnisse in der Nazi-Zeit bis heute nachwirken. Und eine Versöhnung dennoch möglich ist.
Deutscher Platz: Es ist an der Zeit für eine Entscheidung
Der Krieg gegen die Ukraine wühlt bei Menschen, die den zweiten Weltkrieg noch erlebt haben, tief vergrabene Erinnerung auf. Auch bei unserem Autor Klaus Hansen, der sich vor diesem Hintergrund noch einmal die Geschichte der Umbenennungen des Deutschen Platzes in Bensberg vorgenommen hat – und einen friedvollen Kompromiss vorschlägt.
Holocaust: Gymnasium Herkenrath setzt Zeichen gegen das Vergessen
„Ihr tragt keine Schuld für das, was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert.“ Mit diesem Zitat der deutsch-jüdischen Überlebenden des KZ Ausschwitz-Birkenau Esther Bejarano eröffnete die Schülervertretung den Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am Gymnasium Herkenrath.
Schüler:innen führen durch Wander-Ausstellung über Anne Frank
Die Wanderausstellung „Lasst mich ich selbst sein“ zum Leben Anne Franks kommt in die Nelson-Mandela-Gesamtschule. Im Rahmen des KulturScout-Projektes des Kreises waren Schüler:innen zu „Peer Guides” ausgebildet worden, sie führen nun durch die Ausstellung – und setzen sich mit dem Thema Diskriminierung auseinander.
„Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte“
Mit diesem Zitat von Heinrich Heine hatte Bürgermeister Frank Stein die Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Laurentiusfriedhof eröffnet. Er forderte zum Erinnern, Nachdenken und Gedenken auf – und gab einen praktischen Tipp, wie man sich Geschichte von Krieg und Gewalt selbst anschaulich machen kann.
Pogromnacht: Erinnerung durch Schaffen
Mit einer Sonderausstellung erinnern Schüler:innen der Bergischen Kunstschule an die Synagogen, die in der Reichpogromnacht 1938 zerstört wurden. Nach der Präsentation diskutiert Roman Salyutov mit einem Experten über das Thema „Antisemitismus in Schulen“.
Gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenhass stehen
Am kommenden Dienstag gedenken der Städtepartnerschaft Ganey Tikva – Bergisch Gladbach e.V. und Schüler:innen der IGP der Novemberpogrome gegen jüdische Menschen. Alle Bürger:innen sind zu der Veranstaltung am Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders eingeladen.
„Wenn wir hassen, verlieren wir. Wenn wir lieben, werden wir reich.“
In einer ergreifenden Feierstunde ist Philomena Franz die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bergisch Gladbach verliehen worden. Bürgermeister Frank Stein zeigte in seiner Laudatio auf, warum die Auschwitz-Überlebende und lebenslange Verfechterin von Liebe und Aussönhung, diese Auszeichnung mehr als verdient hat. Eine besonderes Kompliment erhielt die 99-Jährige jedoch von zwei anderen Ehrenbürgern.
„Ich musste für Himmler singen“
Philomena Franz ist Sinti, Musikerin, Tänzerin, Autorin. Und Auschwitz-Überlebende. Zweimal flüchtet sie aus dem KZ, wird zum Schein hingerichtet, entgeht nur knapp der Gaskammer. Im Gespräch mit dem Bürgerportal schildert die künftige Ehrenbürgerin der Stadt Bergisch Gladbach Szenen aus ihrem Leben, die auf drastische Weise zeigen, welches Grauen die Nazis über ihre Familie gebracht haben.
Philomena Franz wird Ehrenbürgerin der Stadt Bergisch Gladbach
Sie ist eine Zeitzeugin des Nationalsozialismus, hat Auschwitz überlebt und kämpft seit vielen Jahrzehnten für die Verständigung und Versöhnung zwischen Sinti, Roma, Juden und Deutschen. Kurz nach ihrem 99. Geburtstag soll Philomena Franz Ehrenbürgerin der Stadt Bergisch Gladbach werden.
Eine Zeitreise in Bergisch Gladbachs Industriegeschichte
Wenn Sie das wieder geöffnete Papiermuseum an der Strunde besuchen, sollten Sie die alte Maschinenhalle nicht übersehen. Hier steht die alte Papiermaschine PM4 – und damit ein wichtiger Teil der Industriegeschichte Bergisch Gladbachs. Mit dieser Fotoreportage schließen wir unsere siebenteilige Serie zur Alten Dombach ab.
