Dieses Jahr brachte Bergisch Gladbach wichtige Entscheidungen: FNP, Zanders, Schlossstraße, Kita, … . Das Kneipensterben, ein Tötungsdelikt, das Trinkwasser und einiges mehr sorgten für Aufsehen. Dennoch bleiben für 2019 viele Probleme.

Über alle Themen informiert das Bürgerportal, alles wichtige können Sie hier im Jahresrückblick nachlesen – nach ein paar Sätzen in eigener Sache.

Wissen, was läuft

Das ganze Jahr über hat das Bürgerportal über alle großen und viele kleine Geschehnisse in Bergisch Gladbach berichtet – schneller, umfangreicher und nachhaltiger als sonst jemand. Mit dem „Der Tag in GL” per Mail und über WhatsApp, auf der Website, auf Facebook und Instagram.

Bei uns erfahren Sie noch während der Sitzung, wie der Rat in wichtigen Punkten abstimmt. Wir verfolgen die großen Themen mit langem Atem. Wir listen die wichtigen Termine auf. Wir geben allen Seiten eine Stimme.

Dafür haben wir in diesem Jahr viel Zeit und Geld investiert.

Wir haben mit Laura Geyer eine herausragende Reporterin im Team, das von Georg Watzlawek geleitet wird. Sabine Sistig kümmert sich um das Produkt-Management, Evelyn Barth und Helga Niekammer sind als Bürgerreporterinnen vor Ort. Klaus Hansen treibt große Debatten voran, Thomas Merkenich versorgt uns mit großartigen Fotos und Joshua Murat mit außergewöhnlichen Videos.

Wir haben in der Hauptstraße 241 einen großen Redaktionsraum bezogen, den wir für eigene Veranstaltungen nutzen und den Vereinen der Stadt zur Verfügung stellen.

Für 2019 haben wir uns wieder viel vorgenommen. Wir wollen die Berichterstattung, unsere Veranstaltungen und die Möglichkeiten der Kommunikation ausbauen, noch besser machen. Alles das kostet Geld.

Mit Ihrer Hilfe gelingt uns das!

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Die ersten fünf Neumitglieder bekommen außerdem ein Exemplar des bereits ausverkauften Fotokalenders „Bergisch Gladbach 2019″ von Thomas Merkenich!

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Der Jahresrückblick 2018

Flächennutzungsplan unter Dach und Fach

Nach dreijährigen Debatte ist der FNP mit den Stimmen (nur) von CDU und SPD verabschiedet worden. Es weist zusätzlich Flächen 68 ha für Wohnungsbau und 33 ha für Gewerbe aus: damit bleibt er weit hinter Vorschlägen der Verwaltung und Forderungen der Wirtschaft zurück.

Die Bürgerinitiativen sind dennoch unzufrieden, weil kein einziger Einwand in der zweiten Offenlage berücksichtigt wurde; sie wollen die Erarbeitung der Bebauungspläne für einzelne Flächen kritisch begleiten.

Der umstrittene Krüger-Antrag, im Neuborner Busch einen Verwaltungsbau errichten zu dürfen, wird jetzt auf höhere Ebene geprüft.

Das Bürgerportal hat einige hundert Artikel zum Thema veröffentlicht, das sind die wichtigsten:

Auf der To-do-Liste bleiben: 

Ein Konzept für die Lösung der Verkehrsprobleme der ganzen Stadt vor der Ausweisung neuer Flächen ist immer wieder gefordert worden. Doch erst in 2019 will die Verwaltung ein Gesamtverkehrskonzept angehen, das auf Forderungen der CDU sowie den 10-Forderungen der GroKo zum FNP zurückgeht.

Die Machbarkeitsstudie für eine Nutzung des Bahndamms und Anbindung der Stationsstraße an den Refrather Weg ist noch nicht in Auftrag gegeben worden, soll aber im ersten Quartal 2019 entscheidungsreif sein. Unser Beitrag

Ein wohnungsbaupolitisches Handlungskonzept soll ebenfalls im neuen Jahr erarbeitet werden. Alle Beiträge

Ein integrierter Schulentwicklungsplan soll auch im kommenden Jahr aufgestellt werden. Er soll klären, wo Grundschul-, Kita– und OGS-Plätze fehlen – und Lösungen für dieses Dauerproblem skizzieren. Unser Beitrag

Übrigens:

Der Versuch der Stadt, das Gewerbegebiet Industrieweg zu retten, ist erneut vor Gericht gescheitert – und aufgegeben worden.

Der Vorschlag eines Investors, eine üble Altlast in Nussbaum über die Ausweisung eines Wohngebiets zu sanieren, wurde von der Stadt abgelehnt.

