Bevor die Voraussetzungen für eine Lockerung der Corona-Auflagen in Rhein-Berg vorliegen, dauert es trotz des Abwärtstrends noch. Zudem ändern die Bundesländer womöglich die Grundlage, auf der sie festlegen, ob die Bundesnotbremse gilt oder nicht. Künftig sollten auch die aktualisierten Inzidenz-Werte mit den Nachmeldungen berücksichtigt werden, bestätigte das NRW-Gesundheitsministeriuml. Das käme der realen Lage sehr viel näher. Und hätte auf Rhein-Berg deutliche Auswirkungen.
Autoren-Archive: G. Watzlawek
Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.
Heider druckt nicht mehr
Das Unternehmen Johann Heider Druck & Verlag ist aus Bergisch Gladbach eigentlich nicht wegzudenken – und dennoch verschwindet die 1889 gegründete Druckerei in wenigen Wochen vom Markt. Der Niedergang gedruckter Zeitungen hat das Familienunternehmen in Turbulenzen gebracht, Corona hat den Prozess beschleunigt. Jetzt zieht die vierte Heider-Generation die Reißleine, um das Familienunternehmen ordentlich abzuwickeln.
Inzidenz in Rhein-Berg liegt seit Wochen konstant über 160
Die offiziellen Daten für den Rheinisch-Bergischen Kreis zeichnen ein relativ entspanntes Bild: seit sechs Tagen wird jeden Morgen eine Inzidenz von unter 150 ausgewiesen, heute gibt es in ganz NRW nur neun Kreise, die einen niedrigeren Wert ausweisen. Daher sind trotz der Bundesnotbremse die Schulen und Kitas in Rhein-Berg und die Geschäfte wieder offen. Das Bild hat aber einen Fehler: es ist falsch.
Corona: Landrat Santelmann meldet sich außer Dienst
Stephan Santelmann, Landrat, Chef der Kreisverwaltung und zuletzt auch im Tagesgeschäft maßgeblicher Krisenmanager im Rheinisch-Bergischen Kreis, hat sich selbst mit Corona infiziert. Die Leitung der Kreisverwaltung übernimmt vorerst Kreisdirektor Erik Werdel. Aber ausdrücklich nicht die Bekämpfung der Pandemie. Und auch der Krisenstab kehrt nicht zurück.
Zanders: Insolvenzverwalter verhandelt bis zur letzten Minute
Bis Ende April muss der neue Insolvenzverwalter für die Rettung der Papierfabrik dem Amtsgericht eine Minimallösung vorlegen, damit wenigstens ein ordentliches Insolvenzverfahren eröffnet und eine Schließung von Zanders vermieden werden kann. Bislang ist ihm das noch nicht gelungen.
Corona-Stab löst Krisenstab im Rheinisch-Bergischen Kreis ab
14 Monate lang hat der Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises die Bekämpfung der Pandemie geleitet – bis es Mitte April zum Krach zwischen Kreisdirektor Erik Werdel, der den Krisenstab geführt hatte, und Landrat Stephan Santelmann kam. Der erläutert nun, wie die Kreisverwaltung die andauernde Herausforderung bewältigen soll. Mit externer Unterstützung aus Düsseldorf.
Warum die Inzidenz weit hinter den Infektionen hinterher läuft
Ausgerechnet jetzt, wo die Inzidenz für die Bundesnotbremse so wichtig ist, gibt es bei den Corona-Daten in Rhein-Berg Verzögerungen, Widersprüche und Korrekturen. Das gehe auf aufwendige Prozeduren, ein neues Meldeverfahren und technische Probleme zurück, erläutert Landrat Stephan Santelmann. Es zeigt sich: was wie Chaos aussieht, ist oft System, verbunden mit Überlastung. Santelmann räumt ein, dass es bei der Nachverfolgung von Kontakten Tage dauern kann, bis sich das Gesundheitsamt meldet – und appelliert an die eigene Verantwortung.
Der Kreis Rhein-Berg baut den Corona-Krisenstab ab
In einer kritischen Phase hat der Rheinisch-Bergische Kreis formal keinen Krisenstab-Leiter mehr: Kreisdirektor Erik Werdel hat diesen „Nebenjob” Anfang der Woche niedergelegt. Nun soll die Bekämpfung der Pandemie in die normale Verwaltungsstruktur integriert werden.