Vorträge im Forum Ostwest geben Einblick in jüdisches Leben im Rheinland
In der Veranstaltungsserie zu 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland stehen jetzt zwei Vorträge auf dem Programm, die jüdische Schicksale im Rheinland behandeln. Im Himmel un Ääd gibt es dazu auch eine kleine Ausstellung.
Global und lokal: Forum Ostwest thematisiert jüdisches Leben
In diesem Jahr werden 1.700 Jahre jüdisches Leben in ganz Deutschland gewürdigt (#2021JLID). Mit der Veranstaltungsreihe Forum Ostwest richten auch der Kreis und das Katholische Bildungswerk den Fokus auf dieses wichtige Thema. Das Programm ist breit gefächert und zoomt von globalen Themen hinein in lokale Geschichten. Dabei ergibt sich auch eine gute Gelegenheit, um mehr über die Spuren jüdischen Lebens vor Ort zu erfahren.
Was Zanders für Bergisch Gladbach bedeutet hat
Über viele Jahrzehnte hinweg war Zanders Bergisch Gladbach, und Bergisch Gladbach war Zanders. Nach 199 Jahren* wird diese Tradition zu Grabe getragen, die zweite Insolvenz hat die Papierfabrik nicht überlebt. In einer dreiteiligen Serie zeichnen wir die Erfolgsgeschichte Zanders nach, und die vielen Jahre des Niedergangs. Mit vielen historischen Fotos – und einigen Beiträgen zur Kultur.
Anstoß zur Debatte und Erinnerung: Initiative benennt Hindenburgplatz neu
Eine Initiative geschichtsbewusster junger Menschen hat den Hindenburgplatz in Bensberg symbolisch umbenannt: Sie überklebte die Straßenschilder mit einem neuen Namen und erinnert damit zugleich an eine junge Frau, die vor 25 Jahren von einem rechtsextremen Serienmörder in Bergisch Gladbach umgebracht worden und weitgehend in Vergessenheit geraten war. Der Bürgermeister reagiert umgehend.
Historische Kostbarkeiten werden per Scanner archiviert
Das Stadtarchiv startet mit der Digitalisierung von Akten. Der Zugriff auf Digitalisate schont die Originale, welche länger haltbar bleiben. Da auch das Stadtarchiv derzeit geschlossen bleiben muss, hat sich die Digitalisierung schon von großem Nutzen erwiesen.
Von den Nazis ermordet: Eine Enkelin erinnert sich an Erich Deutsch
Im Vorfeld des heutigen Holocaust-Gedenktags, dem Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, hatte das Begegnungscafé Himmel un Ääd Ursula Völkner zu Gast. Sie ist die Enkelin des jüdischen Arztes Dr. Erich Deutsch, der aus Schildgen verschleppt und in Theresienstadt ermordet worden war.
Jesus aus Terrakotta kehrt zum Gasthaus Paas zurück
Wegekreuze dienten zum Schutz gegen Unwetter oder zur Abwehr des Teufels und sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Dem Bergischen Geschichtsverein ist es wichtig, diese Kleinode vor dem Verfall zu bewahren – und daher hat er das mehr als 300 Jahre alte Wegekreuz am Gasthaus Paas aufwendig restaurieren lassen. Nach der Vollendung erläutert Michael Werling die Details.
Der Refrather Ehrenfriedhof
Auf dem Friedhof in Refrath liegen gefallene Soldaten, bei Bombenangriffen Getötete und wahrscheinlich auch Opfer der Gestapo. Ein Blick zurück in die Gründungsgeschichte des Erinnerungsortes.
„Trauer und Erinnerung sind miteinander verbunden“
Am Volkstrauertag haben Bürgermeister Frank Stein und Subsidiar Monsignore Johannes Börsch mit einer stillen Kranzniederlegung des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren gedacht. Wir dokumentieren beide Reden als Text und als Video.
Neues über den „Mann mit dem Hammer“ und dessen Schöpfer
Wuchtig, markant, kräftig und in gewisser Weise auch bedrohlich ist der Anblick der figürlichen Darstellung eines Arbeiters, die mittlerweile auch über Bergisch Gladbach hinaus als „Hammermann“ bekannt ist. Weniger bekannt ist der Mann, der den Hammermann und einiges mehr in Bergisch Gladbach geschaffen hat – und mit Nazi-Kunst nichts zu tun hatte.
„Erinnern und Handeln“: zum 30. Mal ganz anders
Seit 30 Jahren organisiert Walborg Schröder die Mahnwache „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit“ in Bergisch Gladbach. In diesem Jahr verhinderte Corona eine öffentliche Veranstaltung, daher dokumentieren wir eine Botschaft von Walborg Schröder.