Das (Un-)Wort des Jahres: Verdichtung

Die Alternative zur Ausweisung von neuen Bauflächen im Grünen ist die sogenannte Verdichtung, die in diesem Jahr rasant an Fahrt gewonnen hat. Vor allem in Refrath, aber auch in fast allen anderen Stadtteilen werden Baulücken zugebaut und alte, kleine Häuser, durch große uniforme Kästen ersetzt.

Die Stadt selbst hat nur noch zwei Grundstücke im Besitz, die sich für geförderten Wohnungsbau eignen: der Wilhelm-Klein-Park in Refrath, der nun doch verschont werden soll, und das alte Arbeitsamt, das demnächst abgerissen wird.

Die wichtigsten Beiträge zum Thema: 

Übrigens: 

Das Kickehäuschen in Refrath ist seit dem Frühjahr geschlossen; auf dem Grundstück will ein Investor eine erhebliche Anzahl von Wohnungen bauen, das alte Gasthaus soll offenbar dazwischen stehen bleiben. Unser Beitrag

Das Gasthaus zum Horn in Hebborn ist seit dem 1. Mai geschlossen. Hier läuft ein Verfahren der Zwangsversteigerung, auch hier drohen Abriss und Neubau. Unser Beitrag

Auf dem Steinbüchel-Gelände an der Kalkstraße entsteht das  „Wohncarré Gronau“ mit 180 relativ kleinen Wohnungen. Nicht im sozialen Wohnungsbau, sondern als frei finanzierte Eigentumswohnungen. Alle Beiträge

Der Bebauungsplan für das Cox-Gelände an der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße ist auf den Weg. Hier sollen Wohnhäuser und ein Hotel entstehen. Ein städtebaulicher Vertrag verpflichtet den Investor, 2200 Quadratmeter im sozialen Wohnungsbau zu errichten. Alle Infos

Stadt rettet Zanders aus der Insolvenz

Im Juni schickte der Eigentümer Mutares die Papierfabrik Zanders in die Insolvenz. Der vom Gericht eingesetzte Verwalter machte schnell klar, dass Mutares bei der Rettung keine Rolle mehr spielt. Statt dessen trimmte er die Belegschaft von 500 auf rund 300 Mitarbeiter und fand in Skandinavien Investoren, die sich zutrauen, das Kerngeschäft zu retten.

Voraussetzung dafür war eine Millionen-schwere Überweisung der Stadt Bergisch Gladbach: In einer konzertierten Blitzaktion einigten sich Verwaltung und Stadtrat mit Rückendeckung von Landrat und Regierungspräsidentin, das komplette Grundstück zu kaufen und dem Unternehmen Luft für die Sanierung zu geben.

Die wichtigsten Beiträge zu Zanders:

Übrigens:

Die städtebauliche Entwicklung des Areals durch die eigens gegründete Zukunft Stadt Profil Verwaltungs-GmbH stockt, aufgrund der unklaren Zukunft von Zanders und steuerrechtlicher Hürden – und soll im Rahmen der Regionale 2025 voran getrieben werden.

Bensberg gerät in Bewegung

Nach vielen Jahren Stillstand geht der Umbau der Marktgalerie zur Bensberger Schlossgalerie zügig voran, schon im Sommer 2019 soll das Einkaufszentrum fertig sein.

Nicht ganz so schnell läuft der Umbau der Schlossstraße. Dafür gibt es zwar einen Architektenentwurf und viele Millionen Fördergelder. Doch die konkrete Planung der Straße und der Freitreppe hinkt hinterher. Heftig umstritten ist die Zahl der verbleibenden Parkplätze in der Schlossstraße. Die konkrete Gestaltung soll nun in einer Reihe von Gesprächen von Verwaltung und Rat mit allen Beteiligten geklärt werden.

Die wichtigsten Beiträge: 

Die Top 10 der meistgelesenen Beiträge 2018 …

… stimmt nur zum Teil mit den von der Redaktion ausgewählten wichtigsten Beiträge des Jahres überein:

  1. Metzgerei Himperich gibt auf
  2. Aus der RheinBerg Passage wird das Berg Center
  3. Bergisch Gladbachs gefährlichste Straße
  4. Zanders in der Insolvenz
  5. Neues Café soll Innenstadt beleben
  6. Es gibt sie noch, die Veedelskneipen in GL
  7. Ein Wasserzeichen gibt dem Turbokreisel ein Gesicht
  8. Geniestreich für die City: Busse raus, Kino rein
  9. Erneut Chlor im Trinkwasser der Belkaw
  10. Was die Flüchtlinge mit Schildgen gemacht haben

Sicherheit in der Innenstadt

Die gefühlte Sicherheit vor allem in der Gladbacher Innenstadt war ein großes Thema. Obwohl die Kriminalitätsstatistik dafür keine Argumente lieferte sprangen CDU und SPD auf und sorgten mit einem „Programm für Repression und Prävention” dafür, dass der Stadtordnungsdienst zum 1.1.2019 aufgestockt und besser ausgerüstet wird.