Test-Option: Das Land zieht die Notbremse, der Kreis löst sie
Die Landesregierung hat auch für den Rheinisch-Bergischen Kreis eine Corona-Notbremse angeordnet. Damit müssten die Geschäfte eigentlich ab Mittwoch schließen. Doch trotz hoher Inzidenz nutzt der Kreis die Test-Option: Mit einem aktuellen Test bleiben Einzelhandel, Nagelstudios & Co zugänglich. Der Handelsverband begrüßt die Entscheidung. Dagegen äußern einige Händler:innen und viele Bürger:innen Unverständnis.
„unGLock“: Wie Bergisch Gladbach Tübingen folgen wollte
Bei der Auswahl der Städte und Kreise in NRW, die als Modellprojekte Lockerungen in der Pandemie testen dürfen, ist Bergisch Gladbach durchgefallen. Erst nach dieser Entscheidung berichtet die Stadt, wie ihr Modell ausgesehen hätte. Und warum die Arbeit nicht umsonst war.
Stein widerspricht Santelmann – und hält an Modellprojekt fest
Die Aussage von Landrat Santelmann, der Kreis lasse bei einer Inzidenz über 100 die Notbremse in Kraft treten, hat Bergisch Gladbach Bürgermeister Frank Stein überrascht. Er war vom Gegenteil ausgegangen und hält daran fest, die Stadt zu einem Modellprojekt für Öffnungen des öffentlichen Lebens auch bei hohen Inzidenzen zu machen. Heute Abend reden die Bürgermeister mit dem Landrat.
Frank Stein: Dritte Corona-Welle brechen – und flächendeckend testen
Nach Einschätzung des Bergisch Gladbacher Bürgermeisters Frank Stein wäre es zur Bekämpfung der Corona-Pandemie jetzt nicht richtig, die sogenannte Notbremse zu ziehen und Lockerungen zurück zu nehmen. Statt dessen müsse man so viel wie möglich testen – und Anreize schaffen, damit sich auch Menschen ohne Symptome immer wieder testen lassen, sagt Stein. Wenn es gelinge, über Ostern die dritte Welle zu brechen, könne Rhein-Berg dem Beispiel Tübingens folgen.
Insolvenzverwalter will Zanders neu beleben
Als Mark Boddenberg Anfang März die Papierfabrik betrat war Zanders klinisch tot: Der Zellstoffvorrat aufgebraucht, der Strom abgedreht, die Maschinen still, die Firma insolvent. Doch der vorläufige Verwalter wagt die Reanimation, hat erste Probleme abgeräumt und will die Produktion in den nächsten Tagen langsam wieder hochfahren. Ein Punkt macht ihm dabei Hoffnung.
Corona in Schulen: Stadt wertet Start des Massentests als Erfolg
Für die Grundschulen kam die Schnelltest-Initiative der Stadt Bergisch Gladbach zu kurzfristig – doch die weiterführenden Schulen haben mit nur wenigen Ausnahmen heute umfangreich getestet. Gerade rechtzeitig zur Rückkehr in den Präsenzunterricht. Die Stadt registrierte in der Schüler- und Lehrerschaft auch Verweigerer mit unterschiedlichen Motiven, zieht aber dennoch eine erste positive Bilanz. 20 Verdachtsfälle wurden aufgespürt.
Die Stadtverwaltung wird ein gutes Stück größer
Die Jahre im Nothaushalt hatten den Personalstand der Verwaltung eingefroren, die Aufgaben sind aber erheblich gewachsen. Daher trifft der Vorschlag, den Stellenplan jetzt kräftig zu erweitern, im Stadtrat auf eine grundlegende Zustimmung. Es gibt aber auch harte Kritik – und viele Sonderwünsche.
Grüne Welle für den Radverkehr
Im Ausschuss für strategische Stadtentwicklung und Mobilität (ASM) setzt die neue Ratsmehrheit klare Signale für eine Aufwertung des Radverkehrs, auch zu Lasten der Autos. Das zeigte sich deutlich bei der Entscheidung über die Laurentiusstraße, aber auch in vielen anderen Punkten. Die CDU hält dagegen, steht aber auf verlorenem Posten.