Aufgrund des Personalmangels setzte die Stadt zwischenzeitlich einen privaten Sicherheitsdienst ein, der von der Bevölkerung und der Politik weitgehend begrüßt wurde; von Linken gab es Kritik und heftige Vorwürfe.

Die private Initiative #IchtuwasfürGL nahm sich die einzelnen Stadtteile vor. Die CDU setzte zudem mit Claudia Casper eine „Sauberkeitsbeauftragte” ein.

Mit der Serie „Unangenehm anders” startete das Bürgerportal eine Debatte über Versäumnisse der Verwaltung und die Verantwortung der Bürger für ihre eigene Umgebung. Anfang Februar findet dazu der erste politische Stammtisch des Jahres statt.

Die wichtigsten Beiträge zum Thema:

Ausgeglichener Etat ab 2020 – keine Steuererhöhung

Der neue Stadtkämmerer Frank Stein fand mit dem „Schütt-aus-hol-rück”-Verfahren einen Weg, die stillen Reserven der Stadt schrittweise aufzulösen und das jährliche Defizit zurück zu fahren. Damit will er schon 2020 einen ausgeglichenen Etat erreichen und das Zwangskorsett des Haushaltssicherungskonzeptes verlassen.

Zunächst hatte die Verwaltung eine moderate Erhöhung der Grundsteuer B ab 2020 in mehreren Schritten vorgeschlagen, was zu heftigem Protest führte. Höhere Überweisungen vom Kreis und Land ermöglichten dann jedoch einen Verzicht auf die Erhöhung; CDU und SPD schrieben fest, dass die Grundsteuer bis 2024 nicht erhöht werden soll.

Die wichtigsten Beiträge zum Thema:

Was sonst noch los war:

Die Belkaw musste eine explodierte Wasserpumpe ersetzen und setzte dem Trinkwasser erneut Chlor zu. Auf Druck des Kreisgesundheitsamtes sechs Wochen lang. Alle Beiträge

Die Teilöffnung der Fußgängerzone für Radfahrer ist heftig umstritten, hat aber nichts geändert. Unser Beitrag

Das Mega-Projekt „Strunde hoch 4″ ist in der Innenstadt nach knapp drei Jahren abgeschlossen worden; die Hochwassergefahr ist aber damit nicht gebannt. Unser Beitrag

Der Ponyhof Sonnenschein sollte von der Stadt geschlossen werden; nach langer Debatte und einer Mediation wurde der Weiterbetrieb dann doch gesichert. Alle Beiträge

Der Blutmond führte in GL zu Verkehrsproblemen – und einigen schönen Fotos. Unser Beitrag

Der heiße Sommer feuerte die Klimaschutzdebatte an und bedrohte die Stadtbäume; doch die Feuerwehr kämpfte heldenhaft, unterstützt von vielen Bürgern. Beitrag

Das Programm für 2019  …

… der Politik bleibt ehrgeizig, schon 2020 steht die Kommunalwahl an. Wir bleiben dran, versprochen.

Wäre schön, wenn Sie uns dabei unterstützen :-)

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. In der Tat, der Flächennutzungsplan war und ist mit seinen Auswirkungen weiterhin eines der wichtigsten Themen in dieser Stadt. Nicht nur 2018, sondern weit darüber hinaus. Ich bin sicher, dass auch die Kommunalwahl 2020 von der FNP-Diskussion stark beeinflusst sein wird. Tausende von Bürgerinnen und Bürgern haben sich eingebracht und sind am Ende von Stadtverwaltung und GroKo enttäuscht worden. Ihre Meinung und die der zwölf Bergisch Gladbacher Bürgerinitiativen, die hier im Bürgerportal in vielen Beiträgen veröffentlicht wurde, blieben unbeachtet. “Was sind die Bürger dieser Stadt wert?” ist eine Frage, die am Ende dieses Jahres zu Recht aufgeworfen und spätestens bei der nächsten Kommunalwahl beantwortet werden muss.
    Näheres dazu hier im Bürgerportal:
    https://in-gl.de/2018/10/22/fnp-bergisch-gladbach-was-sind-wir-buergerinnen-und-buerger-dieser-stadt-wert/