Aus der Maskenpflicht wird eine Masken-Bitte
Mit grünen Schildern hatte die Stadtverwaltung bislang auf die Maskenpflicht in der Gladbacher Fußgängerzone, in der Schlossstraße und in der Straße Siebenmorgen hingewiesen. Nun sind die Schilder verschwunden – weil die faktischen und rechtlichen Grundlagen für diese Pflicht nicht mehr vorliegen.
Warum die Vergabe der Impf-Termine für so viel Ärger sorgt
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) sieht die Vergabe der Impftermine als Erfolg. Die Über-80-Jährigen und ihre Angehörigen sind fassungslos, weil es vielen von ihnen immer noch nicht gelingt, einen Termin zu ergattern. Nach vielen Anläufen haben wir jetzt verstanden, woran das liegt.
Wie es der lokalen Wirtschaft im Lockdown geht …
… ist nicht so einfach zu beantworten. Einige Branchen sind seit vielen Wochen kalt gestellt und kämpfen um ihre Existenz, andere arbeiten weitgehend unbehindert, einige wenige profitieren. Neue Umfragen der IHK, der Wirtschaftsförderung und Daten der Agentur für Arbeit zeichnen ein differenziertes – aber insgesamt wenig optimistisches Bild.
Stadt sieht Schulen für Distanzunterricht gut gerüstet
Nach Einschätzung der Stadtverwaltung haben sich die Schulen in Bergisch Gladbach gut auf den Unterricht aus der Ferne vorbereitet. Große Probleme gibt es aber noch immer bei der technischen Ausstattung: Die Endgeräte sind noch nicht da – und vielen Schulen fehlt ein Breitbandanschluss.
Corona beschleunigt Strukturwandel – und drängt Autohaus Lüttgen vom Markt
Das Unternehmen Lüttgen geht auf eine Wagenschmiede zurück und gehörte zu den allerersten Ford-Händlern in Deutschland – und jetzt wickelt es sich selbst ab. Die Pandemie trug einen Teil dazu bei, die eigentlich Ursache ist aber ein grundlegender Wandel – den auch viele andere (Auto-)Händler nicht überleben werden.
Lockdown: Viele Unternehmen kämpfen, einige denken ans Aufgeben
Die Verschärfung und Verlängerung des Lockdowns bringt für Einzelhändler, Gastronomen und Handwerker zwar keine Überraschungen und auch keine weitere Verschlechterung. Aber die Durststrecke wird immer länger, die Hilfen kommen nicht an. Für viele Unternehmen wird es jetzt eng.
Zanders: Stadt lehnt Barzahlung von Tom Olander ab
Bürgermeister Frank Stein hat einen Vorschlag des Zanders-Investors Tom Olander abgelehnt, die Miete für das Grundstück für sechs Monate im Voraus bar zu bezahlen. Ausgerechnet der Insolvenzverwalter machte diesen Vorstoß wenige Tag vor dem Ablauf der letzten Frist jetzt öffentlich.
Wie das Impfzentrum in der RheinBerg Galerie organisiert ist
Mit hohem Druck baut der Rheinisch-Bergische Kreis eine 2400 Quadratmeter große Fläche in der RheinBerg Galerie zum Impfzentrum aus. Dabei steht die Sicherheit der zu Impfenden, des Personals und nicht zuletzt des Impfstoffs im Vordergrund. Grundsätzlich ist das Zentrum seit heute betriebsbereit, ab Montag sollen dort knapp 1000 Personen pro Tag gegen Corona geimpft werden können.
Sonderpreis für lokalen Corona-Journalismus geht nach Bergisch Gladbach
Das Bürgerportal hat den „Sonderpreis für lokale verlagsunabhängige Corona-Berichterstattung“ der Landesmedienanstalt NRW gewonnen. Weil es die Region mit enormer Bandbreite, beachtlichem Umfang und hoher journalistischer Qualität über die Pandemie informiere – und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke.
„Zeit der Grundsatzdebatten ist vorbei, jetzt wird gehandelt“
In seiner Haushaltsrede hat Bürgermeister Frank Stein sein Regierungsprogramm für die gerade begonnene Amtszeit konkretisiert. Es geht ihm um die Schulen, das Stadthaus und Zanders, um die Digitalisierung, die Schwimmbäder und das Klimaschutzkonzept, um Corona, Wirtschaftsförderung und eine Steuersenkung. Vor allem aber um einen neuen Arbeitsmodus der ganzen Stadt.
Zanders: Insolvenzverwalter gibt sich zuversichtlich
Der Insolvenzverwalter weist Forderungen der Stadt zurück, er solle ein Konzept für einen neuen Pachtvertrag zwischen der Stadt und Zanders vorlegen. Das sei nicht seine Sache – sondern Aufgabe der Stadt und Zanders selbst.
Der Planungsausschuss wird grundsätzlich
In der ersten Sitzung des Planungausschusses des Stadtrates standen einige heiße Eisen auf der Tageordnung. Doch in vielen Punkten zeigte sich ein breiter Konsens über alle Parteien hinweg. Bis es um Parkplätze sowie ein Bauprojekt auf der grünen Wiese ging – und um Grundsatzfragen.
Zanders: Stein drängt auf Ende einer „brandgefährlichen Hängepartie“
Seit dem 1. November arbeitet Zanders ohne Pachtvertrag für das von der Stadt Bergisch Gladbach gemietete Grundstück, eine tragfähige Lösung ist nicht in Sicht. Daher appelliert Bürgermeister Frank Stein jetzt an Eigentümer und Insolvenzverwalter, bis zur nächsten Ratssitzung ein Konzept für den Weiterbetrieb der Papierfabrik vorzulegen.
Stadt will Neubau für Flüchtlinge und Wohnungslose in der Zinkhütte anmieten
In der Richard-Seiffert-Straße werden alte Industriehallen abgerissen und durch preiswerte Wohnungen ersetzt. Die Stadtverwaltung will das gesamte Gebäude langfristig anmieten. Der Plan wird von den Ratsfraktionen weitgehend begrüßt, allerdings sind noch einige Fragen offen.
Verlängert: Aus „Black“ wird „Blue“
An diesem Wochenende spielt die Online-Welt verrückt, beim „Black Friday“ wird mit aufdringlichster Werbung der Schnäppchen-Jäger ins uns geweckt. Wir halten dagegen. Nur heute sind alle Abos des Bürgerportals doppelt so teuer. Es profitiert die Kunstszene und der Einzelhandel, hier vor Ort.
Restaurants stellen sich auf harten Winter ein
Für die Inhaber der Restaurants und Gaststätten ist klar, dass sie frühestens im Januar wieder öffnen können. Nur einige von ihnen können mit dem Außer-Haus-Geschäft etwas Umsatz machen. Um den Winter zu überleben sind sie alle jetzt auf Unterstützung angewiesen. Und zwar nicht nur von der Bundesregierung, stellt Wirte-Sprecher Udo Güldenberg klar.
GFO-Kliniken gehen in Krisenmodus – und arbeiten doch weitgehend normal
Bundesweit steigen die Zahlen der Corona-Patienten in den Intensivstationen. Auch die beiden Häuser der GFO-Kliniken Rhein-Berg melden derzeit keine freien Betten an das zentrale Intensivregister. Von einer Überlastung ist aber keine Rede, der Operationsbetrieb läuft wie üblich.
Der „Ausschuss für Radverkehr und Parkplätze“ hat getagt
Im neuen Ausschuss für strategische Stadtentwicklung und Mobilität ging es in der ersten Sitzung um einen klaren Interessenskonflikt: Die CDU kämpfte für Parkplätze und den Autoverkehr. Die Ampel-Koalition will bessere Bedingungen für Radfahrer – und lässt sich nicht mit halbherzigen Lösungen abspeisen. Verhandelt wurde vor allem über die Laurentiusstraße und die Odenthaler Straße.
Stiller Protest der Kultur: „Wir sind systemrelevant“
Mit einem stillen Stelldichein haben 15 Vertreter:innen der regionalen Kulturbranche vor dem Bergischen Löwen auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht. Der Lockdown sei nicht nur für einzelne Künstler:innen existenzbedrohend, er beschädige die Kultur insgesamt. Eine Fotoreportage.
„Das Leben ist in keiner Weise so sicher, wie es sich angefühlt hat“
In seiner ersten Woche im Amt als Bürgermeister hat Frank Stein eine Corona-Infektion überwunden, eine Marathon-Ratssitzung geleitet und erste Weichen für eine neue Politik gestellt. Im Videointerview mit dem Bürgerportal erklärt er, was Corona für ihn bedeutet und wie Bergisch Gladbach die Pandemie überwinden kann.
